Thursday, January 11, 2018

Flüchtlingsdilemma in Sigmaringen/Hohenzollern laut Schwäbischer Zeitung





Händler beschweren sich über Flüchtlinge 

Stadtverwaltung lädt zu einem Händlertreffen ein – Schärfere Maßnahmen sind nach Gesetzeslage unmöglich
Spezialkräfte der Polizei rücken in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Sigmaringen an.
Spezialkräfte der Polizei rücken in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Sigmaringen an.
Thomas Warnack
Sigmaringen sz Rund 30 Teilnehmer aus Handel, Behörden und Sozialdiensten sind auf Einladung von Bürgermeister Thomas Schärer und der Integrationsbeauftragten der Stadt, Claudia Lamprecht, zu einem Händlertreffen zusammengekommen. Probleme die im Zusammenhang mit der Landeserstaufnahmestelle (Lea) für Flüchtlinge in der ehemaligen Graf-Stauffenberg-Kaserne im Stadtgebiet entstehen, waren Gegenstand eines Gedankenaustauschs. Einigkeit herrschte bei der Forderung, dass sich Flüchtlinge wie alle Bürger an Gesetze und Verhaltensnormen zu halten haben.
„Mit großer Aufmerksamkeit beobachte ich seit Beginn der Winterzeit einen zahlenmäßigen Anstieg der Delikte im Stadtbereich von Sigmaringen“, schreibt Schärer in seiner Einladung. Die Stadtverwaltung wolle von den Betroffenen direkt hören, welche Probleme sie haben. Im Dezember habe sich nach seinem Eindruck die Situation deutlich verschärft. Daher bitte man um Vorschläge, welche Maßnahmen man ergreifen könne.
Der stellvertretende Leiter des Polizeireviers Sigmaringen, Christof Fisel, schilderte die Sicht der Polizei und betonte, dass das Revier auch Unterstützung von anderen Polizeieinheiten erhalte. So versuche man, im Stadtgebiet mehr Präsenz zu zeigen. Es gebe einige Brennpunkte, an denen die Beamten besonders oft eingreifen müssten. Das seien die Laufwege zur Kaserne, das Fachmarktzentrum in der Au, der Kaufland-Markt, das Bahnhofsareal mit Prinzengarten und die Lea selbst. „Rund 60 Prozent unserer Einsätze finden in der Lea statt, 40 Prozent im restlichen Stadtgebiet“, sagte Christof Fisel.

Maßnahmen zeigen nur kurze Wirkung

Das Sicherheitsgefühl der Bürger sei immer auch ein Problem der Wahrnehmung, die subjektiv sei. Die Polizei bemühe sich, das Sicherheitsgefühl zu gewährleisten. Er gab aber zu, dass viele Menschen im Bereich des Bahnhofs ungute Gefühle hätten und polizeiliche Maßnahmen dort immer auch nur kurze Wirkung auf die Unruhestifter zeigten. An der Eisbahn und an der Fasnet hingegen habe es bislang keine Vorkommnisse gegeben.

Grafik: Zahl der tatverdächtigen Flüchtlinge nimmt zu 


Eine Entscheidung über eine zusätzliche Polizeiwache in der Ex-Kaserne sei noch nicht gefallen, eine zusätzliche Wache sei aber auch kein Allheilmittel, so Fisel.
Man wolle sich seitens der Polizei vor allem auf die Sicherheit in der Stadt fokussieren. Bei Diebstahlsdelikten verzeichne man eine deutliche Zunahme. Wichtig aber war ihm: „Es ist immer nur ein kleiner Prozentsatz von Flüchtlingen, der auffällig wird.“ Beschuldigte kämen sowohl aus der Lea, als auch aus der Gemeinschaftsunterkunft Fürstenhof. Im Schnitt würden fünf Flüchtlinge pro Woche abgeschoben, erklärte Fisel auf Anfrage.
Klaus Engel vom Bekleidungsgeschäft Haus 29 wunderte sich, dass ein Dieb, der in seinem Geschäft eine Lederjacke im Wert von 600 Euro gestohlen hatte, kurze Zeit später schon wieder beim Kaffee in einem Lokal saß. Fisel wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die deutschen Gesetze für alle gelten und dementsprechend auch bei Flüchtlingen keine schärferen Maßnahmen möglich seien. Es dauere allerdings lange, bis Sanktionen griffen, sagt Fisel.
Besonders die mittelständischen Geschäfte seien die Leidtragenden der Situation, sagte Martin Robben vom gleichnamigen Modehaus. Die Kundenfrequenz sei rückläufig, es gebe vermehrt Diebstahl und die Leute fühlten sich unsicher in der Stadt. Vor allem vermisse er einen Vertreter des Innenministeriums in dieser Gesprächsrunde, da dessen Politik ja letztlich die Probleme verursache. Als Maßnahmen könne man vielleicht den Prinzenpark absperren und mit Drogenhunden patrouillieren.
Ralf Fessler übte mit deutlicher Schärfe Kritik an den Zuständen. Die Nachtruhe bei seinem Haus in der Riedlinger Straße werde ständig von betrunkenen, schreienden Flüchtlingen gestört, seine Frau und Tochter seinen belästigt worden und hätten besonders abends Angst. Er wolle deshalb sein Haus verkaufen. Die Kundschaft käme zwar noch in sein Fliesengeschäft in Laiz, betone aber, dass sie nicht mehr in der Stadt einkaufen wollten. „Die Leute verlassen die Stadt, der Ruf der Stadt ist am Boden“, sagte Fessler.
Betroffen ist auch Neff Beser, der im Bahnhof ein Lokal betreibt. Er schilderte Übergriffe, Beschimpfungen, Bedrohungen und Diebstahl in seinem Lokal, beklagte den zugemüllten Bahnhof und forderte ein schärferes Vorgehen gegen die Unruhestifter. Er habe ein um 50 Prozent schlechteres Sommergeschäft verzeichnet und schäme sich vor Fremden, die im Bahnhof ankommen. „Wir warnen auch weibliche Gäste, abends allein nach Hause zu gehen“, sagt Beser
Zu Vorschlägen wie zum Beispiel einem Zapfenstreich in der Lea sagt Christof Fisel: „Wir müssen uns an geltendes Recht halten.“ Corinna Wolf, die in der Lea arbeitet, betonte, die Flüchtlinge seien freie Menschen und dürften sich frei bewegen, Übergriffe allerdings solle man bei der Polizei anzeigen. Auch Guido Amann vom Landratsamt betonte man müsse sich an Recht und Gesetz halten, und Stefanie Gäbele, die seit Jahren in der Flüchtlingsbetreuung tätig ist, erklärte, 95 Prozent der Flüchtlinge wüssten durchaus, dass ähnliche Gesetze wie in ihren Heimatländern gelten.

„Mit Verboten kommt man keinen Millimeter weiter“, sagte Klaus Harter, der jahrelang in der Betreuungs schwersterziehbarer Jugendlicher gearbeitet hat. Er schlug daher ein System der positiven Anreize vor, was positiv aufgenommen wurde. Allgemein wurde angeregt, mehr Benimm- und Integrationskurse anzubieten. Stefanie Thiel von der Caritas wies allerdings darauf hin, dass solche Kurse erst nach der Anerkennung als Flüchtling verpflichtend würden. Dennoch würden in der Lea zahlreiche freiwillige Kurse angeboten, die auch gut angenommen würden.

Quelle mit den statistischen Tabellen  siehe:

http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Haendler-beschweren-sich-ueber-Fluechtlinge-_arid,10799292_toid,623.html

Wednesday, January 10, 2018

Trump, la religion musulmane et l’islam politique

Depuis une dizaine d’années, les États-Unis sont prisonniers de leur contradiction face à l’islam. D’un côté, ils se pensent comme le pays de la liberté religieuse, d’un autre ils utilisent les Frères musulmans pour déstabiliser le Moyen-Orient élargi, et d’un troisième ils luttent contre le débordement du terrorisme islamique hors de cette région. Ils ont donc interdit toute recherche qui permette de distinguer l’islam en tant que religion de sa manipulation à des fins politiques. Après avoir rompu avec le terrorisme des Frères musulmans, Donald Trump a décidé de rouvrir ce dossier, au risque de provoquer des violences dans son propre pays. Car aux États-Unis, la liberté de pratiquer l’islam n’implique pas celle d’entrer en politique.
 | DAMAS (SYRIE)  
+
JPEG - 37.7 ko
Lorsque Donald Trump déclare « Je pense que l’islam nous hait », fait-il référence à la religion musulmane ou à l’idéologie politique homonyme ?
Dans sa nouvelle Stratégie de Sécurité nationale, le président Trump modifie la terminologie officielle et désigne les groupes armés musulmans comme « jihadistes terroristes ».

L’islam : religion ou idéologie ?

Après les attentats du 11-Septembre, attribués à Al-Qaïda, une violente polémique avait agité Washington : les groupes terroristes étaient-il ou non représentatifs de l’islam ? Si oui, il convenait de considérer tous les musulmans comme ennemis de la patrie. Si non, on pouvait établir une distinction entre musulmans « modérés » et « extrémistes ».
Cependant, les Britanniques employaient les mêmes termes avec une autre acception : les « modérés » sont des musulmans « modérément anti-impérialistes » comme le Hamas qui ne voit aucune objection d’ordre politique à Israël, mais refuse uniquement que des musulmans soient gouvernés par des juifs ; tandis que les « extrémistes » sont des musulmans « extrêmement anti-impérialistes » comme le Hezbollah qui remet en cause la victoire de l’État colonial israélien sur les arabes.
La polémique atteint son sommet, en juin 2006, lors d’une conférence du New York Metro InfraGard. Un agent et expert du FBI, William Gawthrop, assura qu’il est vain de distinguer les différents groupes terroristes musulmans, alors que tous se fondent sur la même idéologie, l’islam. Cinq documents internes du FBI fuitèrent alors [1]. Destinés à la formation de leurs officiers, ils posent que plus on est « islamique », plus on est potentiellement « radical », et que le prophète Mahomet était le leader d’une secte violente. Gawthrop s’appuyait sur une étude indiscutable du Coran, des Hadits et des principaux textes théologiques. Il montrait que, tout au long de l’Histoire, des théologiens des quatre principales écoles sunnites ont soutenu la guerre contre les Infidèles, mais pas de penseurs de l’école chiite. Gawthrop était également instructeur au Counterintelligence Field Activity (CIFA) du département de la Défense. Il y avait poussé à l’étude de Mahomet en tant que chef militaire.
JPEG - 103.2 ko
En 1953, le président Eisenhower reçoit une délégation des Frères musulmans conduite par Saïd Ramadan. Les États-Unis soutiennent désormais l’islam politique à l’étranger.
Cette polémique n’était pas nouvelle. D’une part, depuis 1953 et la réception de Saïd Ramadan par le président Eisenhower, la CIA et le département de Défense travaillaient à l’étranger avec les partisans de l’islam politique, les Frères musulmans. D’autre part, durant la ségrégation raciale, il était admis que les descendants d’esclaves puissent être musulmans, mais ils ne devaient pas en faire une revendication politique. En 1965, le leader politique noir et musulman Malcolm X fut assassiné, probablement avec l’aide passive du FBI. Agonisant sur le sol, il tenta de donner à sa secrétaire juste avant de mourir un message pour Saïd Ramadan.
En rétorsion à ce point de vue, une importante personnalité musulmane US, Salam Al-Marayati, menaça d’appeler à cesser toute coopération avec le FBI [2].
Immédiatement, l’adjoint de l’Attorney General, James Cole, interdit l’ensemble des documents de cet acabit, non seulement au FBI, mais dans toutes les administrations.
Sauf que les documents du FBI étaient conçus pour des cours où les instructeurs spécifiaient longuement qu’ils ne traitaient pas de l’islam en tant que religion, mais en tant qu’idéologie politique [3].

Les États-Unis : pays de la liberté religieuse ou de l’islamophobie ?

C’est à cette période que le département d’État créa plusieurs structures chargées d’influencer les opinions publiques US et étrangères de manière à ce qu’elles n’accusent pas les États-Unis de mener une guerre contre la religion musulmane. Ce dispositif comprenait notamment une cellule d’une vingtaine de personnes, s’exprimant en plusieurs langues, qui intervenaient sous de fausses identités dans des forums pour orienter les débats.
Quelle que soit la manière d’aborder la question, les États-Unis revenaient toujours au même problème : dès le VIIème siècle, le mot « islam » sert aussi bien en arabe à désigner une religion qu’une idéologie politique, pourtant parfaitement distincte.
Finalement, en janvier 2008, le département de Sécurité de la Patrie publia, à l’initiative du secrétaire Michael Chertoff, la Terminologie pour définir les terroristes(Terminology to Define the Terrorists : Recommendations from American Muslims). Puis, le bureau du directeur du Renseignement national (alors dirigé par Mike McConnell) rédigea, en mars 2008, une note sémantique à l’attention de l’ensemble de l’administration. Ces instructions visaient à laver l’administration Bush —qui avait parlé en 2001 de « croisade contre Al-Qaïda »— de tout soupçon d’islamophobie et de rétablir l’honneur du « pays de la liberté religieuse ».
Le fait de porter à la Maison-Blanche Barack HusseinObama devait suffire à régler le problème. Mais ce ne fut pas le cas, notamment parce qu’alors qu’un tiers de ses électeurs le croyaient musulman, il précisa qu’il était chrétien issu d’une famille musulmane ; ce qui semblait valider le schéma identitaire des immigrants venus d’Europe du Nord : on peut être États-unien en étant culturellement, voire religieusement musulman, mais un président se doit d’être chrétien. D’où la violence de la campagne financée par le promoteur immobilier Donald Trump sur le lieu de naissance d’Obama (Hawaï ou le Kenya britannique ?). Certes, la réponse conditionnait la constitutionnalité de son élection, mais plus encore, elle impliquait qu’il soit né chrétien ou musulman.
JPEG - 154.1 ko
Avant de lancer les « printemps arabes », Barack Obama et Hillary Clinton ont truffé leur administration de partisans de l’islam politique.
En 2011, le sous-secrétaire d’État chargé de la Propagande (Public Diplomacy) créa le Centre pour les communications stratégiques sur l’anti-terrorisme (Center for Strategic Counterterrorism Communications). En 2016, cette structure prit le nom de Centre d’engagement global (Global Engagement Center) et étendit ses compétences à la lutte contre la Russie. Son budget fut alors multiplié par 13. Le fait de confier la lutte contre le terrorisme et la rivalité avec la Russie au même organisme n’a évidemment pas contribué à clarifier les choses. C’est dans cette période que Washington adopta l’expression de l’Onu « extrémisme violent » pour désigner l’idéologie des terroristes [4].
Revenons en arrière : le 22 décembre 2012, le magazine égyptien Rose El-Youssef révélait la présence de plusieurs responsables des Frères musulmans au sein de l’administration Obama, dont Salam Al-Marayati. Il avait notamment représenté la secrétaire d’État Hillary Clinton et présidé la délégation officielle US à la conférence de l’OSCE sur les Droits de l’homme. Son épouse, Laila, était proche d’Hillary Clinton lorsqu’elle était first lady et membre de la Commission sur la liberté religieuse internationale. L’intervention d’Al-Marayati contre Gawthrop, six ans plus tôt, n’était donc en réalité qu’une manœuvre des Clinton, utilisant les Frères musulmans pour faire changer d’avis le FBI et le département de la Défense.

Le droit de réfléchir

La polémique rebondit en juillet 2017 avec le dépôt d’un amendement à la loi de programmation militaire (NDAA) autorisant le département de la Défense à étudier « l’usage de doctrines religieuses musulmanes violentes ou non-orthodoxes pour soutenir la communication des extrémistes ou des terroristes et la justifier ». Le texte fut rejeté par 217 voix contre 208, toujours au nom de la protection de l’islam comme religion.
Le président Trump a donc finalement tranché en appliquant le mot « jihadiste » aux terroristes musulmans, bien qu’originellement le jihad ne soit pas la lutte armée contre les Infidèles, mais une introspection et une remise en cause personnelle.
Or, jusqu’ici les décisions de Donald Trump ont fait l’objet des pires quiproquo. Son décret suspendant l’immigration en provenance de pays où les délégations consulaires n’avaient pas les moyens de vérifier l’honnêteté des candidats a été interprété comme « islamophobe » car ces pays ont une population à majorité musulmane.
Sa décision est une véritable révolution intellectuelle pour les États-Unis. Jusqu’ici, le département de la Défense, appliquait la stratégie de l’amiral Arthur Cebrowski, détruisant —pays après pays— toute forme d’organisation politique au Moyen-Orient élargi, tandis que le département d’État veillait à assurer que cette politique n’était pas en soi anti-musulmane.
Toutefois, d’un point de vue moyen-oriental, ce n’est pas ce qui était perçu. Comme durant quinze ans les États-Unis mirent en œuvre la stratégie de Cebrowski [5] uniquement dans la partie du monde majoritairement musulmane, il était impossible aux Afghans, aux Perses, aux Turcs et aux Arabes, de comprendre quoi que ce soit aux slogans US. C’est d’ailleurs à cette contradiction que Barack Obama se heurta lors de son discours du Caire, en juin 2009.
Si l’on comprend parfaitement les objectifs de la propagande US, on ne peut qu’observer qu’ils en ont été la première victime. En effet, la contradiction entre leur discours lénifiant et leur soutien aux Frères musulmans à l’étranger (et non pas leur stratégie de destruction du Moyen-Orient élargi) les a conduits à interdire toute recherche sur l’origine de l’islam politique, aussi bien chez eux que chez leurs alliés.
Pourtant Mahomet était un général et un gouvernant. Cette situation historique particulière a permis, dès les premiers jours de l’islam, à un courant de pensée de tenter de manipuler cette religion pour s’emparer du pouvoir. La plupart des musulmans a été élevée avec des Hadiths, composés longtemps après la mort du prophète, qui lui attribuent des exploits militaires et une pensée politique particulière. Les Frères musulmans actuels s’appuient sur de lourds antécédents.
JPEG - 77.7 ko
En 1965, le leader de l’islam politique US est assassiné avec l’aide probable du FBI.
Au demeurant, les États-Unis ne parviendront pas à distinguer les deux sens du mot « islam » tant qu’ils n’auront pas réglé la question de leur propre identité. Donald Trump et ses électeurs admettent sans difficulté que des Noirs et des Hispaniques soient citoyens des États-Unis, mais difficilement qu’ils exercent des fonctions politiques de premier plan.
Paradoxalement, alors qu’il conviendrait que des intellectuels musulmans entreprennent cette recherche et permettent ainsi de séparer leur religion de sa manipulation politique, ce sont probablement les États-Unis qui vont conduire seuls cette exploration. Bien qu’il existe un grand nombre de chercheurs musulmans aux USA, il est peu probable que ce pays ne projette pas ses propres problèmes culturels sur ce sujet d’étude au risque de le mésinterpréter.
[1] Le lecteur trouvera ici les principaux documents cités dans cet article.
[2] “The wrong way to fight terrorism”, Salam Al-Marayati, Los Angeles Times, October 19, 2011.
[3] Cette vidéo d’un cours à Quantico ne laisse aucun doute à ce sujet.
[4] « Plan d’action pour la prévention de l’extrémisme violent », par Ban Ki-moon, Réseau Voltaire, 24 décembre 2015.
[5] The Pentagon’s New Map, Thomas P. M. Barnett, Putnam Publishing Group, 2004. « Le projet militaire des États-Unis pour le monde », par Thierry Meyssan, Haïti Liberté (Haïti) , Réseau Voltaire, 22 août 2017.

Articles sous licence creative commons
Vous pouvez reproduire librement les articles du Réseau Voltaire à condition de citer la source et de ne pas les modifier ni les utiliser à des fins commerciales (licence CC BY-NC-ND).

Monday, January 8, 2018

"Querfrontler" – Ein demagogischer Vorwurf mit Geschichte von

 Susan Bonath

"Querfrontler" – Ein demagogischer Vorwurf mit Geschichte
Nachdem Reichspräsident Paul von Hindenburg General Kurt von Schleicher (links) zum Reichskanzler ernannt hatte, strebte Schleicher eine Zusammenarbeit der Reichswehr mit rechtsgerichteten Sozialdemokraten, dem ADGB und dem "linken" Flügel der NSDAP an, um seine autoritäre Führung zu stabilisieren
Fast die gesamte deutsche Medienlandschaft beteiligt sich am Mobbing diverser Aktivisten und alternativer Medienmacher. Ein beliebter Vorwurf ist die "Querfront". Woher stammt er? Ein Blick in die Geschichte zeigt: Es geht vor allem darum, zu verleumden, zu entpolitisieren und ein moralistisch verdrehtes Bild von rechts und links zu implementieren.
von Susan Bonath
Perfide Mordwaffen, brutale Kriege, Vertreibung, soziale Verelendung: Seit jeher bringt der Kapitalismus schlimmste Verbrechen hervor. Doch wer diese im Einzelnen näher beleuchtet und auch mal offizielle Versionen anzweifelt, begibt sich schnell auf dünnes Eis. Ebenso ergeht es jenen, die für Frieden, soziale Gerechtigkeit oder sonstige eher links zu verortende Ansinnen protestieren. Haben sich die Anmelder zuvor umfassend von allerlei Gesinnungen distanziert? Was ist, wenn auf derlei Demonstrationen eine Gruppe oder Einzelne auftauchen, die nicht so recht ins Schema passen? Wer legt das Schema fest?
Politisch-korrekte Sprache ist heute angesagt. Wer mal verbal daneben greift, ein "heikles" Thema anspricht oder je Kontakt mit irgendeiner "Unperson" hatte, bekommt ihn schnell zu spüren: den medialen Pranger. Beleidigungen, wie "Verschwörungsspinner", "Aluhüte" oder "Putin-Versteher" kursieren längst in großen Mainstream-Medien. Mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten stempeln Journalisten Unliebsame öffentlich als "strukturelle Antisemiten" oder "Amerika-Hasser" ab, sobald sie nur zu laute oder zu drastische Kritik an Herrschaft und Macht üben. Damit gefährden sie nicht selten jemandes Existenz.
Mit solchen Vorwürfen werfen sowohl konservativ-bürgerliche wie linke Medien um sich. Einer davon ist die Unterstellung, ein "Querfrontler" zu sein. Soll heißen: Linke und Rechte machten gemeinsame Sache. Der Begriff stammt aus der Geschichte und beschreibt eine (versuchte) partielle Zusammenarbeit zwischen Rechten und Linken. Ein Blick in diese soll zeigen, wie der Vorwurf heute demagogisch umgedeutet wird, um Kritiker an bestehenden Klassenverhältnissen mundtot zu machen. Dazu ist es notwendig, die Positionen links und rechts zu klären und einen Blick auf die Widersprüche der Klassengesellschaft zu werfen.
 Zuordnung in "links" und "rechts"
Die Einteilung in links und rechts ist historisch eine ungenaue Kategorie. Sie wird auf den Beginn der französischen Republik 1789 zurückgeführt. Die damals verfassungsgebende Nationalversammlung teilte sich in politische Interessenlager ein, die sich in der Sitzordnung widerspiegelten: Die linke Seite beanspruchte die revolutionäre republikanische Stoßrichtung, die rechte vereinnahmten Verfechter der Monarchie. "Links" wurden damals progressive, die Herrschaftsordnung hinterfragende Kräfte verortet, rechts hingegen jene, die zurück zur Macht des Adels wollten.
KenFM Gründer Ken Jebsen im Interview mit RT Deutsch
Damals lösten kapitalistische Strukturen die feudalistischen gerade ab. Dies war ein Jahrhunderte währender Prozess: Seit etwa dem 13. Jahrhundert lief ein neues Besitzbürgertum dem Adel den Rang ab. Der zunehmende Handel hatte einzelne Kaufleute immer reicher werden lassen. Mit der industriellen Revolution sammelte sich später nicht nur Handels- sondern auch Industriekapital in den Händen besitzender Bürger. Die Lohnarbeit löste die Leibeigenschaft von Bauern ab. Die maschinelle Massenproduktion machte sie nötig. Massenhafte Enteignungen kleiner Landbesitzer, die ihre Steuern nicht zahlen konnten, ermöglichte sie. Fürstentümer und Königreiche wurden ungeeignet als Regierungsform.
Die neue kapitalistische Produktionsweise musste entsprechend gemanagt werden. Das Bürgertum benötigte Einfluss in der Politik. Die heutigen Staaten sind das Produkt. Die französische Revolution erkämpfte dabei erstmals demokratische Rechte für Arme und Reiche – allerdings auf Basis der Herrschaft des besitzenden Bürgertums über Besitzlose. Letztere blieben gezwungen, ihre Arbeitskraft an Erstere zu verkaufen. Im Kapitalismus mehrt die Klasse der Besitzer der Produktionsmittel seither ihren Reichtum auf Kosten derer, die die Werte schaffen: Die Lohnarbeiter. Erstere schöpfen den Mehrwert ab.
Die Zuschreibung "links" und "rechts" ist demnach historisch zumindest an wesentliche Grundsätze gebunden. Vereinfacht ausgedrückt: "Linke" stellen die Herrschaft des Menschen über den Menschen in Frage. Sie kämpfen für die Rechte der unterdrückten Klasse der Besitzlosen. Rechte stehen derweil für den Erhalt der Klassengesellschaft ein, ob bewusst oder unbewusst, sei dahin gestellt.
Einige Beispiele: Wer die NATO als bewaffnetes imperiales Bündnis der Herrschenden verteidigt, steht rechts. Wer sich indes gegen die NATO ausspricht, steht links, wie auch jener, der für die Rechte von Lohnabhängigen und ihre Solidarität untereinander eintritt. Wer hingegen die Spaltung der unterdrückten Schichten in ethnische oder soziale Gruppen will, bedient das rechte Spektrum.
Ebenso ist es mit den Nationalstaaten. Im Kapitalismus dienen ihre Apparate zwar auch für die Umsetzung von Bürgerrechten, letztlich aber im Sinne der marktführenden Konzerne. Denn diese bescheren den Staaten Steuereinnahmen, von ihnen sind sie abhängig. Wer also die Macht des Nationalstaats und ihren Ausbau verteidigt, steht rechts. Wer dagegen für eine Machtverschiebung zugunsten der unterdrückten Schichten eintritt, ist auf der linken Seite zu verorten.
Klassen und ihre Interessen
Doch es gibt ein Problem: Die Klassengesellschaft existiert zwar nach wie vor. Nur ist sie weitgehend aus dem Bewusstsein geraten. Ein Grund ist: Arbeiter in imperialen Zentren wie Deutschland leiden heute keine existenzielle Not mehr. Lohnarbeit gilt als Tugend, nicht als Ausbeutung. Den Fabrikbesitzer wie im 19. Jahrhundert gibt es heute kaum noch. In großen Konzernen bekommt der Arbeiter maximal noch einen Abteilungsleiter zu Gesicht. Wer kennt schon die Namen der Spitzenaktionäre, die am Ende vom Gewinn, den er selbst als Arbeiter produziert, abschöpfen?
Es mag scheinen, dass riesige Finanzmogule nur noch wenig mit der Realwirtschaft zu tun hätten, dass ihre Immobilien-, Kredit- und Spekulationsgeschäfte weit davon entfernt seien. Jedoch: Der Mensch existiert nicht von Geld in irgendeiner Form, sondern von der realen Produktion. Werte werden durch menschliche Arbeit geschaffen. Neue Technik muss erfunden, Maschinen müssen gebaut, Land für die ökonomische Verwertung urbar gemacht, Rohstoffe ausgegraben werden. Hinter jedem Gewinn, den sich irgendwer einsteckt, steckt am Ende Arbeit, die irgendwer verrichtet hat.
Tatsächlich sind die widerstreitenden Interessen zwischen Kapitalbesitzern und Lohnabhängigen so real wie vor 200 Jahren. Die Unternehmer und Aktionäre sind am größtmöglichen Gewinn interessiert. Damit verbunden sind möglichst geringe Löhne und wenig Arbeitsrechte. Die Beschäftigten hingegen wollen, berechtigterweise, an den Früchten ihrer Arbeit teilhaben. Wo die Produktionsmittel jedoch privaten Eignern gehören, deren Ziel es ist, möglichst hohe Profite zu generieren, kommen solche Rechte nicht von selbst.
Das aktuelle Bestreben von Teilen der deutschen Politik zugunsten des Großkapitals, Arbeitsrechte auszuhöhlen und den Niedriglohnsektor weiter auszubauen, ist nichts anderes als Klassenkampf von oben. Mit Streiks und Demonstrationen haben Arbeiter in der gesamten Geschichte des industriellen Kapitalismus dagegen gehalten. Das Streikrecht wurde, wie die bürgerliche Demokratie an sich, hart erkämpft.
Doch aktuell werden die Angriffe der Herrschenden darauf immer spürbarer. Mit Hartz IV hat es die deutsche Politik geschafft, einen riesigen Markt für Lohndumping zu etablieren. Sie zwingt Erwerbslose unter Androhung des Entzugs des Existenzminimums dazu, für jeden Preis zu arbeiten. Nicht einmal Mindestlohn gilt für Erwerbslose im ersten halben Jahr der Arbeitsaufnahme. Damit schüchtert sie zugleich die Jobbesitzer ein. Wer will schon im repressiven Hartz-IV-System landen?
Ähnliche Modelle werden gerade in Frankreich und Österreich vorbereitet. Das führt zu sozialer Spaltung. Um die so produzierte Kriminalität zu bekämpfen, agieren die Staaten zunehmend autoritärer. Armeen und Polizei werden aufgerüstet, um im härter werdenden Konkurrenzkampf zu bestehen. 
Hinzu kommt: Der kriegerische Kampf um Märkte bestimmt zunehmend die Außenpolitik der Imperien. Die globale Kapitalakkumulation – das Grundprinzip des Kapitalismus – hat Monopole immer mächtiger werden lassen. Längst ist das Geld- mit dem Industriekapital und letzteres mit den Staatsapparaten verschmolzen.
Moralisierung des Politischen
Die mit Fortentwicklung des Kapitalismus zunehmende Unsichtbarkeit der Klassenverhältnisse macht demagogische Spiele mit den Begriffen „links“ und „rechts“ einfach. Die einst auf Klassenstandpunkten basierenden Kategorien werden moralisiert. „Rechts“ wird so zu „böse“, "links" zu "irgendwie gut".
Aus Klassenkampf, der wirtschaftlichen Eigentums- und Machtverhältnissen entspringt, wird so ein Kampf von Gut gegen Böse und Böse gegen Gut. Der Begriff "linke Gutmenschen" ist nicht umsonst zum Kampfbegriff von Rechts gegen Links geworden. Auch "linksextrem" gehört dazu. In diesem Wort spiegelt sich de facto die moralistische Umkehr der moralistischen Umkehr. Gemeint sind "Steinewerfer" und "Randalierer". Schließlich ist es "böse", zu randalieren und Steine auf Polizisten zu werfen.
Anders herum wird die Beleidigung "Nazi" inflationär gegen als "böse" Verdammte gebraucht. Zu bedenken ist: "Nazi" war die Selbstbezeichnung der deutschen Faschisten als Kurzform für "Nationalsozialisten". Mit dem Begriff "Sozialismus" waren damals Arbeiter zu ködern. Gleichwohl hatte das Ziel der Faschisten beileibe nichts mit irgendeiner Art Sozialismus zu tun. Sozialismus beschreibt im Marx'schen Ursprungssinn die "Diktatur der Arbeiterklasse über die Bourgeoisie" als Übergangsform zu einer Gesellschaft ohne Herrschaft mit ausschließlich gesellschaftlichem Eigentum an Produktionsmitteln, ohne Staat und ohne Geld.
Jürgen Todenhöfer präsentiert seinen Doku-Film
Die deutschen Faschisten hingegen verboten Gewerkschaften, zwangen Lohnabhängige zur Arbeit zu niedrigsten Löhnen, verfolgten und ermordeten politische Gegner, ethnische und religiöse Gruppen, allen voran die Juden. Von Enteignung betroffen war so gut wie nur jüdisches Kapital. Das deutsche Großkapital hingegen strich satte Profite durch auf die Spitze getriebene Ausbeutung ein. Ähnlich brutal-autoritär kapitalfreundlich agierten die Faschisten in allen Ländern. Im Faschismus ging es also immer darum, kapitalistische Herrschaft auf brutalste Weise gegen die Interessen der Lohnabhängigen durchzusetzen.
Die historische "Querfront"
Auf dieser Demagogie bezüglich links und rechts fußt der Vorwurf Querfront. Teile der Linkspartei-Spitze bezichtigen schon eigene Genossen, wie Sahra Wagenknecht, Diether Dehm und Wolfgang Gehrcke als "Querfrontler". Auch KenFM und andere Medienportale werden regelmäßig mit dieser Keule bedacht. Tatsächlich geht der Begriff auf reale Ereignisse in der Weimarer Republik zurück. Er beschreibt Konzepte für eine partielle Zusammenarbeit rechtsnationaler und bürgerlich-liberaler Gruppen.
In politisch-ideologischen Diskursen tauchte der Begriff "Querfront-Strategie" erstmals in der späten Weimarer Republik Anfang der 1930er Jahre auf. Hintergrund sind Konzepte der zwischen März 1930 und Januar 1933 weitgehend autoritär regierenden deutschen Reichskanzler Heinrich Brüning, Franz von Papen (beide damals in der Zentrumspartei) und Kurt von Schleicher. Keiner von ihnen konnte sich auf parlamentarische Mehrheiten oder breiten Rückhalt in der Bevölkerung stützen. Zwar begrüßten sowohl das rechtsnationale wie das bürgerliche Lager die Aushöhlung demokratischer Institutionen, etwa durch die Notstandsverordnung. Über ein einheitliches politisches Konzept verfügten sie jedoch nicht.
Nachdem von Papen im November 1932 mit einer neoaristokratischen unternehmerfreundlichen Politik gescheitert war, versuchte von Schleicher, breite Mehrheiten zu erlangen. Seine erklärte Idee war es, ein Bündnis aus Reichswehr, Gewerkschaften und dem "linken" Flügel der NSDAP zu schmieden. Damit erhofften sich die Rechtsnationalen, die Weimarer Republik endgültig zu beseitigen. Basierend auf einem "Volkswillen" sollte ein autoritärer Staat errichtet werden: Auf der einen Seite sollte dieser für den Abbau sozialer Rechte sorgen und bewaffnete Organe befugen. Auf der anderen Seite sollte er Schlüsselindustrien strenger staatlicher Kontrolle unterwerfen und notfalls mit Zwangsverwaltung an Steuern gelangen.
Tatsächlich war der "linke" Flügel der NSDAP unter Gregor Strasser an einer solchen "Querfront" interessiert. Bereits seit dem Beginn der 1930er Jahre konnten einzelne nationalistische Strömungen im Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund (ADGB) Fuß fassen. Lange Zeit vermied man dort den Diskurs darüber, näherte sich Forderungen des Strasser-Flügels nach Programmen für Arbeitsbeschaffung an – zulasten der engen Bindungen mit der Gewerkschaften an die SPD. Es gab sogar Sondierungsgespräche zwischen Reichsregierung und ADGB-Führung, um die Option „Regierung aller Volkskreise“ unter Einbeziehung der NSDAP auszuloten. Allerdings scheiterte das von Schleicher verfolgte Konzept an Hitler und seinen Anhängern sowie am SPD-Einfluss innerhalb des ADGB.
 Ein Streik und eine Rede
In diese Zeit fällt auch der Berliner Verkehrsarbeiterstreik. Im November 1932 legte er alles lahm. Heute sprechen einige rückblickend auch hier von einer "Querfront" zwischen KPD und NSDAP. Angeführt wurde der Streik vom KPD-Mitglied und ehemaligen Betriebsrat in den Verkehrsbetrieben, Albert Kayser.
Offensichtlich wollte die NSDAP den "Beweis" erbringen, sich auch um Arbeiter zu kümmern. Sie mischte sich in den Streik ein. Kayser nahm sogar einige NSDAP-Mitglieder in die Streikleitung auf. Wie der KPD-Führer Ernst Thälmann später in einer Rede sagte, habe man dies praktiziert, um Arbeiter auf die Seite der Kommunisten zu ziehen. Eine weitere Zusammenarbeit war nie angedacht. Doch die SPD brach eine Hetzkampagne los. Sie warf der KPD eine "antirepublikanische Einheitsfront mit der NSDAP" vor.
Einige bezichtigen auch den Kommunisten Karl Radek posthum der Querfront. Radek gehörte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) an und beriet im Auftrag der Kommunistischen Internationale die KPD in Deutschland. Bereits im Jahr 1923 hatte er den Nationalisten Albert Leo Schlageter in einer Rede gelobt. Schlageter gehörte der NSDAP-Tarnorganisation Großdeutsche Arbeiterpartei an. Er führte eine nationalistische Widerstandsgruppe in Essen an, um gegen die Franzosen zu kämpfen. Diese hatten das Ruhrgebiet besetzt, um Reparationen aus dem Ersten Weltkrieg einzutreiben.
Nach Anschlägen auf Bahnlinien nahmen die französischen Besatzer Schlageter fest, verurteilten ihn zum Tod, richteten ihn hin. Radek lobte Schlageter später als "mutigen Widerstandskämpfer gegen den französischen Imperialismus". Er sei gescheitert, weil er nur Kleinbürger, aber keine Arbeiter am Start hatte. Zugleich rief er Bürgerliche dazu auf, sich mit der KPD und den Arbeitern zu verbünden. Erwähnt sei, dass die KPD zu dieser Zeit heftig darüber stritt, ob es Sinn ergebe, Arbeiter, die der NSDAP nachliefen, auf ihre Seite zu ziehen. Eine wirkliche Zusammenarbeit zwischen beiden Parteien gab es allerdings zu keiner Zeit.
 Klassenkämpfer von rechts?
Man kann also darüber streiten, ob es der KPD gelungen wäre, die Machtübernahme der NSDAP mit all ihren Folgen - wie dem industriellen Massenmord an Millionen Juden, an Kommunisten, Sozialisten, Roma und Sinti - zu verhindern, wenn es ihr gelungen wäre, mehr Arbeiter und Kleinbürger auf ihre Seite zu ziehen. Man kann ihr dagegen keineswegs vorwerfen, sich mit rechten Ideologen verbündet zu haben.
Allein das Ansinnen wirklich linker Politik, die Herrschaft des Menschen über den Menschen zu beseitigen, widerspricht so grundsätzlich den rechten Bestrebungen, die bestehenden Verhältnisse zu festigen, dass es schlicht keine gemeinsamen Ziele gibt. Es ist noch keine Zusammenarbeit, wenn Linke auf Arbeiter zugehen, die sich rechten Parteien angeschlossen haben.
Ein Obdachloser in Berlin im Jahr 2012 - aufgrund verfehlter Politik und der hohen Zahl an Zuwanderern in kurzer Zeit hat er bald viel Gesellschaft. Die düstere Zukunftsprognose: Über eine Million Menschen sollen bis zum Jahr 2018 in Deutschland ohne Wohnung sein.
Gleichwohl versuchen rechtsnationale Gruppen und Parteien immer wieder, mit klassenkämpferischen Parolen ähnlich wie einst die NSDAP bei Arbeitern und Erwerbslosen zu punkten. So praktiziert es etwa die AfD: Mitglieder dieser zwischen rechtskonservativ, neoliberal und christlich-fundamental schwankenden Partei wollen die Gewerkschaft "Zentrum Automobil" in der Autobranche implementieren.
Das ist durchaus clever. Erfolgversprechend ist es vor allem deshalb, weil die IG Metall und andere Vertreter im Deutschen Gewerkschaftsbund längst eng mit den Interessen des Kapital und der Politik verwoben sind. Statt Klassenkampf zu betreiben, führen sie eher Schönwetter-Verhandlungen mit Arbeitgeber-Verbänden. Unterprivilegierte, wie Leiharbeiter, profitieren kaum davon. Dennoch: So kämpferisch sich die AfD-Vertreter auch geben: Die Stoßrichtung dieser Partei setzt eben genau auf das Gegenteil: Vorteile für das deutsche Kapital. Rechter "Klassenkampf" findet immer auf dieser Seite statt. Die Lohnabhängigen sollen sich anpassen. Was fehlt, ist eine wirklich linke Alternative – in jeder Hinsicht.
 Die "Querfront" der Moralisten
Besonders abstrus mutet es an, dass die heutigen "Querfront"-Vorwürfe gerade aus dem gut situierten "links"-bürgerlichen Lager auf diverse Protagonisten einprasseln. Jüngst betätigte sich dahin gehend der Berliner Kultursenator Klaus Lederer. Der so Gescholtene war (erneut) Medienportal-Betreiber Ken Jebsen.
Dass Lederer selbst weit weniger mit der Klassenfrage am Hut hat als Jebsens Portal KenFM, ist unbestreitbar. Es ist nicht bekannt, dass Lederer als Kultursenator und seine mitregierenden Kollegen aus der Linkspartei jemals die verheerende Situation der Massen an Berliner Obdachlosen ernsthaft ins Visier genommen hätten. Die Jobcenter der Hauptstadt sind nach wie vor die härtesten Sanktionierer im bundesweiten Vergleich. Stattdessen macht Lederers Linke gut bezahlt gemeinsam Politik mit der SPD und den Grünen, also jenen Parteien, die Hartz IV eingeführt und bereits zahlreichen imperialen Kriegseinsätzen zugestimmt haben. Sie alle wollen eins ganz sicher nicht: Den Kapitalismus abschaffen.
Angesichts dieser Realpolitik sollte man sich vielmehr fragen: Wer gibt fälschlicher Weise vor, ein Linker zu sein, und wer handelt tatsächlich in einem linken Sinn? Und: Sitzt die Querfront nicht vielmehr dort, wo sich angebliche Kämpfer für soziale Rechte mit kapitalfreundlichen Rechten zusammentun, um einvernehmlich Meinungen zu unterdrücken, Ausbeutung zu negieren und Bildung zu verhindern?
Man kann durchaus von einer „Querfront der Moralisten sprechen. Die befördert letztlich genau das, was sie vorgibt zu bekämpfen: Den massenhaften Zulauf der realen Rechten aus den Kreisen der Arbeiterschaft. Wo echte linke Alternativen fehlen, haben echte Rechte ein leichtes Spiel.
RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.https://deutsch.rt.com/meinung/63159-querfrontler-ein-demagogischer-vorwurf/