Friday, October 18, 2019

Warum der Aufstieg Chinas friedenspolitisch wichtig ist - zum 70. Jahrestag der Volksrepublik China

Der Aufstieg der VR China zu einer erstrangigen Weltmacht in den kommenden Jahrzehnten bedeutet aus heutiger Sicht keine Gefahr, sondern einen ... Gewinn für die Sicherung und Festigung des Weltfriedens.“ Prof. Helmut. Peters (2005)1

Allen Unkenrufen aus dem imperialen Amerika und allen Zweifeln aus dem links-grünen Lager zum Trotz ist das kommunistisch geführte Volkschina heute eine Friedensmacht. Ohne die Rückendeckung Chinas hätte Russland nicht so erfolgreich die US-, Saudi- und NATO gesponserten, islamistischen Terrorgruppen in Syrien bekämpfen und die Souveränität dieses wichtigen arabischen Staates verteidigen können. Ohne China im Hintergrund stünde es schlechter um den Iran und um Venezuela, um nur zwei geostrategisch besonders umkämpfte, ressourcenreiche Nationen herauszugreifen. Ohne die friedenspolitische Linie der VR China der letzten 40 Jahre wäre es womöglich längst zu einem offenen Krieg um die US-seitig angestachelten Konflikt-Herde im pazifischen Raum, um Taiwan oder um eine ebenfalls ressourcenreiche und geostrategisch bedeutsame Inselgruppe im ostchinesischen Meer gekommen, die in Japan Senkaku und in China Diaoyu genannt wird. Ohne die Rückendeckung der starken chinesischen Nation hätte auch der komplizierte ASTANA-Friedensprozess2 mit seiner höchst komplexen Diplomatie, die den zweitstärksten NATO-Partner Türkei mit ins Boot geholt hat, kaum Aussicht auf Erfolg.3

Licht am Ende des Tunnels ewiger Kriege 

Der renommierte indische Autor Amitav Gosh schrieb 2005 die „nahezu unbestrittene Herrschaft“ des Kapitalismus habe keine „Epoche des universellen Friedens“ herbeigeführt. Das war ein klassisches Understatement. Die Zerstörung Libyens stand zu diesem Zeitpunkt noch ebenso aus wie die verschärfte Epoche des Krieges in Nahost. Damals waren die drei Kriege gegen GAZA, der Krieg gegen den Libanon noch in der Ferne. Die beinahe geglückte Zerstückelung Syriens unter dschihadistischer Flagge sowie das US-gesteuerte von Saudi-Arabien umgesetzte Bombardement gegen den nach wie vor fürchterlich heimgesuchten Yemen stand noch aus. Der gewaltsame EU/SA - geführte Putsch gegen die legale Regierung in der Ukraine mit nachfolgendem blutigen Bürgerkrieg und dem Verbrechen gegen schutzlose Menschen im Gewerkschaftshaus von Odessa war noch nicht geschehen. Und doch ist heute unübersehbar, dass der US-Imperialismus geschwächt ist und ihm immer deutlichere Schranken auferlegt werden.
Seit im Jahre 2012 durch das doppelt abgestützten Veto von China und Russland im UN-Sicherheitsrat den NATO-Überfällen mit Hilfe von verlogenen Schutzzonen und Flugverbotszonen die Rote Karte gezeigt wurde, verändert sich die Welt im Turbo-Tempo. Zwar steht die universelle Friedensepoche noch in den Sternen, aber immerhin wurde der nahezu unbestrittenen Herrschaft des Kapitalismus ihre Grenzen gezeigt. Vor allem aber zeitigt der atemberaubende Erfolgskurs Chinas, der innerhalb der letzten zwanzig Jahre allein 700 Millionen Menschen aus der Armut befreien half und 800 Millionen von der Geisel des Hungers erlöste, Vorbildwirkung vor allem in den Ländern der nach Entwicklung strebenden Südlichen Hemisphäre. Eine Alternative ist deutlich erkennbar. Eine friedlichere Welt ist möglich in der Kooperation, die ewige Konfrontationsstrategie ablöst. Der Hunger, die Unterentwicklung, die koloniale Ausbeutung sind überwindbar. China hat es bewiesen.
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Vom ärmsten Land der Erde zum Entwicklungsmotor auch in Afrika

Als die Kommunisten 1949 unter Mao die Volksrepublik ausriefen, war das von jahrelangen Kriegen und ausländischen Interventionen gebeutelte Land das ärmste unter allen Völkern der Erde. Mit Hilfe interner Kurskorrekturen, insbesondere der von Den Xiaoping 1979 ausgerufenen allmählichen Öffnung des Landes für ausländische Investoren, kam der bevölkerungsreichsten Nation unter dem atomaren Schutzschirm ein Transfer von Technologie zugute, den es intelligent auszubauen und zu nutzen verstand. Inzwischen beträgt der chinesische Anteil an der Spitzentechnologie weltweit 28 Prozent und laut Prognosen wird es 2021 die USA übertrumpfen.4 Trotz der für notwendig erachteten Forcierung des technologischen Fortschritts investiert China gleichermaßen in die Ökologie: 60% der Sonnenkollektoren und 53% der Windräder der Welt sind chinesisch. China ist der erste Investor in erneuerbare Energiequellen. Das große Land verfügt über ein Netz von Hochgeschwindigkeitszügen, das bald 40 000 km Schienennetz erreicht haben wird. Es ist Nummer eins bei der Herstellung von TGV- Hochgeschwindigkeitszügen und exportiert diese in 80 Länder. China hat die größte Wieder - Aufforstungsaktion auf dem ganzen Planeten realisiert. Mit Hilfe von Kräften der Volksarmee wurden 35 Millionen Hektar neu bepflanzt. Die schwerwiegende Luftverpestung der Region um Peking wurde in Angriff genommen und innerhalb der letzten 5 Jahre wurden die toxischen Emissionen um 50 % reduziert.5 Bei alledem ist die Binnenverschuldung des Landes geringer als die der USA (250 versus 360%), die relevantere Außenverschuldung ist sehr gering. Dabei ist China noch 2012 laut dem damaligen Staatspräsidenten Hu Jintau das größte Entwicklungsland der Erde und hilft doch schon damals ganz entschieden dem afrikanischen Kontinent mit der größten Anzahl von Entwicklungsländern auf die Beine. Auf dem Forum für Chinesisch-Afrikanische Kooperation in Peking im gleichen Jahr sagte er: „Die chinesischen und afrikanischen Völker haben sich stets gleichberechtigt und mit Ernsthaftigkeit und Freundschaft behandelt, sich gegenseitig unterstützt und auf gemeinsame Entwicklung gesetzt.“ 6 In dem Le Monde Diplomatique entnommenen Beitrag heißt es weiter unten: „Wo immer sich China an der Ölförderung oder dem Abbau von Erzen und Mineralien beteiligt – wie in der Subsahara-Afrika - hat es Riesensummen in Infrastrukturprojekte wie Eisenbahnlinien, Häfen und Pipelines investiert. Solche Investitionen kommen natürlich auch einheimischen Unternehmen zugute …“7

Unruhe-Herde in chinesischen Randprovinzen kein Beweismittel gegen Friedfertigkeit

Die Tatsache, dass es in verschiedenen Provinzen Chinas, etwa im Autonomen Gebiet Xinjiang, in Tibet oder der aktuell in der Sonderverwaltungszone Hongkong zu erheblichen Ausschreitungen und teilweise gewaltsamem Einschreiten der Ordnungskräfte kommt, ändert nichts am Friedenswillen der chinesischen Nation, den es seit vierzig Jahren unter Beweis gestellt. Das kurzzeitige Eingreifen in Vietnam 1979 bildete im übrigen eine Ausnahme verglichen mit der kriegerischen Bilanz anderer großer und kleiner Staaten.
Die Hongkonger Unruhen sind nachweislich von außen angestachelt und finanziert, die britische Kolonialflagge wird dabei gerne geschwenkt. Man fühlt sich als Beobachter an den Maidan und den Putsch in der Ukraine 2014 erinnert8. In Anbetracht der relativen Zurückhaltung der chinesischen Ordnungskräfte in Anbetracht der rohen Gewalt der Aufständischen9, vergleiche man die Ausschreitungen in Frankreich und das äußerst brutale Eingreifen der Polizeikräfte dort gegen die soziale „Gelb-Westen-Bewegung“, von der in unseren Medien kaum noch zu hören ist. 
Ungeachtet innerer Unruhen in den Randprovinzen des großen Landes richtet sich unser Anliegen als Friedenskräfte an dieser Stelle sich auf die unbestreitbare Tatsache, dass China weltpolitisch in vielfacher Weise als Friedensfaktor auftritt10und vor allem auch als entwicklungspolitischer Faktor ersten Ranges tätig ist. Das immer engere Zusammengehen mit Russland, die Kooperation im Rahmen des Shanghai Zusammenschlusses11, die BRICS Allianz sowie allen voran das gigantische Investitions-Projekt der Neuen Seidenstraße12 dienen der weltweiten Kooperation und sind nicht auf Konfrontation ausgerichtet. Es wäre daher friedenspolitisch gut, wenn nicht nur die deutsche Wirtschaft, sondern insbesondere auch die Friedens- und Umweltbewegung sich mit dem Beispiel vertraut machen würde und diese Zusammenhänge genauer studierte.13
Die Neubestimmung der Bedeutung Chinas, insbesondere seiner, die Weltgewichte verschiebenden Allianzen ist in Anbetracht der aktuellen Schwäche der deutschen Friedensbewegung besonders wichtig. Geostrategische Besinnlichkeit und die Ortung tragfähiger Friedenskräfte, die Kraft und Hoffnung spenden können, sind im Interesse des Weltfriedens dringend geboten, weil schlicht vorwärtsweisenden Charakter haben.  Von Irene Eckert, Okt. 2019

Beitrag von Irene Eckert 16. Oktober 2019











1 „Gefährdet der Aufstieg der VR China zu einer globalen Macht den Weltfrieden?“ Prof. Helmut Peters Vortrag auf dem 12. Friedenspolitischen Ratschlag, Kassel 3. Dezember 2005

- Der Aufstieg Chinas zur Weltmacht und die Chancen für eine globale Friedensordnung Beiträge zum 17. Dresdner Symposium Für eine globale Friedensordnung am 17. November 2012 http://slub.qucosa.de/api/qucosa%3A33987/attachment/ATT-0/

- Eike Kopf, als Experte für Marxismus-Leninismus seit Jahren in China tätig; Mitarbeit an der chinesischen Marx/Engels Gesamtausgabe, „China-Formel des 21. Jahrhunderts: Wohl des Volkes = Arbeit und Brot, Entwicklung und Frieden!“ Bad Langensalza/Thüringen 2016
- ders. „Erfolgreiches China: Quellen, Fakten und Zusammenhänge zur Verwirklichung von Chinas Traum“, Bad Langensalza/Thüringen 2018
- ders. „Chinas Wiederaufleben – Erfahrenes , Entdecktes, Bedenkenswertes, Bad Langensalza/ Thüringen 2015

2 „Anfang der Woche haben die Präsidenten Erdoğan, Rouhani und Putin mit ihrem fünften Gipfeltreffen in Ankara den sogenannten „Astana-Friedensprozess“ für den syrischen Bürgerkrieg fortgeführt. Im Schatten der bedrohlichen Ereignisse auf der Arabischen Halbinsel verlief der … trilaterale Gipfel weitgehend routiniert und unspektakulär. Die russischen und iranischen Partner haben erneut gezeigt, dass für sie die „Anerkennung der Realitäten“ in Syrien, will sagen: der Erfolg des Assad-Regimes über seine Herausforderer, nur eine Frage der Zeit ist. Die spezifischen Interessen der Türkei in der Region sind für deren Partner jedoch allenfalls sekundär“so meint Dr.Hans-Georg Fleck von der Friedrich Naumann Stiftung am 23. 09. 2019 https://www.freiheit.org/turkei-spiel-nicht-mit-den-schmuddelkindern

3 Begonnen Januar 2017 um den Genfer Friedensprozess zu aktivieren, Gespräche in Astana unter der Regie von Moskau mit Teheran und der Türkei. Anfänglich nahmen sowohl die Assad-Regierung als auch Vertreter der „Rebellen“ an den Verhandlungen in der Kasachischen Hauptstadt teil. Hinweise auf die stetig wachsende sino-chinesische Kooperation und die Unterstützung der russischen Nahost-Diplomatie durch China findet man auf RT international, insbesondere in der dreimal wöchentlich ausgestrahlten „Talkshow“ unter der Moderation des US-Amerikaners Peter Lavelle, aber auch auf dem Blog des 'Saker of the Vineyard' oder The Duran.com. Natürlich verfolgte die Konzernpresse diesen Prozess von Beginn an mit Häme und zweifelt an seinem Erfolg. Dessen ungeachtetet sind die Fortschritte für den interessierten Beobachter deutlich ablesbar.
4Wie der französische Philosoph Bruno Guigue zum 70. Jubiläumstag Volkschinas auf RT France hervorhebt. Siehe zu all den angeführten Zahlen Bruno Guigie, „1949 – 12019 Comment les Communistes on sorti la Chine du sous-development“ RT-France 3. Oct. 2019https://francais.rt.com/opinions/66474-1949-2019-comment-les-communistes-ont-sorti-la-chine-du-sous-developpement,
Zur Würdigung der welthistorischen Leistung, sehr empfehlenswert auch Theo Sommer „China First - die Welt auf dem Weg ins Chinesische Jahrhundert“, Hamburg 2019
5Siehe B. Guigue a.a.O
6Nachzulesen in Edition Le Monde diplomatique Nr. 23, „Chinas Aufstieg. Mit Kapital, Kontrolle und Konfuzius“ dt. Berlin 2018, S. 13, Beitrag von Michael Klare, Patron in AfrikaChina braucht Ressourcen und setzt auf Pragmatismus.
7Siehe Fußnote 6
8 Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigamhttps://deutsch.rt.com/gesellschaft/92650-fehlgriffe-macht-um-acht-grosser/
9 https://deutsch.rt.com/kurzclips/91669-mit-knueppeln-stangen-und-steinen-hongkong/
10 „Das Kredo der Außenpolitik der chinesischen Führung unter Hu Jingtao und Wen Jiabao ist der „friedliche Aufstieg“ (heping jueqi) Chinas zu einer erstrangigen Weltmacht. Es wurde erstmals während eines Besuchs des Ministerpräsidenten Wen in den USA am 10.Dezember 2004 verkündet.“ (* Prof. Dr. Helmut Peters, Berlin, Chinawissenschaftler.)  Die ausgeprägte Abhängigkeit der Modernisierung des Landes von der Weltwirtschaft erfordert objektiv, ein friedliches Umfeld zu sichern und zu stärken. Das bedingt auch die friedliche Erschließung internationaler Ressourcen.
Die Aufgabe, ein friedliches Umfeld für die Modernisierung des Lande zu sichern, ist langfristiger Natur.
Die Grundprinzipien chinesischer Außenpolitik sind prinzipiell auf die Sicherung und Festigung des Friedens in Asien und in der Welt gerichtet. Bei der Wahrnehmung dieser Prinzipen wird China jedoch - bis auf den Fall der akuten Bedrohung der eigenen nationalen Sicherheit - jede zugespitzte und unkontrollierbare Konfrontation mit den USA und anderen neoimperialistischen Zentren und Ländern unbedingt vermeiden.
Der Vorwurf westlicher neoimperialistischer Kräfte, die VR China würde die Republik Taiwan bedrohen und sie sich gewaltsam einverleiben wollen, entbehrt jeder Grundlage. Peking ist vielmehr prinzipiell bestrebt, auch diese nationale Frage in Übereinstimmung mit dem geltenden Völkerecht friedlich zu lösen. 
Die neue gesellschaftliche Strategie und Politik der chinesischen Führung um Hu Jintao und Wen Jiabao konzentriert sich weiterhin auf die Modernisierung des Landes als die entscheidende Grundlage für den Aufstieg Chinas in die erste Reihe der Weltmächte. Sie ist also ihrem Wesen nach Friedenspolitik. 
Sie stellt den Menschen, mit seinen Interessen und der Notwendigkeit seiner allseitigen Entwicklung in den Mittelpunkt der Politik, fordert, in Übereinstimmung mit den historischen Gesetzen zu handeln, und orientiert auf eine allseitige, abgestimmte und anhaltende Entwicklung der Gesellschaft, was das Verhältnis von Mensch und Natur ebenso einschließt wie die innere und äußere Entwicklung des Landes.  Alle Zitate Prof. Dr. Helmut Peters, Berlin, Chinawissenschaftler. Referat auf dem 12. Friedenspolitischen Ratschlag, Kassel 3. Dezember 2005 http://www.ag-friedensforschung.de/rat/2005/peters.html
11 Erinnern wir uns: Das US- Seidenstraßen-Strategie-Gesetz vom 19.03.1999 definiert die wirtschaftlichen und strategischen US-Interessen in einem breiten Korridor entlang der historischen Seidenstraße. Die betroffenen Länder Russland, China, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan suchten folglich den Schulterschluss in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ).

Bereits auf dem Gipfeltreffen im April 2000 in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe verurteilten die Teilnehmerstaaten die Unterstützung von Terrorismus durch die Taliban und beschlossen die Einrichtung einer Antiterrorzentrale in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. China hat wiederholt erklärt, die US-Kriegsführung dürfe nicht auf weitere Länder wie den Irak oder Somalia ausgedehnt werden. Die SOZ hat sich auch als Gegenkraft formiert, damit die gesamte Region vom Balkan bis „an die chinesische Grenze nicht in einen Flickenteppich amerikanischer Protektorate“verwandelt werden kann.

Die Mitglieder der Organisation wollen auf politischem, wissenschaftlich-technischem sowie kulturellem Gebiet und im Bereich des Handels, der Energie und des Transports eng zusammenarbeiten. Gemeinsam sollen Frieden und Sicherheit in der Region gewährleistet werden. Dazu finden alljährlich große Militärmanöver statt. Inzwischen haben die Mongolei, Indien, Pakistan (!), Iran und Afghanistan Beobachterstatus, während Nepal, Weißrussland, Turkmenistan und die Türkei (!)Interesse bekundet haben. 

Am 07.06.2012 ist die Türkei offiziell ein weiterer Dialogpartner geworden. Damit ist die Türkei das erste Land, welches eine Dialogpartnerschaft mit der SOZ unterhält und gleichzeitig Mitglied der NATO ist. Das ist fast ein revolutionärer Akt. Wurde die SOZ in den Augen von Robert Kagan, Politikeinflüsterer des US-Präsidentschaftskandidaten McCain, doch gegründet, um dem wachsenden Einfluss der Demokratien in Zentralasien zu widerstehen. In Anspielung auf die SOZ als Anti-NATO oder Warschauer Pakt II verweist Kagan auf die Gemeinsamkeiten der Autokratien: „Wenn man sich die Abstimmungen im Sicherheitsrat ansieht – ob es um Burma, Darfur, Simbabwe oder den Iran geht –, sieht man häufig Übereinstimmungen. Die „Demokratien“ stimmen in eine Richtung ab – nicht selten unter Druck und Drohung aus Washington, d. A. - Russland und China in die andere. „Autokratien“, (sprich auf ihre nationale Unabhängigkeit bedachten Länder I.E.) wie Russland und China wollen ihre Autokratie (sprich Selbständigkeit I.E.) erhalten, sie betrachten den Westen als feindlich.“ 
Neben dem Ausbau der SOZ erwächst in den Augen der offensiven US- Außen- und Sicherheitspolitiker ein weiteres Machtgefüge, das sich gegen unipolare amerikanische Weltherrschaftspläne richtet. Das sind vor allem die Länder Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, inzwischen als BRICS-Staaten bekannt. Die Abkürzung BRICS – vom Goldman-Sachs- Chefvolkswirt Jim O'Neill im November 2001 geprägt30 – Südafrika kam 2011 hinzu – steht für die Anfangsbuchstaben der wirtschaftspolitisch größ- ten und sicherheitspolitisch einflussreichsten Schwellenländergruppe. Diese beeindruckende Ländergruppe umfasst 3 Milliarden Menschen, verfügt über 25 Prozent der Fläche der Erde und besitzt riesige Vorräte an Nahrungsmit- teln, Rohstoffen, Bodenschätzen. Unterstrichen wird ihre Bedeutung noch dadurch, dass drei Mitglieder Atommächte sind, von denen sich zwei als ständige Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen ausweisen. Diese mächtige Gruppe strebt eine neue multipolar funktionierende und entsprechend stabilitätsfördernde Weltordnung an und „setzt sich aktiv für weitreichende Umgestaltungen des völkerrechtlichen Weltordnungssystems und des- sen wirtschaftliche und politische Institutionen ein“.31 Das enorme Wachstum der BRICS-Staaten verlagert den Schwerpunkt der Weltwirtschaft in den asiatisch-pazifischen Raum. Wolfgang Effenberger in Beiträge zum 17. Dresdner Symposium Für eine globale Friedensordnung am 17. November 2012 http://slub.qucosa.de/api/qucosa%3A33987/attachment/ATT-0/
12 Die "Neue Seidenstraße" ist eines der mit Abstand ehrgeizigsten Vorhaben des chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Ziel des gigantischen Projekts ist der Bau einer Verkehrsverbindung von Asien nach Europa: 10 000 Straßenkilometer, eine Eisenbahntrasse für den Gütertransport und eine Seeroute sollen von Westchina über Kasachstan, den Ural und Moskau bis nach Europa führen. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts ist China als international wichtigste Exportnation nicht mehr von der Weltbühne wegzudenken. Doch angesichts zunehmender militärischer Spannungen im Chinesischen Meer und nordkoreanischer Drohgebärden wird die Erschließung alternativer Handelsrouten für China überlebenswichtig. Das Land richtet den Blick mit Nachdruck gen Westen, nach Mittelasien mit seinen vielen Ressourcen und nach Europa, das noch immer der wichtigste Handelspartner ist. Die Seidenstraße 2.0 soll auf über 10.000 Kilometern China über Kasachstan und Russland mit Europa verbinden. Der Bau der Straße mit parallel verlaufender Schienenverbindung beginnt schon heute in Chongqing, einer im Landesinneren gelegenen Megacity, die nur ein Beispiel für den Wirtschaftsboom der letzten 30 Jahre ist. Die hier hergestellten Produkte sollen in einigen Jahren problemlos bis zu den europäischen Kunden gelangen. Doch der Ausbau gilt nicht nur als Geschenk für Chinas Exporteure. Auch rurale Gebiete im Westen des Landes sollen von der neu installierten Infrastruktur profitieren, wie zum Beispiel die Provinz Xinjiang, die vom stetigen Wirtschaftswachstum der letzten Jahre nur wenig mitbekommen hat. Aber Chinas Ambitionen reichen weiter als seine Landesgrenzen. Die geplante Neue Seidenstraße führt auf dem Weg durch Kasachstan an reichen Erdölfeldern vorbei. Dort soll die Förderung gestärkt und somit Chinas steigender Energiebedarf gesichert werden. Und mit einer Verlängerung der Trasse bis an den Rand des Urals kann Peking bis nach Russland vorstoßen. Doch es ist nicht sicher, ob der einstige große Bruder die Ausweitung der chinesischen Machtsphäre bis nach Mittelasien und Europa mit Wohlwollen begegnen wird. In Form eines geopolitischen Roadmovies beleuchtet die Dokumentation den tiefgreifenden Wandel im eurasischen Machtgefüge. Und auch die Europäer werden früher oder später zu Chinas neuem „Soft-Imperialismus“ Stellung beziehen müssen. Dokumentation von Laurent Bouit (F 2016, 54 Min) Siehe dazu sehr gut die arte doku „Die Neue Seidenstraße, Chinas Vorzeigeprojekt“ vom 6. 10. 2019 https://www.youtube.com/watch?v=7i-QNuLwWbU

13Ein typisches Beispiel dafür, wie wenig konstruktiv vermeintlich Linke sich mit dem Beispiel China auseinandersetzen, bietet das im VSA -Verlag erschienene Buch von Renate Dillmann „China – ein Lehrstück. Über alten und neuen Imperialismus, einen sozialistischen Gegenentwurf und seine Fehler, die Geburt einer kapitalistischen Gesellschaft und den Aufstieg einer neuen Großmacht“, Hamburg 2009, 3388 Seiten, pompös aufgemacht, siehe hingegen dazu Helmut Peters, „Ein fragwürdiges Lehrstück“ auf der Themenseite der Tageszeitung 'Junge Welt' vom 21. 12. 2009 (Printausgabe) und vom selben Autor „Die VR China – Aus dem Mittelalter in den Sozialismus: Auf der Suche nach der Furt“, Neue Impulse Verlag, Essen 2009, 508 Seiten

Wednesday, October 16, 2019

Lähmender Zustand der Linken, verhängnisvoll für die Friedensbewegung

 

Warum die Linke heute ein lebendiger Leichnam ist

Ein Beitrag von Irene Eckert
Am Anfang war es Mord. Er fand gezielt statt, parallel zum millionenfachen Töten während der Kriege gegen die junge Sowjetunion1 Der verhängnisvolle Anschlag auf V. L. Lenin am 30. August 1918 schon, sollte weitreichende Folgen haben. Geplant war das Attentat gegen den Sowjetführer als Auftakt zum bewaffneten Putsch gegen die bolschewistische Regierung.2 Abgefeuert hatte die Schüsse die „Sozialrevolutionärin“ Fanja Kaplan3 im Auftrag ausländischer Mächte. Der britische Geheimdienstes lieferte, so will es ihr Agent Savinkov, die geritzten und vergifteten Kugeln.4 Lenin, der Begründer der KPdSU, wichtiger Theoretiker der internationalen Arbeiterbewegung und führender Staatsmann, starb schließlich 1924 an den Folgen der Kugelschüsse, deren eine die Lunge knapp oberhalb des Herzens durchbohrt hatte. Weitere wichtige Persönlichkeiten aus den Reihen der Bolschewisten wurden bald auf offener Straße erschossen, wie Sergei Mironowitsch Kirow5 oder wie der Schriftsteller Maxim Gorki mit Hilfe von Ärzten durch geheimen Giftmord umgebracht6. Die aus der deutschen Sozialdemokratie stammenden Begründer der KPD, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, wurden bereits im Januar 1919, im Auftrag der konterrevolutionär verfassten deutschen Reichswehr gewaltsam beseitigt. Das geschah unmittelbar nach der Gründung der deutschen Kommunistischen Partei 7, einem späten Kind der Sozialdemokratie.
Schleichender Rufmord begleitet offene und verdeckte Morde
Schleichender Rufmord an international renommierten Kommunisten bildete das Propagandafeuer gegen die noch junge revolutionäre, linke (!) Arbeiterbewegung, deren erklärtes Ziel der Aufbau einer neuen Gesellschaftsordnung ohne Ausbeutung und Krieg war. Das Kronjuwel der gegen die werktätige Klasse abgefeuerten Todesarten wurde gegen den einst weltweit verehrten Partei- und Staatsführer Josef Wissarionowitsch Dshugaschwili zum Einsatz gebracht. Diese Waffe brachte den einst rund um den Globus geachteten Staatsmann und Sieger des II.Weltkriegs Stalin8 um mehr als sein Leben. Viel wichtiger noch, sie zerstörte radikal und nachhaltig seinen Ruf. Es war sein ukrainischer Nachfolger Chruschtschow, ein fremdgesteuerter Usurpator, der auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 das Ansehen des großen georgischen Kommunisten auf desaströse Weise ruinierte9 – zum Schaden der internationalen Arbeiter- und Befreiungsbewegung. Mit dem Ruf Stalins schwand auch das Ansehen der KPdSU und ihrer historischen Leistungen im Interesse der ganzen Menschheit. Der Sozialismus wurde nach und nach zum Verbrechertum umgedeutet und damit schließlich identifiziert. Ähnliches widerfuhr schließlich so gut wie allen nationalen Befreiungsbewegungen, die sich durch das Vorbild der SU angespornt fühlten und zunächst für eine Zeitlang unter dem Schutz der UdSSR Erfolge erzielen konnten.
Es hat allerdings lange gedauert bis das Gift des Rufmordes seine volle Wirkung erzielen konnte. Erinnern wir uns: Otto Grothewohl konnte noch zum 70. Jahrestag des Sowjetischen Staatsmannes am 21. Dezember 1949 schreiben: „J.W. Stalin wird im Lager des Weltfriedens von Millionen freiheitlich gesinnter und fortschrittlicher Menschen verehrt und geliebt“10Der international renommierte italienische Philosoph Domenico Losurdo zeigt 2008 in seiner Entblätterung der schwarzen Stalin Legende auf, wie derselbe Mann bei seinem Tod von Millionen Menschen weltweit betrauert und beweint wurde11.Heute gilt er als die Inkarnation eines mordgierigen Bösewichts, hinter dem ein Hitler zu verschwinden droht. Thomas Mann wies den Hitler-Stalin Vergleich nach Ausbruch der Krise in der Anti-Hitler-Koalition noch entschieden zurück. Nachdem die Leitmedien großer Konzern begonnen hatten, Stalins Sowjetunion mit Hitlerdeutschland zu vergleichen, schrieb der inzwischen amerikanische Staatsbürger: „ Den russischen Kommunismus mit dem Nazifaschismus auf die gleiche moralische Stufe zu stellen, weil beide ‘totalitär’ seien, ist bestenfalls Oberflächlichkeit, im schlimmeren Fall ist es Faschismus“ 12
Folgenreiche Akzeptanz der Stalin gleich Hitler-Lüge
Die allmähliche Übernahme der von Allen Dulles (CIA Chef ab 1953) erfolgreich in Umlauf gebrachten Propaganda-Lüge ‘Stalin gleich Hitler’ und deren schließliche Akzeptanz durch die gesamte kommunistische Weltbewegung schuf die Grundlage zur langsamen ideologischen Aufweichung der Arbeiterbewegung und deren kämpferischen Organen. Die Tatsache, dass Stalin, ihr vormaliger Held, posthum als Buhman 13, aufgebaut wurde, dem projektiv nach und nach so ziemlich sämtliche Verbrechen der Welt des 20. Jahrhunderts in die Schuhe geschoben werden konnten, kam am bitteren Ende einer Entmannung gleich. Die hierfür erforderlichen Techniken der Massenbeeinflußung lieferte bereits in den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts der doppelte Freud Neffe Edward Barneys. Die von ihm entwickelten Propagandamittel konnten ebenso erfolgreich auch zur Vertuschung der eigenen Verbrechensbilanz und zur Vergoldung unheilbringender Ziele eingesetzt werden.14 Mit der Dämonisierung Stalins und vor allem mit der am Ende völligen Entwertung des marxistisch-leninistischen Wissenschaftlichen Sozialismus entfiel schließlich das Werkzeug zum begrifflichen Erfassen der Welt aus der Perspektive des Proletariats, der Voraussetzung überhaupt für kollektives Handeln im eigenen Interesse.
Es war also der schwarze Stalin Mythos ganz wesentlich beteiligt daran, die Klasse, die allen Unkenrufen zum Trotz noch immer alle Werte schafft, begrifflich zum Verschwinden und um das Bewusstsein ihres Standes und seiner historischen Aufgabe gebracht zu haben. Die historische Linke verlor damit in allen ihren Schattierungen den Biß gegen die Ausbeuter-Ordnung. Durch opportunistische Anbiederung an die vermeintlichen ‘Werte des Westens’, an die Werte der kapitalistischen Klassengesellschaft, der Ausbeuterordnung schlechthin, büßte sie ihre Kampfkraft zur Durchsetzung jeglicher gerechter, sozialer Belange langsam aber sicher ein.
Damit einhergehend wurde das Durchschauen der imperialistischen, kriegerischen Weltunordnung und erst recht das Durchkreuzen ihrer Pläne nachhaltig verunmöglicht.15 Freund und Feind fanden jetzt in schöner Äquidistanz in einem Topf Platz. Rechts und Links wurde im Laufe der Zeit ununterscheidbar. Es konvergierten die antagonistischen Gegensätze. Koloniale Ausbeutung und Kolonisierte, Opfer und Täter, Hitler und sein Antipode Stalin, alles wurde zu einer Sauce verrührt. Die Weichspülung der Gehirne durch konzerneigene Medien, durch willfährige oder gekaufte Journalisten und einflussreiche Autoren nahm ihren ruinösen Lauf.16 Mit dem Erscheinen von Chruschtschows „Geheimrede“ von 1956 wurden die Schleusen zur Zertrümmerung sozialistischer Errungenschaften geöffnet. Wer immer sich um Gegenaufklärung über die verbrecherische Vorgehensweise eines international agierenden Sünd-ikats von Finanz-, Geheimdienst und Rüstungskartellen bemühte, wurde von deren Handlangern zerquetscht. Es fehlten damals wie heute die dafür erforderlichen Medien, um Einsprüche wirksam geltend machen zu können und damit eine gebotene Diskussion zu ermöglichen. Eventuell noch vorhandene Gegenstimmen konnten so nur im Sande versiegen. Gezielt platzierte Mietlinge in Spitzenpositionen ersetzten nach und nach mutige, einsatzbereite Menschen, die für ihresgleichen zu sterben bereit waren17. Mit Pseudo-Kommunisten und Agenten des US-dominierten Imperialismus wie Chruschtschow in der Führungsposition des ersten Sozialistischen Staates der Erde war die Lunte zur Zerstörung desselben gelegt.
Nikita Chruschtschows berüchtigte Rede auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 enthielt die Sprengkraft einer Atombombe18. Sie trug ausschlaggebend dazu bei, daß ,„Der Anti-Stalinismus … heute tatsächlich das größte Hindernis für den Zusammenschluss aller Kommunisten (ist), wie er gestern der Hauptfaktor der Zerstörung der kommunistischen Parteien und der sozialistischen Staaten war“19
Verhängnisvolle Äquidistanz zwischen Opfer und Täter
Einst waren Nazis, waren Faschisten und Kommunisten erbitterte Feinde. Schließlich waren die Nationalsozialisteneigens dafür geschaffen worden und damit beauftragt, der Arbeiterbewegung den Zahn zu ziehen und dem Sowjetstaat das Genick zu brechen. Im Auftrag jener Kräfte, denen der erste Arbeiter- und Bauernstaat ein erheblicher Dorn im Auge war, sollten sie diesem den Garaus machen. Die Erfindung des Kampfbegriffes vom „jüdischen Bolschewismus“ diente genau diesem Zweck. Ihr geistiger Vater war Henry Ford, der auch den Orden „Skulls and Bones“ gegründet hat.
Der blutbesudelte Nazi-Mohr, Mörder an 27 Millionen Sowjetbürgern,Vernichter fortschrittlicher Menschen jüdischer und nichtjüdischer Herkunft aus deutschen und anderen Landen war allerdings nach dem II. Weltkrieg für eine Weile unbrauchbar geworden und musste von der Bühne abtreten.20 Hauptsächlich hat ihm die Rote Armee das düstere Handwerk gelegt. Seine obersten Protagonisten, Hitler und Goebbels, begingen praktischer Weise Selbstmord. Einigen weiteren Oberschergen wurde in Nürnberg der Prozess gemacht. Die anderen konnten im Stillen, lange unbemerkt weiter wühlen.21 Die Dulles Brüder trugen dafür Sorge, dass die wichtigsten, von ihnen noch gebrauchten Nazis über die „Rattenlinie“ oder andere Kanäle entkommen konnten.22
Fataler Bruch der Anti-Hitler-Koalition mit Roosevelts Tod
Inzwischen hatte sich sofort nach Franklin D. Roosevelt Tod23 und mit dem Sieg der Sowjetarmee über Nazi-Deutschland der Wind in den USA und in der Anti-Hitler-Koalition wieder entschieden gegen die UdSSR gedreht. Die erste Atombombe gegen Hiroshima zielte vornehmlich gegen den vormaligen Kriegspartner Sowjet-Russland. Den Einsatzbefehl gab der neue US-Präsident Truman noch während der Potsdamer Konferenz sinnigerweise von deutschem Boden aus. Es war der erste Schlag gegen Stalin, mit dem gemeinsam man eben noch vorgab, die Nachkriegsordnung festlegen zu wollen, auf antifaschistischer Grundlage. Das seitens Russlands akribisch erfüllte Versprechen bezüglich der Truppenverlegung nach Osten, gegen Japan war mit dem Einsatz der A-Bombe wertlos geworden. Das Signal war eindeutig. Man benötigte die Sowjets nicht mehr, war bereits überzeugt „das falsche Schwein geschlachtet zu haben“24 Mit der Bombe im Rücken konnte ein neuer Anlauf, ein neues Roll Back beginnen Der „Kalte Krieg“ nahm seinen Lauf während der „Heiße“ noch nicht an allen Fronten beendet war .25 Ganz begraben war das Kriegsbeil nie gewesen seit sich die Vereinigten Staaten von Amerika an den Interventionskriegen gegen die junge Sowjetunion im Sommer 1918 beteiligt haben. Damals regierte noch der ‘gute’ US- Präsidenten Woodrow Wilson.26 Henry Ford, der in den Neunzehnhundertzwanziger Jahren reichste Mann der Welt und größte Antisemit aller Zeiten finanzierte Hitlers SA. Sein Portrait soll über des Führers Schreibtisch gehangen haben27. Ziel dieser großangelegten Investition war das Sowjetregime zu zerschmettern. Nicht nur wurde damals schon „die große Lüge“, wie Albert Norden meint, zur permanenten Waffe gegen die Sowjetunion. Sie reichte schließlich nicht mehr aus zur Denunziation, also griff man bereits zwischen den Kriegen zur aktiven und hinterhältigsten Dokumentenfälscherei.28
Lange bevor unter Gorbatschow und Jelzin der inzwischen herunter gewirtschafteten UdSSR schließlich der Todesstoß versetzt werden konnte, war das Land durch äußere und innere Feinde zersetzt worden und mit ihm die weltumspannende kommunistische Idee. In der Folge wurde es möglich, peu a peu jene Kräfte mit der gewaltanbetenden NS-Ausgeburt des Imperialismus und seiner Ideologie gleichzusetzen29, die dem Faschismus am entschiedensten die Stirn geboten hatten. Nach der verhängnisreichen weltpolitischen Wende von 1989 wurde der Sozialismus gar als das größere Übel gebrandmarkt.
Ein wahrhaftes, globales Trommelfeuer der Propaganda, das in dem Film „Das Leben der Anderen“ seinen artistischen Höhepunkt erreichte, unterzog die gutgläubige Menschheit einer neuerlichen Blendung. Parteien der weltumspannenden Arbeiterschaft und andere Organe ihrer Interessenvertretung blieben davon nicht unbeeinflußt. Seither halten Spitzenvertreter der historischen Linken in all ihren Schattierungen es für ihre selbstverständliche Pflicht, sich von den vermeintlichen Verbrechen Stalins und dem als inhuman stigmatisierten Sozialismus zu distanzieren. Sie machen einen Kotau vor den Kräften des Imperialismus und entschuldigen sich für die Kämpfe ihrer Vorfahren. Sie zeigen mit dem Finger auf jeden Buhmann, den der Imperialismus ihnen als solchen ausweist. Auf Grund der alle Lebensbereiche umfassenden Blendung sind sie nicht mehr in der Lage, der Ausbeuterordnung, insbesondere aber dem verbrecherischen US-Imperialismus adäquat Paroli zu bieten30. Das ist vor allem so, weil die Gegenkräfte, die der Kapitalismus ab Mitte des 19. Jahrhunderts auf den Plan gerufen hatte, heute als mindestens ebenso schuldbeladen und blutbesudelt wie sein erbittertster Feind gelten. Die Folge ist schnöde Kapitulation.
Eine andere Variante des Märchens vom Übeltäter Stalin und vom Übel der sozialistischen Ordnung ist die vom Verschwinden der Klassenordnung. Sie erklärt die Arbeiterklasse schlichtweg zu einer obsoleten, nicht mehr existenten Entität. Mit solch irreführenden Grundannahmen wurden Leimrouten ausgelegt, die die Kopflanger und ewigen Nutzniesser der real existierenden Welt-Un-Ordnung ausgetüftelt haben. Der eigentliche Sinn all des Menschenrechtsgedudels mit dem seit dem NATO-Überfall auf Jugoslawien Kriege gerechtfertigt werden, besteht damals wie heute darin, die Opfer davon abzuhalten, sich in organisierten Kämpfen von jahrhundertelanger Tyrannei zu befreien und eine Friedensordnung aufzubauen. Würden die Interessen der Börsenhaie, der Betreiber des Militärisch-Industriellen Komplexes mit denen der lohnabhängigen Bevölkerung konvergieren, dann wären solche Ziele längst gemeinsam verwirklicht und Kämpfe um sie in der Tat überflüssig.
Wenn aber der gemeinsame Feind der ‘westlichen Wertegemeinschaft’, von lohnabhängig Beschäftigten und Unternehmern, wenn der gemeinsame Feind aller Nationen die Assads, die Gaddafis, die Milosevics, die Saddam Husseins oder die um ihre Unabhängigkeit und Souveränität ringenden „terroristischen“ Palästinenser sind, dann erübrigen sich nationale Kraftanstrengungen gegen koloniale Entrechtung oder sie werden zu Unrecht umgedeutet. Dann gilt es in der Tat neue Entbehrungen zu erdulden für Kreuzzüge gegen die „Schlächter“ und „Diktatoren“ fremder Völker.
Das Ganze ist aber eben Fiktion, ein großangelegter Schwindel. Statt für die eigenen Interessen und für ein besseres Leben zu kämpfen, werden die Völker, vor allem aber die kleinen Leute, ihre Söhne und inzwischen auch Töchter aller Nationen mobilisiert, damit sie gegen fremde Potentaten zu Felde ziehen und die eigenen schonen. Anschließend wird ihnen abverlangt, die Opfer ihrer kriegerischen Interventionen in andrer Herren Länder bei sich zu Hause willkommen zu heißen, ihnen gar Bürgerrechte zu gewähren.
Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“31
Immerhin kann 30 Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion und des von ihm geführten sozialistischen Staatengebildes gesagt werden, dass das skizzierte Procedere nicht von allen Nationen übernommen wurde. Weder das große China noch das kleine Cuba haben klein beigegeben. Auf je eigene Weise, unter Zuhilfenahme eigener Traditionen und Werte haben sie sich dem Einfluß des Imperialismus zu widersetzten gewusst. Trotz des Verrats unter Chruschtschows unweiser Führung32, trotz Kündigung sämtlicher Beraterverträge mit Volkschina konnte sich das Land schließlich aus eigenen Kräften von dem Zangengriff des Imperialismus lösen. Leider gilt gerade China, trotz seiner herausragender Leistungen unter immerhin 70 Jahren kommunistischer Führung, trotz seiner Solidarität mit Cuba, das ohne seine Hilfe wohl kaum überlebt hätte, trotz seines hohen Ansehens in der Welt unter den Neu- ‘Linken’ im Westen keinesfalls als wegweisend.
Das ist fatal, denn hier sind die künftigen Bündnispartner zuhause. Ähnliches gilt, wenngleich vorerst nicht auf sozialistischer Grundlage, für das mit China immer enger verbündete Russland. Es gilt durchaus auch im nach wie vor kämpferischen Lateinamerika, wo sich trotz aller Niederlagen auch kleinere Erfolge abzeichnen. Etwa in Venezuela, wo der US-Imperialismus dank Chinas und Russlands tatkräftiger Unterstützung auf Grenzen stößt. In Ecuador haben die Indigenen eine Rücknahme der asozialen IWF-Auflagen errungen. Der Iran kann nicht frontal angegriffen werden, auch weil er mächtige Verbündete in den genannten Nationen hat.Die Welt sortiert sich gerade neu. Auch und gerade im Nahen Osten verschieben sich mit dem syrischen Standhalten, der militärischen Rückendeckung Russlands und dem Alliierten China die Kräftekonstellationen erheblich. Die NATO gerät auf Grund immer schärferer innerer Konflikte, insbesondere mit dem Eingreifen der Türkei im Norden Syriens, ins Wanken. Die Hegemonialmacht des Westens, die Vereinigten Staaten von Amerika ist nicht zuletzt durch innere Erschütterung wegen der absurden Anti-Trump Hysterie geschwächt. Der EU-ropäische „NATO-Verbündete“ ist im Begriff sich durch Brexit-Farce und Regierungsstürze die Beine wegzuhauen, während innere Führungs- und heraufziehende Wirtschaftskrisen ihn weiter schwächen. Die Rest-Linke täte gut daran, sich in solcher Situation auf ihre historische Aufgabe zu besinnen, anstatt angesteckt von der SOROS-gesteuerten Klima-Hysterie der Verteuerung der Energiepreise indirekt das Wort zu reden, in dem sie auf den Grünen Leim und eine kindliche Maske hereinfällt. Nur wenn die Linke diese Blendung zu überwinden vermag, wird sie wie Lazarus wieder zu neuem Leben erwachen.
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Anmerkungen
1Gründungsdatum ist die Oktoberrevolution am 7. November 1917, der Datenunterschied erklärt sich aus Gregorianischem versus Julianischem Kalender. Von 1918-1922 standen trotz Weltkriegsende, trotz Versailler und Brest-Litowsker Friedensvertrag 14 Interventionsarmeen auf sowjetrussischer Erde. Die Epoche wird vom Mainstream als „Zeit des Bürgerkriegs“ abgehandelt, die militärische Einmischung von außen fällt meist unter den Tisch. Siehe aber dazu die mit Beginn der McCarthy Ära tabuisierte Schrift der US-amerikanischen Investigativ-Journalisten Michael Sayers und Albert E. Kahn, „The Great Conspiracy Against Russia“, New York February1946, first edition, chapter IV, ergänzend und relativ aktuell etwa https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/giftgas-fuer-die-bolschies
2Siehe Michael Sayers und Albert E. Kahn a.a.O. S. 15/16 
3„Drei Schüsse in Moskau – Vor 100 Jahren wurde Lenin bei einem Attentat schwer verletzt“ (Rubrik ‘Geschichte’) von Leon Schwartz, Junge Welt vom 25./ 26.. August 2018 (Printausgabe) Von den ausländischen Mächten weiß allerdings der JW Autor nichts. Wichtig ist auch der Hinweis, darauf, dass die „Sozialrevolutionäre“ ihren Namen nicht verdienten. Sie waren ähnlich wie die NAZIS, keine Sozialisten, sondern Terroristen. Die Namensgebung diente wie so oft der Begriffsverwirrung.
4Boris Savinkov nennt die Details in seinen „Memoiren eines Terroristen“ zitiert nach Sayers/Kahn a.a.O. S. 16, Savinkov war überführter britischer Agent und Terrorist.
5 Der erste Parteisekretär Leningrads galt als Gefolgsmann Stalins. „Im Alter von 48 Jahren wurde er unter bis heute ungeklärten Umständen von einem Attentäter erschossen.“ Wikipedia Auch diesen Mord eines treuen Freundes versucht man Stalin anzuheften, so geschehen durch Chruschtschows Anschuldigungen 1956 
6a.a.O Michael Sayers/Albert E. Kahn, Gorkis Sohn starb zeitnah, noch vor dem Vater auf ähnliche Weise. Fragen über den Tod seines großen französischen Kollegen Henri Barbusse in Moskau und über das unzeitgemäße Sterben von international bedeutsamen kommunistischen Persönlichkeiten wie Dimitrof, Togliatti, Thorez liegen nahe.
7Der hierfür verantwortliche Offizier Waldemar Pabst ist nie belangt worden. Waldemar Pabst – Wikipedia veranlasste 1919 die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Er war Beauftragter der Waffenindustrie, nahm am Kapp-Putsch gegen die junge Weimarer Demokratie teil und starb erst 1970 in Düsseldorf. Die KPD wurde am 30. Dez. 1918 gegründet als Abspaltung von der SPD. (Gründungsdatum 1863)
8 In den Jahren 1939 und 1942 zierte das Portrait Stalin die Titelseiten des Times Magazine. Bei Stalins Eintreffen im Schloss Cecilienhof anlässlich der Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 erhoben sich die anderen Staatsmänner achtungsvoll. Roosevelt sagte nach dem ersten Treffen der „Drei Großen“ Alliierten in Teheran: “Ich bin mit Stalin gut ausgekommen. Außergewöhnliche rastlose Zielstrebigkeit sind bei ihm mit robustem Humor gepaart. Für mich steht er ganz für das Herz und die Seele Russlands, und ich  glaube, dass wir mit ihm und dem russischen Volk sehr gut auskommen werden.“ https://www.deutschlandfunk.de/zweiter-weltkrieg-das-erste-treffen-der-grossen-drei.871.de.html?dram:article_id=270355 Da waren die Moskauer Prozesse längst Vergangenheit über die ein anderer Amerikaner , der damalige Botschafter Davies der US in Moskau 1936 meinte, sie seien fair geführt worden und die Angeklagten zweifelsfrei schuldig, was der Spiegel 2007 als „bodenlose Naivität“ abtut und zwar wie bestellt im 50.Jahr der Oktoberrevolution https://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecialgeschichte/d-54841292.html

9  Inzwischen gehen sie (in diesem Falle das EU Parlament) soweit, Stalin gewissermaßen für den II. Weltkrieg verantwortlich zu machen, siehe „the recent resolution adopted by the European Parliament that assigned the historic blame for the outbreak of the Second World War on the Soviet Union, September 19th vote in the European Parliament, by 535 votes in favor, 66 against and 52 abstentions“,  Eric Zuesse auf dem Bloghttps://thesaker.is/russian-government-condemns-european-parliaments-blaming-stalin-as-having-started-ww-ii/

Zum Lügencharakter der von Chruschtschow auf dem XX: Parteitag gegen Stalin vorgebrachten Anschuldigungen siehe den US-amerikanischen Sprachwissenschaftler und Historiker Grover Furr „Khrushchev Lied“ Ohio 2011, dt erschienen bei Papyrossa, auch ders. „Blood Lies“, New York 2014, eine kritsche Analyse der unhaltbaren Anwürfe seitens Thymothy Snyder gegen Stalin und ders. „Yezhov vs. Stalin – The Truth about Mass Repression and the so-called ‘Great terror in the USSR“, Ohio 2016

10„Unserem Freund und Lehrer Stalin zum 70.Geburtstag“ Dietz Verlag Berlin, S.55 1949 Otto Grotewohl war gelernter Buchdrucker, kam aus der SPD und war der erste Ministerpräsident der DDR
11Domenico Losurdo, Stalin, Geschichte und Kritik einer schwarzen Legende, dt. Ausgabe Köln, 2012
12 Zitiert nach Losurdo a.a.O S. 16
13 Als „Bogeyman“ , siehe Stephen Kinzer, The Brothers, New York, 2013, „The cold war prism saw the main threat to America in the halls of the Kremlin. The bogey was Stalin a despot and devila devious plotter with blueprint for world domination“ S. 105 und: „During the late 1940s and early 1950s, many Americans projected the worst images of their World War II enemies (the Nazis), including the Nazi campaign of mass murder, onto Soviet Communism“. S. 115
14 Zu den Dulles Brüdern und ihren Verbrechen siehe, Stephen Kinzer „The Brothers“, New York 2013, siehe auch ARTE-Bericht über Edward Bernays, Propaganda & Manipulation   https://www.youtube.com/watch?v=87T3SMkL8HMEdward Louis Bernays gilt neben Ivy Lee und anderen als Begründer der von ihm später in Public Relations umbenannten modernen Theorie der Propaganda. WikipediaEdward Bernays (1891-1995) gilt als Vater der Public Relations. Bernays machte nicht nur das Werk seines Onkels Sigmund Freud populär, er bediente sich auch bei der Psychoanalyse und entwickelte auf ihrer Basis Methoden zur Steuerung der öffentlichen Meinung. „PROPAGANDA“ ist Bernays Hauptwerk. 

15Siehe hierzu auch Domenico Losurdo „Wenn die Linke fehlt“, erschienen auf deutsch bei Papy Rossa, Oktober 2017
16Der Kongress für kulturelle Freiheit (Congress for Cultural Freedom, CCF) war von 1950 bis 1969 eine in Paris ansässige antikommunistische Kulturorganisation im Kalten Krieg, die vom US-amerikanischen Geheimdienst CIA beeinflusst und finanziert wurde. Seinem Selbstverständnis nach war der CCF eine Sammlung linksliberaler Intellektueller gegen den TotalitarismusWikipedia Mit seiner Hilfe wurde die gesamte Kulturszene in Europa antikommunistisch infiltriert. Mit ihm wurde ein Gegengewicht geschaffen zum bis dato sehr positiven, friedensfreundlichen Einfluss der Sowjetunion. Picasso hatte dem Weltkongress der Friedenskräfte nicht nur das Taubensymbol gestiftet und viele großartige Plakate, er war auch der KPF beigetreten, B. Brecht hatte den Stalin Friedenspreis erhalten. Ein ‘antitotalitärer Konsens’ einte die Mitarbeiter des KKFund bestimmte die weitere Arbeit des Netzwerks. Die bedeutendsten Köpfe der europäischen Intelligenz waren vertreten: u.a. Hannah Arendt, Albert Camus, Francois Bondy, Ignazio Silone, Raymond Aron, Eugen Kogon, Margarete Buber-Neumann, Manès Sperber, Czeslaw Milosz, Edgar Morin oder Francois Furet.
https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2000/fup_00_099/index.htmlhttps://www.tagesspiegel.de/kultur/kongress-fuer-kulturelle-freiheit-luftbruecke-des-geistes-klassentreffen-nach-50-jahren/149572.html sehr aufschlussreuch und informativ: https://www.swr.de/swr2/programm/kongress-kulturelle-freiheit,broadcastcontrib-swr-11392.html
The Congress for Cultural Freedom was the spearhead of the postwar American cultural diplomacy. Intellectuals, writers, journalists and artists met to design a diplomatic program aimed at ideologically defeating Marxism. Magazines, media seminars, research programs, university scholarships and the development of informal relational networks allowed the organization to have a real impact on university, political, artistic,etc circles“ https://www.voltairenet.org/article136478.html
17Siehe dazu weiter oben diverse Quellen zur Bedeutung des 1950 von der CIA gegründeten „Congress for Cultural Freedom“ und seine Hineinwirken in 30 Staaten der Erde.
18John Forster Dulles laut Kurt Gossweiler „Taubenfußchronik oder die Chruschtschowiade“ 1953 -1964, Bd. 1 München 2002 und Bd.2, München 2005, insgesamt fast 1000 Seiten
Unbestritten in der kommunistischen Weltbewegung ist, dass der 20. Parteitag der KPdSU im Jahr 1956 eine Zäsur, einen entscheidenden Einschnitt in der Entwicklung des Sozialismus darstellte.“ Umstritten ist allerdings, „ ob dieser Parteitag die Weichenstellung brachte, die den Zug der Sowjetunion in eine Richtung zu Gorbatschow lenkte, zur Einverleibung der DDR durch den deutschen Imperialismus und zur Liquidierung der UdSSR.“ … „ Ernsthaft an diesen Fragen hat … vor allem Kurt Gossweiler weiter gearbeitet und dazu neben einer Reihe von Artikeln die Bücher: „Wider den Revisionismus“ und die „Taubenfußchronik“ 1 und 2 vorgelegt. Diese Arbeiten sind um so bemerkenswerter, als hier ein in der DDR lebender Kommunist und Wissenschaftler seine kritische und selbstkritische Stimme erhebt. Aus seiner reichen Forschertätigkeit zum Faschismus weiß man, wie gründlich er bei der Untersuchung des Materials vorgeht und wie sorgfältig er seine Urteile abwägt. Sein Urteil zu den Niederlagen 1933 und 1989/90 läuft darauf hinaus, um es etwas grob auszudrücken, dass sie vor allem daher rühren, dass Freund und Feind nicht mehr unterschieden wird und der Feind unterschätzt wird.“ https://www.kaz-online.de/artikel/der-20-parteitag-der-kpdsu-und-seine-folgen1
19Kurt Gossweiler, „Wider den Revisionismus“ München 1997, S. 243
20Um anderorts, so zuletzt in der Ukraine 2014, wieder auferstehen zu dürfen. Sie dazu Alexander Christophorou und Alexander Mercouris auf : https://theduran.com/ukraine-cover-up-from-obama-coup-to-democrat-impeachment-hoax-video/
21Allen voran Reinhard Gehlen, der NS Spitzenspion, der mit Hilfe von Allen Dulles und seinem Freund Adenauer den BND aufzubauen hatte.
22Siehe etwa Stephen Kinzer „The Brothers“ a.a.O. oder David Talbott „Das Schachbrett des Teufels: Die CIA, Allen Dulles und der Aufstieg Amerikas heimlicher Regierung  September 2016
23 FDR starb am 12. April 1945 sehr zu Unzeit, kurz nach seiner Rückkehr von der Konferenz in Yalta auf der Krim, wo er mit Stalin und Churchill zum dritten und letzten Mal zusammengetroffen war und Prinzipien der Nachkriegsordnung besprochen hatte. Roosevelt musste sich vom zeitgenössischen Mainstream als ‘Dirty Commie’  beschimpfen lassen. Anhänger seiner Politik wurden während der Hexenjagd in der McCarthy Periode, 1947 bis etwa 1956, in den USA gnadenlos verfolgt, bzw. aus allen öffentlichen Ämtern verdrängt.

24 “Wir haben das falsche Schwein geschlachtet”, Churchill-Zitat in Bezug auf Hitler und Stalin.https://www.spiegel.de/panorama/churchills-geheimnisse-ein-elektrischer-stuhl-fuer-hitler-a-393053.html
25Siehe dazu: u.a. Hintergründe der US-Außenpolitik von Jalta bis Vietnam. | David Horowitz | ISBN: 9783803110138 | , L.L. Matthias „Die Kehrseite Amerikas“, Reinbek bei Hamburg 1971
26Widerwillig beteiligt sich Wilson an den nicht erklärten Interventionskriegen gegen Sowjetrussland. 1919 standen die Armeen von 14 Staaten auf russischem Territorium, sie kämpften Seite an Seite mit den Weißen konterrevolutionären Generälen um den Sowjets Garaus zu machen. Siehe Michael Sayers / Albert E. Kahn „The Great Conspiracy Against Russia“ New York, 1946, S. 26-27
27Hermann Poppla, „Hitlers amerikanische Lehrer“ siehe auch Interview mit ihm bei KenFm https://www.youtube.com/watch?v=AsaOURTJmjw&t=1711s, aber auch Sayers/Kahn a.a.O.
28 „Auf deutschem Boden trieb die antisowjetische Dokumentenfälscherei besonders giftige Blüten.“„Albert Norden „Fälscher – Zur Geschichte der deutsch-sowjetischen Beziehungen“, Berlin DDR 1959, Albert Norden war Sohn eines Rabiners, in Oberschlesien geboren, gelernter Tischler, früh Mitglied der KPD, überlebte im US-amerikanischen Exil, der Vater kam in Theresienstadt um, A.N. arbeitete mit am Braunbuch über den Reichstagsbrand und deckte die Spur von Alt-Nazis in der BRD auf, er ging in die DDR und war dort journalistisch und politisch aktiv.
29 Stichwort: „Totalitarismus Doktrin“, Hannah Arendt. „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft ist das umfangreichste Buch der politischen Theoretikerin Hannah Arendt und wird vielfach als ihr Hauptwerk bezeichnet. Arendt untersucht darin die historische Entstehung und die gemeinsamen politischen Merkmale des Nationalsozialismus und des Stalinismus.“ Wikipedia ,Auch Hannah Arendt wurde gesponsert vom Congress for Cultural Freedom, siehe dazu die unter Fußnote 16 verlinkte SWR Sendung zum 50. „Jubiläum“ des CCF

30Siehe dazu auch den italienischen Philosophen Dominico Losurdo, „Wenn die Linke fehlt“, Köln 2013
31Hölderlin, Patmos /Patmos ist der Titel einer 1803 vollendeten Hymne von Friedrich Hölderlin. Der Erstdruck erfolgte 1808 
32Dieser kündigte die Verträge die zwischen Rotchina und der UdSSR bestanden hatten und zog die sowjetischen Berater ab.