Tuesday, August 12, 2014

Wider die wahrheitswidrigen. kriegstreiberischen Sprachregelungen

Über die Bedeutung von Manipulation durch Sprache und  die Notwendigkeit, die Dinge bei ihren wahren Namen zu nennen


Ein Beitrag von Irene Eckert nach der Wiederaufnahme und Verschärfung des Terrors in GAZA und in der Ost-Ukraine, 11. August 2014


Bereits im alten China wusste Konfutse, dass die Richtigstellung der Begriffe eine der ersten Voraussetzungen für gutes Regieren ist. Das Wirken des antiken Philosophen der Alten Welt zielte auf „good governance“, auf Balance und Harmonie im Staate. Der Herrscher möge nicht dulden, dass in den Worten etwas in Unordnung kommt, das sei es, worauf alles ankäme, meinte der große Denker und Staatsberater der Antike.

In einer modernen Demokratie 'herrscht' laut klassischer Lehre das Volk. Demos das Volk, kratein die Herrschaft, so wollten es die alten Griechen. Demnach bestünde die erste Pflicht der Staatsbürger einer Demokratie darin, für Klarheit in den Begriffen zu sorgen, also dafür, dass die Worte das zum Ausdruck bringen, was sie zu sagen vorgeben. Das ist nämlich schon lange nicht mehr der Fall in unseren postmodernen Gesellschaften, wo alles möglich wird. Deswegen herrscht die 'Große Unordnung'. Oder hat diese übergroße Unordnung dafür gesorgt, dass die Spache verunreinigt und die Begriffe bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet wurden?

Auf alle Fälle herrscht sie, die „Große Hure Babylon“. Als 'Große Unordnung' bezeichnete Bert Brecht Faschismus und Krieg. Um die Falschheit dieser Zustände zu überwinden,  forderten die alten Denker und Dichter, begriffliche Klarheit. Die richtigen Worte müssten gefunden werden. Die Lügen seien vom Kopf auf die Füße zu stellen.

Gedenken wir ihrer guten Ratschläge und nennen wir  die Dinge bei ihren richtigen Namen. Fangen wir mit dem Wichtigsten und Aktuellsten an,  mit den Vorgängen in GAZA, in der OST-UKRAINE und im weiteren Nahen Osten. Es sind dies Gebiete, wo gegenwärtig  die schlimmst-denkbare Unordnung menschliches Leben fast gänzlich zu verunmöglichen droht.
Sagen wir daher in deutlichen Worten, was ist.


Kein „KRIEG“ herrscht in GAZA – ein Massaker wird exekutiert


Es gibt keine zwei Seiten, die da gegen einander antreten im Kampfe. Was dort vor sich geht seit über einem Monat ist ein Pogrom (Rolf Verleger), ausgeführt mit modernster Kampftechnik gegen eine mehr oder weniger wehrlose, seit Jahren von der Außenwelt abgeschnittene Bevölkerung. Im einst wunderbaren, vom Handelsvolk der Philister bevölkerten Küstenstreifen am Mittelmeer werden seit über 7 Jahren 1,8 Millionen Bewohner in einem Freiluft KZ festgehalten. Sie werden von einer hochgerüsteten bis an die Zähne bewaffneten Besatzungsmacht systematisch daran gehindert, sich mit Hife eigener Kräfte am Leben zu halten. Sie dürfen weder die Erde bestellen, noch etwas produzieren, noch Handel treiben, noch fischen, noch sich gefahrlos am Strand aufhalten, noch sollen ihre Kinder zur Schule gehen. Selbst die von der internationalen Gemeinschaft der UNO dafür bereit gestellten Institutionen wurden wieder und wieder feige aus der Luft bombardiert. Der ganze Landstrich musste schon vor dem Einsetzen des dritten israelischen Vernichtungsfeldzuges mit steter Regelmäßigkeit als Versuchsfeld für moderne Waffentechnik aus der Luft herhalten. Ausprobiert wurden Drohnen zur gezielten Tötung unerwünschter Personen, Phosphorbomben, Dime-Munition und so manches mehr.
Die immer unglaubwürdigeren, völkerrechtlich unhaltbaren Vorwände für derlei menschenverachtendes Vorgehen verweisen gebetsmühlenartig auf „Raketenangriffe der radikal-islamischen Hamas“. Ignoriert wird mit dieser verordneten Sprachregelung, dass die Hamas a) von Israel einst als Gegenkraft zur PLO ins Leben gerufen wurde b) dass sie heute die gewählte Vertreterin des palästinensischen Volkes ist und die einzig verbliebene und bis vor kurzem noch funktionierende Ordnungsmacht im hermetisch abgeriegelten GAZA-Streifen, c) dass dem unter Besatzung gezwungenen GAZA-Landstrich und seinen Vertretern ein völkerrechtlich verbrieftes Selbstverteidungs- und Widerstandsrecht zusteht und last not least, dass die selbstgebastelten Raketen der GAZA-Bewohner so gut wie keinen Schaden auf seiten der Besatzungsmacht anzurichten vermögen.
Zu bedenken ist bei der Wortwahl auch, dass die jüngste „Entführung“ dreier israelischer Talmud-Schüler im Westjordanland nicht in GAZA stattfand und dass die für deren Tod Verantwortlichen bis heute nicht ausgemacht sind. Ganz zu schweigen von dem unerhörten Lynchmord an einem unschuldigen palästinensischen Kind, das israelische Fanatiker bei lebendigem Leibe verbrannt  haben.

Jüdische Tunnels zum Schmuggeln von Waren und Waffen ins Warschauer Ghetto: Selbstverteidigung, Palästinenser Tunnel ins Ghetto von  Gaza : Akte des Terrors
Die Vorwände, unter denen sich Israel auf sein heiliges „Selbstverteidigungsrecht“ beruft, sind also haltlos, an den Haaren herbeigezogen und möglicherweise sogar inszeniert.

Ungeachtet der noch zu klärenden wirklichen Abläufe gilt das Völkerrecht für alle Nationen groß und klein, ebenso das Recht auf Selbstverteidigung.

In der Ost-Ukraine führen keine „Separatisten“ einen „Bürgerkrieg“ - vielmehr wird ein ganzes Land von gedungenen Söldnern terrorisiert und in den Ruin getrieben

Wenngleich die Ukrainer noch nicht so lange leiden wie das palästinensische Volk, so ist doch gleichwohl ihr Schicksal nach dem Niedergang der Sowjetunion beklagenswert. Die ganze Ukraine war schon vor dem Maidan-Putsch zu einem der ärmsten Länder der Welt herabgesunken.
Die vom Westen, ganz besonders von den USA, ausgehaltenen Putschisten aber haben damit begonnen, ethnische Säuberungen an einem Teil ihrer Bevölkerung zu vollziehen. Was einst als Verbrechen gegen die Menschlichkeit galt (und im Falle Jugoslawiens gar als geheuchelte Kriegsursache herhalten musste), scheint in den Augen der Macher in der Ukraine noch nicht einmal mehr ein Kavaliersdelikt. Die Schuld für ihr teuflisches Vorgehen schieben sie einmal mehr auf die von ihren Machenschaften betroffenen Bevölkerungsteile, die sich ihrer Haut zu wehren suchen. Man versucht, sie ihrer Sprache zu berauben, man zwingt ihre natürlichen Verbündeten, auf die gebotene Solidarität, ja selbst auf humanitären Beistand zu verzichten und man schiebt ihnen eines der perfidesten Verbrechen überhaupt in die Schuhe: den Abschuss einer zivilenVerkehrsmaschine und den Tod von 298 unschuldigen Passagieren samt Flugzeugbesatzung.
Man schimpft sie, die ihr Leben verteidigen und ihr natürliches Recht: „Rebellen und Separatisten“. Man zwingt sie zu Waffen zu greifen und reagiert mit modernster Kriegsmaschinerie, die von Söldnern bedient werden müssen, da die Eigenen desertieren oder den Gestellunghsbefehl verweigern.

Die Bürger der Ost-Ukraine, die von ihrem Recht Gebrauch gemacht haben, die Kiewer nicht zu wählen, die eine föderalistische Lösung und die Gesprächsbeteiligung gefordert haben, werden zu 'Terroristen' hochstilisiert, während es sich wahrheitsgemäß um Selbstverteidigungskräfte handelt. Jene, von denen in Wirklichkeit der Terror ausgeht, erscheinen dagegen als Biedermänner und Legalisten, obwohl sie das gesamte Land ruinieren und ihren Geldgebern zum Fraße vorwerfen.


  • Die Ukraine ist der weiche Unterbauch des russischen Bären, an dessen unermessliche Rohstoffe der Westen umsonst heran will.
  • Vor dem GAZA-Streifen lagern reiche Öl- und Gasvorräte auf die westliche Interessen ihre Gier gerichtet haben.
  • Syrien birgt ebenfalls Gasvorräte und gilt als Durchgangsroute für Energietransporte und mehr.. Auch Syrien ist ein Einfallstor in Richtung Iran zu Russland hin und natürlich gen China.

Die Sprachregelungen mit Hilfe derer der syrische Staatschef dämonisiert wurde, gleichen jenen die jetzt auf den Präsidenten Russlands angewandt werden. Geführt wird eine Sprache des Hasses, jenseits jeglicher Diplomatie. Die großen Medien befinden sich in der Hand der Mächtigen, die glauben, ihre Interessen mit solch kriegerischer Hassrede sichern zu können.

Sie sitzen einem Irrtum auf. Wir aber,  alleBürger einer Demokratie,  sind daher  heute gefordert,  auch im Interesse der Verblendeten die Dinge richtig zu stellen. Achten wir also auf die Sprache, verwenden wir sie mit Bedacht und korrigieren wir wo nötig die sinnentstellenden Formeln.

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