Monday, July 6, 2015

Transatlantischer Koordinator zur Verhandlungsvollmacht für US-Regierung zum Abschluss von Handelsabkommen

Anbei die Kopie eines Offenen Briefes, den wir am 2. Juli 2015 an Angela Merkel, Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel geschickt haben.  Wir sind erschreckt über Versuche von US-Politikern, auf dem Wege über die TTIP-Verhandlungen Einfluss zu nehmen auf unsere Grundrechte.  Sollten entsprechende Klauseln zum "Schutz" von Israel vor Boykott-Maßnahmen in die TTIP-Vereinbarungen Eingang finden, so würden Aktionen der BDS-Kampagne juristisch bedroht sein
In unseren weichgespülten Medien, in die ja selbst die Meldung über die israelische Piraterie gegen die "Marianne" kaum Eingang fand (im DLF z.B. war die Nachricht schon nach wenigen Stunden nicht mehr zu hören), haben wir nichts über diesen ungeheuerlichen Versuch eines Angriffs auf unsere Grundrechte gefunden -- da muss man schon Ha'aretz lesen oder sich durch pro-zionistische Organe wie israelnetz.com quälen, um sich aufklären zu lassen. 
Um so dankbarer sind wir, dass der erschreckende Bericht von Thorsten Teichmann über die Zustände in Gaza ein Jahr nach den Zerstörungen am 3.7. gesendet wurde, wenn auch nicht gerade zu einer verlockenden Zeit:   3. Juli 2015, 06:20 Uhr

Gaza 1Jahr nach Krieg - Noch einmal unterwegs mit psychologischer Nothilfe

Länge03:41 Minuten
AutorTeichmann, Torsten
SendungInformationen am Morgen
Audio hörenMediatheklink
Es ist uns nicht gelungen, den Text in druckfähiger Form zu bekommen, so können wir nur ermutigen, die 3:45 Minuten zu investieren und die Sendung nachzuhören – und sie vielleicht weiterzuempfehlen.
 
 Renate und Frank Dörfel
Breisgauer Str. 7    
14129 Berlin  
030-80582724

www.palaestina-heute.de
 
 
Hier der Offene Brief vom 2. Juli 2015
 
Offener Brief
An die Bundeskanzlerin Frau Angela Merkel
poststelle@bk.bund.de
An den Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier
frank-walter.steinmeier@bundestag.de   poststelle@auswaertiges-amt.de
  An den Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel
parteivorstand@spd.de  sigmar.gabriel@bundestag.de
 
Sehr geehrte Verantwortliche für den Fortgang der TTIP-Verhandlungen,
 
eher zufällig fiel uns ein Artikel aus THE TIMES OF ISRAEL vom 23. 4. 2015 in die Hände, der uns erschrecken ließ. Titel: Congress moves to pressure Europe against BDS Steps (s. Anlage).  Mitglieder des US-Congress haben einen Gesetzentwurf eingebracht, der – sollte er Gesetz werden und zudem noch in den Verhandlungen über TTIP Eingang finden in das Vertragswerk – eine wesentliche Einschränkung unserer demokratischen Rechte und unserer politischen Einflussmöglichkeiten als Bürger dieses Staates mit sich brächte: 
The amendment to the autorization for negotiations on the Transatlantic Trade and Investment Partnership will add the discouragement of BDS (Boycott, Divest, Sanction) actions as a principal objective for US envoys in the talks with Europe.
 
Obwohl wir nicht vermuten, dass Sie der BDS-Bewegung ( www.bds-kampagne.de  ) positiv gegenüberstehen, bitten wir Sie, die Folgen eines solchen „discouragement“ mit uns zu bedenken. Wir sprechen diese Bitte aus, weil wir von Freunden in Israel wiederholt gebeten wurden, die internationale BDS-Bewegung zu unterstützen um so einen Druck von außen auf die in Israel Verantwortlichen auszuüben, der – so die Aussagen unserer Freunde – ihre einzige Hoffnung ist, Israel aus der Sackgasse zu führen, in die die aktuelle Politik es geführt hat. 
 
Ausdrücklich weisen die Verfechter von BDS darauf hin, dass diese gewaltfreie Bewegung sich orientiert an den Boykott-Maßnahmen, die in den 90-er Jahren zum Ende des Apartheid-Regimes in Südafrika geführt haben.  Und auch Vertreter christlicher Kirchen in Nahost haben uns immer wieder auf die Notwendigkeit hingewiesen, mit den Maßnahmen des Boykotts Israel von seinem Irrweg abzubringen (s. KAIROS-Palestine http://www.kairospalestine.ps/content/kairos-document ).
Eine Verankerung eines BDS-Verbotes in TTIP wäre nicht zu rechtfertigen, es wäre katastrophal:  unsere zivilgesellschaftlichen Bemühungen, als Bürger durch unser Konsumverhalten die Waren aus den widerrechtlich errichteten Siedlungen im Westjordanland aus dem Warenverkehr zu verbannen, zumindest aber sichtbar zu machen, dass es sich dabei eben nicht um Waren aus Israel sondern um solche aus den besetzten Gebieten handelt, diese Bemühungen würden entgegen unseren grundgesetzlich verbrieften Rechten kriminalisiert.  Die EU-Richtlinien, die eben eine solche Kennzeichnung fordern und die nicht umgesetzt werden hier in Deutschland, würden obsolet, EU-Recht würde also weiterhin straffrei gebrochen.  Unsere Freunde in Israel, die sich von BDS eine Möglichkeit erhoffen, gewaltfrei für eine Änderung der desolaten politischen Verhältnisse hinwirken zu können, wären dieser Hoffnung beraubt. 
 
BDS hat in den letzten Jahren dank der internationalen Unterstützung von Aktivisten in Westeuropa, Nordamerika und sonstwo eine große Wirkung entfaltet. Dies lässt sich wohl am besten ablesen an der hektischen Betriebsamkeit, mit der die politischen Führer in Israel jetzt international gegen BDS zu Felde ziehen. Im oben genannten Artikel der TIMES OF ISRAEL wird der Senator Portman (Republikaner aus Ohio) zitiert:
From the time it was founded Israel has been target of a lot of attacks from militaries and terrorist groups but now there’s also this other attack. …(BDS) is in some ways more pernicious because it is economic warfare.
 
Frau Bundeskanzlerin, Sie haben das Wort geprägt, Israels Sicherheit sei deutsche Staatsraison.  Mit der Aufnahme einer BDS-feindlichen Formulierung in die TTIP-Dokumente würde der Sicherheit Israels kein Dienst erwiesen.  Der Wegfall friedlicher, gewaltfreier Möglichkeiten des Protestes würde vielmehr unweigerlich zu mehr Gewalt in Nahost führen.
Wir schreiben an Sie als Verantwortliche für unsere Politik insgesamt, für unsere Nahostpolitik, für TTIP.  Wir fordern, dass Sie sich in aller gebotenen Klarheit gegen das Ansinnen der US-Politiker, BDS zu kriminalisieren, stemmen.  Bitte verhindern Sie, dass eine solche Formulierung und damit eine solche Zielsetzung Teil des angestrebten Handelsabkommens wird.
 
In großer Sorge,
Ihre
Renate und Frank Dörfel
Breisgauer Str. 7   
14129 Berlin  
030-80582724
 
P.S.  Inzwischen ist der Gesetzentwurf vom U.S.-Congress verabschiedet worden.  Uns liegen zwar die genauen Formulierungen des Gesetzes nicht vor, die begeisterten Reaktionen in pro-israelischen Publikationen lassen allerdings vermuten, dass das Gesetz genau das bewirken wird, was beabsichtigt war: eine Verknüpfung von Handelsgesetzen mit einer Beschneidung von Bürgerrechten.  (s. dazu http://www.bnaibrith.org/press-releases/bnai-brith-appreciates-anti-bds-provision-in-us-trade-bill
Die Reaktionen aus Ihrem Haus, Herr Steinmeier, lassen allerdings nicht erkennen, dass Sie die in unserem Brief angesprochenen Probleme im Blick haben.  Wir fügen eine Kopie der entsprechenden Pressemitteilung vom 29.6.15 bei.
 
Auswärtiges Amt  /  Pressemitteilung

Transatlantischer Koordinator zur Verhandlungsvollmacht für US-Regierung zum Abschluss von Handelsabkommen

29.06.2015
Nach intensiven Debatten zur Gesetzgebung im US-Kongress hat US-Präsident Barack Obama heute das Gesetz für eine Verhandlungsvollmacht unterzeichnet, die es seiner Regierung ermöglicht, die in Verhandlung befindlichen Freihandelsabkommen – darunter auch die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) – zu einem Abschluss zu bringen.

Hierzu erklärte der Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit, MdB Jürgen Hardt, heute (29.06.):
Ich begrüße die Unterschrift von Präsident Obama unter die sogenannte Trade Promotion Authority, die auf US-Seite die notwendige Klarheit schafft, die TTIP-Verhandlungen nun zielgerichtet und mit Nachdruck zu einem guten und zügigen Ende zu bringen.

Die intensive Debatte im US-Kongress hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig den amerikanischen Volksvertretern der Schutz hoher Arbeitnehmer-, Umwelt-, Sicherheits- und Sozialstandards ist. Über den Atlantik hinweg haben wir ein gemeinsames Interesse, mit TTIP einen neuen und modernen Standard für zukünftige Freihandelsabkommen zu schaffen.

Jetzt gilt es, die Verhandlungen auch in kritischen Punkten rasch fortzusetzen, damit wir bis Ende des Jahres 2015 die wesentlichen Grundzüge eines zukünftigen TTIP-Abkommens ausgehandelt haben.

Neue US-Militär-Doktrin: Krieg gegen Russland ist eine Variante

Deutsche Wirtschafts Nachrichten
Erstmals seit 2011 hat die US-Regierung eine neue Militärdoktrin veröffentlicht. Darin werden China und Russland als große Gefahren und Bedrohung der USA bezeichnet. General Dempsey hält einen Krieg zwischen den Supermächten zunehmend für denkbar. 
Das Pentagon hat eine neue Militärdoktrin für die USA veröffentlicht. Erstmals seit 2011 wurde diese Doktrin neu formuliert. Darin werden neue Bedrohungsbilder definiert. Die gefährlichsten Bedrohungsbilder sind nach Ansicht des Pentagon Russland, China, Nordkorea und der Iran. Diese Staaten werden von den US-Strategen als neue Gefahren angesehen, die mit derselben Aufmerksamkeit bedacht werden müssen wie die aktuellen Bedrohungen des Islamismus im Nahen Osten.... - ....Der Chef der US-Streitkräfte, General Martin Dempsey, schreibt in seiner Einordnung zu der neuen Doktrin, dass die Lage durchaus ernst sei. Zwar sei die „Wahrscheinlichkeit eines Krieges mit einer anderen Supermacht niedrig, doch sie wächst“. -   In der Doktrin findet sich eine bekannte Praxis wieder. So werden einfach Dinge behauptet, die weder bewiesen noch in irgendeiner Weise adäquat dokumentiert sind. So heißt es in dem Papier dass die Gefahr Nordkoreas vor allem im Bereich der Cyberkriminalität bestehe. Als Beleg...   - ....So ähnlich verhält es sich auch mit dem Umgang mit Russland. Russland wird von der amerikanischen Regierung seit Monaten konsequent als Feind und Bedrohung aufgebaut. So wird seit langem behauptet, dass Russland eine malaysische Passagiermaschine der Ukraine abgeschossen habe. Bis heute liegen dafür keinerlei Beweise vor. Es ist bis heute unbekannt, wer.....
weiterlesen:
"Das Thema gehört sofort in der ganzen Friedensbewegung und der Kirchen auf die Tagesordnung. Ebenso wie das sofortige Verlassen aller Militärbündnisseund die Schließung aller militärischen und nachrichtendienstlichen Einrichtungender USA in Deutschland. Dazu selbstverständlich auch die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen Russland, Iran and Syrien, die in erster Linie die Bevölkerungen dieser Staaten schaden."  E.D.

Dokument belegt: Ukraine ist US-Bananenrepublik

Colonel Cassad hat das untenstehende viel sagende Dokument verbreitet. Daraus geht erstens hervor, was die Amerikaner unter Demokratie verstehen, und zweitens zeigt sich klar, dass die Ukraine eine US-Bananenrepublik geworden ist. 

Untenstehendes Dokument herausgeschrieben (mit ein paar Übersetzungshilfen):


June 25, 2015

Mr.Arsenyn Yatsenyuk
Prime Minister of Ukraine
12/2 Hrushevsky Street
01008 Kiew, Ukraine

Dear Prime Minister Yatsenyuk:

I write to assure you that the U.S. Senate extends ist trust in you and shares your concerns over the ongoing dismissal (Entlassung) by President Petro Poroshenko of key figures in Ukrainian leadership who have been entirely committed (verpflichtet sein) to promoting democracy in your country. I concur (beipflichten), it is necessary to invest every effort to keep Oleksiy Pavlenko in his office of Minister of Agrarian Policy and Food. His discharge (Ausscheiden) will cause additional obstacles on the way of widening cooperation between the U.S. and Ukranian agricultural companies. I also consider it of utmost importance to make sure Yuri Nedashkovsky remain President of Energoatom Company. It is largely due to his efficient work that Ukraine has an opportunity to intensify cooperation with foreign partners in the field of nuclear production.

Besides, I would like to inform you that the U.S. Senate Ukraine Caucus has considered your proposals regarding Minister of Internal Affairs Arsen Avakov, Minister of Energy and Coal Industry Volodymir Demchyshyn and head of Ukrgasvydobuvannya Company Sergei Kostyuk. Mojority of the Senators agree that neither Mr. Dernchyshyn, nor Mr. Kostyuk meets the job requirements. Yet, there is no clear-cut solution to the problem of Mr. Avakov. Senators differ in their opinion. I consider it appropriate to postpone (verschieben) the issue for some time. 




Durbin to Iatseniuk

Rote Karte gegen die EU-Diktatur

.....Laut Meldung der DPA machen sich die USA große Sorgen wegen der Finanzkrise in Griechenland. Die USA sehen nämlich schwerwiegende 
Folgen für die Südostflanke der NATO,... !!!     A. K.

Rote Karte gegen die EU-Diktatur von Heiko Schrang


Die Griechen haben am Wochenende sich gegen das EU-Diktat entschieden aber für ihre Freiheit und ihre Unabhängigkeit gestimmt. Mittlerweile ist es hinlänglich bekannt, dass hinter der Euroeinführung die Bilderberger Gruppe stand. Ihre willigen Vollstrecker aus der Politik haben den Euro gegen den Willen der Bevölkerung aus der Taufe gehoben. Er war von Anfang an nur Mittel zum Zweck um den Superstaat Europa zu schaffen. Man wollte zeigen, dass man über gemeinsames Geld auch zum gemeinsamen Staat kommt. Doch dieses Projekt kommt jetzt massiv ins Wanken.  -   Dass der Euro niemals auf Dauer Bestand haben wird, wussten damals bereits viele Wirtschaftswissenschaftler, unter ihnen Prof. Dr. Wilhelm Hankel und Prof. Dr. iur. Karl Albrecht Schachtschneider. Sie sprachen damals davon, dass mit dem Euro die Zahlungen an das Ausland steigen würden und eine europäische Währung mit einer einheitlichen Geld- und Zinspolitik nicht möglich sei. Sollte sie jedoch trotzdem auf Biegen und Brechen....  -   ....Wenigen ist aber bewusst, dass hinter den Bemühungen, Griechenland im Euro zu halten, die USA stecken. Laut Meldung der dpa machen sich die USA große Sorgen wegen der Finanzkrise in Griechenland. Die USA sehen nämlich schwerwiegende Folgen für die Südostflanke der NATO,... !!!
weiterlesen:
 Griechisches Nein wird begrüßt.pdf: Das „Ochi!“ - (Nein!) der Mehrheit der Bevölkerung beim Referendum in Griechenland wird 
begrüßt.                     Statement der pax christi-Kommission „Globalisierung und soziale Gerechtigkeit“

„Das 'Nein' der Griechen ist ein notwendiges Signal des Protestes gegen die brutale sogenannte 'Sparpolitik' der EU-Institutionen, die in Griechenland bisher unzählige Menschenleben gekostet hat“, erklärt Stefan Leibold, der Sprecher der pax christi-Kommission. „Die Griechen haben sich nicht einschüchtern lassen; sie haben unsere Solidarität verdient. Das Referendum war überfällig. Die Institutionen haben nie ernsthaft verhandelt. Die griechische Regierung hat so viele Zugeständnisse gemacht, dass sie fast alle früheren Bedingungen aufgegeben hat. Ein „Nein“ der Griechen zu weiteren sinnlosen Kürzungen, die die Bevölkerung seit Jahren ins Elend stürzt, ist höchste Zeit“. Der Sprecher weiter....

Positive Reaktion auf 61 prozentiges NEIN der Griechen zu Oktroy - german foreign policy.com

Die erste Niederlage

06.07.2015

ATHEN/BERLIN/PARIS

(Eigener Bericht) - Mit dem "Nein" beim gestrigen Referendum in Griechenland muss Deutschland erstmals eine schwere Niederlage beim Oktroy seiner Spardiktate hinnehmen. Rund 61 Prozent der Wähler wiesen am Sonntag eine Übereinkunft Griechenlands mit seinen Gläubigern zurück, die eine Fortsetzung der deutschen Austeritätspolitik vorsah. Für Berlin wiegt die Niederlage umso schwerer, als deutsche Politiker sich massiv in die Referendums-Debatte eingemischt hatten. Nun muss entschieden werden, ob erneut Verhandlungen mit Athen aufgenommen werden - und wenn ja, unter welchen Bedingungen. Während gestern Abend zahllose Griechen die deutliche Zurückweisung der Spardiktate feierten, erklärten deutsche Politiker, weitere Gespräche mit der Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras seien "kaum vorstellbar" (Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel); Griechenland stehe vielmehr vor dem Ausscheiden aus dem Euro und vor einer "humanitären Katastrophe" (EU-Parlamentspräsident Martin Schulz). Auf Konfliktkurs gegen Berlin geht Paris; der dort regierende Parti Socialiste (PS) sprach sich am gestrigen Abend klar "gegen die Austerität" aus, "die Griechenlands Bruttoinlandsprodukt verringert und zahlreiche Bürger in die Armut gestürzt hat". Erste Entscheidungen werden von der heutigen Zusammenkunft der deutschen Kanzlerin und des französischen Staatspräsidenten erwartet.

Das Nein
Mit dem "Nein" beim gestrigen griechischen Referendum muss Berlin zum ersten Mal eine schwere Niederlage beim Oktroy seiner Spardiktate hinnehmen. Über fünf Jahre lang war es der Bundesregierung gelungen, Griechenland mit Hilfe von EU, EZB und IWF eine Austeritätspolitik aufzuzwingen, die das Land ökonomisch ruiniert und soziale Verwüstungen fürchterlichen Ausmaßes hervorgerufen hat.[1] Die griechische Bevölkerung hat den Spardiktaten nun mit klarer Mehrheit eine Abfuhr erteilt: Rund 61 Prozent der Wähler sprachen sich am gestrigen Sonntag gegen eine Übereinkunft mit Griechenlands Gläubigern aus, die den Austeritätskurs ungeachtet seiner katastrophalen Folgen fortschreiben sollte. Die deutliche Ablehnung ist umso bemerkenswerter, als nicht nur das griechische Establishment mit all seiner Macht für ein "Ja" gekämpft hatte; auch Deutschland und in dessen Gefolge erhebliche Teile der EU hatten sich in beispielloser Weise in die Referendumsdebatte eingemischt und ihren Druck auf die griechische Bevölkerung massiv erhöht - noch bis gestern.
Unter Druck aus Berlin
So hatte in den vergangenen Tagen nicht nur der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble für den Fall eines "Nein" das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro in Aussicht gestellt - offenbar darauf setzend, dass eine klare Mehrheit der griechischen Bevölkerung den Euro behalten will und mit der Drohung seines Entzugs zu einem "Ja" veranlasst werden könne. Martin Schulz (SPD), Präsident des Europaparlaments, warf Ministerpräsident Alexis Tsipras vor, er sei "unberechenbar und manipuliert die Menschen in Griechenland". Schulz hatte schon am Freitag dekretiert, im Falle eines "Ja" müsse Tsipras "folgerichtig" zurücktreten; bis zu Neuwahlen müsse ein - nicht gewähltes - Technokratenkabinett "eine vernünftige Vereinbarung mit den Geldgebern" finden.[2] Ein solches Technokratenkabinett hatten Berlin und Brüssel bereits vor Jahren nicht nur in Griechenland, sondern auch in Italien genutzt, um jeweils die die deutsche Austeritätspolitik zu oktroyieren.[3] Den Attacken auf die demokratisch gewählte griechische Regierung schloss sich schließlich der deutsche Außenminister persönlich an. Athen habe mit einer "Mischung von Unerfahrenheit, Ideologie und radikaler Rhetorik" die "Verhandlungen in die Sackgasse getrieben"; dabei sei "auf der Strecke geblieben, was dieser Kurs für die Menschen in Griechenland bedeutet", behauptete Frank-Walter Steinmeier (SPD).[4] Steinmeier empfahl Athen, einen Weg zu suchen, "der Europa und die Mitgliedsländer der Euro-Zone nicht überfordert". Schon zuvor war der Druck auf die griechische Bevölkerung durch das - von Berlin durchgesetzte [5] - Einfrieren der EZB-Notkredite und die damit erzwungenen Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland drastisch verschärft worden.
Tricks kaum möglich
Die deutsche Niederlage im griechischen Referendum wiegt umso schwerer, als sie - anders als in früheren Fällen - nicht durch einfache Tricks ausgehebelt werden kann. Nach der Ablehnung der EU-Verfassung durch die Bevölkerungen Frankreichs und der Niederlande im Jahr 2005 etwa nahm die EU einen weitgehend identischen Gesetzestext unter der Bezeichnung "Vertrag von Lissabon" im Jahr 2007 an, diesmal allerdings, ohne ihn den betroffenen Bevölkerungen zur Abstimmung vorzulegen. Lediglich in Irland ließ sich aufgrund nationaler Bestimmungen ein Referendum nicht vermeiden. Nachdem es im Jahr 2008 zur Ablehnung des "Vertrags von Lissabon" durch die irische Bevölkerung führte, wurde es 2009 wiederholt; dank einer massiven PR-Kampagne gelang es, diesmal das gewünschte Resultat zu erzielen. Das Verfahren konnte damals bereits als erprobt gelten: Schon nach der Ablehnung des "Vertrags von Nizza" in einem irischen Referendum im Jahr 2001 hatte die Regierung des Landes die Bevölkerung 2002 zur Wiederholung an die Urnen rufen müssen und mit massiver Propaganda, die als "Informationskampagne" bezeichnet wurde, die von Berlin und Brüssel verlangte Zustimmung eingeholt. Ein ähnliches Vorgehen ist allerdings im Falle des griechischen "Nein" ohne weiteres kaum denkbar.
Zuspitzung
Entsprechend müssen Berlin und Brüssel die Frage beantworten, wie sie auf neue Vorschläge der griechischen Regierung reagieren, die - dem Ergebnis des Referendums entsprechend - jetzt einen Bruch mit der deutschen Austeritätspolitik fordern wird. Maßgebliche deutsche Politiker haben sich am gestrigen Sonntag klar gegen jegliche Abkehr von den Spardiktaten ausgesprochen. Nach dem "Nein" seien "Verhandlungen über milliardenschwere Programme kaum vorstellbar", sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD): Ministerpräsident Tsipras habe "letzte Brücken eingerissen, über die Europa und Griechenland sich auf einen Kompromiss zubewegen konnten".[6] EU-Parlamentspräsident Schulz wollte bereits eine humanitäre Katastrophe in Griechenland erkennen: "Ich glaube, dass wir morgen und übermorgen schon über humanitäre Hilfsmaßnahmen reden müssen." Schulz sprach von Armenspeisungen in Schulen und davon, dass "wir" - die EU - "sicher dafür sorgen müssen, dass Rentner ein Essen bekommen".[7] Die Zielrichtung solcher Prognosen legte der Europa-Analyst der Deutschen Bank, Nicolas Heinen, offen. "Denkbar ist, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in Griechenland weiter zuspitzen werden, sodass die Stimmung kippt und die Regierung Alexis Tsipras unter Druck gerät", erklärte Heinen. Unter einer neuen Regierung könne dann über ein weiteres "Rettungspaket" verhandelt werden.[8]
Inakzeptable Starrheit
In deutlichem Gegensatz dazu brachten sich Gegner der Berliner Austeritätspolitik in mehreren EU-Staaten in Stellung. In Frankreich erklärte der Vorsitzende des regierenden Parti Socialiste (PS), Jean-Christophe Cambadélis, das gestrige "Nein" richte sich nicht "gegen Europa", sondern "gegen die Austerität, die Griechenlands Bruttoinlandsprodukt verringert und zahlreiche Bürger in die Armut gestürzt hat".[9] Griechenland müsse "in der Eurozone bleiben". Dazu müssten sofort Gespräche aufgenommen werden; Athen solle "die Zeit und die Mittel" für den ökonomischen Wiederaufbau erhalten. Gianni Pittella, Vorsitzender der sozialdemokratischen Fraktion im Europaparlament aus Italien, forderte, die Verhandlungen mit Athen umgehend "in einer neuen Atmosphäre der Solidarität und Kooperation" wiederaufzunehmen: Es werde "Zeit, dass einige Mitgliedsstaaten und Minister endlich aufhören, sich von inakzeptabler Starrheit, Selbstsucht und innenpolitischen Angelegenheiten leiten zu lassen".[10]
Die dominierende Macht der EU
Damit zeichnet sich ein erneuter Kampf um die deutschen Spardiktate ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am heutigen Montag nach Paris, um dort mit Staatspräsident François Hollande über die Konsequenzen aus dem griechischen Referendum zu konferieren. Den erwarteten Absprachen zwischen Merkel und Hollande werden sich die übrigen EU-Mitgliedstaaten auf dem für den morgigen Dienstag angekündigten EU-Sondergipfel kaum entziehen können. Dabei kann die Kanzlerin trotz der schweren deutschen Niederlage im gestrigen griechischen Referendum mit dem Bewusstsein in die Verhandlungen gehen, dass Deutschland die EU zur Zeit so klar dominiert wie noch nie zuvor.
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Anti-BDS provision signed by Obama won’t stop this movement

The Israel lobby is fighting a rearguard action against a movement that it is powerless to stop. (Stephen Melkisethian/Flickr)
As the Palestinian civil society-led movement for boycott, divestment and sanctions (BDS) continues to snowball, as evidenced by the United Church of Christ’s overwhelming affirmative vote earlier this week, Israel’s supporters have embarked on a desperate top-down strategy to legislate against this burgeoning grassroots initiative.
After several blatantly unconstitutional anti-BDS bills failed to generate support in the last US Congress, the Israel lobby giant AIPAC believed it scored a significant victory when President Barack Obama signed into law on Monday the first federal anti-BDS provision.
This provision, tucked into the Trade Promotion Authority bill — more commonly known as “fast track” authority — makes it a “principal negotiating objective” of the United States “to discourage politically motivated actions to boycott, divest from, or sanction Israel” in current negotiations with the European Union over the Transatlantic Trade and Investment Partnership.
The law also specifically extends this US discouragement of BDS to include “Israeli-controlled territories,” a transparent ploy to put pressure on the EU to reverse nascent steps to label products from Israeli settlements in the occupied West Bank.

More bark than bite

In a media release issued last month, AIPAC crowed that this provision is a “major step to defend Israel from pernicious economic efforts by foreign governments to unfairly target our democratic ally.”
But is this really a “major” step that will actually impact US policy? Hardly. Here are three reasons why this provision is so much less important than its protagonists portray it to be.
First, this provision is far from an anti-BDS clarion call by the US Congress. It originated as a stand-alone bill introduced by Senator Ben Cardin, a Maryland Democrat, in March. His bill picked up a whopping total of six co-sponsors. When Cardin saw that his bill was not gaining traction, he snuck it through committee as an amendment to fast track. Once his initiative was tacked onto this larger trade bill, it became an irrelevant sideshow barely mentioned in the ensuing tumultuous debate.
Second, after the president signed the bill into law, the Obama administration immediately disabused the Israel lobby of any notion that the anti-BDS provision would affect its policies. On Tuesday, State Department spokesperson John Kirby argued that by “conflating Israel and ‘Israeli-controlled territories,’” the anti-BDS provision “runs counter to longstanding US policy.”
He emphatically added that “the US government has never defended or supported Israeli settlements and … does not pursue policies or activities that would legitimize them.” Although Kirby reaffirmed US opposition to BDS campaigns against Israel (Obama referred to them as “bigoted” in a speech to AIPAC in 2008), the clear intent of this statement is to signify that the US will put up at best a perfunctory effort to discourage the EU from penalizing Israeli settlement products.
This does mark something of a shift. In January 2014, when settlement-based SodaStream was in the news, the State Department was adamant that the administration unequivocally opposed any and all boycotts, even of goods from Israeli settlements.

Failed ambition

Third, this short anti-BDS provision is the only portion of a much larger congressional anti-BDS push that has found its way into law to date. A much more ambitious anti-BDS bill being pushed by Illinois Republican Representative Peter Roskam, like the Cardin bill, has similarly failed to move on its own. This bill would require the president to submit an annual report to Congress on BDS and force foreign companies operating in the US to disclose BDS pressures to which they have been subjected by civil society.
Roskam snuck his legislation into another trade-related bill as an amendment that was passed by the House. The Senate, however, has refused to accept this language and instead favors a more anodyne, largely symbolic anti-BDS statement.
The House and Senate versions of this bill — HR644 — are now being reconciled by a conference committee with Roskam’s more drastic anti-BDS language unlikely to emerge victorious.
Even in the worst-case scenario of Roskam’s anti-BDS language being enacted into law and establishing reporting requirements, nothing in any congressional anti-BDS initiative does or could restrict our First Amendment-protected right to engage in BDS speech and advocacy. And anyone who is subjected to intimidation or interference in exercising this right should report the incident to the legal defense group Palestine Legal to beat back ongoing and intensifying efforts to muzzle BDS campaigning in particular and advocacy for Palestinian rights more broadly.
AIPAC may delude itself into believing that Congress has taken a “major step” to defeat the BDS movement. In truth, despite its ability to commandeer votes in Congress, it is fighting a rearguard action against a movement that it is powerless to stop.

Saturday, July 4, 2015

Children in Israeli Prisons


MILITARY DETENTION


Since 1967, Palestinian children in the Occupied Palestinian Territory have been living under Israeli military law and prosecuted in military courts. 
In the West Bank, there are two separate legal systems operating in the same territory. The sole factor in determining which laws apply to a person is his or her nationality and ethnicity.
Israeli military law, which fails to ensure and denies basic and fundamental rights, is applied to the whole Palestinian population. Israeli settlers living in the West Bank are subject to the Israeli civilian and criminal legal system.
Israel is the only country in the world that automatically prosecutes children in military courts that lack basic and fundamental fair trial guarantees. Since 2000, at least 8,000 Palestinian children have been arrested and prosecuted in an Israeli military detention system notorious for the systematic ill-treatment and torture of Palestinian children.
Around 500-700 Palestinian children are arrested, detained and prosecuted in the Israeli military court system each year.
The majority of Palestinian child detainees are charged with throwing stones, and three out of four experience physical violence during arrest, transfer or interrogation. No Israeli child comes into contact with the military court system.


ARREST, TRANSFER AND INTERROGATION

The majority of children are detained from their West Bank homes during the middle of the night by heavily armed Israeli soldiers. Several hours after their arrest, children arrive at an interrogation and detention center alone, sleep deprived and often bruised and scared. Interrogations tend to be coercive, including a variety of verbal abuse, threats and physical violence that ultimately result in a confession.
Unlike Israeli children living in illegal settlements in the West Bank, Palestinian children are not accompanied by a parent and are generally interrogated without the benefit of legal advice, or being informed of their right to silence. They are overwhelmingly accused of throwing stones, an offense that can lead to a potential maximum sentence of 10 to 20 years depending on a child’s age.
In 2013, 199 children, on average, were being held in military detention every month, the highest average since 2010.
Post-arrest, a child’s initial appearance in the military court is usually when he first sees a lawyer and his family. Although many children maintain their innocence, most plead guilty because this is the quickest way out of a system that rarely grants bail.
Israeli military court judges, either active duty or reserve officers in the Israeli army, rarely exclude evidence obtained by coercion or torture, including confessions drafted in Hebrew, a language most Palestinian children do not understand.
In 23% of cases in 2013, children were either shown, or made to sign, documentation written in Hebrew, a language they do not understand.
After sentencing, nearly 60% of Palestinian child detainees are transferred from occupied territory to prisons inside Israel in violation of the Fourth Geneva Convention. The practical consequence of this is that many of them receive either limited or no family visits due to freedom of movement restrictions and the time it takes to issue a permit to visit the prisons.
International juvenile justice standards, which Israel has an obligation to implement after signing the UN Convention on the Rights of the Child in 1991, demand that children should only be deprived of their liberty as a measure of last resort.


DCI-PALESTINE WORKS TO END THIS ABUSE OF CHILDREN'S RIGHTS BY DEMANDING THAT:

  • Children should not be prosecuted in military courts that lack basic and fundamental due process guarantees.
  • No child should be interrogated in the absence of a lawyer of choice and family member.
  • All interrogations of children must be audio-visually recorded.
  • All credible allegations of torture and ill-treatment must be thoroughly and impartially investigated in accordance with international standards, and perpetrators brought promptly to justice.