Thursday, October 3, 2019

Hongkong: der Vertrag von Nanjing kehrt zurück


“DIE KUNST DES KRIEGES”

Hongkong: der Vertrag von Nanjing kehrt zurück

Offensichtlich haben einige junge Menschen in Hongkong nach der Übergabe ihrer speziellen Provinz an China die britische Kultur übernommen. Sie kennen die Geschichte ihres Landes nicht und wissen nicht, was sie der Volksrepublik China verdanken. Für ihre Urgroßeltern hatte London nur Elend und Verwüstung gebracht, was zum Zusammenbruch des Reiches der Mitte führte.

 | ROM (ITALIEN)  
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Die "Opiumkriege" stellen das Paradigma des britischen Kolonialismus dar: London versuchte nicht, die chinesische Bevölkerung politisch zu dominieren, sondern sie ausschließlich wirtschaftlich auszubeuten. Um den Drogenkonsum einzuführen, führte Ihre Gnadenreiche Majestät, Königin Victoria, zwei Kriege, die mehrere Millionen Tote forderten.
Hunderte junge Chinesen singen vor dem britischen Konsulat in Hongkong God Save the Queen und rufen "Great Britain Save Hong Kong", eine Kundgebung in London von 130 Parlamentariern, die fordern, dass die britische Staatsbürgerschaft an die Bewohner der ehemaligen Kolonie vergeben wird. Auf diese Weise tritt Großbritannien in der Weltöffentlichkeit, insbesondere bei jungen Menschen, als Garant für Rechtmäßigkeit und Menschenrechte auf. Hierfür wird die Geschichte gelöscht.
Daher ist es notwendig, vor jeder anderen Betrachtung, die historischen Ereignisse zu kennen, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das chinesische Territorium Hongkongs unter britische Herrschaft gebracht haben.
Um in China einzudringen, das damals von der Qing-Dynastie regiert wurde, bediente sich Großbritannien der Verteilung von Opium, das es auf dem Seeweg aus Indien verschiffte, wo es das Monopol innehatte. Der Drogenmarkt verbreitete sich schnell im Land und verursachte schwere wirtschaftliche, physische, moralische und soziale Schäden, die die Reaktion der chinesischen Behörden auslösten. Aber als die gelagertes Opium in Kanton beschlagnahmten und verbrannten, nahmen die britischen Truppen die Stadt und andere Küstenstädte mit dem ersten Opiumkrieg ein und zwangen China 1842 den Vertrag von Nanjing zu unterzeichnen.
In Artikel 3 heißt es dazu: "Da es für britische Untertanen offensichtlich notwendig und wünschenswert ist, Häfen für ihre Schiffe und ihre Läger zu haben, wird China die Insel Hongkong für immer an Ihre Majestät, die Königin von Großbritannien, und ihre Erben abtreten". In Artikel 6 des Vertrages ist festgelegt: "Da die Regierung Ihrer Britischen Majestät gezwungen war, eine Expeditionstruppe zu entsenden, um eine Entschädigung für den durch das gewalttätige und ungerechte Verfahren der chinesischen Behörden verursachten Schaden zu erhalten, erklärt sich China bereit, Ihrer Britischen Majestät den Betrag von 12 Millionen Dollar für die entstandenen Ausgaben zu zahlen.
Der Nanking-Vertrag ist der erste der ungleichen Verträge, mit denen die europäischen Mächte (Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Belgien, Österreich und Italien), das zaristische Russland, Japan und die Vereinigten Staaten in China mit Waffengewalt eine Reihe von Privilegien sicherten: die Abtretung Hongkongs an Großbritannien im Jahr 1843, die drastische Senkung der Steuern auf ausländische Waren (zu einer Zeit, als europäische Regierungen Zollschranken zum Schutz ihrer Industrien errichteten), die Öffnung der wichtigsten Häfen für ausländische Schiffe und das Recht, städtische Gebiete unter eigener Verwaltung ("Konzessionen") von der chinesischen Regierung freizustellen.
1898 annektierte Großbritannien die Halbinsel Kowloon in Hongkong und die so genannten News Territories, die von China für 99 Jahre "gemietet" wurden.
Die weit verbreitete Unzufriedenheit mit diesen Auflagen explodierte gegen Ende des 19. Jahrhunderts in einer Volksrevolte - die der Boxer -, gegen die eine internationale Expeditionstruppe von 16.000 Mann unter britischem Kommando intervenierte, an der auch Italien (und Frankreich, NdT) teilnahmen.
Im August 1900 in Tianjin (T’ienTsin) gelandet, plünderte die Truppe Peking und andere Städte, zerstörte viele Dörfer und massakrierte die Bevölkerung. Später übernahm Großbritannien 1903 die Kontrolle über Tibet, während sich das zaristische Russland und Japan 1907 die Mandschurei teilten.
In China, das zu einem kolonialen oder halbkolonialen Staat reduziert wurde, wurde Hongkong zum Hauptor des Austauschs, der auf der Plünderung von Ressourcen und der Ausbeutung der Bevölkerung durch Sklavenarbeit basierte. Eine riesige Masse von Chinesen war gezwungen auszuwandern, hauptsächlich in die Vereinigten Staaten, nach Australien und Südostasien, wo sie ähnlichen Bedingungen der Ausbeutung und Diskriminierung ausgesetzt sind.
Eine Frage stellt sich spontan: Welche Geschichtsbücher studieren junge Menschen, die Großbritannien bitten, "Hongkong zu retten"?
Übersetzung
K. R.

70th anniversary of the People’s Republic of China shows Beijing’s communism may be the most viable

George Galloway
George Galloway was a member of the British Parliament for nearly 30 years. He presents TV and radio shows (including on RT). He is a film-maker, writer and a renowned orator.
70th anniversary of the People’s Republic of China shows Beijing’s communism may be the most viable
While mistakes of the Soviet Union put it in the museum, China’s capacity to adapt and reinvent itself could soon make it the most important country in the world.
Last weekend, I addressed a 70th anniversary commemoration of the victory of the Chinese revolution. I joked to the Chinese diplomats present that I had spoken at the 70th anniversary of the October Revolution in Russia too and look what happened after that!
Cards on the table, I spent the best years of my life defending the perspectives of the USSR and, where they differed, opposing the Maoist line on matters of national and international politics.
It is now clear however that China had the more sagacious and forward thinking leadership. And that the myriad mistakes of the Soviet model put it in the museum while China goes from strength to strength. I’m happy for China but sad for the people of the former Soviet Union. And here’s why.
China’s capacity to adapt, to evolve, to reinvent itself has made it the second most important country in the world. If I live a normal life-span, I will see it become the first.
ALSO ON RT.COMS&P affirms China’s top rating at A+ despite trade tensions with Washington
Thus, two of my children, who are under 5, go to a Chinese school instead of the Russian language schools I had earlier imagined.
And the cause of my sadness in writing these words is that I continue to believe that the collapse of the USSR was neither necessary nor inevitable. And was also a disaster for the Soviet people, causing the great fall in living standards and life expectancy. While Russia under Putin has recovered strongly if unequally, and largely restored its international prestige, the same cannot be said for the rest of the former USSR.
As China has proved, it was perfectly possible for the Soviet Union to adapt, to correct mistakes, to find a synthesis between capitalism and socialism which worked. A cat neither black nor white but which continued to catch mice. A solution which did not require the liquidation of the state, the abandonment of the mission and the ceding of territory to the endless provocations of the imperialist camp.
The Soviet-inspired (and assisted) victory of the Chinese revolution doubled life expectancy (from just 40 to 80), doubled the population, and on the mainland, ceded not one inch of territory. To the contrary, Hong Kong has returned to the motherland as Taiwan will, one day.
The Chinese economy flourishes despite all the efforts of its adversaries, 800 million people have been lifted out of poverty, and poverty itself will be a museum piece before very long.
ALSO ON RT.COMDiscovery of massive oil deposit could be a game-changer for China
Capitalism flourishes in China but under the same flag which bedecked Tiananmen Square 70 years ago.
Private business flourishes but under the steely eye of the state. Billionaires flourish but no-one doubts the central role of the state and the leading role of the Chinese Communist Party. Anyone who did would not be doing business for very long.
Despite the errors of the Soviet leadership they changed the world, helped change China too, and certainly formed my life and times. But for the USSR and its Red Army the whole world would have fallen under the jackboot of fascism and I would be writing a column of sorts in German.
But nothing that was wrong in the USSR needed to be an existential threat to the existence of the state and its role in the world. If Perestroika had come before Glasnost I could have now been looking forward to speaking at the 102nd anniversary of the victory of the October Revolution next month instead of writing this with a tear in my eye.
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Friday, September 27, 2019

Nachdenken über Greta T .



Nachdenken über Greta T .


Szenenbild aus Metropolis von Fritz LAng
    24. September 2019 von Irene Eckert

    „Greta verdient Mitleid.“ 

"Ein CO2-Emissionsziel ist nicht das optimale Ziel, wenn dadurch Millionen in Armut gefangen bleiben, ganz zu schweigen von Unwissen und schlechter Gesundheit." (NZZ)1



Der Greta Hype treibt die Welt um 

Greta Thunberg, das bezopfte Schwedenmädel, kindliche Ikone aller 'Klimaschützer' tritt dieser Tage vor den Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York. Mit Tränen in der Zornes-Stimme liest sie den versammelten rund 60 Staats- und Regierungschefs, dem UN-Generalsekretär und den Vertretern der Zivilgesellschaft gleichermaßen die Leviten. Ihr kindlich-trotziger Schrei trifft bei den Eliten der westlichen Welt aber keineswegs auf verstopfte Ohren. Das von ihr ausgelöste millionenfache Aufbegehren der Jugend scheint ihnen recht gelegen. Sie machen Gretchen den Hof, schütteln ihr beflissen die Hände, verleihen ihr gar den Alternativen Nobelpreis, den „Right Livelihood Award“ zuerst, der Osloer Friedenspreis wird wohl nicht lange auf sich warten lassen.


Die Huldigungen, die dem halben Kinde in kürzester Zeit zu Teil wurden, gehen in Richtung einer Heiligenverehrung. Dem Auftritt in Davos vor dem Club der Ultrareichen, folgten Empfänge aller Orten, ein Händeschütteln des Papstes, der Empfang beim „guten“ Ex- und Drohnen-Präsidenten Obama. Greta T.s bildlich mahnende Unschuld zielt tief auf unser Unbewusstes, mit seiner Hilfe werden Emotionen gesteuert, wird Hysterie losgetreten, die Angst vor dem nahenden Weltuntergang geschürt. Wer dem gegenüber auf die Bremse tritt und die rationale Ebene sucht, wer Zweifel an Ursprünglichkeit und Authentizität der Mädchengestalt vorträgt, auf Hintermänner und PR-Agenturen verweist, wird rasch als potentieller „Klimaleugner“ stigmatisiert und so aus dem sozialen Konsens ausgeschlossen. 

Im Zeichen der „farbigen Revolutionen“ weht uns die grüne Flagge um die Ohren

Gretas Beispiel folgend, schwänzen Millionen Jugendliche schon mal die Schule, vermeintlich um ihrer Zukunft willen, die wie sie glauben, nicht sein wird. Eltern, Lehrer und Politiker drücken mehr als ein Auge zu, scheinen gar beglückt über das plötzlich ausbrechende Engagement des bis vor kurzem noch völlig unpolitischen Nachwuchses.

Gretas eigener Schulbesuch ist seit fast einem Jahr unregelmäßig. Jetzt will das Mädchen ein weiteres Jahr dranhängen. In ihrer kindlichen Unschuld mag sie selbst fest davon überzeugt sein, einem äußerst gewichtigen, ja menschheitlichen Anliegen zu dienen. 

Ist das aber bei Lichte besehen und mit kühlem Verstand bemessen realistisch? Oder drehen da wieder einmal Kräfte am Rad der Zeit, die dieses zurückdrehen, weil sie dadurch ihr kapitales Schäfchen ins Trockene bringen wollen? Ganz offensichtlich ist, daß der grüne Greta-Hype, alle anderen drängenden Fragen aus dem Licht der medialen Öffentlichkeit verdrängen hilft. Das eben in Gang gebrachte schwarz-rote Klimaschutzpaket soll ein Gesamtvolumen von mehr als 50 Milliarden Euro haben! Wer wird das bezahlen? Der CO2-Preis soll steigen. Ab 2021 soll eine CO2-Bepreisung auf Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas gelten2 Der „Green Deal“made in USA lässt im übrigen grüßen.


Wer aber, so muss einfach gefragt werden, hat dem Gretchen die Mittel dazu verschafft, in die Spitzengremien der Welt vorzudringen und ihr Anliegen publikumswirksam vorzutragen? Warum dulden ihre Eltern und Lehrer und all ihre erwachsenen Mitstreiter die gesetzeswidrige Unbotmäßigkeit des Mädchens, ja befürworten und honorieren sie, haben sie vielleicht gar dazu ermuntert? Antworten hierauf wurden inzwischen vielfach erörtert und manches über ihre zahlungskräftigen und einflussreichen Hinter- und Mittelsmänner ist doumentiert.3

Es erscheint dem kritisch denkenden Menschen sonnenklar: Nicht ohne Mithilfe tatkräftiger PR-Meister wären Millionen Kinder, Jugendliche und Erwachsene am vorigen Wochenende in über 120 Ländern den Aufrufen der kindlichen „Klimaschützerin“ gefolgt. Nicht ohne kolossale mediale Unterstützung der Erwachsenenwelt wären sie unter Parolen wie  „We have no time“ , „Climate Now – School later“, „Fridays for Future“ auf die Straße gegangen.4

In Frankreich bemühten sich immerhin, anders als bei uns, am Samstag vergangener Woche die Gelbwesten-Bewegung und der Gewerkschaftsaufruf der FO gegen die neoliberale Rentenform ihr Anliegen mit dem der Klimaschützer zu vereinigen. Massive Polizeieinsätze in Paris waren die Folge. RT France berichtete live darüber. Der Kampf für den Erhalt der Erde und der für soziale Belange ist für die meisten Franzosen von gleicher Dringlichkeit. Mit ihrer Losung 'bout du mois et bout du monde'5, ein Kampf setzen sie das nahe Monatsende mit dem ferneren Weltende in Beziehung, verbinden so die soziale mit der ökologischen Frage.

Unterdessen blinkt unsere rot-schwarze Bundesregierung nun auf Grün, vorgeblich reagiert sie auf die Proteste der Kinder. Der CO2-Ausstoß soll um jeden Preis bald möglichst verringert werden. Die Frage ist nur, wer den Preis am Ende bezahlen wird. Das Klimapaket visiert eine armenfeindliche CO2-Steuer an6.

So viel Hörigkeit war nie – nur, wer hört da auf wen?

Parallel zeichnet sich immer deutlicher zwar noch nicht das Ende der Welt, aber doch das Ende der westlichen „Wertegemeinschaft“ und der neoliberalen, unipolaren Weltordnung ab. Die von ihr beherrschte Realwirtschaft gerät zunehmend ins Stocken, der Zusammenbruch des globalen Finanzsystems scheint absehbar, ja unabwendbar. Auch wenn unsere Eliten sich das nicht eingestehen und sie vor unseren Augen diese Entwicklung verschleiern, so breitet sich doch nolens volens Endzeitstimmung in ihren Kreisen aus. Die Panik, die Greta Thunberg den Eliten ins Gesicht schreit, ist ihre eigene. Die Zügel der alleinigen Macht entgleiten nämlich derzeit den bisher tonangebenden Kreisen. Daher versuchen sie alles, um von ihrem Versagen und ihrer Schuld gegenüber der Menschheit abzulenken. 


Klimapolitische Ablenkungsmanöver

Während die Welt wie gebannt auf die Klimaerwärmung und den CO2 -Ausstoß starrt, schlittert unser Land unbemerkt in eine Rezession, werden Arbeitsplätze abgebaut, Minuszinsen eingeführt, Bankguthaben der kleinen Sparer geplündert, werden Geldscheine ohne Ende gedruckt. Die vorrangigen Ziele des 74. UN Nachhaltigkeits-Gipfels, auf deren Einlösung die Welt wartet, werden torpediert oder doch zum Schaden von Millionen Erdbewohner in den Hintergrund gedrängt. Diese Ziele lauten in nachfolgender, gewichteter Reihenfolge: 

Frieden, Ernährungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft, Wasser und Verbesserung der Hygiene,Energie, Bildung, Armutsbekämpfung,Gesundheit, ...,  Klimawandel 7 .

Das Greta -Thunberg - Syndrom erlaubt unterdessen den Noch-Mächtigen vorübergehend den Scheinwerfer abzuwenden von der Misere, die sie allerorten angerichtet haben. Das Bühnen-Licht gleitet weit weg von den Kriegsfronten, weg von den gedungenen, geheimen pseudo-privaten Terrorarmeen, vom Massenelend in den von ihnen heimgesuchten Regionen, von den dadurch entfachten Migrationsströmen und den durch die neoliberalen Agenden ausgelösten Verarmungsprozesse auch im reichen Norden des Planeten. Alles starrt wie gebannt auf den vom kindlich-naiven Gretchen beschworenen Weltuntergang. Der Klimawandel ist jetzt das zentrale Thema vor dem alle anderen Sorgen zurück zutreten haben. Kinder klagen die Erwachsenenwelt an, der Krieg der Generationen wird so eröffnet. Der Blick wird weggelenkt von den wahren Verursachern aller von Menschen gemachten Umweltkatastrophen8, weg von den Folgen ihrer unheilbringenden Entscheidungen, der Entwurzelung ganzer Völker in Folge ihrer Ressourcenplünderung, ihrer ewig dafür geführten Kriege. Vergessen die Spaltung der Gesellschaft in ein Unten und Oben, vergessen die angeblich obsolete Soziale Frage, zum Verschwinden gebracht die Klassenfrage. Stattdessen werden neue Fronten geschaffen, so etwa zwischen „Klima-leugnern“ und Klimaschützern.

Archaische Bilder ins Bewusstsein heben

Erinnern wir uns vor diesem Hintergrund an antike Parallelen: In grauer Vorzeit, genauer im Hohen Mittelalter fand 2012 ein Kinderkreuzzug statt. Es war wohl der 7. von insgesamt neun der Kreuzzuge zur 'Eroberung Jerusalems'.Viele Kinder und Jugendliche, aber auch verarmte Erwachsene aus dem Rheinland und Niederlothringen, aus Deutschland und Frankreich also, sollen daran teilgenommen haben. Der Zug soll sich aber schon in Genua aufgelöst haben, weil das versprochene Wunder  der Meeröffnung nicht stattfand. Natürlich machten sich die Kinder kaum auf Grund intrinsischer Eingebung auf den Weg. Jemand muss gewunken und versprochen haben. Hohe Geistliche hatten ihre Hände im teuflischen Spiel. Die meisten jungen und alten Mitläufer sollen unverrichteter Dinge zu Grunde gegangen sein. Viele Überlebende des Kinderkreuzzugs von 1212 landeten schließlich auf den nordafrikanischen Sklavenmärkten.

Im 15. Jahrhundert, zur Zeit des hundert Jahre währenden Krieges zwischen Frankreich und England hörte das damals dreizehnjährige Bauernmädchen Johanna von Domrémy Stimmen göttlicher Eingebung, die sie später zur Märtyrerin und Nationalheldin Frankreichs machen sollten. Mit ihrer Hilfe gelang eine vorübergehende Kriegswende zugunsten Frankreichs. Die spätere Johanna von Orleans starb schließlich auf dem Scheiterhaufen. Später erst wurde sie heilig gesprochen.

Die Sage vom Hamelner Rattenfänger weist in dieselbe Vorzeit zurück. Der Legende nach werden am Ende Kinder bestraft für das Vergehen ihrer Eltern. Die Kinder aber haben sich durch die süße Melodie des Rattenfängers verführen lassen, nur wenigen verhalf ein glücklicher Zufall zum Entkommen. Ähnliches könnte Greta und ihrer Gefolgschaft widerfahren. Sie könnten zu ihrer eigenen Zukunftslosigkeit beitragen, als „No Future in Reverse“, könnte sie das Gesetz der unbeabsichtigten Folgen einholen.

Auch Gretchen, die reine, fleißige Magd in Goethes Urfaust ist eine verführte Jugend. Sie symbolisiert das Unschuldslamm, das sich auf frevelhafte Weise mit dem Teufel einlässt und mit ihrer ganzen Familie bitter dafür bezahlen muss, dass sie seinen Schmeicheleien und dem glitzernden Golde erlag.

Im Jahre 1927 beschert der Wiener Filmemacher Fritz Lang der Welt mit „Metropolis“, einen genialen Stummfilm-Streifen, der Geschichte machen wird. Lang schuf die an biblische Motive gelehnte Figur der doppelten Maria. Die böse, die verführerische Marie ist das äußere Ebenbild der lieb- und hilfreichen Marienfigur, einem Idol der Armen, vor allem der Kinder. Die böse Marie ist das Geschöpf des Wissenschaftlers und modernen Hexenmeisters Rotwang, der im Dienste des Unternehmers Fredersen, einen Golem, einen Roboter, schafft, das krasse Gegenstück zur Heiligen-Figur der Arbeiter-Sklaven, nämlich eine Hure des Kapitals. Sie wird aber von der selben, noch jugendlichen Schauspielerin, Brigitte Helm, auf je großartige Weise verkörpert. Die böse Marie ist eine abbildhafte Marionette, ein geist – und willenloser Maschinenmensch, eine künstliche „Intelligenz“ ohne Seele. Sie verführt die Massen zu Unrechtshandlungen.

In Zeiten, wie den unseren, wo die herrschenden Eliten nicht weiter wissen, müssen wir auf alles, auch auf die Verwendung archaischer Bilder zur Manipulation unseres Bewusstseins, gefaßt sein. Wenn die Herrschenden ihre Endzeit herannahen spüren, greifen sie gerne zum letzten Mittel. Es mag weit hergeholt klingen, aber Erinnerung kann manchmal Denkprozesse in Gang setzen und dadurch wirksamen Einspruch erzeugen.

Unterdessen folgen nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern vor allem mittelständische Eltern (!) dem vermeintlichen Weckruf des modernen Gretchens, einer Gold- und zugleich Pechmarie.. Die gutbetuchten Bürger geben sich dankbar für die überaus wertvollen Denkanstöße des Kindes. Das Handeln der jugendlichen Umweltschützer entlastet das schlechtes Gewissen gewohnheitsmäßiger Weggucker. Man könnte fast meinen, sie huldigten mit Greta T. der Inkarnation einer neuen Umweltschutzgöttin.

Wir brauchen aber keine neuen Götter, sondern Menschen mit Durchblick und Durchsetzungsvermögen. Es bedarf keiner Helden, weder kindlicher Ikonen, noch alter Meister, wenn wir einmal begonnen haben, die Methoden mit Hilfe derer wir gesteuert werden, zu durchschauen. Mit der Arte Dokumentation über Edward Bernays Propaganda- und Manipulationstechniken9 ist ein guter Anfang gemacht. Die Besinnung auf Klassiker etwa auf Bert Brechts Kritik der Indienstnahme der Wissenschaft (Galileo Galliei) oder auf Immanuel Kants Kategorischen Imperativ tut Not. Viele haben schon angefangen am herrschenden Diskurs zu zweifeln. Da das bestehende Gesellschaftssystem keine Lösungen bietet, weder in der Klima- noch in der Sozialen Frage, werden es der Kritiker mehr werden. Die explosive Stimmung in Frankreich bietet einen Vorgeschmack, wohin die Ignoranz der Regierenden und der hinter ihnen stehenden eigentlich Herrschenden (!) gegenüber den Mehrheitsbedürfnissen eines Volkes führen kann. Allerdings zeigt uns die Geschichte, insbesondere die Geschichte Chinas und Russlands, dass der Mensch grundsätzlich in der Lage ist, von ihm geschaffene Probleme auch wieder zu überwinden, und zwar zum Wohle aller.








2 https://www.merkur.de/politik/klimapaket-bundesregierung-streicht-in-neuer-fassung-konkrete-zahlen-aus-gesetz-zr-13011965.html
4RT Video https://www.youtube.com/watch?v=5gbguf44y4U Ein Kommentar: heulende Göre erinnert „Brutkastenlüge“, mit deren Hilfe der 1. Irakkrieg medial möglich gemacht wurde.
5Monatsende oder Weltende, Anspielung auf die Teils arrogant-herablassende Phrase „das Monatsende ist denen wichtiger als das Weltende“
7 Nach einer zuvor ergangenen Umfrage unter den Mitgliedsstaaten stellten sich die folgenden zehn Themen heraus, die als am wichtigsten für einen nachhaltigen Entwicklungsprozess empfunden wurden[18] (sortiert nach absteigender Priorität):
  •  Frieden (neu an der Spitze der Liste nach der Rede von UN Generalsekretär Antonio Guterres vom 1. Januar 2017[19])
  • Ernährungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft
  • Wasser und Verbesserung der Hygiene
  • Energie
  • Bildung
  • Armutsbekämpfung
  • Gesundheit
  • Mittel zur Durchführung des SDG-Prozesses
  • Klimawandel
  • Beschäftigung ( Quelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Ziele_für_nachhaltige_Entwicklung)

8Allen voran dem MIK, dem Militärisch -Industriellen - Komplex und dem von ihrem Profitdrang losgetretenen Kriegen, in Zusammenarbeit mit den Kräften sogenannte „Tiefen Staates“ in den Vereinigten Staaten von Amerika und in den ihnen Hörigen NATO Vasallen; siehe dazu: Brezinski, https://de.wikipedia.org/wiki/Die_einzige_Weltmacht:_Amerikas_Strategie_der_Vorherrschaft
9 Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts stellte sich die Frage, wie die Massen in demokratischen Systemen zu steuern seien. So benötigte 1917 die USA für den Kriegseintritt die Zustimmung der Öffentlichkeit. Theoretiker der Massenpsychologie arbeiteten an einer Methodik der Meinungsbeeinflussung, die schon bald zu einem der florierendsten Geschäftsfelder unserer Zeit wurde …, siehe,
Arte Doku über Edward Bernays, PR und Massenmanipulation und https://www.youtube.com/watch?v=87T3SMkL8HM