Monday, December 31, 2018

Reaktionen auf Dankesbrief an Russische Föderation

Liebe Irene,

der dokumentierte Brief von Erika und Dir ist eine bewegend verfasste  Botschaft und kommt zum richtigen Zeitpunkt! Sie steht geradewegs im Gegensatz zur Neujahrs-Ansprache Merkels und straft sie und die deutsche Außenpolitik Lügen. Mit Eurem wohl gesetzten Worten wird auch ein Zeichen gesetzt, dem sich viele anschliessen könnten. Habt Ihr daran gedacht, ihn auch noch als offenen Brief zum Unterschreiben zu publizieren?

Das Jahr 2018 war auch ein Jahr der bedrückenden Jahrestage für Deutschland: 100 Jahre nach dem Ende des I. Weltkrieges: der deutsche Imperialismus - zwar vorübergehend geschlagen, doch die Soldaten am Ende ihrer Kräfte, das Volk zuhause -  hungernd;  dann der niedergeschlagene Revolutionsversuch mit der Ermordung Luxemburg und Liebknechts gleich im Januar 1919! Im Jahr 2018 lag aber auch der 200. Geburtstag von Marx, dessen Schriften, besonders das Kapital, neu ediert, wieder auf  Büchertischen ausliegen...

Jetzt erleben wir die hoffentlich endgültige Befreiung Syriens - für die Menschen dort geht damit der schlimmste Teil des Alptraums zu Ende - bei uns hört man hingegen "besorgte" Stimmen, weil Assad weiter Präsident ist, und Putin und der Iran an Einfluß in der Region gewonnen haben; der deutsche Militarismus, an der Spitze, mit  seinen europäischen "Verbündeten" würde deswegen gern an die Stelle der USA treten! - Mögen die guten Kräfte der Welt das verhindern...

In diesem Sinne, liebe Irene, wünsche ich Euch einen heiteren Jahresausklang, der mit Kraft und Zuversicht ins Neue Jahr 2019 führt - trotz alledem und alledem!

Herzlichst!
Monika

Dr. Monika Nehr, Berlin



Stellungnahmen.
Dear Irene, 
I saw this with great pleasure. 
Yours, Lee Weingarten, Geneva



Dietrich Hyprath

20:41 (vor 37 Minuten)
an mich
Sehr verehrte Frau Dr. Kosse, liebe Irene:
Dem Herrn Wladimir Putin verdanken wir, dass wir die diesjährige Jahreswende  noch  erleben dürfen. Einem dünnhäutigeren Staatslenker wäre angesichts der nicht anhaltenden Provokationen schon längst die Sicherung durchgebrannt. Das wirft auch gleich die Frage auf: Was machen wir nach Putin? Wer besitzt dessen geistige Größe und dessen Format?
Wladimir Putin ist nach Otto von Bismarck einer der weisesten Staatsmänner überhaupt. Er erträgt die täglich eingehenden Demütigungen westlicher Kriegs-Propaganda mit einer Engelsgeduld. Er muss sich nicht nur der Hetze westlicher Medien und den neoliberalen Fallenstellern des US amerikanischen Deep State klug entgegenstellen oder deren Kröten schlucken. Hinzu kommt: Auch er hat  - genauso wie sein Kollege Donald Trump – den eigenen Laden aufzuräumen. Auch hier geht er sehr behutsam mit dem eigenen Tiefen Staat, der Macht der Oligarchen um. Dazu ist zu beobachten, dass er den Konflikt mit der Regierung in Jerusalem sorgsam vermeidet. Sein Kollege Trump macht hingegen sogar Konzessionen (Siehe Umzug der US Botschaft von Tal Aviv nach Jerusalem!).  
Auch Bismarck musste sich dieser korrumpierenden Gesellschaft erwehren. Bezeichnend die Geschichte, als er im Jahre 1859 zum Gesandten in St. Petersburg ernannt wurde und sich den schleimigen Bankier Levinstein vom Halse schaffte, indem er ihm drohte, ihn die Treppe im Hotel Royal hinunterzuwerfen, nachdem Levinstein ihm eine dubiose Beteiligung an einem Finanzgeschäft aufdringen wollte. Bismarck sollte erpressbar gemacht werden. 
Levinstein genoss die Gunst des Kaisers Napoleon, die des Österreichischen Hofes sowie die der Prinzessin von Preußen samt der Hofschranzen. Bismarck gelang es den Herrn Levinstein für immer vom Auswärtigen Amte fernzuhalten (Nach Otto von Bismarck „Gedanken und Erinnerungen, Ende Kapitel 9 Reisen und Regentschaft). 
Wir danken Wladimir Putin, der es bislang verstand, Balance zu halten und den Weltfrieden zu bewahren.
Gerne hätte auch ich und andere Bürger Ihren Brief mitunterzeichnet.
Mit solidarischen Grüßen.
Dietrich Hyprath
Ibiza, den 29.12.2018

Ich bitte meine Mail an Frau Dr. Kosse weiterzuleiten. Danke!


"EU hat große Fehler gemacht": Ex-Bundeskanzler Schröder wirft Kiew Krieg gegen den Donbass vor 

"EU hat große Fehler gemacht": Ex-Bundeskanzler Schröder wirft Kiew Krieg gegen den Donbass vor
Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder sieht in Russland keine Gefahr, sondern einen Nachbarn.
Die ukrainische Regierung führt Krieg gegen den Donbass, sagte Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder in einem "Zeit"-Interview. Das Blatt stellte dem Ex-Kanzler eine Reihe von Suggestivfragen, etwa zur NATO-Osterweiterung und zur Abhängigkeit von russischem Gas.
Westliche Länder üben nach Schröders Ansicht nach nicht genug Druck auf die ukrainische Führung aus, obwohl Kiew im Donbass Krieg mit alle Mitteln führe. Auch hinsichtlich der NATO-Osterweiterung und der Sanktionen gegen Moskau kritisiert der ehemalige Kanzler die westliche und deutsche Politik.
Anlass genug, den ehemaligen deutschen Bundeskanzler (1998-2005) in vermeintlich seriösen Medien vorrangig als "Duzfreund des Kremlchefs Putin" darzustellen, der ohnehin aufgrund seiner Tätigkeit als frisch gebackener Rosneft-Aufsichtsratschef in der Kritik steht.
Geführt hat das Interview in der Wochenzeitung Die Zeit deren Herausgeber Josef Joffe, der sich wiederholt mit seinen Rufen nach mehr NATO im Osten und mehr Geld für die NATO hervorgetan hat, sich auch für den Irak-Einmarsch aussprach und im Vorjahr in einer Fernsenshow auch schon mal laut über ein mögliches Attentat gegen US-Präsident Donald Trump sinnierte.

"Verglichen mit Trump können wir froh sein, einen Putin zu haben"

Zu Anfang möchte Joffe entsprechend auch wissen, wie man mit "autoritären Populisten" wie Putin und Erdoğan umgeht und was der Unterschied zu Trump, Kaczyński und Orbán sei?
Schröders Antwort ist einfach und klar:
Ein hohes Maß an Rationalität. Verglichen mit dem US-Präsidenten können wir froh sein, einen Putin zu haben.
Weiterhin verweist er bei der Frage, wie man mit so genannten Autokraten umzugehen habe, darauf, dass dies
selbstbewusste Menschen [sind], die auch Leistungen vorzuweisen haben. [...] Erdoğan hat aus der Türkei einen wirtschaftlich erfolgreichen Staat gemacht. Und er war auf dem Weg nach Europa. Dieser ist nicht zuletzt von Deutschland, aber auch durch eigenes Verschulden verbaut worden. Bei Russland hat man in Europa zu wenig begriffen, dass dieses Land nach anderen Kriterien zu beurteilen ist als unsere gefestigte Demokratie.
Schröder kritisiert weiterhin die deutsche Russlandpolitik, insbesondere im Hinblick auf die Sanktionen. Deutschland verspiele sein Vertrauen, während es zuvor Ansprechpartner Russlands in der EU gewesen wäre.
Blinder Fleck - die westliche Politik gegenüber Kiew
Russland hat wohl wenig Verständnis für das, was die EU ausmacht. Moskau redet, oder redete, in erster Linie mit Deutschland. Die Russen haben das Gefühl, dass sie uns bei der Wiedervereinigung sehr geholfen haben. [...] Man fragt sich in Russland, warum wir die Vorreiter bei den Sanktionen sind. Sie hätten mehr Dankbarkeit erwartet.
Kriegsbefürworter Joffe hingegen bringt die Paranoia zum Ausdruck, Russland könne jederzeit in das Territorium der NATO-Partner im Baltikum einmarschieren. Damit rechtfertigt der Westen auch immer höhere Militärbudgets und immer mehr Truppen-Präsenz an der russischen Grenze. Die vermeintliche Gefahr des allgemeinen "Putinschen Expansionismus" begründet Joffe mit dem Verweis auf die Krim und den Donbass, wodurch die Sanktionen zwingend notwendig seien.
Doch auch das sieht der frühere Staatsmann anders und erinnert daran, dass der Westen bei seiner Abstrafungspolitik Kiew völlig außen vorgelassen hat.
Kiew führt Krieg gegen den Donbass und schneidet die Menschen dort von Energielieferungen ab. Die Sanktionspolitik hat bisher keinen Erfolg gehabt, weder auf der einen noch auf der anderen Seite.
Auch verweist Schröder auf die Fehler der EU hinsichtlich der Ukraine-Politik, welche dem Einschreiten Russlands weit vorausgingen.
Quelle: Manfred Sauke
Der große Fehler war zu Beginn, als die EU der Ukraine eine Assoziierung angeboten hat, mit Beitrittsperspektive. Über Assoziierung hätte die EU auch mit Russland sprechen müssen.
Schröder kauft die Mär vom russischen Appetit auf das Baltikum oder Polen nicht
Joffe fragt, was denn "eigentlich falsch daran" sein könne, deutsche Bataillone im Osten des NATO-Gebiets aufzustellen, wogegen sich Schröder mehrfach ausgesprochen hatte:
Was ist falsch daran, den meistexponierten Mitgliedern eine Versicherungspolice auszustellen? Die hatte die Bundesrepublik im Kalten Krieg doch auch.
Schröder sieht das Feindbild nicht und rückt die schiefe Geschichtsanalogie zurecht:
Ich halte das für falsch angesichts unserer Historie speziell mit Russland. Berlin hätte klarmachen können: Ihr könnt das gern tun, aber lasst uns da raus.
Er glaube nicht an die "Mär einer russischen Aggressionspolitik".
Die Vorstellung ist absurd, dass die Russen Appetit auf das Baltikum hätten oder gar auf Polen.
Screenshot ARD
Joffe hakt weiter nach und meint, Russland könne sich kaum von "Winzlingen" wie Lettland und Ungarn eingekreist sehen. Wieder entgeht Joffe ein signifikanter Aspekt des von ihm angesprochenen Themas - nicht die Winzlinge kreisen Russland ein, sondern der mächtige NATO-Verbund, der seit mehr als zwanzig Jahren verzweifelt eine Rechtfertigung für seinen eigenen Fortbestand sucht und diesen seit einigen Jahren in Russland gefunden zu haben scheint.
Russen sind unsere Nachbarn - wollen wir auch ein schwaches Russland
Schröder erwähnt die NATO und die Ukraine, die NATO und Georgien, das Raketenabwehrsystem. Er merkt an:
Die amerikanische Politik zielt seit George W. Bush auf Isolierung und Einkreisung. Sie wollen kein starkes Russland. Aber wollen wir Deutsche und Europäer ein schwaches Russland? Die Russen sind unsere Nachbarn. Wir brauchen deren Markt und deren Energie. Wir brauchen sie politisch, wenn wir an den Nahen und Mittleren Osten, das iranische Atomprogramm oder die Kaukasusregion denken.
Bezüglich seiner Position als Vorsitzender des Rosneft-Aufsichtsrates betont Schröder, dass die Unternehmen Gazprom und Rosneft der europäischen Energiesicherheit dienen, ganz abgesehen davon, dass es sich nicht um eine einseitige Abhängigkeit handelt, sondern Russland ebenso den europäischen Markt braucht wie Europa das russische Gas.

Saturday, December 29, 2018


                                                                                         Berlin, 28.12. 2018

In großer Hochachtung:
                       Herr Präsident Russlands 
                       Wladimir Putin!

In großer Hochachtung:
                       Herr Außenminister 
                       Sergej Lawrow!
Obwohl als wenig bekannte Stimmen, wollen wir dennoch wagen, das Wort zu ergreifen:

als Deutsche, die in Opposition zur Politik der BRD und des „Westens“ stehen,

als Angehörige unseres gemeinsamen europäisch-christlichen Kulturkreises, die die weihnachtliche Botschaft vom „Frieden auf Erden“ durch Aufrüstung (gegen Russland!) verhöhnt und verloren sehen:

Wir sind entsetzt über die Verlogenheit eines angeblich in den Deutschen tief verwurzelten Feindbildes Russland. Wir wissen, dass die Behauptung, Russland sei der Aggressor – in Umkehrung der Fakten – propagandistisch genutzt wird zur Rechtfertigung der einkreisenden Bedrohung und zur Ausweitung des militärisch-industriellen Komplexes.

Wir verurteilen die ständig wiederholten und verschärften, inzwischen offen aggressiven Behauptungen, Anklagen und Handlungen gegen Russland als Irrsinn und Primitivität.

Wir bewundern die menschlich, geistig und strategisch überlegene Größe und Kraft russischer Politik.

Dass wir hierzulande noch das Leben haben und die Tage der Weihnacht und des Jahreswechsels traditionsgemäß begehen können, danken wir dieser Ihrer großartigen Diplomatie und Politik, die ja eine andere politische Kultur zur Voraussetzung hat, nämlich eine dialogische, politisch auf Verhandlung setzende.

Dieser gerade in diesen Tagen tief empfundene Dank soll gesagt sein und damit explizit werden und möge Sie erreichen.
Er ist konkret gemeint als Dank für unser, unserer Kinder, unserer heutigen Bevölkerung Leben, das Sie schützen, das aber die uns Regierenden aufs Spiel setzen: gegen sehr wohl besseres „Wissen“, in angsterfüllter Abhängigkeit vom imperialen Gebaren der USA (womit hier nicht Präsident Trump als stur genutzte Projektionsfigur gemeint ist, sondern die bekannten Scharfmacher US-amerikanischer Allein- und Selbstherrlichkeit). Solche Politik riskiert unseren Untergang.

Im öffentlichen Diskurs wird in psychopathischer Manier das Gegenteil der Fakten behauptet, somit eine Pseudo-Realität suggeriert, eine unsere Welt auslöschende Gegen- und Scheinwelt zu etablieren versucht.
Russland hat einen Weg beschritten, der aus dem Untergangsszenario herausführen kann: weg von Konkurrenz und Aggression, hin zu Beziehung, Bindung, Vernetzung und Solidarität.

Wir bitten Sie um die damit möglich werdende Schonung, ja dieses Erbarmen mit unseren Menschen, unserem Land auch weiterhin.

In Dank und Bitte seien auch die russisch orthodoxe Kirche und ihre Gläubigen einbezogen, die niemals Hass und Rache zur Abwehr westlicher Überheblichkeit und Chuzpe aufgeboten haben, – trotz ihrer 27 Millionen Toten allein des Zweiten Weltkrieges: die nicht das überfallene Russland verschuldet hat!
Schmerzvoll
         bittend und dankend
in großer Hochachtung
Dr. Erika Kosse, Berlin-Kreuzberg

Stellungnahmen.
Dear Irene, 
I saw this with great pleasure. 
Yours, Lee Weingarten, Geneva



Dietrich Hyprath

20:41 (vor 37 Minuten)
an mich
Sehr verehrte Frau Dr. Kosse, liebe Irene:
Dem Herrn Wladimir Putin verdanken wir, dass wir die diesjährige Jahreswende  noch  erleben dürfen. Einem dünnhäutigeren Staatslenker wäre angesichts der nicht anhaltenden Provokationen schon längst die Sicherung durchgebrannt. Das wirft auch gleich die Frage auf: Was machen wir nach Putin? Wer besitzt dessen geistige Größe und dessen Format?
Wladimir Putin ist nach Otto von Bismarck einer der weisesten Staatsmänner überhaupt. Er erträgt die täglich eingehenden Demütigungen westlicher Kriegs-Propaganda mit einer Engelsgeduld. Er muss sich nicht nur der Hetze westlicher Medien und den neoliberalen Fallenstellern des US amerikanischen Deep State klug entgegenstellen oder deren Kröten schlucken. Hinzu kommt: Auch er hat  - genauso wie sein Kollege Donald Trump – den eigenen Laden aufzuräumen. Auch hier geht er sehr behutsam mit dem eigenen Tiefen Staat, der Macht der Oligarchen um. Dazu ist zu beobachten, dass er den Konflikt mit der Regierung in Jerusalem sorgsam vermeidet. Sein Kollege Trump macht hingegen sogar Konzessionen (Siehe Umzug der US Botschaft von Tal Aviv nach Jerusalem!).  
Auch Bismarck musste sich dieser korrumpierenden Gesellschaft erwehren. Bezeichnend die Geschichte, als er im Jahre 1859 zum Gesandten in St. Petersburg ernannt wurde und sich den schleimigen Bankier Levinstein vom Halse schaffte, indem er ihm drohte, ihn die Treppe im Hotel Royal hinunterzuwerfen, nachdem Levinstein ihm eine dubiose Beteiligung an einem Finanzgeschäft aufdringen wollte. Bismarck sollte erpressbar gemacht werden. 
Levinstein genoss die Gunst des Kaisers Napoleon, die des Österreichischen Hofes sowie die der Prinzessin von Preußen samt der Hofschranzen. Bismarck gelang es den Herrn Levinstein für immer vom Auswärtigen Amte fernzuhalten (Nach Otto von Bismarck „Gedanken und Erinnerungen, Ende Kapitel 9 Reisen und Regentschaft). 
Wir danken Wladimir Putin, der es bislang verstand, Balance zu halten und den Weltfrieden zu bewahren.
Gerne hätte auch ich und andere Bürger Ihren Brief mitunterzeichnet.
Mit solidarischen Grüßen.
Dietrich Hyprath
Ibiza, den 29.12.2018

Ich bitte meine Mail an Frau Dr. Kosse weiterzuleiten. Danke!

Friday, December 28, 2018



"Die USA weigern sich, für transnationale Finanziers zu kämpfen"

Der US-Abzug aus Syrien und Afghanistan sowie der Rücktritt von General Mattis zeugen von der im Gang befindlichen Wende der Welt-Ordnung. Die Vereinigten Staaten sind nicht mehr die ersten, weder wirtschaftlich und noch militärisch. Sie weigern sich, weiterhin nur für die Interessen der transnationalen Finanziers zu kämpfen. Die von ihnen geführten Bündnisse werden sich langsam auflösen, ohne dass ihre ehemaligen Verbündeten den Aufstieg Russlands und Chinas eingestehen.

 | DAMASKUS (SYRIEN)  
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Donald Trump lehnt es ab, dass seine Mitbürger weiterhin für den imperialen Traum der globalen Finanziers zahlen.
Die Ankündigung des teilweisen Abzugs der amerikanischen Truppen aus Afghanistan und ihr gesamter Abzug aus Syrien am 19. Dezember 2018, hat wie ein Donnerschlag geklungen. Ihm folgte am nächsten Tag der Rücktritt von Verteidigungsminister James Mattis. Entgegen der Behauptung der Gegner des Präsidenten Trump, schätzen sich beide Männer und ihre Unstimmigkeit betrifft nicht diese Rückzüge, sondern die Art und Weise, wie man mit ihren Folgen umgehen soll. Die USA stehen vor einer Entscheidung, die einen Bruch markieren und die Welt umstürzen wird.
Vor allem sollte man, um nicht einen falschen Schluss zu ziehen, die Bedingungen und das Ziel der Zusammenarbeit von Trump und Mattis in Erinnerung rufen.
Bei seinem Amtsantritt im Weißen Haus hatte Donald Trump darauf geachtet, sich mit drei hochkarätigen Offizieren zu umgeben, die für die Neu-Ausrichtung der Streitkräfte über genügend Autorität verfügen. Michael Flynn, John Kelly und vor allem James Mattis sind gegangen oder sind in Demission begriffen. Alle drei sind große Soldaten, die schon in der Obama-Ära mit ihrer Hierarchie in Konflikt geraten waren [1]. Sie akzeptierten die von Botschafter John Negroponte eingeführte Strategie nicht, nämlich terroristische Gruppen zu schaffen, die einen Bürgerkrieg im Irak schüren sollten [2]
. Alle drei haben sich mit Präsident Trump dazu verpflichtet, den Dschihadisten die Unterstützung Washingtons zu entziehen. Aber jeder von ihnen hatte eine eigene Vision der Rolle der Vereinigten Staaten in der Welt und ist schließlich mit dem Präsidenten uneinig geworden.
Der Sturm, den die Zwischenwahlen zurückgedrängt hatten, ist gekommen [3]. Die Zeit ist gekommen, die internationalen Beziehungen zu überdenken.

Syrien

Als Donald Trump im April, im Einklang mit seinen Versprechungen, den US-Rückzug von Syrien zur Sprache brachte, hat ihn das Pentagon überzeugt, zu bleiben. Nicht, weil ein paar tausend Mann den Kurs des Krieges umkehren könnten, sondern weil ihre Anwesenheit ein Gegengewicht zu dem russischen Einfluss und eine Unterstützung für Israel war.
Aber die Übergabe der russischen Verteidigungs-Waffen an die syrische arabische Armee, besonders der S-300 Raketen und der ultra-High-Tech-Radargeräte, die durch das automatisierte Managementsystems Polyana D4M1 koordiniert werden, hat das Kräfte-Gleichgewicht auf den Kopf gestellt [4]. Von da an, seit genau drei Monaten, ist der syrische Luftraum unantastbar. Aus diesem Grund wird die militärische Präsenz der USA kontraproduktiv: denn ein Angriff auf dem Boden durch pro-US-Söldner kann nicht mehr von der US-amerikanischen Luftwaffe unterstützt werden, ohne Gefahr zu laufen, Flugzeuge zu verlieren.
Durch den jetzigen Abzug vermeidet das Pentagon ein Kräftemessen und die Demütigung einer unvermeidlichen Niederlage. In der Tat hat Russland den Vereinigten Staaten und danach auch Israel die Herausgabe der Sicherheitscodes der an Syrien gelieferten Raketen verweigert. Das heißt, dass Moskau, nach jahrelanger westlicher Arroganz, die gemeinsame Kontrolle Syriens abgeschlagen hat, der Russland bei der ersten Konferenz von Genf in 2012 zugestimmt hatte und die Washington ein paar Wochen später verletzt hatte.
Darüber hinaus hat Moskau vor langer Zeit bereits festgestellt, dass die Präsenz der USA nach internationalem Recht illegal sei, und dass Syrien das Recht habe sich zu verteidigen.
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General Aharon Haliva kam an der Spitze einer israelischen Delegation am 17. Dezember 2018 nach Moskau. Er informierte seine russischen Amtskollegen über die laufenden Operationen von Tsahal und bat sie um die Codes der syrischen Raketen. Vergebens.

Seine Folgen

Der Entschluss zum Rückzug aus Syrien hat ernste Konsequenzen.
1— Das Pseudo-Kurdistan 
Das westliche Projekt der Schaffung eines kolonialen Staates im Nordosten Syriens, der den Kurden zuerkannt werden sollte, wird nicht durchgeführt werden. Übrigens unterstützten immer weniger Kurden dieses Projekt, da sie dachten, dass diese Eroberung mit der einseitigen Unabhängigkeitserklärung eines Staates, Israel, durch jüdische Milizen im Jahr1948, vergleichbar wäre.
So wie wir es oft erklärt haben, ist Kurdistan nur in den Grenzen legitim, die ihm 1920 von der Konferenz von Sèvres zuerkannt wurden, d. h. in der aktuellen Türkei und nicht anderswo [5]. Die USA und Frankreich zogen noch vor einigen Wochen in Erwägung, ein Pseudo-Kurdistan auf arabischem Boden zu schaffen und es unter Mandat der Vereinten Nationen durch den ehemaligen französischen Außenminister, Bernard Kouchner, verwalten zu lassen [6].
2—Die Cebrowski-Strategie
Das vom Pentagon seit siebzehn Jahren verfolgte Projekt, im "Erweiterten Nahen Osten", wird nicht realisiert werden. Entworfen von Admiral Arthur Cebrowski, sollte es alle staatlichen Strukturen in der Region zerstören, mit Ausnahme von Israel, Jordanien und dem Libanon [7]. Dieser Plan, der von Afghanistan bis Libyen begonnen wurde und immer noch funktioniert, endet auf syrischem Boden. Es ist damit jetzt Schluss, dass die US-Truppen auf Kosten der Steuerzahler nur für die Interessen der globalen Banker kämpfen, selbst wenn sie US-Amerikaner wären.
3—Die US-amerikanische militärische Überlegenheit
Die postsowjetische, auf der amerikanischen militärischen Überlegenheit basierende Weltordnung ist tot. Dass dies schwer einzusehen ist, ändert nichts an der Tatsache. Die Russische Föderation ist jetzt stärker sowohl in Bezug auf konventionelle (für das Jahr 2015) als auch auf Kern-Waffen (seit 2018 [8]). Die Tatsache, dass die russischen Armeen ein Drittel weniger zahlreich als die der Vereinigten Staaten sind und nur wenige Truppen im Ausland haben, widerlegt die Hypothese eines Moskauer Imperialismus.

Sieger und Besiegte

Der Krieg gegen Syrien wird in den kommenden Monaten aufgrund des Fehlens von Söldnern enden. Die von dem KKR Fund koordinierte Waffen-Lieferung durch einige Staaten kann das Verbrechen hinauszögern, aber gibt keine Hoffnung, den Lauf der Dinge zu ändern.
Ganz zweifellos sind die Sieger dieses Krieges Syrien, Russland und der Iran, während die Besiegten die 114 Staaten sind, die den "Freunden Syriens“ beigetreten sind. Manche haben die Niederlage nicht abgewartet, um ihre Außenpolitik zu korrigieren. So haben die Vereinigten Arabischen Emirate gerade die baldige Wiedereröffnung ihrer Botschaft in Damaskus verkündet.
Der Fall der Vereinigten Staaten ist jedoch komplexer. Die Regierungen von Bush Jr. und Obama tragen die volle Verantwortung für diesen Krieg. Sie sind es, die ihn geplant und im Rahmen einer unipolaren Welt durchgeführt haben. Im Gegensatz dazu hat der Kandidat Donald Trump diesen Verwaltungen vorgeworfen, die US-Bürger nicht zu verteidigen, sondern dem transnationalen Finanzsystem zu dienen. Nach seiner Wahl zum Präsidenten hat Trump nicht aufgehört, die Unterstützung seines Landes für die Dschihadisten zu senken und seine Truppen aus dem Erweiterten Nahen Osten abzuziehen. Er muss daher auch als einer der Sieger dieses Krieges betrachtet werden und wird logischerweise die Verpflichtung seines Landes für Kriegs-Schadensersatz auf die beteiligten transnationalen Konzerne abwälzen können [9]. Es liegt nun an ihm, die Streitkräfte wieder auf die Verteidigung des Territoriums auszurichten, dem ganzen imperialen System ein Ende zu setzen und die US-Wirtschaft anzukurbeln.

Afghanistan

Seit mehreren Monaten verhandeln die Vereinigten Staaten geheim mit den Taliban über die Bedingungen für ihren Rückzug aus Afghanistan. Eine erste Besprechung mit Botschafter Zalmay Khalilzad fand in Katar statt. Eine zweite Runde hat gerade in den Vereinigten Arabischen Emiraten begonnen. Neben den beiden Delegationen der USA und der Taliban beteiligen sich auch Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Pakistan. Eine Delegation der afghanischen Regierung ist auch vor Ort eingetroffen, in der Hoffnung sich anschließen zu können.
Es ist 17 Jahre her, dass die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich Afghanistan überfallen haben, offiziell als Vergeltung für die Anschläge vom 11. September. Aber dieser Krieg folgte auf die Verhandlungen von 2001 in Berlin und Genf. Er zielt nicht darauf ab dieses Land zu stabilisieren, um es wirtschaftlich zu nutzen, sondern darauf, jegliche Form von Staatlichkeit zu zerstören, um seine Ausbeutung zu kontrollieren. Was tatsächlich gemacht wird, da die Situation jeden Tag schlimmer ist als am Tag zuvor.
Denken wir daran, dass das Unglück von Afghanistan während der Carter-Präsidentschaft begonnen hat. Der nationale Sicherheitsberater Zbigniew Brzeziński, appellierte an die Muslimbruderschaft und an Israel, um eine Terrorismus-Kampagne gegen die kommunistische Regierung zu starten [10]. Verstört, wandte sich diese an die Sowjets, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. Es folgte ein 14 jähriger Krieg, gefolgt von einem Bürgerkrieg und dann von der Anglo-US-Invasion.
Nach vierzig Jahren währenden Zerstörungen versichert Präsident Trump, dass die US-Militärpräsenz für Afghanistan nicht die Lösung sei, sondern das Problem.
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General James Mattis verpflichtete sich, die US-Streitkräfte von den Dschihadisten zu trennen, aber nicht die Allianz um die Vereinigten Staaten aufzulösen.

Der Platz der Vereinigten Staaten heute in der Welt

Mit dem Abzug der Hälfte der in Afghanistan rechtlich stationierten US-Truppen und all derer, die Syrien illegal besetzen, hat Präsident Trump eines seiner Wahlversprechen gehalten. Er wird noch die dort befindlichen 7000 Mann abziehen müssen.
In diesem Zusammenhang stellt General Mattis eine grundlegende Frage in seinem Rücktritts-Schreiben [11]. Er schreibt: "Eine meiner Grundüberzeugungen war schon immer, dass unsere Stärke als Nation mit der Stärke unseres einzigartigen und umfassenden Systems der Bündnisse und Partnerschaften untrennbar verbunden ist. Obwohl die Vereinigten Staaten die unverzichtbare Nation in der freien Welt bleiben, können wir unsere Interessen nicht wirksam schützen, noch diese Rolle ohne starke Allianzen spielen ohne Respekt gegenüber unseren Alliierten zu zeigen. Wie Sie, sage ich von Beginn an, dass die Streitkräfte der Vereinigten Staaten nicht der Gendarm der Welt sein sollten. Stattdessen müssen wir alle Werkzeuge der amerikanischen Macht nutzen, um die gemeinsame Verteidigung, besonders die effektive Sicherstellung der Führung unsere Allianzen zu sichern. 29 Demokratien haben diese Kraft bewiesen, mit ihrem Engagement nach dem Angriff des 11.September gegen die Vereinigten Staaten auf unserer Seite zu kämpfen. "Die Koalition der 74 Nationen gegen Daesch ist ein weiterer Beweis dafür“ [12].
Das heißt, James Mattis bestreitet nicht die Gültigkeit des Abzugs der US-Truppen aus Afghanistan und Syrien, aber wahrscheinlich das, was folgen wird: Die Zerrüttung der Allianzen rund um die Vereinigten Staaten, und letztlich der mögliche Abbau der NATO. Für den Minister der Verteidigung müssen die Vereinigten Staaten ihre Verbündeten beruhigen, indem sie bei ihnen den Eindruck erwecken, dass sie wissen, was sie tun und sie die Stärksten sind. Egal, ob es wahr ist oder nicht, es geht darum, unter allen Umständen den Zusammenhalt der Bündnispartner aufrechtzuerhalten. Aber für den Präsidenten ist Gefahr im Verzug. Die Vereinigten Staaten haben bereits ihren führenden wirtschaftlichen Platz zugunsten Chinas verloren, und nun ihren ersten Platz auf militärischem Gebiet, an Russland. Man muss aufhören, der Einäugige zu sein, der die Blinden führt und sich zuerst um die Seinen kümmern.
In dieser Sache handelt James Mattis wie ein Offizier. Er weiß, dass eine Nation ohne Verbündete im Vorhinein verloren ist. Während Donald Trump wie ein Unternehmer denkt. Er muss verlustbringende Tochterfirmen abstoßen, die das ganze Unternehmen zu versenken drohen.
[1Cobra II: The Inside Story of the Invasion and Occupation of Iraq, Michael Gordon & Bernard Trainor, Atlantic Book, 2006.
[2ISIS is US: The Shocking Truth Behind the Army of Terror, George Washington’s Blog, Wayne Madsen, Webster Griffin Tarpley, Syrian Girl Partisan, Progressive Press, 2016.
[3] „Internationale Beziehungen: die Ruhe vor welchem Sturm?“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 9. Oktober 2018.
[4] „Warum hauen die USA plötzlich von Syrien ab?“, von Valentin Vasilescu, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 20. Dezember 2018.
[5] „Die Kurdistan-Projekte“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 5. September 2016.
[6] „Bernard Kouchner reist illegal in Syrien ein“, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 11. Dezember 2018.
[7The Pentagon’s New Map, Thomas P. M. Barnett, Putnam Publishing Group, 2004. „Das militärische Projekt der Vereinigten Staaten für die Welt“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 22. August 2017.
[8] “Vladimir Putin Address to the Russian Federal Assembly”, by Vladimir Putin, Voltaire Network, 1 March 2018. „Das neue russische nukleare Arsenal stellt wieder die Bipolarität der Welt her“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 6. März 2018. „Die russische Hyperschall-Verteidigung“, von Valentin Vasilescu, Übersetzung Ralf Hesse, Voltaire Netzwerk, 29. Mai 2016.
[9] „Die transnationalen Konzerne zum Wiederaufbau Syriens verpflichten?“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 14. August 2018.
[10] « Brzezinski : "Oui, la CIA est entrée en Afghanistan avant les Russes …" », par Zbigniew Brzeziński, Le Nouvel Observateur(France) , Réseau Voltaire, 15 janvier 1998. Charlie Wilson’s War: The Extraordinary Story of the Largest Covert Operation in History, George Crile III, Atlantic Monthly Press, 2003.
[11] “Resignation letter from James Mattis”, by James Mattis, Voltaire Network, 20 December 2018.
[12] “One core belief I have always held is that our strength as a nation is inextricably linked to the strength of our unique and comprehensive system of alliances and partnerships. While the US remains the indispensable nation in the free world, we cannot protect our interests or serve that role effectively without maintaining strong alliances and showing respect to those allies. Like you, I have said from the beginning that the armed forces of the United States should not be the policeman of the world. Instead, we must use all tools of American power to provide for the common defense, including providing effective leadership to our alliances. 29 democracies demonstrated that strength in their commitment to fighting alongside us following the 9-11 attack on America. The Defeat-ISIS coalition of 74 nations is further proof.”
Quelle: http://www.voltairenet.org/article204454.html