Tuesday, January 28, 2020

Corona-Virus: Gefahr für Menschen, Weltwirtschaft und Börsen?

Corona-Virus: Gefahr für Menschen, Weltwirtschaft und Börsen?

Monday, January 27, 2020

KOMMENTARE
Zum Kurzlink
Von 
7062641
Abonnieren
Die Gedenkfeiern in Yad Vashem, zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz durch sowjetische Truppen, waren der ARD einen Kommentar wert. Darin wird behauptet, Israel und Russland hätten die Veranstaltung gekapert und damit eine Chance im Kampf gegen Antisemitismus vertan. Eine interessante Wahrnehmungsverzerrung findet unser Kommentator.
Zunächst – ein Kommentar ist ein Kommentar, ist ein Kommentar, ist ein Kommentar. Solange er sich an Fakten und die Meinungsfreiheit in den Grenzen des Grundgesetzes hält, kann eine Kommentatorin oder ein Kommentator praktisch alles von sich geben. Auch Abseitiges oder Absurdes. Insofern sollten sich all jene bitte wieder in ihrem Erregungslevel herunterdimmen, die der ARD-Kommentatorin alles Mögliche und Unmögliche unterstellen oder mit abseitigen oder absurden Argumenten und Beschimpfungen die abseitige und absurde Argumentation jener Kommentatorin geißeln. Punkt.
Dabei ist ein Argument der ARD-Kommentatorin durchaus einer Würdigung wert, nämlich, dass es unhöflich wirkt, geladene Gäste, gleich ob von hohem Stand, in hohem Amt oder in hohem Alter warten zu lassen. Allerdings unterstellt die Kommentatorin mit ihren Formulierungen, Benjamin Netanyahu und Wladimir Putin hätten „ihre eigene politische und erinnerungspolitische Privatparty“ gefeiert und „die Einweihung eines Denkmals zur Erinnerung an die Belagerung Leningrads gnadenlos überzogen“, als hätten beide Politiker sich sozusagen gedanken- und grundlos amüsiert und wie Diven die anderen Gäste warten lassen.

Putins angebliche „Privatparty“

Dass in Jerusalem am Tag der 75. Wiederkehr der Befreiung des KZ Auschwitz ein Denkmal eingeweiht wurde für die Toten der 900-Tage-Blockade von Leningrad durch Nazi-Truppen, ist keine „Privatparty“ von Benjamin Netanyahu und Wladimir Putin gewesen, sondern war Teil der offiziellen Feierlichkeiten des Staates Israel an diesem für dieses Land wichtigsten Tag. Die Einladung an Wladimir Putin wurde deshalb von Benjamin Netanyahu bereits bei seinem Besuch in Moskau im Februar 2019 ausgesprochen. An der Einweihung des Denkmals 2020 nahmen deshalb auch folgerichtig der israelische Präsident Reuven Rivlin teil sowie der Bürgermeister von Jerusalem, Moshe Lion. Neben hunderten anderen, auch internationalen Gästen, unter ihnen auch hochrangige, unter ihnen der russische Außenminister, der Bürgermeister von St. Petersburg, Minister, Botschafter und nicht zuletzt hochbetagte Gäste, Dutzende Überlebende der Blockade, die heute in Israel leben.
Wladimir Putins Vater wurde bei der Verteidigung Leningrads schwer verletzt, seinen älteren Bruder Viktor hat er nie kennengelernt, weil der ein Jahr nach Beginn der Blockade, durch die Entbehrungen geschwächt, an Diphterie starb, im Alter von drei Jahren. Es ist nicht bekannt, dass Wladimir Putin das mit einer „Privatparty“ mit wem auch immer feiert. Vielmehr ist bekannt, dass er die Toten und die Helden der Leningrader Blockade zusammen mit Überlebenden und Angehörigen von Opfern dieses Verbrechens jedes Jahr im stillen Gedenken ehrt.
Auf die Idee, dass ein mehr oder weniger großzügiges Überziehen des Zeitplanes der Protokollabteilungen durch Netanyahu und Putin bei der Einweihung des Denkmals für die Toten der Leningrader Blockade in Jerusalem möglicherweise auch eine Geste der Achtung, des Respektes und der Aufmerksamkeit gegenüber den anwesenden Überlebenden der Leningrader Blockade und ihrem Leiden gewesen ist, dass Netanyahu und Putin bei ihrem anderen Treffen vielleicht wichtige Dinge besprechen wollten, die für die fragile Sicherheitslage des Staates Israel von überragender Bedeutung sein könnten, auf diese Ideen kommt die Kommentatorin leider nicht. Sie kritisiert lieber die angeblichen „neuen Verbalattacken gegen Polen“ von Netanyahu und Putin.

„Neue Verbalattacken gegen Polen“ – Nur welche? Wann? Und von wem?

Aber welche sollen das eigentlich gewesen sein? Hat die Kommentatorin den Reden und Wortmeldungen von Benjamin Netanyahu und Wladimir Putin in Yad Vashem und bei den anderen offiziellen Anlässen jenes Tages aufmerksam zugehört oder sie wenigstens aufmerksam gelesen, um derartige Verleumdungen öffentlich aussprechen zu können?
In den Statements von Benjamin Netanyahu und Wladimir Putin bei ihrem bilateralen Treffen kommen die Wörter „Polen“ oder „polnisch“ kein einziges Mal vor, nachzulesen hier. Gleiches gilt für die Statements von Präsident Reuven Rivlin und Wladimir Putin bei deren bilateralen Treffen, nachzulesen hier. Auch im offiziellen Bericht des Büros des israelischen Ministerpräsidenten über die Einweihung des Leningrader Blockadedenkmals im Jerusalemer Sacher Park, nahe des Obersten Gerichtshofes Israels, findet man die Wörter „Polen“ und „polnisch“ an keiner Stelle, nachzulesen hier. Beinahe unnötig, zu erwähnen, dass Ministerpräsident Benjamin Netanyahu auch in seiner Rede bei der Gedenkfeier in Yad Vashem kein einziges Mal die Wörter Polen oder polnisch verwendete, nachzulesen hier.
Dagegen hat Wladimir Putin in seiner Rede in Yad Vashem Polen und sein Volk erwähnt. Als er daran erinnerte, dass auch die Polen Opfer der Nazibarbarei und ihres Herrenmenschendenkens waren. Wörtlich sagte Putin:
„Der Holocaust war die absichtliche Vernichtung eines Volkes. Aber wir müssen uns daran erinnern, dass die Nazis das gleiche Schicksal für viele andere Völker beabsichtigten. Russen, Weißrussen, Ukrainer, Polen und viele andere Völker wurden zu Untermenschen erklärt. Ihr Land sollte als Lebensraum für die Nationalsozialisten dienen und für ihre blühende Existenz sorgen, während die Slawen und andere Völker entweder ausgerottet oder zu Sklaven ohne Rechte, Kultur, historisches Gedächtnis und Sprache werden sollten.“
Was daran eine Verbalattacke gegen Polen sein soll, muss die Kommentatorin darlegen. Dann kann sie vielleicht auch erklären, warum die demonstrative Abwesenheit des polnischen Präsidenten in Yad Vashem oder von Repräsentanten der estnischen Regierung keine Verbalattacke auf das Andenken von sechs Millionen ermordeter Juden sein soll, von denen übrigens rund 40 Prozent Bürger der Sowjetunion waren.

Versuche, die Geschichte des Zweiten Weltkrieges umzuschreiben, gibt es schon lange

Aber hier liegt möglicherweise auch ein Grund für die Sprachverwirrungen und die historischen Anmaßungen der zurückliegenden Wochen. Denn nicht Putin versucht die Geschichte des Zweiten Weltkrieges umzuschreiben, wie derzeit in vielen deutschsprachigen Medien behauptet wird.
Das Umschreiben der Geschichte des Zweiten Weltkrieges begann schon viel früher, schon vor Jahrzehnten, als die UdSSR noch existierte und regelmäßig im Nazijargon von „den Russen“ oder „dem Russen“ oder „den russischen Truppen“ und nicht von sowjetischen Soldaten, dem sowjetischen Volk geschrieben und gesprochen wurde. Interessanterweise wird Russland heute unterstellt, dass der Verweis darauf, dass das gesamte sowjetische Volk Opfer der Nazi-Aggression gewesen ist, die Leiden von Ukrainern oder Belorussen oder anderen Völkern der ehemaligen Sowjetunion zugunsten Russlands herabwürdigen solle.
Ein Denkmal an die polnischen und sowjetischen Soldaten in Warschau (Archivbild)
© SPUTNIK / ALEXEY WITWIZKI / ARCHIV
Die Umschreibung der Geschichte hatte bereits begonnen, als im Kalten Krieg der Nichtangriffsvertrag, inklusive geheimer Zusatzprotokolle zwischen Nazi-Deutschland und der Sowjetunion den Namen der seinerzeitigen Führer der beiden Staaten erhielten, während das Münchener Abkommen, das die Tschechische Republik den Nazis auf dem Silbertablett servierte, natürlich nicht nach den Unterzeichnern der damaligen Mächte bezeichnet wurde und bis heute nicht so bezeichnet wird. Genauso wenig, wie die Liste der Nichtangriffs- und anderen Verträge diverser Staaten mit Nazi-Deutschland, die vor dem Pakt mit der Sowjetunion abgeschlossen wurden, natürlich auch, ohne die Namen ihrer Unterzeichner, einfach nur simple Verträge sein sollen, die keinerlei Bedeutung für die Kriegsplanungen Hitlers hatten, während der Nichtangriffspakt Nazi-Deutschlands mit der Sowjetunion inzwischen gleichrangig mit dem Fall Gleiwitz sein soll.
Die Umschreibung hatte bereits begonnen, als die Verbrechen sowjetischer Soldaten, die an der deutschen Zivilbevölkerung begangen wurden, als die Verbringung von deutschen Kulturgütern in die Sowjetunion, als die rigiden Reparationen, die die Sowjetunion ihrer Besatzungszone aufbürdete, als all das immer wieder dargestellt wurde und wird als seien es beziehungslose Solitärereignisse, die aus einer bösartigen Natur der Sowjetunion/Russlands und sowjetischer/russischer Menschen herrührten, die sich vollkommen grund- und anlasslos über deutsche Frauen, deutsche Männer und deutsche Kunstsammlungen hermachten, ganz so als hätte es Operation Barbarossa, Kommissarbefehl, Barbi Jar, Leningrader Blockade, Stalingrad, Plünderung und Zerstörung sowjetischer Museen und Kulturgüter oder als hätte es den Befehl der „verbrannten Erde“ nie gegeben.
Die Umschreibung hatte schon begonnen, als in der westlichen Darstellung des zweiten Weltkrieges das polnische Katyn wichtiger wurde als das belorussische Chatyn, als die Geheimrede von Nikita Chrustschow auf dem XX. KPdSU-Parteitag 1956 wichtiger wurde als die Geheimrede von Heinrich Himmler auf der Reichs- und Gauleitertagung in Posen 1943, als Lawrenti Berija und der NKWD wichtiger wurden als Reinhard Gehlen und der BND.
Die Umschreibung der Geschichte hatte begonnen, als die Sowjetunion, als die Errichtung sozialistischer Staaten in Osteuropa mit Nazi-Deutschland, als die Nazi-Bewegung und die Kommunistische Bewegung gleichgesetzt wurden, natürlich mit dem Wort Diktatur belegt, während umgekehrt die schmerzbefreite Wiedereinreihung schlimmster Nazi-Verbrecher und –Kollaborateure in westliche Staatsapparate nur deshalb als „Aufbau der Demokratie“ durchging, weil Alt-Nazis und neue Demokraten in einem Punkt einig waren, in ihrer fanatischen antikommunistischen und antisowjetischen Grundhaltung. Hitlers Hauptziel war bekanntlich immer der jüdisch-bolschewistische Untermensch im Osten.

„D-Day“ und „Tag des Sieges“ – Die üblichen westlichen Doppelstandards

Die Umschreibung der Geschichte des Zweiten Weltkrieges war schon in vollem Gange, als die großangelegten Feierlichkeiten zum 75-Jahrestag der heldenhaften Landung tausender Soldaten der Westalliierten in der Normandie in der Berichterstattung vor allem auch in Deutschland in einem Tonfall dargestellt wurden, als wäre diese – ich möchte es ausdrücklich noch einmal betonen, weil es schlicht den Tatsachen entspricht – als wäre diese beispiellose logistische Meisterleistung und Heldentat, die mit einem hohen Blutzoll tausender Soldaten bezahlt wurde, deren Opfer zu Recht nicht hoch genug gewürdigt und gedacht werden sollte, als wäre aber der D-Day das zentrale Ereignis des Zweiten Weltkrieges gewesen, während die Rote Armee sich bis zum 6. Juni 1944 in den Schützengräben der „Ostfront“ die Zeit mit Kartenspielen vertrieben hätte, obwohl die sowjetischen Truppen bis zu diesem Zeitpunkt zwei Drittel der Wehrmacht und ihrer Verbündeten gebunden hatten.
Die Umschreibung der Geschichte des Zweiten Weltkrieges hatte begonnen, als über die großangelegten Feierlichkeiten zum 74. „Tag des Sieges“, am 9. Mai 2019 in Moskau, im Westen despektierlich mit Überschriften wie „Wann endet der Sieges-Wahn?“ berichtet wurde und natürlich die Militärparade auf dem Roten Platz nur „Putins Großmachtstreben“ dokumentierte.
Mittlerweile ist bei der Umschreibung der Geschichte des Zweiten Weltkrieges die Phase eingetreten, in der ganz offen versucht wird, der Sowjetunion eine gleichrangige Schuld am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zuzuschreiben und die Last und Leistungen, die das sowjetische Volk bei der Bekämpfung und Niederschlagung der Nazi-Barbarei getragen und erbracht hat, als eine Art Petitesse und die Empörung in Russland über dieses Klein- und Umschreiben als „Putins ausufernder russischer Nationalismus“ diffamiert wird.

Wehe, es lobt jemand russischen Kampf gegen Antisemitismus

Die ARD-Kommentatorin meinte unter anderem auch:
„Und es sind Zweifel angebracht, ob aus dem Erinnern an diesem Tag und an denen, die in den nächsten Tagen noch folgen, ob aus all den nochmal erzählten herzzerreißenden Schicksalen der Toten und Überlebenden, ob daraus tatsächlich konkrete Schritte folgen, mit denen der grassierende weltweite Antisemitismus zurückgedrängt werden kann.“
Diesen Zweifeln kann abgeholfen werden, denn Moshe Kantor, Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses (EJC), der die Gedenkveranstaltung in Yad Vashem organisierte, berichtete in seiner Rede von fünf Beispielen aus Deutschland, den USA, Frankreich, Großbritannien und Russland, wo die Regierungen Gesetze erließen, die den Kampf gegen Antisemitismus stärken sollen. Kantor erwähnte dabei Russland als das Land mit den „wahrscheinlich niedrigsten Fallzahlen von Antisemitismus“, wo „aufgrund einer sehr kompromisslosen, langfristigen Antisemitismuspolitik…antisemitische Vorfälle…mit maximaler Schwere behandelt“ werden und damit „Antisemitismus in der Öffentlichkeit praktisch beseitigt“ sei.
Aber, wir ahnen es und können es auch in diversen Medien dieser Tage lesen, Moshe Kantor ist suspekt. Denn der 1953 in Moskau geborene Oligarch gilt als Vertrauter und Berater von Wladimir Putin, und natürlich war die Einladung des russischen Präsidenten nach Yad Vashem, inklusive Rede eine üble Verschwörung gegen Polen, dessen Präsidenten angeblich oder tatsächlich durch Moshe Kantor ein Rederecht in Yad Vashem verweigert wurde, weshalb der polnische Präsident und andere behaupteten, Putin würde diese Rede zur Verunglimpfung Polens nutzen. Wie war das noch mit den verbalen Attacken?
* Die Meinung des Autors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

Thursday, January 23, 2020

„Gottes Werk und Teufels Beitrag“ 1


Kritik einer längst nicht überholten US-amerikanischen Abtreibungs-Fiktion2 von Irene Eckert

Anderswo, ging's mal anders zu

„In anderen Teilen der Welt3 wird das Leben gefeiert. In jenen US-fernen, menschen- und kinderfreundlichen Zonen der Erde gilt der Knosp im Mutterschoß als kostbare Frucht.
In jenen anderen Teilen der Welt gibt es kostenlose Beratung für werdende Mütter. Es gibt dort Mutter-Schutz-Gesetze, umfassende medizinische Betreuung und soziale Fürsorge durch die öffentliche Hand. Es gibt dort also Gesetze, die Schwangere und junge Mütter unter besonderen Schutz stellen. Auch für das werdende Leben ist bestens gesorgt: Es gibt Hebammen und Säuglingsschwestern, Kinderkrippen und Kindergeld, Elternzeit und Teilzeitarbeit für junge Mütter und Väter, außerdem gut ausgebildete, fähige und vor allem liebevolle Erzieherinnen. Das gesamte Umfeld freut sich auf das willkommene, neue Leben. Falls ein Neugeborenes dennoch einmal zur Adoption freigegeben wird, weil die Umstände es gebieten, dann werden sorgfältig ausgewählte, geeignete Ersatzeltern gefunden, die dem Kinde eine freundliche Zukunftsperspektive bieten. Sollten sich Schwangerschaftsunterbrechungen4 trotz alledem einmal, umständehalber, als unausweichliche Notlösung abzeichnen, dann wird es den Frauen anheim gestellt, diese innerhalb gewisser Fristen unter medizinisch einwandfreien Bedingungen vornehmen zu lassen.
Den allermeisten Eltern aber bereiten in freudiger Erwartung alles für den neuen Erdenbürger vor.5

„Ehrfurcht vor dem Leben“ wider lebensfeindliche All-Macht-Phobie

In anderen Zeiten galt die „Ehrfurcht vor dem Leben“ als universelles Ethikkonzept. Albert Schweitzer, der 'Urwaldarzt aus Lambarene' entschiedenster Verfechter dieser Doktrin, dreifacher Doktor, Musiker, Schriftsteller und Professor für Theologe aus dem Elsaß wurde dafür 1954 mit dem Friedensnobelpreis belohnt.6 In jenen, doch nicht so fernen, Zeiten wäre jemand, der ein „Menschenrecht auf Abtreibung“ eingefordert hätte, für plem plem erklärt worden, heute hat er Amnesty International auf seiner Seite7.
In jenen vormals anderen Zeitwelten beherrschten die morbiden Unwerte und anarcho-nekrophilen Machtphobien des todgeweihten General-Imperiums noch nicht weitgehend unbeschränkt die Herzen und Hirne von Millionen Menschen der vielbeschworenen westlichen Wertegemeinschaft. Zu nahe noch waren die Schatten zweier völkermörderischer Kriege.
Zwischen den zwei Großen Kriegen wurde das Thema aber durchaus nicht ausgespart. Friedrich Wolf hat es etwa 1929 mit seinem international erfolgreichen Drama „Cyankali“ sozial relevant gestaltet.8

John Irving, ein seelenloser US-Seeleningenieur schafft Figuren ohne Herz

Inzwischen wird der die Seele spottende „Seeleningenieur“9 John Irving, der  Erfinder einer illegalen, weltfernen, hoch in den Wolken gelegenen Abortpraxis aus der ersten Hälfte des 20igsten Jahrhunderts im US-Bundesstaat Maine als nobelpreisverdächtig bejubelt10. Der Autor und sein äußerst zwielichtiger Protagonist, der menschenscheue, a-sexuelle, äthersüchtige Gynäkologe und Engelmacher Dr. Wilbur Larch werden insbesondere von der westlichen Filmkritik in den Himmel gelobt. Mit vorgeblich „sanften“ Händen will der Abtreibungsfanatiker die ebenfalls ätherbetäubten Schwangeren aus ihrer Not erlösen. Nacht für Nacht (!) nimmt der bis ins höchste Greisenalter aktive Abortpraktiker unter recht unhygienischen Umständen, in jeglichem Stadium Aborte vor. Die Föten liegen schon mal tagelang in der Nierenschale oder im Müll, so dass die Waisenkinder sie aufspüren. Als Tagewerk betreibt der noble Menschenfreund, quasi zur Tarnung, ein lieblos geführtes Waisenhaus, denn „Liebe im Waisenhaus kreiert nur Monster“, meint Dr. Larch. Als Agent für die Vermittlung von Adoptiveltern, versagt sein „Händchen“ nun ganz und gar. Die von ihm aufgetriebenen Paare erweisen sich fast ausnahmslos als noch haarsträubender und unmenschlicher als der von ihm geführte Notbehelf.



Ein Geburtshelfer/Engelmacher, der auf Leichenjagd geht

Von seinen stumpfsinnigen, ihm hörigen Krankenschwestern wird er trotz alledem als Held gefeiert. Dem tut auch kein Abbruch, dass der Abortspezialist auch schon mal auf Leichenjagd geht und selbstherrlich tote Körper beschnippelt. Ein von ihm aufgetriebener Kadaver mit dem sprechenden Namen „Clara“ tingelt als Motiv anhaltend durch das Romangeschehen. Die Beschaffung des Kadavers „Clara“ wird, genau wie das andere Tun Larchs, als „humanitärer“ Akt ausgewiesen. Er benötigt schließlich den leblosen Frauenkörper als Anschauungmaterial und Übungsfeld für seinen früh traumatisierten, immer wieder verstoßenen „Lieblingszögling“ Homer Wells, dem er in ziemlich homo-erotischer Weise zugetan scheint. Dieses halbe Kind nötigt er im zarten Jünglingsalter, sich gefälligst nützlich zu machen. Der Waisenknabe muss ihm bei seinem nächtlichen Handwerk zur Seite zu stehen. Schließlich hat er den anstelligen Knaben zu seinem Nachfolger designiert. Dazu greift der „Hexenmeister“ 11 tief in die Lügenkiste. Als guter Amerikaner ist er auch versierter Chronist in Sachen Fake News. Um seinen Lieblingswaisen Arzt werden zulassen, muss Larch ihm eine Biografie andichten. Der Junge wird schließlich nie eine Schule abschließen, geschweige denn eine Hochschule von innen sehen. Also lässt der versierte Geschichtenerfinder und Engelmacher 'Homer Wells' fiktiv „sterben“ und verpasst ihm stattdessen das frei erfundene Gewand eines wirklich Toten. Es handelt sich um den unter seiner 'Fürsorge' früh zugrunde gegangenen, asthmatischen Waisenknaben 'Fuzzy Stone'. Solch absurde, um den Tod kreisende Schauer-Märchen-Details denkt sich der Möchtegerne Shakespeare unendlich viele in dieser skurrilen Phantasmagorie aus. So etwa, wenn der nochblutjunge Gynäkologe auf dem Weg zu seiner ersten Tätigkeit als Geburtshelfer - in einem Armenviertel in Boston - über einen matschigen Kopfsalat im düsteren Treppenhaus stolpert und meint, auf den weichen Schädel eines Neugeborenen zu treten. Während er das erste Baby zur Welt bringt, klingen ihm die Schreie des Säuglings dann wie Katzenjammer im Ohr. Da kommt wahrlich keine Freude.

Die Kulturkritik hört nicht, sieht nicht, fühlt nicht, liest sie überhaupt?

Bereits das Sprachniveau dieses makabren Wortgeplänkels ist für den anspruchsvollen Leser eine Zumutung. Die Geschichte ist äußerst langatmig erzählt, verliert sich - wie jede von Irvings Fiktionen - in sinnlosen Details, das Motiv wiederholt sich in Endlosschleifen. Dafür wird dem Konsumenten solcher Lektüre teils abtreibungsgynäkologisches Spezialvokabular, teils niedrigster Gassenhauer-Jargon aufgedrängt. Die Kulturkritik sieht großzügig über sprachliche Patzer und literarische Dürftigkeit hinweg und urteilt: „Es gibt viele Gründe, Irvings Werke zu lieben, und wer sie beschreiben will, muss Worte wählen, die verdächtig altmodisch klingen. Worte wie "menschlich", "zärtlich" oder "warm".12
Das ist starker Tobak und belegt einmal mehr, wie sehr die westliche Welt, wir sehr wir uns im Schlepptau US-amerikanischer Lebensfeindlichkeit bewegen und gelernt haben uns unterzuordnen. Es gibt aber viele, unendlich viele Gründe dafür, solch absurder Lobhudelei, die das Wesen des Irvingschen Oeuvres geradezu auf den Kopf stellt, ins Wort zu fallen.13 Bei Lichte besehen ist der ganze, im englischen Original fast 600 Seiten umfassende Roman ein vor Lieblosigkeit nur so triefendes Teufelswerk. Sein Protagonist Dr. Wilbur Larch behauptet zwar mit zynischer Häme „Gottes Werk“ auszuführen. 'Liebe' im Sinne von „Agape“, Wertschätzung, Ehrfurcht vor altmodisch gesprochen „Gottes Schöpfung“ oder einfach Menschenliebe, Verständnis für einander, tiefe Gefühle, freundliche Gesten so etwas kommt in John Irvings Werken generell nicht vor. Menschliche nahe kommen sich die Akteure praktisch nur in körperlich anzüglicher Form und in fast ausschließlich enthumanisierten Sexualakten. Wilbur Larchs einziger Versuch der „Liebe“ zu begegnen fand in einem Hurenhaus statt, wohin ihn sein Alkoholiker-Vater geschickt hatte. Dort holt er sich noch vor Beginn seines Medizinstudiums eine Geschlechtskrankheit und verzichtete folglich für den Rest seines Lebens auf derlei „Freuden“. Andere lernt er nicht kennen. Melony, das weibliche pendant zu Homer, wie er ein Waisenzögling von St. Cloud, ist häßlich und durchweg schlechter Laune. Sie hält sich männliche wie weibliche Annäherungsversuche mit brutaler Körpergewalt vom Leib oder schafft sich gemeine Abhängigkeiten. Auch zwischen Homer, den sie sie für ihren Typen hält und ihr, gibt es nie Zärtlichkeit oder Seelennähe, genau so wenig wie zwischen Candy und Homer, die doch immerhin ein gemeinsames Kind haben. Auch dieser Junge wird früh Assistent bei einer leider Not-wendigen Abtreibung, die der Vater Homer vornimmt.
Brutalo-Sex statt zärtlicher Liebe

Auch in der potentiell paradiesischen Gegenwelt „Ocean View“, dem Apfelhain, wo sich das Mostkelterhaus befindet, gibt es nur sexualisierte Anmache , brutalisierte Kontakte, Kindes-Missbrauch, Gehorsamserzwingung durch Messerspielerei, Vergewaltigung, misshandelnde Ehemänner oder ein sich gegenseitig über's Ohr Hauen durch den hämisch-kostenlosen Vertrieb durchlöcherter Präservative. Daneben existieren abgestumpfte, a-sexuelle Charaktere14, mehr oder weniger vereinsamte Einzelwesen. In Irvings Roman ist von Gottes Wirken wenig zu spüren.

Frauenbefreiung geht anders

Hier wird im Dunkeln gemunkelt und eher dem Teufel gehuldigt. Hier findet alles andere als Frauenbefreiung statt. Wenn der ätherbesoffene Doktor chirurgischen Eingriffe in weibliche Unterleiber vornimmt, befreit er sich eher selbst von unterdrücktem Frauenhass, von seiner eigenen Angst vor der Fruchtbarkeit. Für ihn gibt es nur die groteske Alternative: Abort oder Waisenproduktion. Wenn der nie zur Ruhe kommende, engelmachende Alleinherrscher sein illegales Tun in seiner gefälschten Chronik beweihräuchert , dann bezeugt der enttäuschte Bordellbesucher nur einen gescheiterten Lebensentwurf, in dem es keine Freude gibt. Wenn der Autor John Irving Mitte der 80iger Jahre des vorigen Jahrhunderts seinen Helden mit stetiger Beharrlichkeit die Legalisierung der Abtreibung fordern lässt15, dann verkennt er die Züge der Zeit. Es ist die Epoche der großen weltweiten Anti Atom-Kriegs-Bewegung. Irvings alias Larchs kämpferischer Einsatz gilt unterdessen der Erlösung jener Mühseligen und Beladenen, die ihre Leibesfrucht loswerden wollen, ein Kampf gegen, nicht für das Über-Leben. Die Frauen verlassen genauso traurig wie vor Eingriff, von Nachblutungen geplagt, die Abortklinik.
Unterdessen spottet der „behutsame Geburtshelfer“ am offenen Körper über die nicht vorhandene Seele. Als Frauenarzt und eigentlich nicht Chirurg obduziert er selbstherrlich die Leiche eines kleinen Beamten, einer der sah, was da oben getrieben wurde und ihm lebend hätte gefährlich werden können. 

Anmaßung gepaart mit moralischer Untiefe oder US-imperiales Kulturgut

Man könnte nun den missglückten, in zwei Hälften zerfallenen Schinken16, auf Grund seiner moralischen Untiefe und seines Gassenhauer-Jargon, als postmoderne Posse, als morbide, herz-und seelenlose Farce bezeichnen und mehr oder weniger unbeachtet beiseite legen. Man könnte sie als überholt abtun oder als unvermeidliche Schund- oder Trivial-Literatur der Mülltonne anheimstelle. Aber damit wäre die Chance vertan, der Wirkungsmacht eines US-amerikanischen, künstlich hoch gepreisten Propagandaprodukts zumindest die rote Karte zu zeigen..17 Mittels Irvings propagandistisch vertriebenem Fascho-Kitsch wird nämlich Millionen Lesern ganz unmerklich und nebenbei das unheilfördernde US-amerikanische Menschen- und Weltbild als feinstes Geistesgift eingetrichtert. Es vermag, da meist unwidersprochen durchaus auch akademisch gebildete Köpfe zu infiltrieren.Viel gewichtiger aber, es handelt sich um Begleitmusik für Schlimmeres. Es zielen solche Kunstfabrikate darauf, dass wir fraglos akzeptieren , hinnehmen oder gar für humanistisch halten sollen, was US-amerikanische Politik uns seit Jahrzehnten zumutet.

Begleitmusik für US-amerikanisches Teufelswerk in der Welt 

Solcher Art hochgepeitschte, hochgepriesene Inhumanität regiert schließlich seit Jahrzehnten fast unumstritten die Welt. Dieses Geistes Kinder überziehen den Globus seit 1945 mit endlosen Interventionskriegen, Regierungsstürzen und nachfolgenden Raubzügen: Hiroshima, Korea, Vietnam, Lateinamerika, Indonesien, Philippinen, Nahost, Nordafrika …. Die „unverzichtbare Nation“ -“god's own nation“ gibt diese gewalttätigen Eingriffe selbstredend stets als humanitäre Akte aus. Sie bemänteln genau wie unser Romanheld ihr teuflisches Tun als 'Gottes Werk'. 
Schwerer noch als die so gezeugten Demütigungen, Entrechtungen, Zerstörungen, schwerer noch wiegen die Zertrümmerung von Kulturgut, die Verunreinigung des Denkens und Fühlens. Entmenschlichende Brutalisierung findet nicht nur in Irvings Romanen, sondern in den sehr realen Feldzügen und Folterlagern der USA auf dem ganzen Globus, vor aller Welt sichtbar statt. Als Begleitmusik dazu gibt es als Dauerberieselung von der transatlantisch gesteuerten Filmindustrie, in sämtlichen Medien, in der Unterhaltungsindustrie, in den Werbekampagnen, der PR-Industrie , aber auch in den Bereichen, die sich einst Hochkultur nannte, auf dem Buchmarkt und auf der Bühne Szenen abstumpfender Gewalt. 
John Irvings Roman spiegelt uns diese todgeweihte US-imperialistische Gefühls- und Gedankenwelt wie in einer Nussschale. Seine Figuren als Charaktere zu bezeichnen wäre ein Euphemismus. Familie und Heimat haben jegliche positive Konnotation verloren. Selbst vermeintliche Kriegshelden sind nicht ausgenommen: Wally Worthington, Sohn gut situierter Eltern, Leute die den zweiten Handlungsschauplatz besiedeln, Eigner eines Obstguts, einer Apfelfarm mit Most-Verarbeitungsanlage. Der junge Mann verzichtet auf Vaterschaft, drängt seine Quasi-Verlobte, eine immerhin junge und schöne Braut zum Abort und kommt als steriler Krüppel aus dem Krieg gegen die „Japse“ über Burma nach Hause. Ende der Fahnenstange. Ein Kind hat die Zuckerpuppe inzwischen von Homer, dem Waisen, ausgerechnet in der idyllischen Abtreibungsklinik geboren. Sie ziehen dieses dann zu dritt als adoptiertes „Waisenkind“ auf.

Das ist alles was bleibt solchem American Way of Life. Wahrlich kein göttlich-schöpferisches Werk. Eine Gesellschaft, die solche Werke heroisiert, die als faktisch einzigen Roman-Inhalt Freiheit als Recht auf Abtreibung feiert, hat weder Herz noch Vernunft noch Zukunft. 
Wir sollten nicht unbedingt von solcher Lektüre Abstand nehmen, aber uns doch auf Recht und Gesetz und vor allem auf eigene Moralvorstellungen besinnen. Es ist an der Zeit, die Idealisierung des US-Hegemon beiseite zu legen und der von ihm angeführten Pseudo-Wertegemeinschaft Adieu zu sagen.
_________________________________


1Kritik des Roman von John Irving (Englischer Original: The Cider House Rules, erschienen in New York 1985, sofort Buch des Monats des „Club Maine“ im Summer 1985, Maine Ort der Handlung), Vorabdruck in der renommierten Frauenzeitschrift Ms Magazine, verfilmt 1999, Drehbuch vom Autor mit Oscar prämiert. Der Film erhielt höchste Wertschätzungen der Kritik: „Die „Verfilmung von John Irvings "Gottes Werk und Teufels Beitrag" berührt durch ihre Menschlichkeit, verzaubert in ihrer Zartheit, überzeugt mit ihrer Weisheit - und fordert das Recht auf Abtreibung“ … Hier haben wir es mit einer Verfilmung zu tun, die seiner Vorlage gerecht wird. https://www.cinema.de/film/gottes-werk-und-teufels-beitrag,1339744.html. Das verfilmte Machwerk ist kosten – und problemlos im Internet abrufbar.
2 Mangels literarischer Qualität völlig unbegreiflicher Weise wurde der Titel zum Verkaufsschlager hochgejubelt: „Irvings Romane haben sich millionenfach verkauft, in Dutzenden Sprachen. Kritiker nennen ihn den Dickens der Gegenwart, seine Bücher – darunter der Bestseller „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ verbinden eine fast schon journalistisch genaue Beobachtungsgabe mit überbordender Fantasie.“ 1999 erlebte dieser als Verfilmung noch größeren Ruhm. Irving schrieb selbst das Drehbuch und wurde mit dem Oscar ausgezeichnet, dem höchsten Preis ausgezeichnet, den die Filmindustrie zu vergeben hat . Sein 15. Roman müsste inzwischen erschienen sein: https://www.deutschlandfunk.de/75-geburtstag-irvings-erfolgsrezept.1773.de.html?dram:article_id=380261 Zu seinem 75. Geburtstag wurde im März 2017 von den bundesdeutschen Gazetten noch einmal gepriesen: „John Irving gilt vielen als „der letzte noch aktive große amerikanische Autor“ https://www.svz.de/deutschland-welt/leute/den-letzten-satz-immer-zuerst-id16245391.html ©2020. Inzwischen sorgt sogar ein literarischer Frischling ganz in seinem Sinne und Stil für Irvings und seines Helden Homer Wells Fortleben. Unter dem Pseudonym Benedict Wells fabuliert dieser Nachkomme Baldur Benedikt von Schirachs über „Das Ende der Einsamkeit“, Baldur Benedikt von Schirach (1907 -1974) war während der Zeit des Nationalsozialismus und Reichsjugendführer der NSDAP.
Schirach gehörte zu den 24 im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof angeklagten Personen und wurde am 1. Oktober 1946 wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt,
3„In other parts of the world“, so beginnt Dr. W. Larch, Irvings Protagonist, jede seiner sehr eigenwillig bis verlogenen „Chronik“eintragung und stellt seine Welt, der ganz anderen gegenüber, womit er gleichzeitig zum Ausdruck bringt, dass für ihn und sein Reich andere Regeln, vor allem aber keine Gesetze gelten.
4 Es muss leider gesagt werden: Der auch in Zeiten allseits zugänglicher Empfängnisverhütungsmittel manchmal Not-wendig erscheinende Abort ist für Frauen immer Ausdruck einer inneren oder äußeren Notlage, vielleicht gar einer ansonsten unabwendbaren Tragödie. Das gilt auch dann, wenn er legal und unter medizinisch einwandfreien Umständen erfolgt. Junge, besonders sehr junge Frauen und vor allem ihre Partner mögen das Abtreibungsergebnis zunächst als befreiend erleben. Vielleicht erleben sie die volle Bedeutung des Eingriffs in zeitlicher Verschiebung erst Jahre später oder auch nie. Die bedingte Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in gewissen festgelegten Grenzen mag schon manches Frauenleid minimiert haben. Der wichtigere Beitrag nicht nur für die Befreiung der Frau sondern vor allem für gebär- und kinderfreudige Bedingungen war und bleibt die Schaffung einer kinderfreundlichen Gesellschaft. Die Weiterentwicklung von frauenfreundlichen Empfängnisverhütungsmitteln und die Schaffung sozialer Voraussetzungen für werdende, junge Mütter ergänzen sich gegenseitig. Die Forderung nach einem „Menschenrecht für Abtreibung“ wie es der Protagonist in der Abtreibungsfiktion John Irvings, vermeintlich im Interesse der Frauen und womöglich ihrer ungeborenen Kinder fordert, hat die Perpetuierung eines sozialen Notstands zur Voraussetzung.
5Die aufgezählten, staatlich gewährten Sozialleistungen gelten insbesondere nicht in den USA, also auch nicht im Ostküstenstaat Maine Kinderkriegen gilt in den USA als reine Privatangelegenheit.
7 Die Tatsache , dass Amnesty 2018 diese Forderung aufgriff, zeigt nur wessen Geistes Kind diese US- gesteuerte NGO ist. https://www.die-tagespost.de/politik/Amnesty-Abtreibung-soll-Menschenrecht-sein;art438,190403

8 https://de.wikipedia.org/wiki/Cyankali_(Wolf)
9 Als „Ingenieure der Seele“ bezeichnete einst Josef Stalin Schriftsteller und Literaten
10 „John Irving ist vielleicht kein Wortakrobat unter den Schriftstellern, kein Zeilendrechsler, aber er ist ein Menschenfänger, ein Seelenzauberer.“ https://rp-online.de/kultur/buch/john-irving-und-der-nobelpreis_aid-32873961 Mit diesen Worten wird der Autor für 2018 als Nobelpreisempfänger empfohlen, hat er doch 15 Erfolgs-Bücher seit 1968 verzapft. 
11So nennt der Protagonist sich einmal selber!
13 Auch wenn der „Cider House“ Roman schon 35 Jahre alt ist, wird er noch immer zitiert, gelesen und als belangvoll gehandelt. Alle der  bisher erschienen vierzehn Romane  des Autors sind Weltbestseller und in mehr als 35 Sprachen übersetzt, vier davon mit erstklassigen Schauspielern verfilmt.
14Am abgelegenen Ort A – St. Cloud der Handlung gibt es nur willenlose Mitarbeiterinnen des Protagonisten, Krankenschwestern, die keine Hebammen sind eine sentimentale, überforderte Heimleiterin, Vertreter der fernen und gänzlich inkompetenten Aufsichtsbehörde. Im Tal: alleinstehende Bahnhofsvorsteher und Herumlungerer, schemenhaft auftauchende Abtreibungswillige in allen Stadien der Schwangerschaft, Prostituierte samt Töchter, die demselben Gewerbe nachgehen und ein schwer drogensüchtiger Junkie als Arzt, der dauerhaft viel zu zugedröhnt ist, um andere , etwa sexuelle Ambitionen zu haben.
15Das Verbot wurde in den USA 1973 aufgehoben
16Die zweite Hälfte des Schinkens spielt im Most- oder Apfelweinhaus, trotz der Örtlichkeit 'Ocean View' am Meer in einem Apfelhain gelegen, alles andere als ein Paradies.
17Irving stand 2018 auf der Short-Liste für den Literaturnobelpreis!

Pepe Escobar "A Struggle between the Profane and the Sacred"

The Roots of American Demonization of Shi’a Islam

By Pepe Escobar with permission and crossposted with The Unz Review

The US targeted assassination, via drone strike, of Maj. Gen. Qassem Soleimani, apart from a torrent of crucial geopolitical ramifications, once again propels to center stage a quite inconvenient truth: the congenital incapacity of so-called US elites to even attempt to understand Shi’ism – thus 24/7 demonization, demeaning not only Shi’as by also Shi’a-led governments.
Washington had been deploying a Long War even before the concept was popularized by the Pentagon in 2001, immediately after 9/11: it’s a Long War against Iran. It started via the coup against the democratically elected government of Mosaddegh in 1953, replaced by the Shah’s dictatorship. The whole process was turbo-charged over 40 years ago when the Islamic Revolution smashed those good old Cold War days when the Shah reigned as the privileged American “gendarme of the (Persian) Gulf”.
Yet this extends far beyond geopolitics. There is absolutely no way whatsoever for anyone to be capable of grasping the complexities and popular appeal of Shi’ism without some serious academic research, complemented with visits to selected sacred sites across Southwest Asia: Najaf, Karbala, Mashhad, Qom and the Sayyida Zeinab shrine near Damascus. Personally, I have traveled this road of knowledge since the late 1990s – and I still remain just a humble student.
In the spirit of a first approach – to start an informed East-West debate on a crucial cultural issue totally sidelined in the West or drowned by tsunamis of propaganda, I initially asked three outstanding scholars for their first impressions.
They are: Prof. Mohammad Marandi, of the University of Tehran, expert on Orientalism; Arash Najaf-Zadeh, who writes under the nom de guerre Blake Archer Williams and who is an expert on Shi’a theology; and the extraordinary Princess Vittoria Alliata from Sicily, top Italian Islamologist and author, among others, of books such as the mesmerizing Harem – which details her travels across Arab lands.
Two weeks ago, I was a guest of Princess Vittoria at Villa Valguarnera in Sicily. We were immersed in a long, engrossing geopolitical discussion – of which one of the key themes was US-Iran – only a few hours before a drone strike at Baghdad airport killed the two foremost Shi’a fighters in the real war on terror against ISIS/Daesh and al-Qaeda/al-Nusra: Iranian Maj. Gen. Qassem Soleimani and Iraqi Hashd al-Shaabi second-in-command Abu Mahdi al-Muhandis.
Martyrdom vs. cultural relativism
Prof. Marandi offers a synthetic explanation: “The American irrational hatred of Shi’ism stems from its strong sense of resisting injustice – the story of Karbala and Imam Hussein and the Shi’a stress on protecting the oppressed, defending the oppressed and standing up against the oppressor. That is something that the United States and the hegemonic Western powers simply cannot tolerate.”
Blake Archer Williams sent me a reply that has now been published as a stand-alone piece. This passage, extending on the power of the sacred, clearly underlines the abyss separating the Shi’a notion of martyrdom from Western cultural relativism:
“There is nothing more glorious for a Moslem than attaining to martyrdom while fighting in the Way of God. General Qāsem Soleymānī fought for many years for the objective of waking the Iraqi people up to the point where they would want to take the helm of the destiny of their own country in their own hands. The vote of the Iraqi parliament showed that his objective has been achieved. His body was taken away from us, but his spirit was amplified a thousand fold, and his martyrdom has ensured that shards of its blessed light will be embedded in the hearts and minds of every Moslem man, woman, and child, inoculating them all from the zombie-cancer of the Satanic Novus Ordo Seclorumcultural relativists.”
[a point of contention: Novus Ordo Seclorum, or Saeculorum, means “new order of the ages”, and derives from a famous poem by Virgil which, in the Middle Ages, was regarded by Christians as a prophecy of the coming of Christ. To this point, Williams responded that “while that etymological sense of the phrase is true and still stands, the phrase was hijacked by one George Bush The Younger as representative of the New Worldly Order globalist cabal, and it is in this sense that is currently predominant.”]
Enslaved by Wahhabism
Princess Vittoria would rather frame the debate around the unquestioning American attitude towards Wahhabism: “I do not think all this has anything to do with hating Shi’ism or ignoring it. After all the Aga Khan is super embedded in US security, a sort of Dalai Lama of the Islamic world. I believe the satanic influence is from Wahhabism, and the Saudi family, who are much more heretic than the Shi’a to all Sunnis of the world, but have been the only contact to Islam for the US rulers. The Saudis have paid for most of the murders and wars by the Islamic Brothers first, then by the other forms of Salafism, all of them invented on a Wahhabi base.”
So, for Princess Vittoria, “I would not try so much to explain Shi’ism, but to explain Wahhabism and its devastating consequences: it has given birth to all extremisms as well as to revisionism, atheism, destruction of shrines and Sufi leaders all over the Islamic world. And of course Wahhabism is so close to Zionism. There are even researchers who have come up with documents which seem to prove that the House of Saud is a Dunmeh tribe of converted Jews expelled from Medina by the Prophet after they tried to murder him despite having signed a peace treaty.”
Princess Vittoria also emphasizes the fact that “ the Iranian revolution and Shi’a groups in the Middle East are today the only successful force of resistance to the US, and that causes them to be hated more than others. But only after all other Sunni opponents had been disposed of, killed, terrified (just think of Algeria, but there are dozens of other examples) or corrupted. This is of course not only my position, but that of most Islamologists today.”
The profane against the sacred
Knowing of Williams’ immense knowledge of Shi’a theology, and his expertise in Western philosophy, I prodded him to, literally, “go for the jugular”. And he delivered: “The question as to why American politicians are incapable of understanding Shi’a Islam (or Islam in general for that matter) is a simple one: unrestrained neoliberal capitalism engenders oligarchy, and the oligarchs “select” candidates that represent their interests before they are “elected” by the ignorant masses. Populist exceptions such as Trump occasionally slip through (or don’t, as in the case of Ross Perot, who pulled out under duress), but even Trump is then controlled by the oligarchs through threats of impeachment, etc. So the role of the politician in democracies seems not to be to try to understand anything but simply carry out the agenda of the elites who own them.”
Williams’ “go for the jugular” response is a long, complex essay that I’d like to publish in full only when our debate gets deeper – along with possible refutations. To summarize it, he outlines and discusses the two main tendencies in Western philosophy: dogmatists vs. skeptics; details how “the holy trinity of the ancient world were in fact the second wave of the dogmatists, trying to save the Greek city states and the Greek world more generally from the decadence of the Sophists”; delves into the “the third wave of skepticism”, which started with the Renaissance and peaked in the 17th century with Montaigne and Descartes; and then draws connections “to Shi’a Islam and the failure of the West to understand it.”
And that leads him to “the heart of the matter”: “A third option, and a third intellectual stream over and above the dogmatists and the skeptics, and that is the tradition of the traditional (as opposed to the philosophical) Shī’a scholars of religion.”
Now compare it with the last push of the skeptics, “as Descartes himself admits, by the ‘daemon’ which came to him in his dreams and which resulted in his writing his Discourse on the Method (1637) and Meditations on First Philosophy (1641). The West is still reeling from the blow, and it would seem has decided to put away its stilts of reason and the senses (which Kant tried in vain to reconcile, making things a thousand times worse and more convoluted and discombobulated), and just wallow in the self-congratulatory form of irrationalism known as post-modernism, which should rightly be called ultra-modernism or hyper-modernism as it is no less rooted in the Cartesian ‘Subjective Turn’ and the Kantian ‘Copernican Revolution’ than are the early moderns and the moderns proper.”
To summarize a quite complex juxtaposition, “what all this means is that the two civilizations have two utterly different views of what the world order should be. Iran believes that the order of the world should be what it has always been and actually is in reality, whether we like it or not, or whether we even believe in reality or not (as some in the West are wont not to do). And the secularized West believes in
a new worldly (as opposed to other-worldly or divine) order. And so it is not so much a clash of civilizations as it is a clash of the profane against the sacred, with profane elements in both civilizations arrayed against the sacred forces in both civilizations. It is the clash of the sacred order of justice versus the profane order of the exploitation of man at the hands of his fellow man; of the profaning of God’s justice for the (short-term or this-worldly) benefit of the rebels against God’s justice.”
Dorian Gray revisited
Williams does provide a concrete example to illustrate these abstract concepts: “The problem is that while everyone knows that the 19th and 20th century exploitation of the third world by Western powers was unjust and immoral, this same exploitation continues today. The continuation of this outrageous injustice is the ultimate basis for the differences that exist between Iran and the United States, which will ineluctably continue as long as the US insists on its exploitative practices and as long as it continues to protect its protectorate governments, who only survive against the overwhelming will of the people they rule because of the bullying presence of the US forces that are propping them up in order for them to continue to serve their interests rather than the interests of their peoples. It is a spiritual war for the establishment of justice and autonomy in the third world. The West can continue to look good in its own eyes because it controls the reality studio (of world discourse), but its real image is plain for all to see, even though the West continues to see itself as Dorian Gray did in Oscar Wilde’s only novel, as a young and handsome person whose sins were only reflected in his portrait. Thus the portrait reflects the reality which the third world sees every day, whereas the Western Dorian Gray sees himself as he is portrayed by the CNN’s and the BBC’s and the New York Times’s of the world.”
“Western imperialism in Western Asia is usually symbolized by Napoleon Bonaparte’s war against the Ottomans in Egypt and Syria (1798–1801). Ever since the beginning of the 19th century, the West has been sucking on the jugular vein of the Moslem body politic like a veritable vampire whose thirst for Moslem blood is never sated and who refused to let go. Since 1979, Iran, which has always played the role of the intellectual leader of the Islamic world, has risen up to put a stop to this outrage against God’s law and will, and against all decency. So it is a process of revisioning a false and distorted vision of reality back to what reality actually is and should be: a just order. But this revisioning is hampered both by the fact that the vampires control the reality studio, and the ineptitude of Moslem intellectuals and their failure to understand even the rudiments of the history of Western thought, be this in its ancient, medieval, or modern period.”
Is there a chance to smash the reality studio? Possibly: “What needs to happen is for world consciousness to shift from the paradigm wherein people believe a maniac like Pompeo and a buffoon like Trump represent the paragon of normality, to a paradigm where people believe that Pompeo and Trump are just a couple of gangsters who go about doing whatever they please, no matter how disgusting and depraved, with almost complete and utter impunity. And that is a process of revisioning, and a process of awakening to a new and higher state of political consciousness. It is a process of rejecting the discourse of the dominant paradigm and of joining the Axis of Resistance, whose military leader was the martyr General Qāsem Soleymānī. Not least, it involves a rejection of the absurdity of the relativity of truth (and the relativity of time and space, for that matter; sorry, Einstein); and the abandonment of the absurd and nihilistic philosophy of humanism, and the awakening to the reality that there is a Creator, and that He is actually in charge. But of course, all this is too much for the oh-so-enlightened modern mentality, who knows better.”
There you go. And this is just the beginning. Input and refutations welcomed. Calling all informed souls: the debate is on.

Sunday, January 12, 2020

Who is responsible for all this terroristic acts?

"Hillary Clinton – who would have probably started a full-scale war with Iran by now – got the horrific, despised anti-Iran cult the MKO (MEK) de-listed even though they are still detestable terrorists and murderers. The US supported the Taliban. The US supports the neo-Nazi groups who led the coup in Ukraine, and who could easily be behind the latest example of the inhuman Western sabotage of airplanes in Iran – today’s terrible crash of a Ukraine International Airlines flight from Tehran."

By Ramin Mazaheri and cross posted with PressTV

https://thesaker.is/if-soleimani-is-a-terrorist-when-will-the-us-de-list-isil/