Wednesday, February 25, 2015

Für eine neue Politik in Sachen Griechenland und Russland

von Karl Müller
Am 12. Februar haben sich die Präsidenten der Ukraine, Frankreichs und Russlands sowie die deutsche Kanzlerin auf eine gemeinsame Erklärung zur Unterzeichnung eines Massnahmenpakets zur Umsetzung der Minsker Vereinbarungen verständigt. Sie haben sehr wichtige Sätze formuliert,
die eine Wende in den bisherigen west-östlichen Beziehungen einleiten können. Die Erklärung spricht davon, dass alle Unterzeichner «der festen Überzeugung» sind, «dass es zu einer ausschliesslich friedlichen Lösung keine Alternative gibt». Die Unterzeichner «teilen die Überzeugung, dass eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen der EU, der Ukraine und Russland der Beilegung dieser Krise förderlich sein wird».
Sie unterstützen «trilaterale Gespräche zwischen der EU, der Ukraine und Russland, um praktische Lösungen für Bedenken zu erreichen, die Russland mit Blick auf die Umsetzung des […] Freihandelsabkommens zwischen der Ukraine und der EU geäussert hat», und sie bekennen sich «zur Vision eines gemeinsamen humanitären und wirtschaftlichen Raums vom Atlantik bis zum Pazifik auf der Grundlage der uneingeschränkten Achtung des Völkerrechts und der Prinzipien der OSZE». Alle Beteiligten, aber auch alle anderen Verantwortlichen in Ost und West sind aufgerufen, dabei mitzuhelfen, dass den Worten Taten folgen.

Wichtig dabei ist auch ein Blick auf die Gesamtlage in Europa.

Auch in der Woche 7/2015 steht ein Buch auf der Spiegel-Bestseller-Liste, das vielen Politikern in den EU-Staaten und vielen verantwortlichen Redakteuren in den europäischen Leitmedien nicht gefallen wird. Das Buch hat den Titel «Wir sind die Guten. Ansichten eines Putinverstehers oder wie uns die Medien manipulieren»(ISBN 978-3-86489-080-2). Autoren sind die beiden Journalisten und Publizisten Mathias Bröckers und Paul Schreyer. Das Buch wird von den Leitmedien bekämpft. Aber offensichtlich funktioniert das nicht mehr. Das Buch, Anfang September 2014 das erste Mal erschienen, liegt mittlerweile in der 4. Auflage vor.
Wer das Buch liest – und es liest sich sehr gut, ist sehr gut nachvollziehbar und gut belegt –, der fragt sich erneut, was in EU-Eu­ropa los ist. Wie ist es möglich, dass so viele EU-Politiker und Medienverantwortliche so unverantwortlich mit der Wahrheit umgegangen sind und den ganzen Kontinent wie Hasardeure in einen hochgefährlichen politischen und wirtschaftlichen Machtkampf mit Russland hineingetrieben haben?

Und wie sieht die EU-Politik gegenüber Griechenland aus?

Auch hier ist die Bilanz ernüchternd. Nach fast 5 Jahren «Griechenlandhilfe» durch die EU und ihre Institutionen haben die Griechen die Politiker im Land, die diese «Hilfe» ausgehandelt und mitgetragen haben, am 25. Januar in einer Deutlichkeit abgewählt, die selten ist. Sie haben eine Partei gewählt, die noch vor ein paar Jahren bedeutungslos war. Nun setzt die Mehrheit der Griechen grösste Hoffnungen in sie.
Die bisherige «Rettung» Griechenlands durch die Regierungen der EU-Staaten, durch Institutionen der EU und durch den IWF war mit Programmen und Souveränitätsbeschränkungen verbunden, die für die Menschen in Griechenland unerträglich geworden sind und auch für jedes andere Volk unerträglich wären.
In allen Bereichen, die Lebensqualität ausmachen, ging es die vergangenen 5 Jahre rasant bergab: immer weniger Arbeitspläze, immer weniger Löhne und Renten, immer weniger Sozialleistungen des Staates, sinkende Wirtschaftsleistung des Landes, immer höhere Gesamtverschuldung des Staates, kein Geld mehr für Arztbesuche und Medikamente, kein Geld mehr für die nötigen Lebensmittel, erhöhte Selbstmordrate usw. usw. Im November 2014 waren nach der offiziellen EU-Statistik 50 Prozent der 15- bis 24jährigen Griechen ohne Arbeit, also jeder zweite junge Grieche.
Die Finanzinstitute, bei denen der griechische Staat in den Jahren zuvor Kredite aufgenommen hatte, waren nicht gewillt, von einem nicht mehr zahlungsfähigen Griechenland auszugehen. Dann hätten sie das Risiko ihrer durchweg leichtfertigen Kreditvergabe tragen müssen. Deshalb waren sie daran interessiert, dass Griechenland am Schuldentropf hängen bleibt und die Staaten, also die europäischen Steuerzahler, ihre Aussenstände übernehmen und die neuen Gläubiger Griechenlands wurden. Das ist den Finanzinstituten seit 2010 sehr gut gelungen.
Wie haben die für die EU-Politik Verantwortlichen seit den Wahlen in Griechenland reagiert? «Pacta sunt servanda» ist der rote Faden der Stellungnahmen. Also: Verträge, die mit dazu beigetragen haben, dass das Land in den Ruin getrieben wurde, sollen erfüllt werden müssen. Auch hier gibt es offensichtlich zweierlei Mass: Der Vertrag von Maastricht, der die Grundlagen für das Euro-Regime geschaffen hat, wurde schon rund achtzigmal gebrochen – das hat ein deutscher Bundestagsabgeordneter der CDU vor 3 Jahren ausgerechnet.
Hinzufügen muss man: Die neue griechische Regierung hat nicht angekündigt, bestehende Verträge brechen zu wollen. Sie will neu verhandeln, weil die bestehenden Verträge für sie und für ihr Land nicht länger tragbar sind.
Der neue griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat sich schon zwei Wochen vor den Parlamentswahlen in Griechenland in einem «offenen Brief» an die Deutschen gewandt und auf die Unvernunft der bisherigen «Hilfen» hingewiesen (vgl. Text unten).
Welche Schritte für eine Rückgewinnung von Glaubwürdigkeit der europäischen Politik in Sachen Griechenland gibt es?
Wenn die für die Politik der vergangenen Jahre Verantwortlichen in den Staaten der EU ehrlich eingestehen würden, dass es nicht so weiter gehen kann und dass es jetzt Zeit für eine Neubesinnung und Neuorientierung ist, dann wäre viel gewonnen. Mehr noch: Wenn sie endlich damit aufhören, ihre Politik als «alternativlos» darzustellen und statt dessen alle Bürgerinnen und Bürger einladen, in einen gleichwertigen Dialog über Wege aus der Krise zu treten. Und noch mehr: Wenn sie sich für den Gedanken öffnen, dass es für jedes europäische Land und auch für Europa insgesamt politischer Balsam und nachhaltige Zukunftsperspektive wäre, sich der Idee der direkten Demokratie zu öffnen und die Bürger des Landes endlich als Souverän anzuerkennen.

Das gilt auch für den Umgang mit Russ­land.

Wie sehr wünschte man sich, dass unsere Politiker mehr auf die Bürgerinnen und Bürger hören würden. Wie sehr wünschte man sich, dass die Verantwortlichen in Politik und Medien einmal ernsthaft auf das eingehen würden, was seit Jahr und Tag von der russischen Seite vorgebracht wird. Der russische Aussenminister Sergej Lawrow hat es erneut in München auf der Sicherheitskonferenz getan.
Wie sehr wünschte man sich, dass die Dämonisierung Russlands hinterfragt und aufhören würde. Wie sehr, dass auch die ungerechtfertigten und für beide Seiten fatalen wirtschaftlichen Sanktionen beendet würden. Es ist gut, wenn europäische Politiker wie der französische Staatspräsident und die deutsche Bundeskanzlerin erklären, der Konflikt in der Ukraine lasse sich nicht militärisch lösen und Waffenlieferungen an das ukrainische Militär seien keine Option. Dass es nun ein von den Präsidenten Frankreichs, der Ukraine und Russlands sowie von der deutschen Kanzlerin gemeinsam ausgehandeltes und unterzeichnetes Abkommen gibt, das eine Waffenruhe im Osten der Ukraine fordert und sehr wichtige grundsätzliche Erklärungen abgibt, ist ein Silberstreifen am Horizont.
Aber es wäre auch gut, wenn westliche Politiker etwas gegen das Feindbild Russland tun würden und dabei mithelfen, dass auch in unseren Medien wieder eine realistische Darstellung der Vorgänge und Zusammenhänge Platz bekäme.
Europa begeht in diesem Jahr den 70. Jahrestag des Kriegsendes. Die Menschen in Europa haben noch ein intaktes Wissen und Gewissen dafür, dass Frieden in Europa unverzichtbar ist und dass für einen solchen Frieden Völkerverständigung und Gleichberechtigung der Staaten und Völker unabdingbar sind. Das gilt nicht nur für den Umgang mit Griechenland und Russland, sondern für den Umgang aller Länder unter- und miteinander.    •
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Unterstützt das MInsker Abkommen anstatt es fortwährend zu hinterfragen!







Was ist der Friedensvertrag von Minsk wert?

Friedensabkommen in der Ostukraine: Kann Minsk II erfolgreich sein?

Aktualisiert am 13. Februar 2015, 17:24 Uhr

Noch liefern sich die Rebellen in der Ostukraine erbitterte Kämpfe mit der ukrainischen Armee. Doch damit soll es ab Sonntag ein Ende haben. Dann tritt offiziell die zweite Auflage des bereits im September ausgehandelten Friedensabkommens aus dem weißrussischen Minsk in Kraft. Doch was ist es wert? Die 13 Punkte des Friedensabkommens im Faktencheck.
Bislang sieht es allerdings kaum danach aus, dass die Separatisten sich an das 13-Punkte-Programm halten werden, das Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande in einem 17-stündigen Marathon mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und Kremlchef Wladimir Putin ausgehandelt haben. 
Es lässt zu viel Spielraum für Interpretationen, fürchtet Klaus Segbers, Leiter der Abteilung Politik am Osteuropa-Institut der FU Berlin: "Das ist ein Abkommen, das nicht wasserdicht ist." So präge die Minsker Vereinbarung in vielen Fällen ein zu "vorsichtiger und unvollständiger Charakter". EU-Abgeordneter Knut Fleckenstein (SPD), der der Delegation im Ausschuss für parlamentarische Kooperation EU-Russland angehört, hält das Abkommen hingegen für einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Auch wenn dafür alle Seiten "Abstriche machen mussten". 

Punkt Eins: Waffenruhe 

Es ist das wohl wichtigste Ergebnis der zähen Gespräche in Minsk: Ab Sonntag, 0:00 Uhr Ortszeit (23:00 Uhr MEZ), soll auf beiden Seiten eine Waffenruhe gelten. Seit Ausbruch der Kämpfe sind in den Gefechten in der Ostukraine etwa 6.000 Menschen umgekommen. Derzeit bestätigen sich allerdings die Befürchtungen von Experten, dass vorher noch einmal mit aller Gewalt Fakten geschaffen würden. So sollen in den vergangenen 24 Stunden bei Gefechten um den Bahnknotenpunkt Debalzewe mindestens 18 Menschen zu Tode gekommen sein. Segbers fürchtet, dass durch die zeitliche Verzögerung das Abkommen "entgleisen" könnte.

Punkt Zwei: Abzug schwerer Waffen

Ohne den Waffenstillstand sind die übrigen Vereinbarungen des Abkommens kaum haltbar. Darin ist unter anderem vorgesehen, dass schweres Kriegsgerät auf beiden Seiten bis hinter die Demarkationslinie zurückgezogen wird – je nach Reichweite muss der Abstand zur gegnerischen Seite zwischen 50 und 140 Kilometern betragen. Doch die Linie verläuft nach den Vorgaben des ursprünglichen Abkommens, seither haben die Separatisten aber zusätzliche Gebiete eingenommen. Sie werden in Minsk II nicht berücksichtigt. "Poroschenko hat schwierige innenpolitische Fragen zu beantworten", so Segbers.

Punkt Drei: OSZE zur Überwachung 


Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) soll die Überwachung des geordneten Rückzugs auf beiden Seiten ebenso überwachen wie den Waffenstillstand selbst. Eine schwierige Mission angesichts der Tatsache, dass die Organisation bislang oft daran gehindert wurde, gerade die umkämpften Gebiete in Augenschein zu nehmen. Der Leiter der speziellen Beobachtermission in der Ukraine, Ertugrul Apakan, sagte an diesem Freitag, man sei grundsätzlich zu der Beobachtungsmission bereit – allerdings nur, wenn "eine sichere Umgebung für die Beobachtung gewährt" würde. Eine kleine Gruppe von OSZE-Vertretern sei allerdings bereits an mehreren Grenzkontrollpunkten der russisch-ukrainischen Grenze vor Ort, betonte Apakan.

Punkt Vier: Wahlen in der Ostukraine

Der wohl größte Gewinn für die Separatisten liegt in der Vereinbarung, Wahlen in den von ihnen besetzen Gebieten abzuhalten – damit wird den Rebellen faktisch eine regionale Regierung zugesprochen. Diesen Vorsatz hatte auch schon die ursprüngliche Version aus dem vergangenen September. Stattdessen hielten die selbsternannten Regierungschefs von Donezk und Lugansk Wahlen, die mit dem ukrainischen Recht nicht vereinbar waren – und folglich weder von Kiew, noch international anerkannt wurden. Mit dem neuerlichen Zugeständnis zu Wahlen macht das Land deutliche Zugeständnisse an die Rebellen – schließlich kommt Kiew damit einer der zentralen Forderungen der Separatisten nach. Doch faktisch bleibe die Ukraine das Land und Kiew die "zuständige Zentralregierung", stellt Fleckenstein klar. Nichtsdestotrotz gewännen die Regionen dadurch "weitgehende Autonomie".

Punkt Fünf: Amnestie

Ohne die Übereinkunft, dass den Separatisten keine Strafverfolgung droht, wäre es wohl kaum zu den Verhandlungen in Minskgekommen. "Das war im Moment gar nicht anders möglich", stellt Fleckenstein klar. Müsste die "Hälfte der Verhandlungspartner mit der Angst leben, strafrechtlich verfolgt zu werden", wäre eine Einigung kaum zu finden gewesen, schätzt der EU-Abgeordnete. Doch diesmal prägt die Vereinbarung ein entscheidender Unterschied. So sind schwere Verbrechen bei der Neuauflage von der Amnesie nicht mehr ausgenommen. Damit haben sich die Rebellen im Falle einer vollständigen Rückkehr in ukrainisches Recht ihre Straffreiheit bereits erkauft.

Punkt Sechs: Gefangenenaustausch

Auch diesmal sollen Gefangene ausgetauscht werden. Doch nicht nur zwischen den Separatisten und Kiew. Diesmal fordert Petro Poroschenko auch die Freilassung der in der Ukraine als Kriegsheldin gefeierten Nadja Sawtschenko, deren Prozess in Russland im Frühjahr beginnen soll. Wenn Moskau sich auf unabhängige Gerichte beruft, folgert Fleckenstein, so könne man dort nur zu dem Schluss kommen, dass die Vorwürfe gegen die 33-jährige Pilotin zwei russische Journalisten vorsätzlich getötet habe, kaum haltbar seien – so zumindest die Hoffnung Fleckensteins: Er hält ihre Freilassung zumindest für "möglich". 

Punkt Sieben: Humanitäre Hilfe

Was eine Selbstverständlichkeit scheint, funktionierte bislang mehr schlecht als recht: Die humanitäre Hilfe vor Ort soll künftig auf beiden Seiten den internationalen Regeln folgen. Dazu gehört auch die Deklaration der geladenen Güter. So waren immer wieder Vorwürfe aufgekommen, der Kreml nutze Konvois, um Waffen in die Ukraine zu schmuggeln und auf dem Rückweg tote russische Soldaten zurück in die Heimat zu bringen.

Punkt Acht: Infrastruktur

Die ukrainische Regierung verpflichtet sich, langfristig Behörden zurück in die Regionen der Separatisten zu verlegen. Poroschenko hatte im Herbst veranlasst, dass alle Beamten nach Kiew zurückkehrten, Banken wurden geschlossen. Nun sollen Rentner in den besetzten Gebieten wieder vor Ort ihre Bezüge abheben können.

Punkt Neun bis Dreizehn: Verfassungsreform

Die Kontrolle der Grenzen zu Russland soll nicht mehr den Separatisten, sondern der ukrainischen Regierung zustehen. Allerdings erst, wenn diese in einer Verfassungsreform die weitreichende Autonomie der Gebiete anerkannt hat und die geplanten Wahlen durchgeführt wurden. "Die Rebellen sind damit faktisch in einer starken Rolle", so Osteuropaexperte Segbers. Ihr Ziel sei es schlussendlich, unabhängige Volksrepubliken zu gründen. Wenn sie bei den Wahlen gewinnen, wäre es ein Leichtes, weiter aus Russland mit Waffen versorgt zu werden.
Ob Minsk II erfolgreich sein kann? Zu sehr seien die Kernelemente des Abkommens auf die "Zustimmung der Rebellen konditioniert" worden, schließt Segbers. Ausschließen, dass mit Minsk II endlich Frieden einkehren könnte, will er dennoch nicht. "Das ist letztendlich eine Frage des politischen Willens", schließt Segbers. EU-Abgeordneter Fleckenstein ist hingegen optimistischer: Zwar seien die Erfahrungen mit dem ersten Abkommen keinesfalls ermutigend, dennoch habe er "Hoffnung". "Wir sollten diesem Abkommen eine Chance geben und es nicht schon vor der Stunde Null zerreden."
http://www.gmx.net/magazine/politik/friedensabkommen-ostukraine-minsk-ii-erfolgreich-30444674

Eklat bei "Menschen bei Maischberger" - Putin-Versteherin will Sendung verlassen





Gabriele Krone-Schmalz (65), Autorin und Ex-Moskau-Korrespondentin der ARD, wollte die Sendung von Sandra Maischberger verlassen.

Eklat bei "Menschen bei Maischberger" - Putin-Versteherin will Sendung verlassen


Aktualisiert am 25. Februar 2015, 13:14 Uhr
Wladimir Putin und seine Rolle im Ukraine-Konflikt erhitzt derzeit die Gemüter. Auch in der Sendung von Sandra Maischberger hat der russische Präsident für eine heftige Debatte gesorgt. So heftig, dass die frühere Moskau-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz die Sendung verlassen wollte.
"Wir betreten heute vermintes Gelände." Mit diesen Worten führte Sandra Maischberger in ihre gestrige Sendung "Zar Wladimir I. – Was will Putin wirklich?" ein. Nicht nur das Thema selbst ließ enorme Sprengkraft erahnen. Auch die geladenen Gäste - darunter Hardliner und Putin-Versteher -, versprachen im Vorfeld eine höchst kontroverse Gesprächsrunde. 
Geladen waren Gabriele Krone-Schmalz, Autorin und Ex-Moskau-Korrespondentin der ARD; Werner Schulz, Bündnis 90/Die Grünen, Politiker und ehemaliger DDR-Bürgerrechtler; Ivan Rodionov, russischer Journalist; Marina Weisband, ehemalige Piraten-Politikerin; Arnulf Baring, Historiker sowie Tim Guldimann, früherer OSZE-Sondergesandter für die Ukraine.
Es kam, wie erwartet: Bei "Menschen bei Maischberger" prallten Meinungen über den Umgang mit Putin und Russland aufeinander. Schon zu Beginn ließen Mimik und Gestik der Gäste Krone-Schmalz und Schulz erahnen, wie emotional und heiß das Thema noch diskutiert werden würde. Nach ein paar Ausführungen über die aktuelle Lage die Entwicklung des Konflikts, wurde es anschließend persönlich. 
Angesprochen darauf, welche Interessen Russland hat, vermutete Krone-Schmalz eine Fangfrage. "Sie wollen mich aufs Glatteis führen." Historiker Baring grätschte dazwischen: "Sie sprechen zu lang". Maischberger gelang es kurz zur sachlichen Diskussion zurückzuführen. Doch waren die Gemüter – vor allem das von Krone-Schmalz – schon zu sehr erhitzt.

Von Falschbehauptungen und Animositäten


Was folgte, war ein emotionaler Schlagabtausch, der von Halbsätzen und Vorwürfen geprägt war und mehr verwirrte als zur Klärung der Sache beitrug. Zunächst warf Grünen-Politiker Schulz Krone-Schmalz vor, Falschbehauptungen aufgestellt zu haben. Die 65-Jährige fragte empört zurück: "Was glauben Sie eigentlich, was Sie hier machen". Schließlich fragte Krone-Schmalz: "Wo diskutieren wir denn hier eigentlich hin. (...) Wir haben in der Ukraine Krieg. Wir haben in der Ukraine Tote". Schulz erwiderte, dass dafür Russlands Aggressionskrieg verantwortlich sei. 
"Wir haben keinen russischen Aggressionskrieg", widersprach Krone-Schmalz vehement. Dann wurde sie persönlich: "Wenn Sie mal Ihren Intellekt insofern aktivieren, dass sie die Historie bemühen (…)". Darauf Schulz: "Sie haben doch nicht die Wahrheit gepachtet." Dann sprang Maischberger dazwischen. Die Moderatorin ermahnte beide. Daraufhin giftete Krone-Schmalz Maischberger sofort an und drohte die Sendung zu verlassen: "Wissen sie was? Dann machen Sie Ihre Sendung doch alleine". Maischberger konnte die Journalistin aber mit etwas Mühe zum Bleiben bewegen.
Krone-Schmalz bescheinigte der Gesprächsrunde später: Das Niveau der Debatte "erschreckt mich zutiefst". Historiker Baring, der sich ebenfalls das ein oder andere Scharmützel mit der "Putin-Versteherin" liefern musste, kommentierte Krone-Schmalz‘ Auftritt zum Ende mit den Worten: "Sie haben eine schulmeisterliche Art, die mir auf die Nerven geht."

Das sagten die Gäste:

Gabriele Krone-Schmalz: "Da sind ja Milizen am Werk, die sich weder von Kiew noch von Moskau etwas sagen lassen."
Arnulf Baring: "Die Kanzlerin ist, was Russland und die Ukraine angeht, von allen guten Geistern verlassen. (...) Der Einzige, der Erfolg gehabt hat, ist Putin." (...unterstützt  Stiftungen wie die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung, die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung und war Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.Wikipedia)

Werner Schulz: "Nicht José Manuel Barroso, sondern Wladimir Putin hat die Ukraine unter Druck gesetzt."
Werner Schulz: "Was Putin möchte ist eine eurasische Union aufzubauen. (…) Er hat der Ukraine offen gedroht. Er hat die Ukraine auch mit einem Handelskrieg überzogen."
Ivan Radionov: "Ein schlechter Frieden ist besser als ein guter Krieg, der da bisher tobt."
Marina Weisband: "Noch mehr leere Drohungen gegen Russland helfen nicht." http://www.gmx.net/magazine/politik/eklat-menschen-maischberger-putin-versteherin-sendung-verlassen-30470686

Strategic Implications of Debaltsevo Defeat

EDITOR'S CHOICE | 20.02.2015 | 23:10
 
The Novorussians are in control of most of Debaltsevo (officially 90% officially 100% as of midnight GMT). More relevantly, there is no more organized resistance. Russian sources say that about 1000 junta soldiers have refused to surrender and are hiding in the outskirts or have fled to the south end of the cauldron.
The Novorussians are not even bothering to hunt them down or return their sporadic (and inaccurate) fire: they are waiting for hunger and cold to force them to give up. A spokesman for the Novorussians has reported that all communications between the junta forces in the cauldron and their commanders have been suppressed.
Russian TV stations are showing footage of Novorussian soliders raising their flag over the center of the city.
That the forces in the Debaltsevo cauldron were doomed was pretty clear for a while already, but what is still amazing is the speed at which the collapse has taken place. Clearly, we are dealing with a catastrophic collapse of combat capability of the junta forces.
The Russian media is also showing many footages of surrendering junta soldiers in and around Debaltsevo. Those who surrender are treated for their wounds, washed, clothed, fed and they will be sent home as soon as possible.
During his recent press conference in Hungary, Vladimir Putin has confirmed that the Ukrainian forces in Debaltsevo has been defeated. He also confirmed that the US has been sending weapons to the junta and he added that he was absolutely sure that while this could kill more people, it would make no difference at all because the Ukrainian soldiers have no desire to fight whereas the morale of the Novorussians was extremely strong.
Ukrainian troops arrived on Wednesday in Artemivsk after their withdrawal from the eastern city of Debaltseve. CreditAnatolii Stepanov/Agence France-Presse — Getty Images
Debaltsevo cauldronThe most amazing event of the day though is Petro Poroshenko’s continual denial that there is any Debaltsevo cauldron at all. Apparently the junta is in such a shock from the recent events that the freaks in Kiev has decided to simply completely deny the reality of it all.
This is an extremely misguided strategy because even though the Russian media has now been banned on Ukrainian cable and radio stations, and the entire Russian press corps has had its accreditation in the Ukraine canceled, it is still accessible on the Internet and information about the current events is easily transmitted simply by phone (including phone calls from junta forces inside the cauldron).
So while the freaks in the Rada and the government can go into the “deep denial” mode, the population is informed about the reality and rumors will, if anything, only amplify the magnitude of the disaster.
[I would not be most surprised at all if the hardcore crazies à la Iarosh & Co. now turn against Poroshenko. It will be interesting to see how “Iats” and Turchinov will position themselves – my feeling is that they will all turn against Poroshenko next.]
Gorlovka – Debaltsevo AO
I think that what we are witnessing these days is truly a historical event. While the defeat in Debaltsevo is tactical in its dimension, it will most definitely have serious operational consequences and possibly even strategic ones.
Though I cannot say that with any degree of confidence I am getting the strong feeling that the entire Ukrainian military has reached the famous “breaking point” I often mentioned here in the past: the point were regardless of your remaining capabilities the entire organization of your military suddenly and rapidly breaks down.
Yes, I know, the rest of the front is currently stable, but I think that the defeat in Debaltsevo will have a crippling effect on the morale of all the junta forces. Not only that, but as soon as the cauldron is fully eliminated, the Novorussian forces who took it will be available for operations elsewhere.
Think about it: a number of key locations absorbed a huge amount of Novorussian forces, especially the Donetsk airport (which was used to shell Donetsk), the Debaltsevo pocket (which was used to shell Gorlovka, which threatened the Donetsk-Gorlovka-Lugansk axis and which could be used to mount an attack on either Donetsk or Lugansk) and the town of Peski which was used to support the junta forces at the Donetsk airport. They are now all in Novorussian hands.
The question now is where can they turn next?
For the time being, the Novorussians are playing it very “good boys”. They have even begun to withdraw their heavy weapons even though the junta has not (they were supposed to do that simultaneously). But let’s not be naive here: they are doing so because they know that it is safe for them to do it, not because they have any trust in the Minsk Agreement 2 (MA2) or, even less so in the junta.
The Novorussian infantry (and armor) is so superior to the junta’s that they can afford to do so at very little cost to themselves. But since everybody understands that MA2 is impossible to comply with, it is obvious for all the parties involve that the conflict will resume. When that happens, it will be in a dramatically different context from the one this winter.
First, the Novorussians are, for the first time, adequately armed, equipped and supplied. Second, the Debaltsvo operation has shown that for the first time the LNR and DNR forces are capable of working together.
Even Mozgovoi, who has less then good things to say about Zakharchenko or Plotnitsky in political terms, is playing it by the same book militarily and all the Novorussian forces appear to have finally been placed under a single command. Third, the two major weaknesses of the Novorussian positions have now been removed and that is freeing a lot of crack troops for other fronts.
Mariupol AO
Take the case of Mariupol for example. The junta forces there have tried to build an attack in the general direction of Novoazovsk. All they did was to penetrate a couple of kilometers into the no mans land between the two sides and then they were rather easily stopped.
Now that Novorussian crack forces will soon become available, a Novorussian counter-offensive in Mariupol becomes a very real threat to the junta forces in the city.
Until now, any such attack by the Novorussians was risky due to the possibility of a junta flanking maneuver that the danger to be cut off from the rest of the Novorussian forces, but that danger has now receded not only due to the availability of Novorussian forces, but also due to the crushed morale of the junta units.
Another interesting option has been mentioned by anti-maidan’s (very good) military specialist Andrei Basketok who predicts a Novorussian attack along the M4 and N20 in the direction of Karlovka and Avdeevka followed by a pincer attack to surround the junta forces once again (shown in red on this map):
Possible Karlovka-Avdeevka offensive
The real problem for Kiev is that more or less all of the current line of contact can become a potential counter-offensive point for the Novorussians who, by the way, have never concealed their desire to get back all of the historical Novorussian lands.
So while the current (relative) cease-fire is all nice and dandy, I think that by this spring, when the Novorussians will have reinforced their infantry with up to 100’00 more men the situation for the Kiev regime will become absolutely horrific and no amount of US weapon deliveries will change that. This might well be the beginning of the end for the Nazi experiment in Kiev.
The implications for the AngloZionist empire are rather clear: if the 1%ers have any kind of sense of reality left, they should toss out Poroshenko and the rest of the crazies and foster some kind of government of technocrats in charge of drafting a new constitution and organizing a referendum on federalization simply because the folks in Kiev better negotiate while there still is something left to negotiate then to way to be hiding in a surrounded bunker like their hero Hitler did.
Alas, I don’t think Uncle Sam or the Eurocretins have any common sense left in them. Whatever may be the case, by the ballot or by the bullet, but we *are* winning.
The Saker
PS: to fully measure the level of delusional insanity of the junta in Kiev here is the full transcript of the latest statement by Poroshenko about the Debaltsevo situation:
I can inform now that this morning the Armed Forces of Ukraine together with the National Guard completed the operation on the planned and organized withdrawal of a part of units from Debaltsevo. We can say that 80% of troops have been already withdrawn. We are waiting for two more columns. Warriors of the 128th brigade, parts of units of the 30th brigade, the rest of the 25th and the 40th battalions, Special Forces, the National Guard and the police have already left the area.
We can assert that the Armed Forces of Ukraine have fulfilled their tasks completely. This position and success were urgently necessary for us in the course of the Minsk negotiations and after them. We managed to show to the whole world the true face of bandits-separatists backed by Russia, which acted as guarantor and direct participant of the Minsk negotiations.
We were asserting and proved: Debaltseve was under our control, there was no encirclement, and our troops left the area in a planned and organized manner with all the heavy weaponry: tanks, APCs, self-propelled artillery and vehicles.
Commanders are working with their personnel. We are waiting for one more column, one more company. Having withdrawn the combat patrol posts to the new defense line, we have preserved the bridgehead for the defense of the state.
It is a strong evidence of combat readiness of the Armed Forces and efficiency of the military command. I can say that despite tough artillery and MLRS shelling, according to the recent data, we have 30 wounded out of more than 2,000 warriors. The information is being collected and may be clarified.
I would like to say that Russia, which yesterday required the Ukrainian warriors to lay down arms, raise the white flag and surrender, was put to shame by the given actions. Ukrainian warriors honorably approved the high rank of the Ukrainian Defender of the Homeland.
As I promised, they repelled those who tried to encircle them and left Debaltsevo pursuant to my command, which I gave yesterday, when Russian servicemen forbade the OSCE representatives to come to Debaltsevo to reaffirm our readiness to begin the withdrawal of heavy weaponry and demonstrate the absence of encirclement. They knew it was not true. We demonstrated and proved that with our operation.
We are holding the new defense lines. In the course of my negotiations with leaders of the United States and the EU, I demanded a firm reaction from the world to Russia’s brutal violation of the Minsk agreements, the ceasefire regime and the withdrawal of heavy weaponry. We will prepare organized and coordinated actions together.
I have convened the NSDC meeting for this evening. Now, I am departing to the front to meet those who left Debaltsevo. I am honored to shake hands and thank Ukrainian heroes.
Today, my Decree on awarding the high title of Hero of Ukraine to commander of the 128th Mukacheve mining-infantry brigade Serhiy Shaptala will be proclaimed. Ukraine is proud of such heroes. Internal stability will not be undermined by the battalions “everything is lost” and “this is the end”, lies about a lot of soldiers murdered yesterday, encircled roadblocks and Ukrainian warriors without ammunition, food and water.
It is not a Ukrainian scenario. I am confident that those who were spreading it expected a different result. Fortunately, we successfully completed the operation and will have an opportunity to further defend the state.
UPDATE: interestingly, the NYT had a very different view of what has really taken place. In an article entitled “A Bloody Retreat From Debaltsevo as Ukrainian Forces Suddenly Withdraw” the NYT wrote that “Mr. Poroshenko sought to cast the retreat in a positive light, but the loss of the town was clearly a devastating setback for the army”.
The fact that even the NYT has a more realistic assessment of what happened then Poroshenko is a powerful indicator of how totally out of touch the junta propaganda really is.
The Saker blogs at http://vineyardsaker.blogspot.com
 

BRICS Development Bank – A Commendable Alternative To The IMF



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© Photo: gcms.pl The Russian State Duma (parliament) has ratified the agreement on establishment of the BRICS bank, signed by the leaders of Brazil, Russia, India, China and South Africa in July last year. The State Duma’s parliament members hope that the New Development Bank — this is the name given to this financial institution  to start operations by the end of this year.
The New Development Bank is intended for the financing of infrastructure projects in the BRICS countries and developing countries. Experts point out that the new structure is an alternative to the IMF and the World Bank, which are controlled by the United States, which are gradually losing their influence. By the way, focus of the BRICS bank's activities will be directed at those projects that were deprived of aid by international funds.
BRICS summit
BRICS' $100 bln New Development Bank To Start Work By Late 2015 - Russia's Finance Ministry
This will be one of the largest international financial institutions, with a declared capital of 100 billion dollars — says Russian Deputy Finance Minister Sergei Storchak. The initial invested share capital of the New Development Bank will be 10 billion dollars and will be generated over a period of 7 years. The total capital will be distributed proportionally among the five founder members of the bank; contribution of each of them will be 2 billion dollars. Sergei Storchak considers the basic standard of equality of shares as principally essential.
This is a new institution — he points out — in which all countries will have equal shares and each an equal say in the voting process. And, accordingly, presents equal opportunities to shareholders and potential borrowers. In this equation — a major difference between the BRICS bank and other couple of dozen multilateral development banks, which exist in the world, is that the distribution of capital often occurs depending on the economic potential of its participants.
According to deputy head of the Russian Ministry of Finance, the Agreement on establishment of New Development Bank is open for accession to new members. The only condition is that these countries should be members of the UN. However, the new members will not have access to execution of some of its powers, which the BRICS countries are endowed with. In particular, key decisions in the bank will be taken by a majority vote of the founder-members. And only they will have the authority to delegate their representatives to the governing bodies of the bank. The corporate governance system will be three-tiered: a Board of Governors, a Board of Directors and a President, who will be elected for a five year term in rotation. The Agreement stipulates that all officers and employees of the new Development Bank shall be immune from prosecution and immigration restrictions. Their wages will be exempt of taxes. Income and assets of the bank, as well as all deals concluded by the bank will be exempted from any kind of taxes. In addition, property and archives of the bank will not be liable to be searched or seized. The BRICS bank's headquarters will be located in Shanghai. This Chinese metropolis has undertaken to provide an office and all necessary equipment for its operations.
It is expected that the first meeting of the Board of Directors of the New Development Bank will take place in July as part of the planned BRICS summit. This year, members of the group leaders are expected to meet in Ufa — the capital of the Russian Republic of Bashkortostan.
21:34 24.02.2015(updated 21:41 24.02.2015)
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Ukrainischer Vize-Außenminister in Kanada: Wir bereiten umfassenden Krieg vor, um Putin irgendwie zu stoppen


In einem Interview mit dem kanadischen Radiosender CDC News hat der ukrainische Vize-Außenminister Vadym Prystaiko erklärt, sein Land bereite sich auf einen “umfassenden Krieg gegen Russland” vor, “denn wir müssen ihn [Putin] irgendwie stoppen”. Kanada solle die Ukraine in ihrem Vorhaben mit tödlichen Waffen unterstützen. Kanada verkündete seine Bereitschaft für entsprechende Waffenlieferungen. 
Quelle: Adrian Wyld
Quelle: Adrian Wyld
Prystaiko, der noch bis vergangen Herbst als Botschafter in Kanada tätig war, erklärte, die Welt solle sich nicht davor fürchten “der Ukraine bei der Bekämpfung einer Weltmacht” beizustehen.
In dem Interview mit CBC unterstrich der Vize-Außenminister, der von Deutschland und Frankreich in Minsk vermittelte Waffenstillstand werde nicht halten:
“Der größte Eisenbahnknotenpunkt [Debalzewo], den wir jemals in der Geschichte hatten, ist völlig verwüstet und zerstört. Wir sehen, sie [Regierungsgegner] sind nicht zu stoppen, Der Kampf geht jetzt auch in Richtung Süden bis nach Mariupol. Man muss kein Genie sein, um zu verstehen, was sie vorhaben, mit der Zeit versuchen sie immer mehr strategische Punkte einzunehmen.”
Er selber traue dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht über dem Weg. Wie Prystaiko erklärte, gehe es der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, bezüglich Putin, nicht anders. So soll Merkel nach Angaben von Prystaiko, dem US-Präsidenten Barack Obama letztes Jahr im Vertrauen gesagt haben:
“Er ist rational auf seine Art, lebt in irgendeinem Parallel-Universum und sieht alles anders als alle anderen.”
“Natürlich ist der Einsatz sehr hoch”, erklärte Prystaiko und führte weiter aus:
 “Aber wir wollen niemanden erschrecken, wir sind für einen umfassenden Krieg vorbereitet. Und unabhängig davon wie gefährlich es auch klingt, wir müssen ihn [Putin] irgendwie stoppen. Und das nicht nur um die ukrainische, sondern auch die russische Nation zu bewahren.”
Doch die jetzige Hilfe Kanadas ist nach Ansicht Prystaikos noch ausbaufähig:
“Wir brauchen Waffen, damit wir uns verteidigen können.”
Kanada unterstützt die ukrainischen Soldaten bereits seit ungefähr zehn Jahren durch militärische Ausbildungseinheiten. Die Ukraine ersucht nun aber auch Hilfen in Form von Waffenlieferungen, finanzieller Unterstützung sowie Radar- und Satellitensystemen.
Der kanadische Verteidigungsminister Jason Kennedy erklärte bereits bei einer Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag in Ottawa, dass die vorhandenen Radarsysteme der Ukraine nicht ausreichend für die aktuellen Herausforderungen seien. Ebenso betonte er, dass Kanadas Waffenbestände nicht ausreichen würde, um die Ukraine damit unterstützen zu können, aber eine andere Möglichkeit wäre es, Waffen anderen Orts zu erwerben und diese dann der Ukraine zu liefern.
Doch neben Waffen fehle dem Land jedoch auch die finanzielle Kraft sich gegen die Weltmacht Russland zu verteidigen, so der ukrainische Vize-Außenminister:
“Vergessen Sie nicht, dass die Infrastruktur in Donetsk bereits zerstört ist. Wir haben mindestens 20 Prozent ukrainischer Industrie verloren. Auch mussten wir den Im-und Export zu Russland aufgeben.”
Prystaiko bezeichnete die Situation als “schmerzhaft“, doch mit einer “standhaften Position” könne Kanada sein Land unterstützen:
“Für Europa bringt die jetzige Situation eine große Veränderung mit sich, in den Nachbarländern herrscht ein ständiges Angstgefühl.”
Nach Ansicht des ukrainischen Diplomaten verliert der Westen immer mehr das Interesse an dem Ukraine Konflikt:
“Wir sehen uns gezwungen eine sehr ernsthafte Frage an den Rest der Welt zu stellen: Wie können wir auf diese neue Herausforderung reagieren? Es ist bereits 50 Jahre her, dass in Europa eine solcher Konflikt herrschte. Jetzt scheint es wieder soweit zu sein.”
Damit spielte Prystaikos auf Kanadas Bereitschaft an, zwar im Irak zu intervenieren, aber keine Truppen in die Ukraine zu entsenden.