Thursday, January 31, 2013

Auschwitzgedenken: schleichenden Völkermord in Gaza beenden!




Wer nicht von dreitausend Jahren 
sich weiß Rechenschaft zu geben,
bleib im Dunkeln unerfahren,
mag von Tag zu Tage leben.“
Johann Wolfgang von Goethe,deutscher Dichter (1749 - 1832)


Auschwitzgedenken: schleichenden Völkermord in Gaza beenden!
Auschwitz wurde am 27. Januar 1945 befreit. Sowjetische Soldaten unter Stalins  strategischer Führung haben die Befreiung vollzogen, eine Befreiung erkauft letztlich  durch millionenfache Menschenopfer auf sowjetischer Seite.
Der Stalinpreisträger Bertolt Brecht fordert aus dem Munde seines Galilei, dass wir "sehen lernen statt zu glotzen". Gedenken wir also der Befreiung von Auschwitz, erinnern wir uns  dabei an alle  Opfer dort. Erinnern wir aber auch  an die vom Hungertod dahingerafften  Millionen Menschen im  von Nazideutschen belagerten Leningrad etwa. Gedenken wir Auschwitz  und vergessen dabei nicht die von Deutschen  ermordeten Sinti und Roma, die  Serben, Griechen und Italiener. Denken wir  an Auschwitz und erinnern wir daran, dass trotz Hiroshima, Korea und Vietnam, trotz Abu Ghraib und Guantanamo  menschenverachtende Gräueltaten weitergehen, weltweit. Trotz der Befreiung von Auschwitz wird weiter gemordet. Es war ohnehin eine späte Befreiung, sie kam  sehr, sehr spät, zu spät für zu viele. Es waren, das muss gesagt werden, die Westmächte, die damals versagten, trotz ihres Bundes mit Stalin. Um sehen zu lernen,  ist diese Hervorhebung wichtig. Wir  können daran verstehen, warum heute  in Afghanistan, im Irak, in Libyen, in Mali und  anderswo mit deutscher Billigung und Beteiligung wieder  koloniale Kriege geführt werden. Im Versagen des Westens, im Weiterwirken  nämlich der den  großen Krieg und Auschwitz verursachenden Kräfte, liegt der Grund für das fortdauernde Unheil.
Weil diese Kräfte nicht in ihrem Wesen erkannt und ihre Strategie  nicht durchschaut wurde, können sie 68 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz wieder  morden in aller Welt.
Weil also die den  Faschismus erzeugenden Kräfte immer noch wirken, können Terroristen weltweit täglich an Boden gewinnen,  ja sich trotz vermeintlich unermüdlicher Terroristenjagd wie Pilze vermehren, obwohl sie doch  mit immer rabiateren Methoden  gejagt werden.


 Menschenrechte verteidigen, bei uns beginnen!

Weil diese Kräfte bei uns  im "reichen Deutschland" und anderswo  weiterhin das Sagen haben, müssen auch hierzulande immer mehr  Menschen verarmen. Weil sie die Menschenrechts-Verletzer  nicht erkennen können, nehmen sie ihre Lage schicksalhaft  hin. Sie wissen sich nicht  gegen die Massenarbeitslosigkeit zu wehren.  Selbst die mitbetroffene akademische Jugend weiß es nicht. Die Bundeswehr, also der Kriegsdienst, gewinnt an Attraktivität  und nicht etwa  der Aufbau einer Widerstandsfront gegen Faschismus, Krieg und Gewalt. Solange die Verursacher dieser Plagen im Dunkeln bleiben und wir sie deswegen nicht erkennen, wird der  Widerstandswillen gegen die moderne Menschenrechtsverachtung, gegen die um sich greifende Kultur- und Perspektivlosigkeit  nur langsam anwachsen.

Gegen die Ursachen angehen! 
Die mediale Verunreinigung unserer Gehirne erklärt einen Teil der vorhandenen Blendung, ist doch die schleichende Gewöhnung an Gewalt und Niedrigkeit offenkundig Programm.

Die Verdichtung der Arbeitsprozesse, die Überlänge des Arbeitstags, der Wegfall von Ruhephasen, selbst  an Wochenenden, und die Dauerbeanspruchung durch aufgezwungene Präsenzpflicht  gehören  mit zum Programm dieser Kräfte. Video-Überwachung am Arbeitsplatz wird Gesetz. Zeit und Raum für Besinnung über Konsequenzen und Widerstand  fehlen.
Widerständiges Denken und Handeln  im gemeinsamen Interesse aller lohnabhängigen Menschen  setzt schließlich, soll dieses konsequent und nachhaltig werden, Einsicht in die Ursachen der schleichenden Misere voraus. Es setzt ein Menschen-, Gesellschafts- und Weltbild  voraus, das den  Einsatz  für alle Menschenrechte fördert und damit die notwendige  und solidarische Handlungsbereitschaft. Führende Kader liebäugeln oft mit Posten und  buhlen um Ansehen bei falschen Freunden.  Anpassungsbereitschaft trägt Früchte.  Opportunitäts-Denken zahlt sich aus, für einige wenige. Die übrigen  Beteiligten bleiben sprach- und orientierungslos zurück.

Gegen die Verfälschung des Geschichtsbilds an arbeiten!

Das Schurkenstück, mit Hilfe dessen die Errungenschaften der ersten sozialistischen Gemeinschaft in den Schmutz getreten wurden, hat  für die  Wenigen enorme Erfolge gezeitigt. Der "Kommunismus" und alles, was ihm auch nur von Ferne ähnelt,  ist  durch die Schurkerei für lange Zeit verpönt.

Damit scheinen die berechtigten  Hoffnungen auf eine andere Welt, auf einen Ausweg aus dem irdischen Jammertal hienieden für's Erste zertreten. "Ein andres Lied, ein bessres Lied, o Freunde will ich euch dichten - wir wollen hier auf Erden schon das Himmelreich errichten" sang einst  Heinrich Heine. Solcher Töne wegen  wurden er und seinesgleichen verbrannt. Wollen wir aber  einen Neuaufbruch im obigen Geiste, dann  müssen  wir  anknüpfen an den von  Generationen  seit Heine erlittenen und erkämpften Erfahrungen.  So altmodisch dies klingen mag, es gilt, den Wahrheitsgehalt "der Internationalen" wieder  zu entdecken, den Wahrheitsgehalt  also des "Kommunistischen Manifests".

Machen wir  uns im Gedenken an Auschwitz auf, den positiven Sinn all dessen wieder zu entdecken, das zu zertreten ein Hitler vor nunmehr 80 Jahren auserkoren wurde.

Begreifen wir, dass  sein Antipode Stalin in allem das Gegenstück  des ins Amt gehievten Niemand war. Sehen wir, dass an der Spitze der Kulturnation Deutschland für 12 schlimme Jahre ein theatralisch geschulter Hanswurst,  ein Hauptschulabsolvent aus dem Obdachlosenasyl stand,  eine Marionette, derer man sich nach der blutigen Niederlage leicht  hatte entledigen können. An der Spitze der einst großen Sowjetunion fand sich demgegenüber fast 30 Jahre lang ein allseits gebildeter Humanist. Keine Nullnummer, kein Autokrat,  kein Diktator und schon gar kein Massenmörder war Stalin, sondern ein Mann, der demokratisch dachte und der auf die Kraft der Massen alles Vertrauen setzte. Dieser Mann war keine Marionette. Er war "stark und biegsam wie Stahl" (Barbusse)  und aus  sibirischen Lagern entflohen, in die der Zar ihn verbannt hatte.  Dieser Mann war also um vieles weniger noch ein Diktator als der vom Westen heute ebenso heftig verteufelte iranische Präsident Ajmadinedjad oder als der syrische Alawit Bashar al Assad, der  Präsident eines guten Landes oder als der gelynchte libysche Staatschef Ghaddafi, der ganz  Afrika aus der Knechtschaft führen wollte oder auch als der gewählte  und in einen frühen  Tod getriebene Repräsentant des jugoslawischen Volkes, Milosevic.  Sein Widerstand gegen den Weltwährungsfond war es, der ihm den Hals brach.

Aus der Geschichte lernen!

Alle eventuellen  Vorbilder,  alle  möglichen Helden der Befreiungskämpfe von Martin Luther-King über Lumumba und Indira Ghandi zu Arafat wurden schließlich dämonisiert und ans Kreuz genagelt. Dies gilt  selbst für  solche Menschen, die nur kleine Visionen hatten und  etwa "nur"  nationale Souveränität für ihr Volk anstrebten. Männer und Frauen, die für  ihre Bürger einen unabhängigen Kurs vom Diktat des westlichen Kapitals erstrebten, wurden verunglimpft, andere dagegen, die sich willfährig zeigten, auf den Thron gehoben.

Anders vielleicht als jene, ebenfalls zu Unrecht stigmatisierten Staatschefs, war Stalin zu Lebzeiten ein weltweit hoch geachteter Führer, ein Staatsmann von Format und  ein brillianter Militärstratege. Sein zu früher Tod  wurde von Millionen betrauert. "Was soll nun werden?" fragten die trauernden Sowjetbürger und ihre verzweifelte Frage war zurecht formuliert worden. Denn erst mit Stalins unerwartetem Tod begann  sofort der Niedergang. Vergessen wir auch nicht: Von der ersten Stunde seines Wirkens an, hatte Stalin der geballte Hass kapitaler Kreise gegolten.
Unter seiner demokratischen Führung war das sowjetische Volk nämlich unbesiegbar gewesen.
Der Krieg mit seinen Millionen Verlusten hatte die Moral der Sowjetmenschen und der Kommunisten weltweit noch nicht zu brechen vermocht, im Gegenteil. Der Wiederaufbau war 1953 bereits längst  in vollem Gange, der Vorkriegszustand  der Industrie wieder erreicht. Der damals weithin bekannte Ingenieur und Theologe, der  Dekan  von Canterbury, Hewlett Johnson, legte beredt Zeugnis davon ab. Andere taten es ihm nach. Obgleich schon viele fähige Köpfe erschlagen lagen, begann erst mit dem Tod des Mannes mit dem stählernen Willen der  Niedergang  im sowjetischen Einflussbereich, der später  allseits heuchlerisch  beklagt wurde.
Die bösartige Rede vom Gulag war in der kolportierten Form eine schlichte Erfindung, wie so vieles, was aus der Welt jener kam, die Auschwitz, Hiroshima, Agent Orange, DU-Munition, den Korea-Krieg, den Vietnamkrieg,  Guantanamo und all die neuen  Kolonialkriege mit der Menschenrechtsfratze ersonnen haben.
Lügen zurecht rücken!
"Eine Lüge muss nur groß genug sein, um geglaubt zu werden", sagte einst ein führender Nazi und seinesgleichen taten es ihm nach. Die größte aller modernen Verleumdungen betrifft die vollkommene Entstellung dessen, was die Sowjetunion unter Stalin für seine Millionen Bürger, für seine Nationen und für  die Welt verkörperte. Es dauerte  immerhin  Jahrzehnte, bis dieselbe Welt die entsetzlichen Folgen dieses Lügengespinstes in voller Härte zu spüren bekam. Noch immer hält die systematische  Verhetzung an,  mittels derer  die DDR und ihre Elite, ja in gewissem Sinne all ihre Bürger geächet werden. Solange wir diesem unheilvollen Gebaren nicht Einhalt gebieten, sondern busfertig  einknicken und glauben, Abbitte leisten zu müssen für deren vermeintliche Schandtaten, solange wird unser Blick  auf das unheilvolle Tun unserer  Regierungsführer getrübt sein. Solange wir nicht mit Stolz aus dem Erbe  der Arbeiterbewegung zu schöpfen verstehen, solange werden wir schwach sein  und den Mächtigen gegenüber hilflos.

Auschwitz verpflichtet!
Auschwitz aber verpflichtet uns, gegen neues, ungeheuerliches Unrecht, bei dem unser Land  seit Jahrzehnten zumindest mitwirkt, wenn es  nicht gar inzwischen wieder federführend ist, unsere Stimme zu erheben.
Die Designer von Auschwitz hatten das Kapital und damit alle Mittel,  ihre Gegner nachthaltig zu vernichten.
Wir,  nachfolgende Generationen, müssen  uns, in unserem und im Interesse des ganzen Menschengeschlechts aufrichten und wieder kämpfen lernen gegen das bittere Unrecht, das uns  und  den anderen  von den Auschwitz-Designern entgegenschlägt.

Das ist der Sinn des Gedenkens an Auschwitz, an Hiroshima und Abu Ghraib. Das ist auch der Sinn von Stalingrad.

Sagen wir Nein zu den neuen Kriegsvorbereitungen und kolonialen Abenteurern! Kommen wir zur kollektiven Besinnung! Finden wir eine Stimme und sei sie auch vorerst leise und kaum vernehmlich. 

Rüstung sichert keine Arbeitsplätze, sie bereitet den Tod vor, damals wie heute.
Erinnern wir uns deswegen  an den Schwur von Buchenwald : "Nie wieder Auschwitz - Nie wieder Krieg!"




Quellen:

Zur Problematik der  verhängnisschwangeren Geheimrede  Chrutschtschows 1956 / XX. Parteitag der KPdSU siehe u.a.:

Grover Furr, Krushchev lied,  Ohio, USA 2011 ISBN 978-0615-44105-4

Dominico Losurdo, STALIN - Geschichte und Kritik einer schwarzen Legende, Köln 2012

Kurt Gossweiler, DieTaubenfußchronik Bd. I und II, München 2002
zu einem anderen Blick auf Stalin u. a.

Max Seydewitz,  "Stalin oder Trotzki", Malik Verlag London, gdruckt in der Tschecheslowakei 1938 (Seydewitz, Ex-SPD-Reichstagsabgeordneter lebte im Exil in London)

Generell zur Situation der UdSSR in der Stalin-Ära:

Henri Barbusse,  STALIN, 1937, Editions du Carefour Paris, ins Deutsche übersetzt von Alfred Kurella, erschienen im Verlag " Eine neue Welt". 2. Sonderband der Jahresreihe 1937,
266. Band der Universum Buchgemeinschaft

Hewlett Johnson, The Socialist Sixth of the World, Erstveröff. 1939, 1942 16. Auflage, London bei Victor Gollancz

Ludo Martens, Un autre regard sur Stalin, Brüssel 1994, dt "STALIN anders betrachtet", EPO-Verlag 1998

Peter Hacks, "Am Ende verstehen sie es", Poltische Schriften 1988 – 2003

Zum Teil auch brauchbar im Sinne meiner These:

Isaac Deutscher, Stalin  - eine politische Biografie,  Oxford University Press 1967, dt. 1989 Berlin Dietz Verlag (800 Seiten)

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