Wednesday, August 26, 2015
«Wir wünschen uns ein Europa, das seine Unabhängigkeit und Souveränität stärker zeigt» Putin im RTS
| Interview des Westschweizer Fernsehens RTS* mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Zeit-Fragen > 2015 > Nr. 22, 18. August 2015 > «Wir wünschen uns ein Europa, das seine Unabhängigkeit und Souveränität stärker zeigt» | [Druckversion] |
«Wir wünschen uns ein Europa, das seine Unabhängigkeit und Souveränität stärker zeigt»
Interview des Westschweizer Fernsehens RTS* mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin
Der russische Präsident Wladimir Putin gab dem Westschweizer Fernsehen ein Interview. Das Interview wurde am 25. Juli in St. Petersburg während des Besuchs des Präsidenten bei der einleitenden Gruppenauslosung für die Fussballweltmeisterschaft 2018 aufgenommen.
Fernsehen RTS: Guten Abend, Herr Präsident. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Interview genommen haben.
Wladimir Putin (auf Französisch): Bonsoir.
Wir sind augenblicklich in der Stadt St. Petersburg, wo die Auslosungszeremonie für die Fussballweltmeisterschaft im Gange ist, die 2018 in der Russischen Föderation stattfinden wird und für die Sie soviel Energie aufwenden.
Ja, das ist wahr. Ich beglückwünsche uns alle. Ich kann Ihnen ehrlich sagen, und das ist nichts Neues: Wir haben keine besonderen Ambitionen bei dieser kommenden Weltmeisterschaft, obwohl wir sicherlich von unserem Team eine gute Leistung erwarten.
Unser Ziel, diesen Wettkampf abzuhalten, fiel mit den Zielen der Fifa zusammen, nämlich, die Geographie des Fussballs auszuweiten. Nicht zu vergessen, Russland ist ein sehr grosser Staat – der grösste in der Welt, was das Territorium angeht, und der grösste in Europa in bezug auf die Bevölkerung. Zusätzlich zu allem anderen haben wir Visafreiheit – Bewegungsfreiheit – mit den meisten der ehemaligen Sowjetrepubliken, die jetzt unabhängige Staaten sind. Und natürlich wird dieses Ereignis nicht nur für Russland wichtig sein, sondern auch für unsere nächsten Nachbarn.
Sie sind mit Herrn Blatter befreundet, Sie haben ihn unterstützt.
Wissen Sie, wir kannten uns kaum, bevor wir unseren Vergabeprozess begonnen haben, unseren Kampf für die Weltmeisterschaft 2018. Während dieser gemeinsamen Arbeit hatten wir viele Treffen mit Vertretern des Exekutivkomitees, mit den Kommissionen, die in unser Land kamen, und wir trafen Herrn Blatter persönlich. Wir haben sehr gute Geschäftsbeziehungen entwickelt und gute persönliche Beziehungen.
Was diese strafrechtlichen Verfolgungen angeht, die augenblicklich in der Schweiz laufen, haben Sie den Eindruck, dass die Vereinigten Staaten da in irgendeiner Weise involviert sind?
Soweit ich weiss, haben die Vereinigten Staaten angeboten, die Weltmeisterschaft 2022 in ihrem Land stattfinden zu lassen.
Denken Sie, sie haben Rache genommen?
Ich habe meinen Satz noch nicht beendet … Und ihr engster Verbündeter in Europa, das Vereinigte Königreich, hatte angeboten, sie 2018 zu beherbergen. Und die Art, wie sich der Kampf gegen die Korruption abspielt, führt zu meiner Frage, ob dies eine Fortsetzung des Kampfes für 2018 und 2022 ist.
Im übrigen ist niemand dagegen, die Korruption zu bekämpfen; alle sind dafür. Und ich glaube, dass wir sogar härter kämpfen sollten. Aber es gibt gewisse internationale Rechtsnormen, die festlegen: Wenn jemand verdächtigt wird, eine Straftat begangen zu haben, werden bestimmte Informationen gesammelt und dem Büro des Staatsanwalts übergeben, und zwar in dem Staat, in dem der Verdächtige Bürger ist. Aber dies [die Bekämpfung der Korruption] bedeutet keinesfalls, dass ein Staat – ob gross oder klein – durch die Welt zieht, jeden, den er haben möchte, schnappt und ihn dann in das eigene Gefängnis steckt. Aus meiner Sicht ist das inakzeptabel. Ich wiederhole, das heisst nicht, dass wir nicht die Korruption bekämpfen sollten.
Herr Präsident, das ist eine ziemlich wichtige Frage für Sie und für die Vereinigten Staaten von Amerika. Denken Sie, dass diese Handlungen, die nun innerhalb des Regelwerks der Fifa unternommen werden, die Rückkehr zu einer Art imperialistischer Politik von seiten der Vereinigten Staaten sind?
Eine Rückkehr? Sie führen schon lange eine imperialistische Politik; das verstärkt nur diesen Zustand. Ich habe das schon viele Male öffentlich erklärt – und nicht nur ich, sondern auch politische Analysten innerhalb der Vereinigten Staaten, die ebenfalls genau davon sprechen und mit genau diesen Worten. Diese amerikanischen Experten für Aussen- und Innenpolitik glauben, dass diese imperialistische Neigung den USA selbst schadet.
Diese Position steht keinesfalls im Zusammenhang mit Anti-Amerikanismus; wir haben ziemlich viel Respekt und Liebe für die Vereinigten Staaten und ganz besonders für das amerikanische Volk. Ich glaube, dass dies unilaterale Handlungen sind, und die Ausweitung der Gerichtsbarkeit von einem Land ausserhalb des Territoriums seiner Grenzen auf den Rest der Welt inakzeptabel und zerstörerisch für die internationalen Beziehungen ist.
Die Meinungen der westlichen Länder über Sie sind geteilt. Wie Sie wissen, sind manche begeistert von Ihnen, während andere Sie verdammen. Als Sie wieder einmal von Ihrem nuklearen Arsenal sprachen, haben viele über die von Ihrer Seite ausgehende Bedrohung gesprochen.
Dies geschieht von unehrlichen und unaufmerksamen Leuten. Der Prozess, ein neues Wettrüsten zu beginnen, begann von dem Moment an, als sich die Vereinigten Staaten unilateral aus dem ABM-Vertrag verabschiedeten. Weil dieses Abkommen ein Eckpfeiler für das gesamte internationale Sicherheitssystem war. Und als die Vereinigten Staaten sich hieraus zurückgezogen haben und begannen, ein Raketenabwehrsystem zu schaffen als Teil ihres globalen strategischen Waffensystems, haben wir sofort gesagt: Wir werden umgekehrt Schritte unternehmen müssen, um das strategische Gleichgewicht der Kräfte zu wahren.
Ich möchte etwas sehr Wichtiges sagen: Wir tun dies für uns selbst, um die Sicherheit der Russischen Föderation zu gewährleisten, aber wir tun dies auch für den Rest der Welt, weil diese strategische Stabilität das Gleichgewicht der Kräfte sicherstellt.
Wir sind augenblicklich in St. Petersburg, einer Stadt, die während des Krieges sehr gelitten hat. So weit ich weiss, haben Ihr Gross-vater und Ihre Grossmutter erlebt …
Meine Mutter und mein Vater. Mein Bruder, den ich nie gesehen habe, ist hier während der Blockade gestorben.
Ist heute ein neuer Krieg in Europa möglich?
Ich hoffe nicht. Aber wir wünschen uns ein Europa, das seine Unabhängigkeit und Souveränität stärker zeigt und dem es möglich wäre, seine nationalen Interessen zu verteidigen, die Interessen seiner Völker und seiner Staaten.
Ich möchte auf die vorherige Frage zurückkommen. Ein strategisches Gleichgewicht garantierte weltweit Frieden und verhinderte grössere militärische Konflikte in Europa und auf der ganzen Welt. Und als sich die Vereinigten Staaten aus diesem Vertrag zurückgezogen haben, sagten sie: Wir schaffen ein Raketenabwehrsystem, das sich nicht gegen euch richtet, und ihr wollt eine Einsatztruppe errichten; macht, was ihr wollt, wir werden davon ausgehen, dass es nicht gegen uns ist. Und wir machen genau das, was wir schon lange angekündigt haben. Das globale Raketenabwehrsystem ist teuer, und es ist noch unklar, wie wirksam es ist. Und wir entwickeln Waffenssysteme, die dazu in der Lage sind, jedes Raketenabwehrsystem zu besiegen. Und was ich erst vor kurzem angekündigt habe, haben wir während mehrerer Jahre geplant und wurde schon vor langer Zeit öffentlich angekündigt.
Sie sagten, dass Sie sich Europa unabhängiger wünschten. Zum Beispiel, was Frankreich betrifft, während der Zeit von de Gaulle und Mitterand. Was denken Sie gegenwärtig darüber, was dort geschieht?
Ich muss noch die vorherige Frage zu Ende beantworten.
Unsere gesamten strategischen Abwehrhandlungen stehen in voller Übereinstimmung mit Russlands internationalen Verpflichtungen, auch innerhalb des Vertragsrahmenwerkes mit den Vereinigten Staaten über strategische Waffen. Jetzt, was die Souveränität angeht. Die Teilnahme in jeglicher militärischer und politischer Organisation oder einem Block ist verbunden mit dem freiwilligen Verzicht auf einen gewissen Teil der eigenen Souveränität. Ich denke, damals hat sich Frankreich aus der Nato zurückgezogen, um seine Souveränität mehr erhalten zu können als das innerhalb des Rahmenwerkes eines militärischen Blocks möglich ist. Es ist nicht unsere Sache, die Aussenpolitik europäischer Staaten zu analysieren. Aber ich denke, Sie werden mir zustimmen, dass es nicht sehr interessant ist, wenn wir interne europäische Angelegenheiten mit europäischen Partnern in Washington diskutieren müssen.
Herr Präsident, in diesem Augenblick können wir eine ziemlich ironische Wende in der Geschichte beobachten. Gegenwärtig bekommen Sie mehr Unterstützung von seiten rechtsgerichteter und sogar rechtsextremer Parteien in den europäischen Staaten als von linksgerichteten; zum Beispiel von Marine Le Pen in Frankreich und von der SVP in der Schweiz. Wie denken Sie darüber?
Ich glaube, dass das nicht so sehr die Unterstützung für mich ist als vielmehr die Verwirklichung nationaler Interessen, wie sie die politischen Parteien sehen.
Es sind gewisse erdrutschartige Veränderungen in der öffentlichen Meinung weltweit und in Europa im Gange; die Tendenz geht dahin, die nationalen Interessen verstärkt zu verteidigen. Sie müssen verstehen, dass Europa zurzeit ein besonderes Problem hat, einen Zustrom von Migranten. Und hat Europa die Entscheidungen getroffen, die schlussendlich zu dieser Situation geführt haben? Wir müssen ernsthaft und ehrlich sein: Diese Entscheidungen wurden auf der anderen Seite des Atlantiks getroffen, aber Europa muss die Konsequenzen tragen.
Sie meinen die Vereinigten Staaten?
Natürlich. Das ist nur ein Beispiel, aber von denen gibt es viele. Aber das bedeutet nicht – und ich habe das schon gesagt –, dass wir die US-Politik verteufeln sollten; das ist nicht mein Ziel. Sie führen ihre Politik, wie sie es in ihrem Interesse für notwendig halten. Wir müssen danach streben, ein Interessengleichgewicht zu finden; wir müssen unsere Bemühungen intensivieren, der Arbeit des UN-Sicherheitsrats ein neues Momentum geben. Die USA sind sicherlich eine grosse Macht, und das amerikanische Volk hat dieses Land über mehrere Jahrhunderte geschaffen, es ist einfach ein erstaunliches Ergebnis. Aber das heisst nicht, dass die heutigen US-amerikanischen Behörden das Recht haben, durch die ganze Welt zu reisen und jedermann zu schnappen, um ihn in ihr Gefängnis zurückzuschleppen oder aus einer Position zu handeln: «Jeder, der nicht für uns ist, ist gegen uns.»
Wir müssen geduldig sein und mit unseren amerikanischen Kollegen arbeiten, um Lösungen zu finden, so wie wir es auf einigen Gebieten unserer Zusammenarbeit getan haben, so wie mit dem iranischen Atomproblem.
[…] [unvollständig] von den Leuten, die den Islamismus bekämpfen. Denken Sie, dass die Europäer in diesem Problem auf Ihrer Seite sind?
Wissen Sie, als wir erst am Anfang dieses Kampfes waren und den Problemen im Kaukasus gegenüberstanden, war ich erstaunt darüber zu sehen, dass wir, obwohl wir den Beweis hatten, es mit einer terroristischen Bedrohung zu tun zu haben, dass wir Vertreter von al-Kaida bekämpften, wir keine Unterstützung hatten. Als ich meine Kollegen fragte, einschliesslich jenen in Europa: «Seht ihr nicht, was sich da abspielt?», haben sie gesagt: Wir sehen es, aber sie könnten uns nicht unterstützen «wegen gewisser Umstände, einschliesslich innenpolitischer und internationaler Grundsätze». Dann habe ich gesagt: «Gut, wenn ihr uns nicht unterstützen könnt – dann nicht, aber steht uns wenigstens nicht im Weg.»
Jetzt sehe ich, dass sich die Situation verändert hat. Europa und die Vereinigten Staaten sehen inzwischen die reale Gefahr der extremen Manifestationen des Radikalismus und machen bei diesem Kampf mit. Wir sagen hier: «Besser spät, als gar nicht.» Doch wir haben die grosse Hoffnung, dass wir nicht nur in dieser Richtung, sondern auch bei anderen Angelegenheiten – bei der Regelung der Situation in der Ukraine und bei wirtschaftlichen Angelegenheiten – im Dialog bleiben und gegenseitig akzeptable Lösungen erreichen werden. Ich glaube, wir haben alle Fragen, die mit der Fifa zu tun haben, abgedeckt.
Die letzte, Herr Präsident. Wir sprachen über Herrn Blatter absichtlich an dieser Stelle. Was Angela Merkel angeht, sie ist eine ihrer Kollegen, mit denen sie häufig kommunizieren. Sie spricht Deutsch, kommunizieren Sie also auf Deutsch?
Ja, wir sprechen gewöhnlich Deutsch.
Was Herrn Blatter angeht, wissen Sie, ich würde gerne damit zu Ende kommen, da wir damit angefangen haben. Wir kennen alle die Situation, die sich um Herrn Blatter herum entwickelt hat. Ich möchte nicht ins Detail gehen, obwohl ich kein einziges Wort von den Korruptionsvorwürfen gegen ihn glaube. Ich glaube, dass Menschen wie Herr Blatter, solche Köpfe von grösseren internationalen Sportverbänden von der Öffentlichkeit besondere Aufmerksamkeit und Dankbarkeit verdienen. Wenn man irgend jemandem Nobelpreise verleihen sollte, sind es diese Menschen, weil sie es sind, die die Zusammenarbeit zwischen den Staaten verbessern und einen enormen humanitären Beitrag für die Entwicklung guter nachbarschaftlicher Beziehungen zwischen Menschen und Staaten leisten.
Die letzte Frage, Herr Präsident. Die letzte Frage, die ich gerne stellen würde. In Eu-ropa werden Sie jetzt als der neue Stalin dargestellt, manche Menschen präsentieren Sie als Imperialisten. Einige lieben Sie natürlich und schätzen Sie, aber andere stellen Sie auf diese spezielle Weise dar. Es gibt sogar solche, die sagen, dass Sie nach all diesen Jahren, in denen Sie an der Macht sind, verrückt geworden sind. Was würden Sie diesen Menschen antworten?
Nach unserem Interview, denken Sie, ich sei verrückt?
Sie lächeln, trotz all der Vorurteile.
Das ist Teil des politischen Kampfes; es ist schon seit vielen Jahren Teil meines Lebens. Ich versuche, dem nicht zuviel Aufmerksamkeit zu schenken. Ich mache einfach das, von dem ich denke, dass es notwendig ist, im Interesse meines Landes und meines Volkes.
Es ist nicht im Interesse Russlands, mit anderen Ländern in Konfrontation zu sein, aber manchmal sind wir dazu gezwungen, unsere Interessen zu schützen, und wir werden zweifellos damit fortfahren. Allerdings werden wir die Lösung nicht in der Konfrontation suchen, vor allem nicht in der militärischen, sondern im Kompromiss und in gegenseitig akzeptablen Lösungen. Mit Ihrer Hilfe möchte ich nicht jene ansprechen, die mich kritisieren, sondern jene, die mich unterstützen. Ich möchte ihnen für ihre Unterstützung danken und ihnen sagen, dass wir gemeinsam weiter vorangehen. In erster Linie wende ich mich nicht einmal an jene, die ein Bild von mir zeichnen, sondern an jene, die mit dem sympathisieren, was wir tun, und dem im tiefsten Inneren zustimmen. Merci beaucoup (auf Französisch). •
* Das Interview führte Darius Rochebin vom WestSchweizer Fernsehen RTS (Radio Télévision Suisse). Die Fragen wurden auf Französisch gestellt, der Präsident antwortete auf Russisch. Das französischsprachigeVideo findet sich unter: www.rts.ch/info/monde/6967351-vladimir-poutine-l-europe-devrait-se-montrer-plus-independante-des-usa.html
Der Übersetzung von Zeit-Fragen liegt die autorisierte englische Fassung der Webseite des russischen Präsidenten vom 27. Juli 2015 zugrunde. (www.en.kremlin.ru/events/president/news/50066) http://www.zeit-fragen.ch |
Wednesday, August 12, 2015
Cristopher Black: MH17 Tribunal. The Trap Russia Avoided
| EDITOR'S CHOICE | 02.08.2015 | 12:03 |
The push by NATO countries for a UN tribunal to investigate and prosecute those responsible for the shooting down of Malaysian Airlines Flight MH17 last year over eastern Ukraine was an intentional provocation against Russia. There was no other purpose for this NATO initiative than to use it to demonize the Russian leadership, to increase the negative war propaganda being put out by the NATO alliance and ultimately to use it as justification for further aggression against the peoples of east Ukraine and Russia.
There must be no doubt in any reasonable person’s mind that the only result of the creation of such a tribunal by the Security Council was to be an indictment against President Putin himself accusing him of some type of command responsibility. Once Putin was indicted as a war criminal, the anti-Russian propaganda in the west would have increase beyond even the intense levels it now has reached.
We saw what happened to President Milosevic of Yugoslavia when the Yugoslav tribunal indicted him with war crimes at a point during the NATO attack in 1999 when the French and Germans were looking for a political solution. The US driven indictment, arranged through their agent Louis Arbour, effectively killed a political solution since as Arbour stated, and I paraphrase, “you can’t negotiate with a war criminal.”
The same happened to Muammar Gaddafi. The International Criminal Court, again through its US marionettes in the prosecution, labelled him a war criminal and used it to justify their destruction of Libya. Both Milosevic and Gadhafi ended up dead at NATO’s hands. But they are not alone. The list includes a number of African leaders who are in the way of western interests. All labelled as war criminals when in fact it is the west that committed the crimes. The accused’s’ only crime was to resist.
A further stumbling block is the legality of such tribunals. The UN Charter does not give the Security Council the right or jurisdiction to create these ad hoc tribunals and in fact this possibility was explicitly excluded when the International Court of Justice was created which has very limited jurisdiction and none over criminal matters. Of course tribunals have been created as a matter of fact despite this problem but an illegal precedent is still illegal no matter how many times it is repeated.
It is clear that the ad hoc tribunals for Yugoslavia and Rwanda were set up during a period when Russia was under the sway of President Yeltsin and others willing to act in US interests without caring about the implications for Russian and world interests. Russia, and China lost all control over the funding, staffing and running of these tribunals from the very beginning which, from this writers’ personal experience, are controlled at all levels by western intelligence assets.
The indictments and evidence are concocted against selected accused for political and propaganda reasons which are three; to defame the leaders targeted, to justify the western aggression involved in these wars, and finally to cover up the real role of the west in these wars. The judges themselves are selected by the Americans after being interviewed to make certain their subservience is assured.
The other problem with the proposed MH17 tribunal was the claim that it was a matter under Chapter VII of the UN Charter, that is, a matter of international peace and security. The fact that the other ad hoc tribunals have been created under Chapter VII reveals their true political nature. But in the case of MH17, no such argument can be validly made since there has never been an example of a plane being brought down in any circumstances that has triggered the use of Chapter VII of the UN Charter. If there was to be a tribunal regarding MH17 then why was there not one regarding the shooting down of the Iranian civil airliner Flight 655 in 1988, an airliner that was deliberately shot down by the US Navy. Hundreds were murdered but the Americans never demanded a tribunal to bring their officers to account. In fact the commander and crew of the USS Vincennes were given medals for this massacre. If the Soviet Union had demanded such a tribunal at the time the US would certainly have vetoed the motion.
But there is another problem with the proposal that reveals its true political nature. A court can only try those accused of a crime determined to have taken place and can only try accused against whom there is evidence. In regard to MH17 there is the NATO propaganda on one side claiming Donbass militias were involved, aided and abetted by Russia, but without any evidence of this being produced, and, on the other hand, evidence supplied by eye witnesses, air traffic controllers, Ukrainian military pilots and Russian radar plots that indicate that it was more likely shot down by a Ukrainian government Sukhoi jet fighter. In any case, whatever the facts really are, the investigation is not complete and not complete because the NATO alliance refuses to release information that is necessary to make a determination as to who is responsible and what their motives were.
Since NATO is not willing to offer this information to investigators now or to make it public why would they do so if a tribunal was created? They would not. They would have used the tribunal as a forum to bash Russia, fabricate evidence and used it to justify even more western aggression.
The proposal was clearly a trap for Russia and so its veto of July 29th is welcome news. Russia will face criticism from the usual suspects in NATO and more ravings by Samantha Power that it is trying to stop “justice” or is afraid of the investigation, but better to treat these false accusations with a dismissive wave of the hand than to have taken the bait and be faced with the constant harassment, and injustice that would have surely followed if such a tribunal had been approved.
About the author: Christopher Black (Canada), is an international criminal and human rights lawyer. He is Chair of the Legal Committee for the International Committee for the Defence of Slobodan Milosevic and vice-chair of the overall committee, and was Lead Defence Counsel, at the Rwanda War Crimes Tribunal in the case of General Augustin Ndindiliyimana, Chief of Staff, Rwanda Gendarmerie and won his acquittal on all charges in 2014. He was one of the advisers to President Milosevic until his death in 2006 and also worked on other cases at the Yugoslav and Rwanda tribunals.
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Is It Really а «New Cold War»?
| Michael Jabara CARLEY | 12.08.2015 | 00:00 |
It seems like every week some western journalist proclaims the beginning of a «new cold war» between the United States and the Russian Federation. As proof of this, they point to the US/EU-backed fascist putsch in Kiev, NATO military gesticulations on Russia’s western frontiers, the continued US escalation of hostilities against Russian ally Syria, US objections to BRICS, among other items on a long list.
The Cold War, I would remind readers, started in November 1917 when the Bolsheviks took power in Russia. The same old gang, the US, France, and Britain, reacted immediately, encouraging the Russian commander-in-chief to disobey orders from the new Soviet government. When he attempted to do so, the poor fellow was lynched by his soldiers. Undiscouraged and terrified of a socialist revolution in Russia, the so-called Entente tossed fat rolls of banknotes to anyone who said he would fight the Soviets. The Entente sent its own forces to the four distant corners of Russia to do the job themselves. This was the «Allied» intervention which continued until the beginning of 1921 in the west and until 1922 in Eastern Siberia.
Unfortunately for western elites, their soldiers, having survived the abattoir on the Western Front, refused to fight a new war in Soviet Russia. There were grumblings, refusals to embark, and in the case of the French, outright mutinies. «If you want to fight the Bolsh», French soldiers told their commanders, «go do it yourselves.» French sailors underlined their determination not to fight by raising the red flag on ships of the French Black Sea fleet. Scandalised officers feared mutinous crews would take their ships over to the Bolsheviks. «The complete failure of a ridiculous adventure», reported one French commander. The Entente war against Soviet Russia was driven by fear and hatred of Bolshevism.
Russophobia and Sovietophobia did not end after the failure of western military intervention. On the contrary, enmity continued right up until the Nazi invasion of the USSR in 1941. In the 1920s Sovietophobia was intense in the west; in the 1930s it impeded the formation of a Grand Alliance against Nazi Germany. France paid the price in May 1940 when it collapsed in a few weeks, without a Soviet ally.
The 1941 Grand Alliance of the US, Britain, and the USSR was a kind of inadvertent shotgun marriage imposed by the common danger of Hitlerite Germany. Even so, the British high command almost never got on with their Soviet counterparts. At first British generals reckoned that the Red Army could not fight, but who were they to talk? In 1941 the British had yet to win a battle against the Wehrmacht. When the Red Army defeated the Germans at the strategic battle of Moscow in December 1941, British generals had to eat their hats, which they did with bad grace. The outrageous «Operation Unthinkable», a 1945 British contingency plan for war with the USSR, merely underlined undiminished British Sovietophobia, shared of course by the United States, absent President Franklin Roosevelt who died in April 1945. One might argue that the Cold War resumed even before the end of World War II.
Of course the Americans, immersed in their exceptionalism and plagued by notoriously short, self-serving memories, thought the ideologically driven Cold War was something which started after 1945. They were wrong about that, even though their idea, like a zombie, is hard to kill.
The point is that there is no longer the USSR to feed western Sovietophobia. What we have now is a more traditional Russophobia, nourished by many sources but especially by US intolerance of any state unwilling to bow before the Great American Hegemon. It’s more a pre-World War I type of rivalry, aggravated by the recklessness of Imperial Germany, whose role is now played by the United States. Are they the new Huns? Even in the 1990s when Russia was on its knees and led by the corrupt, drunken puppet, Boris Eltsin, the US pursued a policy of Russian encirclement by pushing NATO toward Russian western and southern frontiers, notwithstanding US promises not to do so. The short Russo-Georgian war in 2008, the Ukraine crisis, escalating US aggression against Syria are all signs of the same belligerent policy aimed at Russia. US conduct, paradoxically under the direction of Peace Prize winner Barack Obama, is a sure formula for continued US-Russian hostility, if not for open war.
It might be well to remind people eager to provoke Russia that invaders have generally done poorly against Russian armies. Even the Mongols, who destroyed Kievan Rus in the 13th century, were eventually driven out. Other invaders, Teutonic knights, Poles, Lithuanians, Turks, Swedes, French, Germans, not to mention the Entente in 1918-1920, or the Japanese from 1918 to 1922 and in 1945, all eventually fared badly. Tak bylo, tak budet seems an appropriate warning to would-be invaders. But the Russophobia nourishing US and western belligerence is not a «new cold war». It’s an older pre-1914 type of conflict, and we all know where that led.
Quelle/Source: http://www.strategic-culture.org/news/2015/08/12/is-it-really-new-cold-war.html |
| Tags: Russia US USSR |
Wider das ganze verkehrte Wesen oder Novalis "geheimes Wort"
Es wäre dies Wort des Romantikers, ent-romantisiert zu lesen als die Entzauberung der Propaganda, die Lüftung der Schleier über hochheiligen Tabus, die Richtigstellung der Begriffe, die Wiederentdeckung der historischen Wahrheit aus der Sicht der ewig Unteren, die Wiederbefassung mit Beweismitteln, Quellenforschung. Dies alles ernst genommen und wir könnten die Kriegsherren wie in Andersens Märchen vom Kaiser und seinen angeblich "Neuen Kleidern" schnell entlarven, Frieden stiften und der Gerechtigkeit zum Durchbruch verhelfen. Solange wir das nicht zu tun bereit sind, müssen wir mit den wohlklingenden, wohlgesetzten Worten eines von Hardenberg Vorlieb nehmenWenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen
Wenn die, so singen oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die Welt ins freye Leben
Und in die Welt wird zurück begeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu ächter Klarheit werden gatten,
Und man in Mährchen und Gedichten
Erkennt die wahren Weltgeschichten,
Dann fliegt vor Einem geheimen Wort
Novalis um 1800
Syrien als Teil der Anti-IS-Koalition? Russland verhandelt mit Saudi Arabien
Russland will auch die syrische Regierung ins Boot der Koalition gegen den „Islamischen Staat“ bringen. Dafür lud die russische Regierung den saudischen Außenminister, Adel al-Jubair, nach Moskau, um zwischen den kontroversen Positionen von Riad und Damaskus zu vermitteln. Dennoch scheint Saudi Arabien, was die Position hinsichtlich Präsident Baschar al-Assad angeht, unverändert hart zu bleiben. Riad betrachtet den Präsidenten als Ursache für die Eskalation der Lage in Syrien. RT-Reporter Ilya Petrenko klärt über Russlands Aussichten auf, Saudi Arabien vom Gegenteil zu überzeugen.
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Ehemaliger US-Geheimdienstchef: Aufstieg von IS war eine bewusste Entscheidung der USA
Während die USA erklären, die syrische Regierung sei am Aufstieg von Dschihadisten im Bürgerkriegsland verantwortlich, sagte nun der ehemalige Geheimdienstchef des Pentagons, Michael Flynn, in einem Al Jazeera-Interview, dass 2012 US-Politiker sehr genau wussten, dass die Hauptkräfte hinter dem Aufstand in Syrien Extremisten waren, dennoch unterstützten sie diese bewusst. RT-Reporterin Gayane Chichakyan geht der Frage nach, ob die USA ein afghanisches Modell à la Mudschahidin in Syrien verfolgen.
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