Thursday, December 7, 2017

Keine Lust auf Putinologie: Akademiker möchten normale Beziehungen zu Russland 

Keine Lust auf Putinologie: Akademiker möchten normale Beziehungen zu Russland
"Russland und seine Geschichte, wie sie ist". Lenin-Statue im Deutsch-Historischen Museum in Berlin. Das Denkmal wurde im Jahr 1926 bei Leningrad errichtet, fiel aber während des Krieges in die Hände der Wehrmacht. Zum Einschmelzen war aber die Statue zu groß. 
Ob russophob oder russophil – von medialen Russlandbild halten Wissenschaftler nicht viel. Das zeigte jüngst ein Historiker-Podium in Berlin-Mitte. Die Moderatorin hielt sich allerdings streng die Grenzen des Sagbaren: Der russlandkritische Diskurs sollte bleiben.
von Wladislaw Sankin
Als eine von wenigen deutschen Journalisten bereist Gesine Dornblüth, Slawistin und Deutschlandfunkjournalistin, einmal im Jahr die – in ihrem Duktus – von Russland annektierte Krim. Natürlich nicht ohne einen klar umrissenen Klassenauftrag, heute "Haltung" genannt, mitzunehmen. Sie ist dort, um z. B. die Aktivitäten eines ehemaligen ukrainischen Politikers krimtatarischer Abstammung auf ein ganzes Volk zu projizieren. Ihre jüngste Reportage über dessen Schicksal strahlte Dornblüth unter dem Titel "Tataren kämpfen gegen Annexion" am 30. November aus.
Oder sie spekuliert nach der Tragödie über dem Sinai am 31. Oktober 2015, als eine Terrorbombe ein Passagierflugzeug nach St. Petersburg mit 224 Menschen an Bord zerschellen ließ, über die Strategien der russischen Führung, wieder einmal in die Nähe der europäischen Nationen - "Allianz der Opfer" - zu rücken und spielte auf den Terroranschlag im Pariser Club Balaclan an. Sie sah ihre Aufgabe darin, diese zu enträtseln, denn "die russische Führung hat die Weltöffentlichkeit so oft hinters Licht geführt". 
Es ist zynisch, […] aber die Frage nach den Interessen des Kremls muss selbst in so einem Moment gestellt werden. 
In ihrem Kommentar warnte Gesine Dornblüth die Europäer vor Russland, "vor diesem Nachbarn". Ihr Beitrag vom 17. November löste damals bei dem Medienkritiker Völker Bräutigam regelrechte Entrüstung aus.

Die Dornblüth-Doktrin als Richtschnur des deutschen Haltungsjournalismus

Ihr Chef, der damalige DLR-Intendant Willi Steul, hat die Journalistin in Schutz genommen. Was ihren Erfolg anscheinend ausmacht: Die preisgekrönte Autorin Dr. Gesine Dornblüth übernimmt unhinterfragt alle gängigsten russophoben Stereotypen und bringt sie in ein gut betünchtes akademisches Gewand. Damit steht sie stellvertretend für große Teile der deutschen journalistischen Eliten. Am 30. November moderierte die Journalistin, die in ihren Beiträgen vor Russland warnt, die Podiumsdiskussion "Russland in Europa. Europa in Russland" im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums. Das Podium war als Teil der Veranstaltungsreihe zur Russischen Revolution 1917 konzipiert.
Die Teilnehmer des Podims "Russland in Europa. Europa in Russland" im Deutsch-Historischen Museum. 
Mit ihrem vorgeschlagenen Ansatz, Russland einerseits als einen aggressiven Staat und andererseits als ein zu enträtselndes Mysterium zu betrachten, konnte sich jedoch fast keiner der geladenen Experten - ob Historiker und Politikwissenschaftler - richtig anfreunden. Nur Gwendolyn Sasse, die Leiterin von Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS), übernahm den "Annexions"-Duktus der Moderatorin.
Eine andere Perspektive bot jedoch bereits der Leiter der Max-Weber-Stiftung Hans van Ess in seiner Eröffnungsrede, als er davon erzählte, dass die Chinesen es sehr schätzten, dass die Russen im Unterschied zu den Briten keine langfristigen Handelsverträge gebrochen hätten. Der andere geladene Experte - Dr. Enrico Fels von der Universität Bonn plädierte dafür, den russischen Blick auf das politische Geschehen ernster zu nehmen. Putin sei realistisch, genauso wie die Chinesen auch. Er wies auf die russische Wahrnehmung der NATO hin und erinnerte an Putins Münchner Rede im Februar 2007. In Bezug auf die Krim sprach der Experte von einer Abspaltung und den schwelenden Krieg im Osten der Ukraine, den Medienmacher vom Schlage Dornblüth stets Russland anlasten, nannte der Experte für internationale Sicherheit lediglich "Waffenhandlungen".

Kenner der Geschichte bevorzugen den Realismus

Der Historiker Prof. Nikolaus Katzer, der das Deutsche Historische Museum in Moskau leitet, betonte, dass ein solches Museum in so unruhigen Zeiten zu haben ein großes Privileg sei. Als Beispiel einer erfolgreichen Kooperation mit seinen russischen Kollegen nannte er das gemeinsame Buch zu strittigen Themen der deutsch-russischen Geschichte im 20. Jahrhundert. Von 20 Themenblöcken hätten nur sechs je einen russischen und einen deutschen Verfasser, der Rest wurde in Mitautorenschaft von Russen und Deutschen geschrieben. Im Hinblick auf "Demokratisierungsprozesse" in Russland sagte Katzer, dass dort zwar "kein Parteiensystem entstanden ist, wie wir es kennen", es gebe in Russland aber historisch gesehen "andere Formen der Demokratie":
Gerade im Hinblick auf die Revolution hat Russland andere historische Erfahrungen, die wir nicht wegdiskutieren können.
Seine deutsche Kollegin Kristiane Jenecke, die Kuratorin der DHM-Ausstellung "1917. Revolution. Russland und Europa" betonte, dass dieser Event, der in Berlin-Mitte auf sehr breiter Ebene ausgetragen wird, nur dank zahlreicher Leihgaben vonseiten Russlands möglich sei. In dieser Form wäre so eine Ausstellung auch in Moskau möglich gewesen – so ähnlich ist inzwischen der deutsche und russischer Blick auf dieses Ereignis. Angesichts solcher erfolgreicher Beispiele der Kooperation mit Russland bedauerte sie das frostige Klima in den deutsch-russischen Beziehungen. Als eine Art Appell an die Politik könnte man ihren Vorschlag verstehen, zumindest die Bevölkerung beispielsweise in Belarus nicht vor der Wahl zu stellen, an wen sie sich anschließen möchten - an Russland oder an den Westen. Die Menschen gehören niemanden, sie seien "hiesige", sagte die Historikerin. Sie fügte hinzu:
Wir müssen auf Russland schauen und sehen, was ist. Ohne zu bewerten.

Dissens zwischen wissenschaftlichem Erkenntnisdrang und medialem Erziehungsauftrag

Die Spezialistin für deutsche und russische Erinnerungskultur von der Universität Bonn, Ekaterina Makhotina, schlug in dieselbe Kerbe und warnte nicht nur von "Phobien", sondern auch von "Philien". Faszinationen gehen oft in Orientalismus über, den man seit den Zeiten des Kolonialismus kennt. Ähnlich wie in diesem Fall sei die ständige Fixierung der Medien beispielweise auf die KGB-Vergangenheit von Wladimir Putin sei nichts anderes als die Suche nach Unheimlichem, das immer mehr an Affekt mit sich bringe. Demnach sei Russland unberechenbar und könne nicht als Partner betrachtet werden.  
Andersartigkeiten muss man aushalten können. Wir müssen mehr auf Ähnlichkeiten schauen", schlussfolgerte sie.
Das Podium zeigte, dass es in Bezug auf Russland einen großen Dissens zwischen der Fachwelt und den Medien gibt. Profis wollen Russland nicht durch das Prisma "affektiver" Zuschreibungen sehen, sondern einfach kooperieren – mit Respekt vor den Erfahrungen, die Russland im Lauf seiner komplizierten Geschichte gemacht hat. Die Parallelwelt der Medien bleibt jedoch gegenüber solchen Einflüssen undurchlässig: Die Regeln des politisch Korrekten, die Grenzen des Sagbaren halten sie im strengen Korsett. Gespräche "nicht für die Presse" am Rande dieser Veranstaltung haben dies aufs Neue belegt. Aber auch das, was aus der Sicht der moderierenden DLF-Journalistin auf dem Podium für einige Überraschungen sorgte, könnte diese Grenzen um ein kleines Deut verschieben.

Das Leninsche Dekret über den Frieden

Das Leninsche Dekret über den Frieden

Vor 100 Jahren verlas Lenin vor dem Gesamtrussischen Sowjetkongress das Dekret über den Frieden. Dessen Inhalt beeinflusste maßgeblich spätere ­völkerrechtliche Vereinbarungen

Gregor Schirmer

In dem denkwürdigen Aufruf »An die Arbeiter, Soldaten und Bauern«, von Lenin formuliert, vorgetragen am 7. November 1917 auf dem Zweiten Gesamtrussischen Sowjetkongress, heißt es: »Gestützt auf den Willen der gewaltigen Mehrheit der Arbeiter, Soldaten und Bauern, gestützt auf den in Petrograd vollzogenen siegreichen Aufstand der Arbeiter und der Garnison, nimmt der Kongress die Macht in seine Hände.« Weiter ist da zu lesen, dass die Sowjetmacht »einen sofortigen demokratischen Frieden (…) anbieten«¹ wird. Auf diesem Kongress hatten die Bolschewiki die Mehrheit der Delegierten, nämlich 390 von 649.
Am 8. November verabschiedete der Kongress als ersten Rechtsakt des Sowjetstaats einstimmig das »Dekret über den Frieden«.² John Reed berichtet in seiner berühmten Reportage »Zehn Tage, die die Welt erschütterten«: »Um zehn Uhr fünfunddreißig Minuten forderte Kamenjew [damals Vorsitzender des Kongresses; G. S.] alle, die mit der Proklamation [dem Dekret; G. S.] einverstanden waren, auf, ihre Karten in die Höhe zu heben. Ein Delegierter wagte es, dagegen zu stimmen, aber der plötzliche Ausbruch des Zornes um ihn herum ließ ihn die Hand schnell wieder herunternehmen. Und plötzlich, einem gemeinsamen Impuls folgend, hatten wir uns erhoben und sangen die Internationale.« Das wahrhaft historische Dokument war von Wladimir Iljitsch Lenin verfasst, von ihm im Kongress verlesen und begründet worden. Er hat das Schlusswort gehalten und das Dekret unterzeichnet. Man nennt es oft zu Recht Leninsches Dekret über den Frieden. Die Sowjetregierung schlug darin »allen kriegführenden Völkern und ihren Regierungen vor, sofort Verhandlungen über einen gerechten demokratischen Frieden aufzunehmen«.

Auf der Bühne der Geschichte

Die Sowjetmacht hat mit einem Friedensruf die Bühne der Geschichte betreten. Dieses Dekret war keine taktische Ad-hoc-Idee unter dem Eindruck des schnellen Sieges im Aufstand. Lenin und die Bolschewiki waren von Anfang an konsequente Gegner des Ersten Weltkriegs. »Der Europa und die ganze Welt erfassende Krieg«, schrieb Lenin etwa einen Monat, nachdem Europa in ein Schlachthaus verwandelt worden war, »trägt den klar ausgeprägten Charakter eines bürgerlichen, imperialistischen, dynastischen Krieges. Kampf um die Märkte und Raub fremder Länder, das Bestreben, die revolutionäre Bewegung des Proletariats und der Demokratie im Innern der Länder zu unterbinden, das Bestreben, die Proletarier aller Länder zu übertölpeln, zu entzweien und abzuschlachten, indem man im Interesse der Bourgeoisie die Lohnsklaven der einen Nation gegen die Lohnsklaven der anderen Nation hetzt – das ist der einzige reale Inhalt. Die einzige reale Bedeutung des Krieges.«³ Die chauvinistische Haltung der Mehrheit der Führer der II. Internationale sei Verrat am Sozialismus. Notwendig sei jetzt eine allseitige »Propaganda für die sozialistische Revolution und für das Gebot, die Waffen nicht gegen die eigenen Brüder, die Lohnsklaven anderer Länder, zu richten, sondern gegen die reaktionären und bürgerlichen Regierungen und Parteien in allen Ländern«.⁴ Die von Lenin verfasste Broschüre »Sozialismus und Krieg«⁵ vom Herbst 1915 war eine Kampfschrift gegen den opportunistischen Chauvinismus, dem er die Losung »Umwandlung des imperialistischen Krieges in den Bürgerkrieg« entgegenstellte.
Zur Programmatik des Übergangs von der russischen Februarrevolution 1917 zu einer antikapitalistisch-sozialistischen Revolution gehörte, dass der Kampf um Frieden und Fortführung der Revolution zwei Seiten ein und derselben Sache waren. Die Februarrevolution hatte zwar zum Sturz des Zaren geführt. Die entstandene »Doppelherrschaft« einer bürgerlichen Provisorischen Regierung und der von Menschewiki und Sozialrevolutionären dominierten Sowjets der Arbeiter und Soldaten brachte jedoch keinen Frieden. Die Regierung setzte in Bündnistreue mit England und Frankreich sowie mit dem seit dem 6. April neu hinzugekommenen Kriegspartner USA den mörderischen Weltkrieg fort. Die sogenannte Kerenski-Offensive scheiterte jedoch. Die russischen Truppen waren in einer desolaten Lage. Die Soldaten wollten nicht mehr für ihre Kapitalisten und Großgrundbesitzer kämpfen. Die Armeen Deutschlands und seiner Verbündeten waren an der Front gegen das damalige Russland 1917 in vergleichsweise gefestigter Position. In dieser Situation verschmolzen für Lenin der Kampf um den Sturz der Provisorischen Regierung und der Kampf gegen den Krieg und für Frieden.
In den »Aprilthesen«, die Lenin am 20. April 1917 veröffentlicht hatte, als er gerade aus dem Schweizer Exil nach Petrograd zurückgekehrt war, hieß es, dass der Krieg von seiten Russlands auch unter der neuen Regierung »unbedingt ein räuberischer imperialistischer Krieg bleibt«. Eine »revolutionäre Vaterlandsverteidigung« sei nur denkbar unter den Bedingungen: »a) Übergang der Macht in die Hände des Proletariats und der sich ihm anschließenden ärmsten Teile der Bauernschaft; b) Verzicht auf alle Annexionen in der Tat und nicht nur in Worten; c) tatsächlicher und völliger Bruch mit allen Interessen des Kapitals«. Nach Lenin gab es einen »untrennbaren Zusammenhang von Kapital und imperialistischem Krieg«. Deshalb war er der Überzeugung, »dass es ohne den Sturz des Kapitals unmöglich ist, den Krieg durch einen wahrhaft demokratischen Frieden und nicht durch einen Gewaltfrieden zu beenden«.⁶ Im von den Bolschewiki formulierten »Aufruf an die Soldaten aller kriegführenden Länder« vom 4. Mai 1917 lesen wir, »dass es, solange die Herrschaft der Kapitalisten andauert, keinen wirklich demokratischen, gewaltlosen Frieden geben kann«.⁷
Ende September 1917, also rund vier Wochen vor dem »Dekret über den Frieden«, hatte Lenin in seinem Aufsatz »Die Aufgaben der Revolution« geschrieben: »Die Sowjetregierung muss unverzüglich allen kriegführenden Völkern (d. h. gleichzeitig sowohl ihren Regierungen als auch den Arbeiter- und Bauernmassen) vorschlagen, sofort einen allgemeinen Frieden auf demokratischer Grundlage sowie auch unverzüglich einen Waffenstillstand zu schließen«.⁸ Lenin hielt damals einen friedlichen Fortgang der Revolution für möglich: »Durch die Übernahme der ganzen Macht könnten die Sowjets jetzt noch – und wahrscheinlich ist das die letzte Chance – die friedliche Entwicklung der Revolution sichern«.⁹ Für ihn war die sozialistische Revolution auch ein Aufstand gegen den Krieg und ein demokratischer Frieden die beste Bedingung für deren erfolgreiche Entwicklung.

Mehr als ein historisches Dokument

Hat uns nach 100 kriegsbeladenen Jahren das Dekret über den Frieden noch etwas zu sagen? Es lohnt ein genaueres Durchforsten des Textes, um festzustellen, dass dieses Dokument demokratische Grundsätze von Außenpolitik und Völkerrecht proklamiert, die heute sehr aktuell sind.
Erstens. Das Dekret war die Geburtsurkunde friedensorientierter sozialistischer Außenpolitik. Mit ihm wurden revolutionäre Änderungen im Völkerrecht eingeleitet, die mit dem im Kellogg-Pakt vom 27. August 1928 formulierten Kriegsverzicht und mit den Vereinbarungen der Anti-Hitler-Koalition 1941–1945 fortgeführt und in der UN-Charta demokratisch ausgestaltet wurden. Im Kellogg-Pakt hatten die Unterzeichnerstaaten den Krieg als Mittel für die Lösung internationaler Streitfälle verurteilt und erklärt, auf ihn als Werkzeug der Politik zu verzichten. Die Sowjetunion war auf Betreiben der USA aus dem Kreis der Erstunterzeichner des Vertrags ausgeschlossen worden. Sie gab aber trotz Bedenken ihren Beitritt bekannt und übersandte schon am 6. September 1928 ihre Ratifikationsurkunde.
Nach Artikel 1 Ziffer 1 der UN-Charta vom 26. Juni 1945 sollen die Vereinten Nationen das Ziel verfolgen, »den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen«.
Zweitens. Im Dekret wird ein neuer Gewaltfrieden, wie er bald darauf mit den unterdrückerischen Pariser Vorortverträgen¹⁰ über Europa kam und der den Keim des nächsten Krieges in sich trug, kategorisch abgelehnt. Es wird ein gerechter und demokratischer Frieden gefordert, wie ihn die werktätigen Klassen und Schichten aller kriegführenden Länder wollen. Beginnen muss jeder Friedensschluss mit der Unterbrechung der Waffengewalt, also einem Waffenstillstand, den das Dekret auch vorschlägt. Gerechtigkeit und Demokratie waren für Lenin die Schlüsselbegriffe für die Vereinbarung eines Friedens, der mehr ist als das Schweigen der Waffen. Ein »solcher Frieden ist nach der Auffassung der Regierung ein sofortiger Frieden ohne Annexionen (…) und ohne Kontributionen«. Bestimmt wird auch, was Annexionen sind. »Unter Annexion oder Aneignung fremder Territorien versteht die Regierung, im Einklang mit dem Rechtsbewusstsein der Demokratie im allgemeinen und der werktätigen Klassen im besonderen, jede Angliederung einer kleinen oder schwachen Völkerschaft an einen großen oder mächtigen Staat, ohne dass diese Völkerschaft ihr Einverständnis und ihren Wunsch unmissverständlich, klar und freiwillig zum Ausdruck gebracht hat«. Ein Vorschlag für die Formulierung des Annexionsverbots als außenpolitisches Prinzip und Völkerrechtsnorm war damit in der Welt.
Drittens. Für Lenin war die Gewinnung von Frieden auf das engste verknüpft mit der Ausübung des Selbstbestimmungsrechts der Nationen. In der von ihm verfassten Deklaration der Rechte des werktätigen und ausgebeuteten Volkes vom 17. Januar 1918 sprach er direkt vom Frieden »auf der Grundlage der freien Selbstbestimmung der Nationen«.¹¹ Dies bedeutete auch, dass jede Nation das Recht habe, sich von einem multinationalen Staat loszutrennen, und einen eigenen selbständigen Staat bereits unter kapitalistischen Verhältnissen errichten könne. In diesem Punkt war er anderer Meinung als Rosa Luxemburg. In seinen »Thesen zur nationalen Frage« von 1913 hatte er geschrieben, im Programm der Sozialdemokraten Russlands sei das Recht auf Lostrennung und Bildung eines selbständigen Staates »um der Grundprinzipien der Demokratie willen« absolut unverhandelbar. Er machte allerdings einen feinen Unterschied zwischen der Sicherung dieses Rechts und der Frage, »ob die staatliche Lostrennung dieser oder jener Nation zweckmäßig ist«. Bei der Entscheidung dieser Frage müsse man vor allem »die Interessen des Klassenkampfes des Proletariats für den Sozialismus berücksichtigen«.¹²
Lenin verstand das Selbstbestimmungsrecht keineswegs als »Ansporn zur Bildung von Kleinstaaten«. Im Dekret über den Frieden wird der Zusammenhang von Selbstbestimmungsrecht und Annexionsverbot herausgearbeitet: »Wenn irgendeine Nation mit Gewalt in den Grenzen eines gegebenen Staates festgehalten wird, wenn dieser Nation entgegen ihrem zum Ausdruck gebrachten Wunsch (…) das Recht vorenthalten wird, nach vollständiger Zurückziehung der Truppen der annektierenden oder überhaupt der stärkeren Nation in freier Abstimmung über die Formen ihrer staatlichen Existenz ohne den mindesten Zwang selbst zu entscheiden, so ist eine solche Angliederung eine Annexion, d. h. eine Eroberung und Vergewaltigung.« Lenin hat das Selbstbestimmungsrecht nicht nur theoretisch begründet und politisch proklamiert. Als er die Macht dazu hatte, wurde es gegenüber Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen sowie innerhalb der damaligen föderativen Sowjetrepublik Russland realisiert. Man kann sagen, dass Lenin und die Bolschewiki so den Weg dafür bereitet haben, dass das Selbstbestimmungsrecht in der UN-Charta in den Rang eines verbindlichen Prinzips des modernen Völkerrechts erhoben worden ist. Und 1966 wurde es jeweils in Artikel 1 des »Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte« und des »Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte« in identischer Formulierung näher ausgestaltet: »Alle Völker haben das Recht auf Selbstbestimmung. Kraft dieses Rechts entscheiden sie frei über ihren politischen Status und gestalten in Freiheit ihre wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung.«

Krieg ist verbrecherischer Akt

Viertens. Das Friedensdekret hat den Ersten Weltkrieg erstmalig in einem staatlichen Rechtsakt als Verbrechen verurteilt: »Diesen Krieg fortzusetzen, um die Frage zu entscheiden, wie die starken und reichen Nationen die von ihnen annektierten schwachen Völkerschaften unter sich aufteilen sollen, hält die Regierung für das größte Verbrechen an der Menschheit.« Bis die Verbrechen gegen den Frieden und gegen die Menschheit Tatbestände des verbindlichen Völkerstrafrechts und als solche im Nürnberger Prozess gegen die faschistischen deutschen Hauptkriegsverbrecher zum ersten Mal angewendet wurden, hatte ein weiterer imperialistischer Raubkrieg die Welt verheert.
Fünftens. Lenin war für die Vaterlandsverteidigung, die er als Selbstverteidigung gegen eine Aggression verstand. In einer Rede am 1. Dezember 1917 sagte er. »Eine revolutionäre Armee gibt niemals den ersten Schuss ab, sie richtet ihre Erbitterung nur gegen Räuber und Gewalttäter am Volke. Wenn es anders wäre, würde das Wort Revolution seinen Sinn verlieren.«¹³ Und bei der »Verabschiedung der ersten Marschabteilungen der sozialistischen Armee« am 14. Januar 1918 rief er, die Armee sei berufen, die Errungenschaften der Revolution »gegen alle Feinde des Volkes zu verteidigen«.¹⁴
Sechstens. Mit dem Dekret wurden auf revolutionäre Weise neue Prinzipien der Außenpolitik proklamiert. Die Adressaten sozialistischer Friedenspolitik der blutjungen Sowjetmacht waren für Lenin nicht nur die Regierungen der kriegführenden Länder, sondern auch deren Bevölkerungen, insbesondere die arbeitenden Klassen und Schichten. Lenin sagte auf dem II. Sowjetkongress: »Unser Aufruf muss sowohl an die Regierungen als auch an die Völker gerichtet werden (…) Überall bestehen Gegensätze zwischen Regierungen und Völkern, und deshalb müssen wir den Völkern helfen, in Fragen des Krieges und des Friedens einzugreifen.«
Bemerkenswert ist Lenins Auffassung von Offenheit und Transparenz in der Führung der Staatsgeschäfte: »Die Regierung schafft die Geheimdiplomatie ab, sie erklärt, dass sie ihrerseits fest entschlossen ist, alle Verhandlungen völlig offen vor dem ganzen Volk zu führen«. Sie wird unverzüglich »alle (…) Geheimverträge veröffentlichen«. Es erschienen in sieben Bänden mehr als 100 Verträge und andere diplomatische Materialien. Die räuberischen Verträge wurden nicht nur offengelegt. Sie wurden als nichtig behandelt. »Alle Bestimmungen dieser Geheimverträge, soweit sie (…) die den Zweck hatten, den russischen Gutsbesitzern und Kapitalisten Vorteile und Privilegien zu verschaffen, die Annexionen der Großrussen aufrechtzuerhalten oder zu erweitern, werden von der Regierung bedingungslos und sofort für ungültig erklärt.« So wurden die Abmachungen über die Aufteilung Polens annulliert. Lenin wollte aber nicht tabula rasa mit den Verträgen des alten Russland machen. Er unterschied die räuberischen Verträge von anderen, die er fortgeführt wissen wollte. Die »räuberischen Regierungen haben nicht nur über Räubereien Abkommen getroffen, sie haben neben solchen auch wirtschaftliche Abmachungen getroffen und verschiedene andere Punkte über gutnachbarliche Beziehungen festgelegt«. Diese Punkte »nehmen wir gern an, sie können wir nicht ablehnen«.
Da ließ sich bereits eine Haltung der sowjetische Diplomatie erkennen, eingenommen auf der Konferenz von Genua und erkennbar im Vertrag von Rapallo mit Deutschland vom 16. April 1922, aber auch im Prinzip der friedlichen und gleichberechtigten Zusammenarbeit Sowjetrusslands mit der kapitalistischen Welt, das später den Namen »friedliche Koexistenz« erhalten sollte. Die Sowjetregierung war für einen Friedensschluss durch »offene Verhandlungen« und hatte dabei ihre formulierten »Friedensbedingungen keineswegs als ultimativ betrachtet«. Also Kompromissbereitschaft als Methode sozialistischer Außenpolitik.

Friedenskampf gleich Klassenkampf

Siebtens. Lenin wäre nicht der gewesen, der er immer war, nämlich der an Marx geschulte Revolutionär, wenn er nicht auch bei der Begründung dieses diplomatischen Dokuments den Zusammenhang von Friedenskampf und Klassenkampf hergestellt hätte. Er rechnete damit, »dass die klassenbewussten Arbeiter« Englands, Frankreichs und Deutschlands durch eigene revolutionäre Aktion »helfen werden, die Sache des Friedens und zugleich damit die Sache der Befreiung der werktätigen und ausgebeuteten Volksmassen von jeder Sklaverei und jeder Ausbeutung erfolgreich zu Ende zu führen«. Fünf Wochen später äußerte sich Lenin in dem kurzen Artikel »Um Brot und Frieden« noch deutlicher: »Der imperialistische Krieg, (…) der um die Verteilung der Beute, um die Beraubung der kleinen und schwachen Völker geführt wird, dieser schreckliche, dieser verbrecherische Krieg, der alle Länder ruiniert, alle Völker ausgepresst hat, dieser Krieg stellt die Menschheit vor ein Dilemma: Entweder wird die ganze Kultur geopfert, oder es muss auf revolutionärem Wege das kapitalistische Joch abgeschüttelt, die Herrschaft der Bourgeoisie beseitigt, die sozialistische Gesellschaft und der dauernde Friede erobert werden.«¹⁴ Vor diesem Dilemma steht die Menschheit heute noch oder – besser gesagt – wieder.
Es soll und kann hier nicht darüber gerichtet werden, inwieweit sich die verschiedenen sowjetischen Führungen nach Lenin unter Stalin und dessen Nachfolgern bis zu Michail Gorbatschow an die außenpolitischen Prinzipien Lenins gehalten haben. Eine Bilanz würde sicherlich gemischt ausfallen. Unzweifelhaft aber ist der enorme und opferreiche Anteil der Sowjetunion am Sieg über den deutschen und den japanischen Faschismus und an der Befreiung der europäischen und vieler asiatischer Völker, an der Überwindung des imperialistischen Kolonialsystems und an der Erhaltung des Friedens in Zeiten des Kalten Krieges.
Anmerkungen
1 Lenin, Werke, Bd. 26, S. 237
2 Ebenda, S. 239 – 247. Nicht ausgewiesene Zitate sind diesen Seiten entnommen.
3 »Die Aufgaben der revolutionären Sozialdemokratie im europäischen Krieg«, geschrieben nicht später als am 6. September 1914, in: Lenin, Werke Bd. 21, S. 1 f.
4 Ebenda, S. 4
5 Ebenda, S. 296 ff.
6 Lenin, Werke, Bd. 24,. S. 3 f.
7 Ebenda, S. 176 ff.
8 Lenin, Werke, Bd. 26, S. 45
9 Ebenda, S. 51
10 So werden die Friedensverträge der Siegermächte des Ersten Weltkriegs mit Deutschland (Versailles), Österreich (Saint-Germain), Bulgarien (Neuilly), Ungarn (Trianon) und dem Osmanischen Reich (Sèvres) genannt, weil sie in Orten der Umgebung von Paris unterzeichnet wurden.
11 Lenin, Werke, Bd. 26, S. 425
12 Lenin, Werke, Bd. 19, S. 233 f.
13 Lenin, Werke, Bd. 26, S. 323
14 Ebenda, S. 420
15 Ebenda, S. 387
Gregor Schirmer ist Verfassungsrechtler. An dieser Stelle schrieb er zuletzt am 11.5.2017 über die Völkerrechts- und Grundgesetzwidrigkeit von Auslandseinsätzen der Bundeswehr.
(c) Junge Welt 2017
https://www.jungewelt.de dieser Artikel aus der jungen Welt vom 09.11.2017 wird Ihnen empfohlen von MN
09.11.2017 / Thema / Seite 12

Domenico Losurdo referierte in Kassel zur Aktualität des Leninschen »Dekrets über den Frieden«

Domenico Losurdo referierte zur Aktualität des »Dekrets über den Frieden«

Franziska Lindner

»Wir leben in einer Vorkriegszeit«, hörte man am Sonnabend nachmittag den marxistischen italienischen Philosophen Domenico Losurdo in seinem Vortrag auf dem Kasseler Friedensratschlag sagen. Die weltweite Situation sei nicht ermutigend, in der internationalen Presse habe die Rede von der aktuellen Kriegsgefahr eine prominente Stellung eingenommen, so Losurdo weiter.

Ein Blick auf die zahlreichen aktuellen Krisenherde im Mittleren Osten und auf dem afrikanischen Kontinent, aber auch auf die Lage in Korea, der Ukraine und Venezuela verdeutliche die derzeit zugespitzte Situation. Darüber hinaus, so Losurdo, würden sukzessive Kriegsvorbereitungen getroffen und Kriegsideologie öffentlich verbreitet, die sich gegen China und Russland wende. Denn es seien gerade diese beiden Staaten, so stellte er in seinem Vortrag heraus, die den imperialistischen Abenteuern der jüngeren Zeit nicht folgten. Er betonte die Rolle der USA und der NATO für die direkt oder indirekt geführten opferreichen militärischen Interventionen der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart in Afghanistan, Irak, Syrien sowie Libyen und weiteren Staaten Afrikas. Ihnen stellten sich im internationalen Rahmen vor allem Russland und China entgegen, weshalb diesen im besonderen die Aggression der USA und ihrer westlichen Verbündeten gelte. Falsch sei deshalb der in der westlichen Linken weit verbreitete »barocke Aberglaube«, dass alle Staaten auf eine Stufe zu stellen seien, gleich kapitalistisch und gleich imperialistisch agierten.

Heute müsse es linken Kräften genauso wie vor 100 Jahren um den Kampf für den Frieden gehen – ganz konkret in Korea, im Irak, in Syrien oder im Jemen und allgemein gegen die schwelende Weltkriegsgefahr. Losurdo folgend, bleibt das »Dekret über den Frieden« daher 100 Jahre nach Erlass in der derzeit zugespitzten Situation aktuell. Es war ein wichtiges Ergebnis der russischen Oktoberrevolution von 1917 und der aus ihr siegreich hervorgegangenen Arbeiter- und Bauernregierung. Ziel des Dekrets waren ein sofortiger Friedensschluss »ohne Annexionen und Kontributionen« und das Ende der Teilnahme Russlands am Ersten Weltkrieg. Es ist der erste von einer staatlichen Regierung verfasste Erlass, der Krieg als Mittel der Politik verurteilt. Es war eine klare Ansage gegen den imperialistischen Krieg, der ein Konkurrenzkrieg der Großmächte um die Kolonien und die Versklavung der kolonialen Völker war. Somit hat das Dekret nicht nur die Friedenskräfte in den kriegführenden Staaten unterstützt, sondern weltweit antikoloniale Bewegungen inspiriert.

Der Kampf gegen den Krieg müsse ernst genommen werden, dafür sei eine breite gesellschaftliche Front zu bilden, eine Massenbewegung. Die Hauptaufgabe müsse der Kampf gegen die Kriegsgefahr sein, der Kampf gegen die NATO. Das sei eine konkrete Anknüpfung an die Oktoberrevolution von 1917.


The Olympics and Jerusalem: Disillusionment confirmed

This week’s two most dramatic events will go down in history as shattering the wishful-thinking illusions that anyone might have still had about the Trump Administration’s policies towards Russia and Israel.



Trump doesn’t like being compared to Obama, but this time it’s impossible not to see the similarities.
Both candidates represented a promising break from the past and swore to reverse the failed policies of their predecessors, and each were elected out of the desperation that most Americans were feeling at the time, whether real or imagined. They “talked the talk” and said all the “right” things, but once they got into office, they didn’t exactly “walk the walk” that they were supposed to. Obama promised a new era of relations with the Muslim World, while Trump said that he’d do the same vis-à-vis Russia.
Neither of them, however, ended up fulfilling their campaign promises in this regard due to the heavy and intrusive pressure exerted on them by the permanent military, intelligence, and diplomatic bureaucracies, or “deep state”. The Obama Administration will infamously go down in history for orchestrating the theater-wide Color Revolutions popularly known as the “Arab Spring”, while Trump’s team is already on target to be the most anti-Russian one that the US has ever seen.
At the same time, though, the writing was on the wall the entire time about what was poised to be their most controversial actions, with candidate Obama proclaiming on many occasions that he was open to negotiating with Iran and ultimately concluding a nuclear deal with it, while candidate Trump never lost the opportunity to tell the world just how much he loves Israel and would do anything in support of its interests. It’s with this overall backdrop in mind that one should interpret the two headline-grabbing events that took place earlier this week.
The first one of relevance is the International Olympic Committee’s (IOC) decision to ban Russia from the 2018 Winter Olympics, which many suspect was caused by American “deep state” pressure on the organization. This form of institutional Hybrid War is designed to enact maximum psychological damage on the Russian population by globally humiliating them. Most people are rightly disgusted at this decision, but their reaction also indicates that they truly believed that the games were apolitical in the first place, just like the Nobel Peace Prize is supposed to be. That, however, is an inaccurate determination, no matter how righteous it is to wish that this was the case.
Both the Olympics and the Nobel Peace Prize theoretically embody globe peace, harmony, and cooperation, but are in reality oftentimes manipulated for self-serving purposes by the Western countries that exercise disproportionate influence over their activities and decision-making competencies. The same can be said for the UN – for as noble of an idea as it is, the “politically incorrect” fact of the matter is that it doesn’t usually work the way that it’s supposed to because there’s no universal enforcement mechanism for coercing all parties to recognize its decisions, which is why the US and Israel usually flout them at will.
This brings the analysis around to discussing what just happened on Wednesday after Trump unilaterally recognized Jerusalem as Israel’s capital. Unlike the Olympic scandal that could have reasonably caught a few people off guard who might have still sincerely believed in Trump’s ability to pull off his campaign promise to repair relations with Russia, the same “innocence” can’t be feigned when it comes to his policy towards Israel. Trump’s slogan of “America First” could easily be understood as synonymous with “Israel First”, that’s how enthusiastically he campaigned on behalf of promoting its interests. Coupled with the President’s suspicion of the UN, international law, and global bodies in general, it’s no surprise that he would carry through on his campaign promise to recognize Jerusalem.
Nevertheless, there were some people who imagined that Trump would never do such a thing because they had always conceived of him as a peacemaking president, and just like Obama, they viewed this politically inexperienced individual as a blank canvas on which to project all of their desires. In hindsight, this wasn’t a wise move despite whatever the explanation may have been for justifying this at the time. Trump did indeed raise everyone’s hopes that he was going to reform the US’ strategy towards Russia, but when it came to Mideast affairs, he was characteristically candid about what he wanted to accomplish, especially concerning Israel.
As I wrote at the time in my 11 November, 2016 Sputnik forecast titled “Here’s What Trump’s Foreign Policy Will Look Like”, “Washington will always do everything in its power to promote Tel Aviv’s interests, and this is one of those geostrategic constants which will likely never change in American foreign policy.” Anyone who ever thought differently doesn’t have a solid enough understanding of the symbiotic state of US-Israeli relations, whereby the US exploits Israel’s geostrategic location as a unipolar outpost in the energy-rich Mideast while Israel leverages its powerfully lobby to ensure continued military and financial support from the US for its continued existence.
Previous US Presidents like Obama who toyed with manipulating public perception in order to paint themselves as “pro-Palestinian” were just throwing carrot stubs at Muslim Arabs this whole time and misleading the desperate masses into indulging in their own wishful thinking fantasy that the US was a “neutral party” to the Israeli-Palestinian peace process. It never was and never will be, and all that Trump did by recognizing Jerusalem was remove the deceptive mask of American foreign policy and show its true face to the world. In fact, it can even be argued that Trump did the same vis-à-vis his “deep state” potentially pressuring the IOC to ban Russia from the upcoming Winter Olympics.
The Olympics aren’t neutral, just like the UN isn’t, nor the Nobel Peace Prize and especially not the US’ role in the Israeli-Palestinian peace process, though saying otherwise had hitherto been seen as “politically incorrect” and therefore supposedly suitable grounds for condemnation by anyone who was triggered through their cognitive dissonance as a result. No one should feel guilty or apologize for the severe indignation that they’re expressing against the US or Trump because of the IOC and Jerusalem decisions, but part of the reason for their fury might also have to do with their own disillusionment after finally having their wishful thinking debunked in the most sobering and incontrovertible way possible.
Trump’s disappointed many people, especially his supporters abroad, but he’s also fulfilled the dreams of many others who pined for the day when they would see Russia kicked out of the Olympics and the US recognize Jerusalem as Israel’s capital, let alone in the same week as one another and no matter how unfair both of these decisions might be to many. It’s an uncomfortable political truth, but there are a lot of people – especially in the US – who hate Russia and love Israel, whether having arrived at these conclusions either on their own or due to mass media manipulation, and failure to accept this reality is yet another delusion that some people will have to painfully overcome sooner or later.
DISCLAIMER: The author writes for this publication in a private capacity which is unrepresentative of anyone or any organization except for his own personal views. Nothing written by the author should ever be conflated with the editorial views or official positions of any other media outlet or institution.
Source: http://theduran.com/the-olympics-and-jerusalem-disillusionment-confirmed/ 

Tuesday, December 5, 2017

Schach der Zensur in Deutschland, der Schweiz und in den USA

Die Terror-Strategie, fanatisierter islamistischer Söldner gegen unliebsame Regierungen in Stellung zu bringen, wird von den US-Neocons – aktuell vor allem in Syrien - unnachgiebig weiterverfolgt. So werden auch in der Schweiz kritische Stellungnahmen zum sogenannten Syrischen "Zivilschutz" der Weisshelme von offizieller Seite blockiert:

Weitere Informationen zu den berüchtigten Weisshelmen:

Gruss, Kaspar Trümpy

Consortiumnews.com

Special Report: The Russia-gate hysteria has spread beyond simply a strategy for neutralizing Donald Trump or even removing him from office into an excuse for stifling U.S. dissent that challenges the New Cold War, reports Joe Lauria.

https://consortiumnews.com/2017/12/04/how-russia-gate-rationalizes-censorship/

Saturday, December 2, 2017

Auf den Spuren des WTC7 - Dr. Daniele Ganser im Gespräch

Auf den Spuren des WTC7 - Dr. Daniele Ganser im Gespräch
Der Leiter des Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER), Dr. Daniele Ganser, gilt als einer der unnachgiebigen Forscher der Terroranschläge vom 11. September 2001. Der Schweizer Historiker hinterfragt die offiziellen Erklärungen zum Einsturz der Gebäude.


Dabei legt Dr. Ganser ein besonderes Augenmerk auf die Analyse des Einsturzes vom sogenannten „dritten Turm“, das WTC7. Dieses dritte Gebäude im World Trade Center-Komplex, das ebenfalls an diesem Tag einstürzte, sei der Hauptstreitpunkt, so Ganser.
Im Gespräch erläutert Dr. Daniele Ganser, Energie- und Friedensforscher, die enormen Diskrepanzen in der Berichterstattung und in den bisherigen offiziellen Ermittlungen. Er plädiert für eine neue, unabhängige und internationale Ermittlungskommission in der Causa 9/11. Außerdem warnt er vor der Gewaltspirale, die anhand der Formel „Krieg gegen den Terrorismus“ seit 2001 eine sich stetig überschlagende Beschleunigung erlebt.
Am Tag des Interviews hielt Dr. Ganser im Berliner Kino „Babylon“ einen Vortrag zum Thema, mit dem Titel „WTC7 – Feuer oder Sprengung?“.