Wednesday, February 27, 2013

Sagt NEIN zum Mali-Einsatz der Bundeswehr!

Heute soll im Bundestag über den Einsatz deutscher Soldaten in Mali abgestimmt werden.
 Angeblich gilt es den Kampf gegen Islamisten,  gegen Terroristen also zu unterstützen.

Das ist eine vorgeschobene Begründung, die selbst ein alter CDU Abgeordneter durchschaut:

 Jürgen Todenhöfer. DDP ... Aber mit Krieg jagt man keine Terroristen, das ist ein dummer Gedanke. .

Feb 2, 2013 – "Wir sind die eigentlichen Terroristen. Antiterror-Kriege sind Terrorzuchtprogramme. " Berliner Morgen


... und vor 10 Jahren (24.01 1003)

SPIEGEL ONLINE: Was sind die Alternativen in der Terrorbekämpfung?
Todenhöfer: Terroristen gehören gejagt - mit aller Härte. Aber mit Polizei-Methoden und allen erprobten und bekannten Mitteln der Terrorbekämpfung: Dazu gehört Zielfahndung, die Unterstützung, das Umfeld, die Finanziers austrocknen, die selbsterklärte "moralische" Grundlage entziehen, ihnen die religiöse Maske vom Gesicht reißen - denn sie handeln keineswegs im Namen Allahs - die Ursachen erkennen - und viel, viel Geld. Härte und Gerechtigkeit, nicht Bomben auf Unschuldige. Dazu gehört auch stärkeres Engagement im Nahen Osten, eine Lösung, die die Interessen Israels genauso berücksichtigt, wie die der Palästinenser.
"Interview mit Jürgen Todenhöfer: "30 Tage Bomben provozieren 30 Jahre Terrorismus"
Der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete und jetzige Burda-Manager Jürgen Todenhöfer ist streitbarer Verfechter der deutsch-amerikanischen Freundschaft. In den 80er Jahren bereiste er unter Lebensgefahr das von Sowjets besetzte Afghanistan, jetzt war er zweimal in Bagdad. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt er die Irrtümer des Kreuzzugs gegen den Terror und warum George W. Bush ein Anti-Amerikaner ist."

Jürgen Todenhöfer (* 12. November 1940 in Offenburg) ist ein Autor und Publizist. Der promovierte Jurist war von 1972 bis 1990Bundestagsabgeordneter der CDU und danach bis 2008 Vorstandsmitglied des Burda-Medienkonzerns. In den 1980er Jahren zählte Todenhöfer zur so genannten „Stahlhelmfraktion“ des rechten Flügels der CDU. (WIKIPEDIA)


Zu Bedenken auch, dass die selbe Politik des Westens in Syrien die Islamisten in ihrem erwünschten, mit Terrormethoden geführten Kampf der Islamisten nachdrücklich und materiell unterstützt.


Tuesday, February 26, 2013

Warum trotz Krieg und Krise kein kollektiver Aufschrei?


Warum gibt es trotz Krieg und Krise keine nennenswerte Gegenbewegung?

Die frage nach der schwäche der friedensbewegung adäquat zu analysieren, erfordert die schwäche der gesamten arbeiter- und sozialen bewegung in den blick zu nehmen. deren lahmende schwäche ist ein resultat der zwar vorübergehenden aber doch nachhaltig wirkenden niederlage des sozialismus. der sozialismus konnte aber nur zerstört werden mangels wachsamkeit der revolutionären kräfte. die arbeiterparteien weltweit haben peu à peu die imperialismusanalyse an den nagel gehängt. sie haben damit erforderliches wissen beseite geschoben und wesentliche erkenntnisse verlernt. sie ignorieren fataler weise, dass der imperialismus in seiner phase des niedergangs, wie lenin richtig diagnostiziert hat, einen infektiösen leichengeruch ausströmt. miasmen, die gefährliche infektionsherde bergen, gehen vom sterbenden spätimperialismus aus. höchstens als allgemeine phrase mag das hier und da noch präsent sein. Konkret anwenden tut es niemand.
ohne die scharfe waffe der richtigen bedrohungsanalyse aber und ohne eine starke, richtungsweisende partei, die die massen an sich zu binden vermag, weil ihre losungen den richtigen weg nach vorne in eine bessere zukunft weisen, sind die lohnabhängigen verloren. bürgerliche kräfte - wie etwa jene, die sich noch in den 80iger jahren etwa um den pazifismus scharten - schwanken wie ein rohr im wind. sie werden opfer des unheilvollen opportunismus. Das heißt sie versuchen, ihr eigenes schiffchen ins trockene zu bringen. individualismus und egoismus feiern fröhliche urstände. Der wachsenden kulturlosigkeit, dem wiedererstarken des faschismus haben sie nichts entgegenzusetzen. fatalismus breitet sich aus.

Hierin liegen die gründe dafür, dass sich spätestens seit dem völkerrechtswidrigen Natokrieg gegen Jugoslawien im jahr 1999, aber eigentlich schon seit 1991, als es gegen den irak ging, ein einknicken gegenüber dem feindbild der konzernmedien abzeichnete. schon damals nämlich wandte man sich nicht grundsätzlich genug gegen neokoloniale kriegerische verstrickungen. man konzidierte auf seiten der oppositionellen kräfte, dass die staaten im visier, schließlich von schurken regiert würden und meinte dass „völker unter der knute“ vom angeblich demokratisch geführten NATO-Westen befreit werden müssten. Eigentlich ein uraltes muster, aber man merkte in friedensbewegten kreisen nicht, dass man damit schon in die gestellte falle getappt ist. man begnügt sich mit losungen wie „krieg ist keine lösung“ (zum sturz unbeliebter regime!). man klärt nicht den zusammenhang zwischen kapitalistischer verwertungslogik und krieg und wähnt sich auf der seite jener, die grundsätzlich im recht sind, auf der seite der menschenrechtler und frauenbeschützer. welch ein gefährlicher wahn. Man verkennt damit, dass es keineswegs um anti-terrokrieg oder um die überwindung schurkischer regime geht, dass alles nur vorwand ist.
schurken hin, schurken her, solange sie unsere interessen bedienen, kräht kein hahn danach, welcher methoden gegenüber ihrem volk sie sich befleißigen. schließlich sitzen an der spitze der natogeführten Länder doch die oberschurken,  marionetten des finanz- und rüstungskapitals. diese schurken werden aber selten oder niemals als solche benannt. schurken und diktaktoren gibt es aus dieser falschen perspektive nur in der 'dritten welt', der sogenannten.
arbeiterparteien und die gewerkschaften wurden seit langem systematisch ins visier genommen. ihr führungspersonal ist entweder eliminiert oder gekauft oder doch wenigsten korrumpiert worden. fast alle einst kämpferischen organismen wurden im laufe der jahre auf diese weise aufgeweicht und zahnlos gemacht. die "linkskräfte" verdienen kaum noch ihren namen, sie tendieren zumindest bei uns in deutschland alle in richtung sozialdemokratie und in wichtigen EU-ländern ist dies kaum anders. Ausnahmen bilden vielleicht Griechenland, Portugal und die Türkei, wenn wir in Europa bleiben.
Die geschichte der sozialdemokratie, die 1914 durch zustimmung zu den kriegskrediten, den ersten weltkrieg möglich gemacht hat, die tatsache, dass die sozialdemokratie nichts dazu gelernt hat, im gegenteil (!), wurde verdrängt und vergessen. geschichtslosigkeit wird uns geradezu diktiert.
Da nimmt es doch nicht wunder, dass die sogenannte friedensbewegung, die sich eng an die arbeiterparteien, an vermeintlichen linkskräfte oder gar an bürgerliche "Grüne", bis hin zu solch gefährlichen kunstprodukten wie die "piraten" anlehnt, diese nicht ihrem wesen erkennt und dadurch völlig unfähig zur aufklärung und massenmobilisierung ist. deviante stimmen werden ausgegrenzt. sie haben kein sprachrohr.
in der bundesrepublik gibt es daher keine ernstzunehmende friedensbewegung mehr, da bewegt sich nichts mehr, da ist nur noch stagnation. Man hat zwar noch das thema afghanistan, betreibt aber auch diesbezüglich keine konsequente kriegsopposition , fordert aber immerhin den truppenrückzug. Man greift hie und da noch einzelfragen auf, wie etwa den rüstungsexport, so etwa den panzerdeal nach saudi-arabien, neuerdings die drohnenproblematik oder die DU-munition. Aber man entfaltet keine mobilisierungskraft gegen die gefährlichsten kriegerischen grundgesetz- und völkerrechtswidrigen verwicklungen. alles augenwischerei.
Die gewerkschaften zielen auf arbeitsplätze, die nun mal im rüstungssektor vorhanden sind. Alles, alles dreht sich in zeiten der massen-arbeitslosigkeit vordergündig um arbeitsplätze, ohne rücksicht auf arbeitsbedingungen, auf lohnhöhe und auf die kriegerischen folgen. die akademische jugend hat im laufe des bologna-prozesses das kritische denken verlernt . akademikerabeitslosigkeit bzw. unzumutbare arbeitszeitbelastungen für noch beschäftigte tun das ihrige.

man sieht nicht den wirklichen gefahrenherd, der uns alle zu verschlingen droht. stattdessen starrt man wie das kaninchen auf die schlange noch immer auf "Stasi" und vermeintlichen „DDR-unrechts-staat“. es gilt das motto „TINA= There Is No Alternative“. zum kapitalismus, selbst in seinen schlimmsten auswüchsen gibt es in diesem falschen weltbild, in dieser falschen gesellschafstsanalyse keine alternative mehr. alles andere folgt dann daraus .
Die strukturen innerhalb der vormaligen friedensbewegten kräfte sind überall undemokratisch. führungspersonal wird nicht gewählt, sondern gekürt. anders denkende, die von keiner partei gestützt werden, erhalten keine chance usw und so fort.
Was bleibt, sind allerdings kleine oppositionelle zirkel, etwa in der Palästinafrage um Köln herum (Königswinter). die Arbeiterfotografen leisten, hervorragende aufklärung; in Duisburg trotzt Herman Dierkes (Die Linke) mutig der Parteilinie, ist aber in der eigenen Partei isoliert. Annette Groth, die Bundestagsabgeordnete der Linken ist eine von wenigen LINKEN-Stimmen, die zu Palästina sehr engagierte Arbeit leistet; in Freiburg wirkt die Ärztin Gabi Weber mit ihrem Netzwerk und ihrer Web Seite "The Other Site", in Stuttgart wird zur Zeit der 2. Internationale Palästinakongress vorbereitet, in Heidelberg etwa um Joachim Guillard gibt es einen friedenskreis und in Pfaffenhofen (Bayern) arbeiten unermüdlich Bernd Duschner und sein kreis seit dem krieg gegen Jugoslawien. kürzlich iniitierten sie eine unterschriftenkampagnen gegen die kriegshetze gegenüber Syrien. In der hauptstadt Berlin ist die lage besonders trostlos, der manchmal noch zaghaft vorhandene schein trügt völlig. Die GBM hat ihre zeitung "ICARUS" leider eingestellt. die Junge Welt als publikationsorgan spiegelt im grunde nur das gezeichnete Bild, die vorhandene trostlose landschaft, selbst ein rohr im wind. eine weitere alternative ist kaum in sicht. die rührige monatsschrift "Rotfuchs" ist friedenspolitisch nicht sehr engagiert, verzichtet auf die heißen themen. verdienstvoll ist natürlich durchaus ihre standhafte, positive sicht auf die ehemalige DDR. das kleine vierzehntäglich erscheinende blättchen "Ossietzky" ist manchmal recht hilfreich, aber eben auch nicht durchgängig.
Hier und da gibt es vereinzelte mutige stimmen, die aber kein massenwirksames forum haben.
So wie es ist, kann, darf und wird es aber nicht bleiben.
Allerdings wächst im augenblick die gefahr der faschisierung mit jedem tag. Gestern abend brachte das 2. deutsche fernsehen (zdf) den 3 stündigen, aufwendigen spielfilm „die holzbaronin“, in der ein faschistin als positive heldin auftaucht.
Brecht warnt einst vor dem noch fruchtbaren schoß aus dem das monster des faschismus gekrochen war. Seine und anderer warnungen wurden in den wind geschlagen.

Es gilt aber dem imperialistischen, verbrecherischen Kriegsunwesen aufs neue kämpferisch paroli zu bieten!
Wir müssen lernen gemeinsam zu kämpfen, wenn wir nicht gemeinsam untergehen wollen!
Kein Frieden mit dem Kapitalismus!
Es lebe die internationale Solidarität wieder auf !
Hände weg von Syrien!
Hände weg vom Iran!
Raus aus Mali, aus Afghanistan, aus der Türkei und anderswo!




Sunday, February 24, 2013

antimilitarismus klassisch

»Das ist nicht des Deutschen Größe:
Obzusiegen mit dem Schwert,
In das Geisterreich zu dringen
Vorurteile zu besiegen (...)
Männlich mit dem Wahn zu kriegen
Das ist seines Eifers wert.«

Friedrich Schiller (1797)Sämtliche Werke, Bd. I, S. 475









Hands off Iran!


  • Lift immediately all sanctions and stop threats of war against Iran.
  • Recognize the right of the Iranian people to develop nuclear energy for peaceful purposes.
  • Hands off Iran


 International Action Center - iacenter.org 

SIGN ON to IRAN statement responding to the upcoming 5+1 talks on Iran's nuclear development -- supported by the IAC and Ramsey Clark

International support is growing for the legitimate rights of the Iranian people

Support of the legal and legitimate rights of the Iranian people for self-determination and sovereignty is growing as the new round of negotiations with Iran and the countries of 5+1 i.e. US, UK, France, Russia, China plus Germany is set for February 26th in Kazakhstan. A statement demanding the immediate lifting of sanctions and an end to war threats on Iran, which was drafted by SI Solidarity with Iran and initially endorsed by Ramsey Clark and the International Action Center, has gained the support of many known antiwar activists.

The text of the statement which also calls for recognition of the internationally recognized right of the Iranian people to develop nuclear energy for peaceful purposes as well as a partial list of the petition endorsers are included below.

Take a stand against U.S. war threats and sanctions. Please CLICK HERE to use the form below to add you name in support.


Hands off Iran!

There are two sides in this dispute, one composed of the U.S. and its allies in the European Union who accuse Iran of trying to develop nuclear weapons – without presenting even an iota of credible facts or supporting documents – and the other, Iran, which is striving to protect its right to develop nuclear energy for peaceful purposes based on provisions of the International Atomic Energy Agency (IAEA).

Using an unfounded accusation as a pretext for acts of aggressions, one side of the dispute headed by the US empire is currently punishing the other side, Iran, with the genocidal sanctions, an inhuman act that has endangered the life of 10s of millions of innocent Iranian citizens for their “crime” of deciding to live independent and free from the yoke of hegemonic powers. The excuse for these aggressions is an allegation that has strongly been denied by Iranian officials and international organizations such as the Non-aligned Movement representing 120 countries. Furthermore, the charge against Iran on intending to develop nuclear weapons has even been refuted by the intelligence agencies of the U.S. government itself.

One side to this dispute has continuously shown its imperial arrogance through war crimes in Afghanistan, Iraq, Libya, and Syria and by fully backing the repeated Israeli mass killings of the Palestinian people, and the other, Iran, has not initiated any war against any nation since its people overthrow the US puppet regime of Shah back in 1979. That record matched with the current position of Iran on opposing wars elsewhere in the world indicates the fact that Iran wishes to live in peace with other nations.

Knowing the facts and the real stands of each party to this dispute, all those who love freedom and truth cannot remain silent or impartial in the “negotiations” between these two opposing camps?

In these negotiations one side is the oppressor and the other side is oppressed. One side is after domination, exploitation and plunder and the other side is looking to preserve its right to self-determination and sovereignty. One side represents the privileged interests of the big capitalist forces, which constitute less than 1% of the world’s population, and the other is struggling for peace, independence and justice, causes in common with the interests of the 99ers. For these reasons we side with Iran and we urge all activists in the international peace movement to join us in signing this statement and raising the demands:
  • Lift immediately all sanctions and stop threats of war against Iran.
  • Recognize the right of the Iranian people to develop nuclear energy for peaceful purposes.
  • Hands off Iran


Add your support by CLICKING HERE to fill in the online form.

Saturday, February 23, 2013

W.Ashajew "Fern von Moskau"antikriegsliteratur/weltliteratur

Wassilli Ashajew, Jahrgang 1915,  sowjetischer Chemie-Ingenieur und Absolvent eines Literaturfernstudiums in Moskau, kriegserfahren und nach Verletzung  im Einsatz in Sibirien, wo er eine Erdölleitung bauen hilft, publiziert 1948 die Romantrilogie "Fern von Moskau".
Der Autor erhält dafür 1949 einen ersten Stalinpreis.

Der Roman zeigt, wie heldenmutig unter widrigsten  Witterungs-Bedingungen die Menschen im abgelegensten Hinterland ihre sowjetische Heimat verteidigt haben. Er zeigt uns, dass die Bedrohung durch Sabotage auch im Krieg nicht aufhörte und dass an der Ostfront die Japaner  auf den Sieg der Deutschen lauerten um ihrerseits anzugreifen.
Wertvoll daran für  uns heutige ist das positive Menschenbild, der Gemeinschaftsinn, die Verantwortung, die schon sehr jungen Menschen für gesellschaftliche Aufgaben übertragen wurde und die Bedeutung Sinn stiftender  gesellschaftlicher Arbeit.
Menschen, die selbst schwerwiegende Fehler machten, ja sich an der Gemeinschaft vergangen haben, dürfen sich bewähren. Die indigene Bevölkerung wird einbezogen, ihre Interessen berücksichtigt.
Vieles ließe sich daran für heute lernen, könnte man die antistalinistische Brille ablegen.

Sagt NEIN zum Krieg, VEREINIGT euch für Demokratie!


INNENPOLITIK

Sagt NEIN zum Krieg, VEREINIGT euch für Demokratie!

EMEPKampagneDie Partei der Arbeit (EMEP) startete kürzlich eine Kampagne gegen den Krieg, die von zahlreichen Gewerkschaften, Berufsverbänden, Künstlerorganisationen, Wissenschaftlern und Intellektuellen unterstützt wird. EMEP möchte nach eigenen Angaben der Kriegstreiberei der AKP-Regierung die Forderung nach Frieden und Fortsetzung des Dialogprozesses in der kurdischen Frage entgegensetzen.
Die EMEP-Vorsitzende Selma Gürkan, die auf einer Pressekonferenz den Startschuß der Kampagne gab, forderte die demokratischen Kräfte in der Türkei sowie auf internationaler Ebene auf, die Friedensbemühungen zu unterstützen.Im Rahmen der Kampagne wurden in Istanbul die ersten Demonstrationen sowie in Betrieben, Stadtteilen und an Universitäten wird eine breit angelegte Aufklärungsarbeit durchgeführt. Nachfolgend dokumentieren wir den Aufruf der Kampagne von EMEP:
Seit langem verfolgen die herrschenden Klassen und AKP-Regierung die Losung „Krieg nach Innen und Außen“. Die „neo-osmanische“ Außenpolitik, die mit der Nahost-Strategie des US-Imperialis-mus kompatibel gemacht wurde, rückt unser Land immer mehr ins Zentrum der Brandstätte Nahost.
Nach der Stationierung des Flugabwehrsystems in Kürecik werden nunmehr in der Region zwischen Kahramanmaraş und Adana Patriot-Raketen stationiert. Angeblich sollen die Patriots von der NATO lediglich zum Schutz der Türkei vor Raketen-Angriffen aus Syrien stationiert werden. So lautet die Begründung der Regierung, die alles andere bestreitet. Darin liegt wohl auch der Grund dafür, warum die AKP-Regierung in ihrer Dankbarkeit bei der NATO alle Grenzen überschreitet. Ministerpräsident Erdogan ging sogar so weit, dass er die Türkei zum „NATO-Boden“ erklärte. Und die Stationierung der Patriots wurde am Parlament vorbei beschlossen.
Allerdings konnte das Argument „Syrien“ niemanden so recht überzeugen. Sowohl Rußland, als auch der Iran erklärten offen und ohne die diplomatische Sprache zu bemühen, dass sie das wahre Ziel seien und warfen der Türkei Kriegstreiberei in der Region vor.
Heute ist von der „Null-Problem-Politik“ keine Spur mehr zu sehen. Vielmehr steckt das Land im Clinch mit allen Nachbarstaaten. Und das ist nicht der einzige Makel der AKP-Regierung. Die Türkei beteiligte sich an dem militärischen Übergriff gegen Libyen, nachdem Erdogan eine Woche zuvor erklärt hatte, dass die NATO dort nichts zu suchen hätte. Und das Hauptquartier der Alliierten Land-streitkräfte der NATO wurde nach Izmir verlegt.
Wir fordern die Offenlegung und Kündigung aller geheimen militärischen und politischen Abkommen, mit denen unser Land zu einem Wachposten des Imperialismus in der Region gemacht wurde. Die Militärbasen in Kürecik, Incirlik und anderswo müssen geschlossen werden. Wir fordern den Austritt aus der NATO!
Im Gleichschritt in den Sumpf eines Kriegs in der Region
Die Haltung der Türkei im Bezug auf Syrien stellt eine konkrete Gefahr dar, die das Land in den Sumpf eines Kriegs im Nahen Osten treibt. Die Türkei wirft Bashar al-Assad einen Völkermord im eigenen Land vor und macht sich angeblich aus humanitären Gründen für einen Regimewechsel in Syrien stark. Angesichts der über 40.000 Toten, die im kurdischen Konflikt ihr Leben verloren, sind die Bestrebungen der Herrschenden in der Türkei und der AKP-Regierung, als Verteidiger der Demokratie aufzutreten keinesfalls glaubhaft. Sollen denn die bewaffneten Banden, die den Namen Freie Syrische Armee (FSA) tragen, Demokratie nach Syrien bringen?
Keine Intervention in einem souveränen Staat, somit auch in Syrien ist akzeptabel. Über die Zukunft Syriens hat einzig und allein das syrische Volk bestimmen und nicht die USA, EU, die Türkei oder eine andere Macht. Jeder Schritt, den die Türkei bezüglich Syriens unternimmt, liefert nach internationalem Recht einen Kriegsgrund und treibt unser Land in den Sumpf des Kriegs. Es ist kein Geheimnis, dass die FSO-Truppen von der Türkei bewaffnet werden und sich nach ihren Attacken auf den türkischen Boden zurückziehen.
Ebenso ist es kein Geheimnis, dass die türkischen Krankenwagen keine Verletzen, sondern Waffen transportieren. Kein souveräner Staat kann zusehen, wenn sein Nachbarland zum Haupt-stützpunkt solcher Bestrebungen wird.
Die Beziehungen zum Irak stellen einen weiteren Konfliktherd dar, der das Potenzial für einen Krieg hat. Die AKP-Regierung richtet ihre Politik in der Region am schiitisch-sunnitischen Konfessions-konflikt aus, die das Ergebnis der US-Strategie ist und spielt dabei mit dem Feuer. Sie nahm den früheren, sunnitischen Vizepräsidenten Hashimi unter ihren Schutz und versucht mit Barsani zusammen die irakische Regierung zu unter-minieren. Der derzeitige irakische Regierungschef Maliki warnte die AKP-Regierung mehrmals und forderte sie auf, sich nicht in die Angelegenheiten seines Landes einzumischen. Auch wenn nicht in diesem Maße, werden die Konflikte zwischen der Türkei und dem Iran zusehends schärfer. Und Russland stellt sich als einer der im Hintergrund agierenden Hauptakteure gegen jeden Schritt, die die Türkei unternimmt.
Kurzum; ihr Traum, zu einer regionalen Macht zu werden, macht die Türkei zu einem Wachposten des US-Imperialismus und der NATO. Angesichts der wachsenden Zahl von Konfliktparteien wird das Land immer mehr in einen Krieg getrieben.
Die Konflikte im Nahen Osten sind auf die Hegemoniebemühungen der imperialistischen Mächte (vor allem der USA) zurückzuführen. Die imperialistischen Interventionen in der Region sind inakzeptabel. Wir fordern, dass die imperialistischen Mächte sich aus der Region zurückziehen und ihre Interventionen unterlassen. Die Staaten und Völker der Region müssen die Probleme unter Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts untereinander lösen.
Kriegshetze auch im Inneren
Die Entwicklungen in der Region und dieLage in Syrien machen das kurdische Problem immer mehr zu einem Problem mit regionalem Charakter. Zugleich wird der Gefahr eines potenziellen inneren Konflikts zwischen Aleviten und Sunniten immer mehr Nahrung geliefert. Und beide Konflikte werden als Faktoren eines inneren Konfliktes immer stärker miteinander verwoben. Obwohl breite Teile der Bevölkerung bezüglich der kurdischen Frage den Wunsch nach einem Ende des Blutvergießens äußern und den neu angestoßenen Dialogprozess unterstützen, geben die Erklärungen der Regierung Grund zur Sorge. Kann denn in einer Situation, in der die Kämpfe fortgesetzt werden, dieser Dialog tatsächlich erfolgreich abgeschlossen werden?
Wenn man darauf beharrt, die Forderungen der Kurden nach nationalen Rechten und die Forderungen der Aleviten nach uneingeschränkter Glaubensausübung ablehnt und mit Gewalt erwidert, kommt das der Fortsetzung der “Kriegspolitik” nach Innen gleich. Die Regierung führt quasi einen Kreuzzug gegen alle gesellschaftlichen Gruppen wie Kurden, Aleviten, Arbeiter, Beamte, Bauern, Umweltbewegung, Studenten, Intellektuelle, Künstler etc., die ihre Rechte einfordern. Sie ist auf dem Weg zu einem autoritären Staat ziemlich weit gekommen.
Während die AKP-Regierung im Bereich von Bildung, Gesundheit und anderen Sozialausgaben Kürzungen vornahm, erhöhte sie den Etat des Verteidigungsministeriums. Mit der Erhöhung des Etats für verdeckte Operationen um ein Vielfaches auf 800 Mio. Lira machte sie deutlich, dass sie auf dem Weg zu einer Kriegsregierung ist. Aus diesem Etat wurden die Gegner von Gaddafi mit Zig-Millionen US-Dollar finanziert. Dass heute die gegen Assad kämpfenden Truppen hohe Beträge aus diesem Topf erhalten, ist ein offenes Geheimnis.
Wir fordern, dass die Regierung ihren militärischen und politischen Operationen ein Ende setzt, damit der begonnene Dialogprozess zu einer demokratischen und populären Lösung führen kann. In diesem Zusammenhang sind die im Rahmen des KCK-Prozesses inhaftierten kurdischen Politiker freizulassen.
Einig für Frieden und Demokratie!
Um die „Kriegspolitik“ der AKP-Regierung und der Herrschenden zu beeenden, müssen wir unsere Kräfte bündeln. Denn Krieg richtet sich gegen die gesamte Bevölkerung und ist der Feind von Demo-kratie und Freiheit. Er bedeutet, dass die Reichen ihre Kassen füllen und das Blut der Armen in Strömen fließt. Er bedeutet Arbeitslosigkeit, Hunger und Elend. Diese Regierung möchte unser Land zum NATO-Boden, unsere Kinder zu US-Soldaten machen. Das lassen wir nicht zu! Dort, wo die Waffen reden, kommen Frieden, Demokratie und Freiheit nicht zum Wort.
Vereinigen wir uns für den Frieden! Denn wenn wir den Frieden erreichen, können wir auch die Demokratie aufbauen. Zur Demokratie gehört mehr als die Erweiterung von politischen und ökonomischen Rechten. Sie dient auch zur Lösung von Problemen bei Umwelt, Frauenrechten, Bildung, Gesundheit, Recht auf Wohnen etc.
Vereinigen wir uns für die Demokratie! Denn wenn wir die Demokratie aufbauen, erreichen wir eine Lösung der kurdischen Frage sowie das gleichberechtigte Zusammenleben aller Nationen, und Konfessionen. Mit ihr ebnen wir den Weg für den Kampf der Werktätigen.
Sagt NEIN zum Krieg, VEREINIGT euch für Demokratie!  

Friday, February 22, 2013

Was tun angesichts der wachsenden Kriegsgefahr?




„Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ lautet ein altes deutsches Sprichwort und Sprichwörter bewahren die Weisheit des Volkes. Ein jeder weiß doch: Der Arzt, der falsch diagnostiziert, kann kein wirksames Heilmittel verordnen, das gleiche aber gilt für Krankheiten, unter denen die ganze Gemeinschaft leidet.
„Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“, wusste vor über 200 Jahren Hölderlin, ein in seiner Zeit verkannter deutscher Dichter. Wollen wir aber gemeinsam Wege bauen aus höchster Gefahr, wozu wir Menschen mit modernsten Werkzeugen durchaus vorzüglich in der Lage sind, dann müssen wir die Bedrohungssituation richtig einschätzen. Wir müssen die gegnerischen Kräfte genau kennen und ihre Schliche durchschauen. Genau daran aber krankt es in Deutschland und Frankreich vor allem, aber auch in den meisten anderen EU-Staaten. Das selbst ernannte „Führungspersonal“ der vor sich hin dümpernden „deutschen Friedensbewegung“ kann Freund und Feind nicht mehr unterscheiden. Ihre Sprecher gehen immer wieder den Feindbildkonstruktionen der mächtigen Rüstungslobby auf den Leim und tanzen nach deren Menschenrechtsmelodie. Sie kaufen seltsamer Weise auch deren Demokratiegesäusel. Anstatt sich auf den harten Boden sozialer Tatsachen zu Hause zu stellen, fantasieren sie mit von "Demokratie-Export", von"Antiterrorkampf", von zu entsorgenden  südöstlichen "Diktatoren" und westlicher "Entwicklungshilfe". Wieder einmal soll die ganze Welt am deutschen Wesen genesen, wie zu Kaisers Zeiten, während der Sparzwang und die Verarmungsspirale in Germania ganz Europa in den Abgrund zieht.
Was dagegen Not tut, ist eine gut organisierte, kämpferische Kraft gegen Lohnabbau, gegen die Rüstungsagenturen und andere Bösewichte im eigenen Land. Soziale Sicherheit und Entwicklungshilfe bei uns zu Hause dienen dem Frieden in der Welt mehr als Waffenexport und Soldaten. Fordern wir also den Ausbau ziviler Infrastruktur, den Ausbau des Bildungs-, des Gesundheits- und  öffentlichen Verkehrswesens. Wenden wir uns gegen den Export des Modells Deutschland. Damit werden wir Massen mobilisieren für gesicherte Arbeitsplätze zu Hause, gegen  den Eintritt perspektivloser Jugend in die  Berufsarmeen und gegen das Söldnerunwesen.

- Exportieren wir soziale Sicherheit anstelle angriffsfähiger „Patrioten“!
- Gehen wir rückwärts um, vorwärts zu kommen!
- Studieren wir die klassischen Antikriegstexte und lernen wir daraus“:

„Friede den Hütten, Krieg den Palästen!" (Georg Büchner, Hessischer Landbote, 1834)