Wednesday, April 1, 2015

Britain Joins China’s Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) Despite “U.S. Concerns”

In Face of Interest, Alliance Sometimes Fragile

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Despite concerns voiced by its close ally the United States, Britain, a conventional Atlantic force, will become the first major Western economy to join a China proposed financing mechanism, which will explore investment opportunities in, mainly, Asia.
Downing Street believes its decision to apply to be a founding member of the China-backed Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) is “in the U.K.’s national interest.”
Domestic interests may not always be compatible with a country’s allies’ and, in this case, the ally of Britain chose to air concerns over, allegedly, looser lending standards for the environment, labor rights and financial transparency of the proposed bank.
The “unrivalled opportunity” for the United Kingdom, as seen by British Chancellor of the Exchequer George Osborne, is enviable, as financiers and industrialists widely expect total infrastructure investment of 8 trillion U.S. dollars in the coming decade in Asia. Not to mention the anticipated stable and handsome returns associated with infrastructure projects.
Other than the U.K., there are at least 27 bidders intending to be AIIB founding members, spanning East Asia, South Asia, Southeast Asia, Central Asia, the Middle East, to Oceania. All have shared the vision of faster-than-average growth in the years to come in Pacific Asia.
The AIIB, and similar organizations, have, understandably, left the U.S. uneasy, with the incumbent power choosing to use the rhetoric that the AIIB will undercut institutions such as the World Bank.
The idea of circumventing existing financial organizations, such as the World Bank and the International Monetary Fund (IMF), will pose a threat, if any, to the international economic and political pattern shaped after World War II, seven decades ago.
The Bretton Woods agreement depicted a global financial and monetary landscape, consolidating the U.S. dollar’s supremacy, which is still valid.
Currencies in the IMF Special Drawing Rights (SDRs) basket of reserve assets represent post-WWII U.S. allies — the pound sterling, the yen and the euro, in addition to the dollar.
One major winner of WWII, the Soviet Union and then Russia, never won its fair share with its currency, the ruble, in the IMF basket, partly due to its voluntary disengagement from Western mechanisms.
Rising to become the second largest economy in the world, China is advocating and working on revising the current international system, almost unchanged in the past 70 years, and as a system it is inadequate as lower income countries largely miss out on equal opportunities.
Its immense size and robust market have seen China sustain the appeal for the outside world, particularly as it frees its huge services market and encourages the outbound investment of surplus funds.
Following 30 years of reform and opening up, China is no longer heavily dependent on foreign capital and exporting money as well, with overseas direct investment of 102.9 billion U.S. dollars in 2014, only 16.7 billion U.S. dollars less than foreign direct investment the country attracted.
Besides the AIIB, China initiated and has taken a leading role in the BRICS development bank, the Silk Road Fund and a development bank for the Shanghai Cooperation Organization, all of which focus on infrastructure.
Designing financing tools that are complementary to the current international financial system, China has no intention of knocking over the chessboard, but rather is trying to help shape a more diverse world playing board.
With further liberalizing the yuan in floating exchange rates and cross-border transactions, China wishes to see its currency included in the IMF basket, in accordance with the weight the yuan now exerts on international goods and services trade.
China welcomes cooperation from every corner of the world to achieve shared prosperity based on common interest, but will go ahead anyway when it believes it is in the right.

Mit einer neuen Seidenstraße endgültig zur Weltmacht

Die Seidenstraße verband China einst mit der restlichen Welt. Chinas Staatschef Xi will die Länder entlang neuer Routen zu einer modernen Wirtschaftsregion verknüpfen. Ein Milliardenprojekt. 
Von Johnny Erling,Boao
China ist die zweitstärkste Volkswirtschaft der Welt. Nun macht die Volksrepublik sich auf, die globale Wirtschaftsmacht zu werden. Peking will seine Seidenstraßen wiederbeleben, die China einst mit Zentral- und Südostasien, den Golfstaaten, Afrika bis nach Europa verbanden.
In vielen der 65 Ländern, durch die die neuen Seidenstraßen führen werden, sollen chinesische Unternehmer und Ingenieure in großem Umfang Häfen, Airports, Autos, Eisenbahnen, Telekommunikation bis hin zu Atomkraftwerken bauen, mithin die gesamte fehlende Infrastruktur.
Staatschef Xi Jinping stellte seine ehrgeizigen Pläne dazu auf der Boao-Wirtschaftskonferenz auf Chinas Südseeinsel Hainan vor. "Das sind keine leeren Slogans, sondern ganz praktische Unternehmungen, die jeder anfassen und sich ansehen kann. Sie werden den beteiligten Staaten echte Vorteile bringen. Mehr als 60 Länder entlang der Seidenstraßen und internationale Organisationen haben schon ihr Interesse daran bekundet."
30 Minuten brauchte der Präsident, um am Wochenende in Boao vor 16 internationalen Staats- oder Regierungschefs und Hunderten Ministern den Startschuss für seine Seidenstraßenoffensive zu geben. Die 65 Länder stehen zusammen für 4,4 Milliarden Menschen, oder 63 Prozent der Weltbevölkerung und 29 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. China will sie durch bilaterale Vorfinanzierung, Erschließung der Infrastruktur und Verkehrsbauten an sich binden. Xi sprach von einer neuartigen "Schicksalgemeinschaft" zum gegenseitigen Nutzen.

Ein riesiges Puzzle von Asien bis Europa

"Straße und Korridor" nennt Peking das geostrategische Konzept, das seinen Namen von den Seidenstraßen entlehnt. Peking betrachtet die jeweiligen Länder entlang dieser Routen als Bausteine in einem chinazentrierten Netzwerk von Wirtschaftskorridoren und Freihandelszonen.
"Stellen Sie sich ein riesiges Puzzle vor, zu dem sich China und Eurasien zusammenfügen und ein zweites mit den Küstenregionen Chinas, Südostasiens, Arabiens, Afrikas bis nach Europa", sagte Österreichs Botschafterin in Peking, Irene Giner-Reichl.
Die Diplomatin begleitete ihren Präsidenten Heinz Fischer nach Boao. Um das Puzzle zusammenzusetzen, gebe es keinen multilateralen Spielplan. Jede Region setze ihr Puzzle-Teil mithilfe Chinas. In Peking werde in bilateraler Absprache über die Finanzierung, Koordinierung und die benötige Infrastruktur entschieden.
Am Ende sollen die Einzelteile zur integrierten dynamischen Wirtschaftsregion zusammenwachsen, die wirtschaftlich sowohl mit China als auch untereinander kompatibel verbunden sein sollen. Xi sagte Unternehmern in Boao, Peking erwarte dadurch, sein Handelsvolumen mit den Ländern der Seidenstraße innerhalb von zehn Jahren auf 2,5 Billionen US-Dollar mehr als zu verdoppeln. 2014 waren es 1,1 Billionen US-Dollar.
Der Ausbau der "neuen Seidenstraßen" beschäftigt die chinesische Führung schon länger. Im vergangenen November stellte sie rund 40 Milliarden US-Dollar bereit, um Märkte verkehrstechnisch besser miteinander zu verbinden. Es geht um ein regional übergreifenden Infrastrukturnetz, für das Eisenbahnen, Straßen, Pipelines oder Tiefseehäfen gebaut werden sollen. Zu dem Seidenstraßenprojekt gehört auch der Güterzug, der über mehr als 10.000 Kilometer heute schon von China nach Duisburg fährt.

Alte Routen für neue Kooperationen

Wie bei der antiken Seidenstraße gibt es einen Land- und einen Seeweg. Die Route über Land führt von der alten Kaiserstadt Xi'an in China über die Region Xinjiang nach Zentralasien bis in die Türkei. Über Osteuropa geht es weiter nach Deutschland und Rotterdam und südlich nach Venedig. Die "maritime Seidenstraße" reicht von Venedig über das Mittelmeer, durch den Suezkanal und um das Horn von Afrika nach Nairobi. Von dort geht es durch den Indischen Ozean in indische Häfen und weiter durch die Straße von Malakka nach Südchina.
Für den Staatschef war es der dritte Auftritt in Boao seit Amtsantritt. 2013 verkündete er, dass China eine wirtschaftliche Vorreiterrolle in Asien spielen wolle. 2014 stellte er dazu die Seidenstraßen-Strategie vor. Nun soll sie unter chinesischer Federführung umgesetzt werden. Xi versicherte, dass Peking "niemanden von einer Beteiligung und Mitsprache ausschließen wird." Er wolle "einen wirklichen Chor, aber kein chinesisches Solo".
Doch Peking hat es spürbar eilig. Die Wirtschaft steht unter einem Abwärtsdruckmit fallenden Wachstumsraten auf sieben Prozent. China braucht dringend neue Absatzmärkte für seine Überkapazitäten in allen Branchen der Schwer- und Bauindustrie oder beim Bahn- und Schienenbau. Asiens riesiger Infrastrukturbedarf kommt nun wie gerufen.
Am Wochenende veröffentlichten die Staatswirtschaftsplaner der chinesischen Reformkommission (NDRC) zusammen mit dem Außen- und Handelsministerium einen programmatischen Acht-Punkte-Aktionsplan zum Seidenstraßen-Ausbau. Er definiert die Länder und Gebiete, durch welche die Seidenstraßen- und Wirtschaftsgürtel führen, bis zum Indischen Ozean.

Nicht auf Kosten anderer

Der Aktionsplan nennt weder Zeitpläne noch konkrete Investitionsprojekte. Am Sonntag traf sich dazu die neue zentrale chinesische Leitungsgruppe Seidenstraße, die dem NDRC untersteht. Sie soll die Initiative mit den jeweiligen Partnerländern absprechen und erläutern und deren Entwicklungsprogramme in die regionalen Kooperationen einpassen sowie bilaterale Rahmen-, Projekt- und Zeitpläne entwerfen.
In Boao versicherte Xi, dass die Seidenstraßenstrategie nicht auf Kosten bestehender Wirtschaftspartnerschaften gehen würde. Auch stehe die Neugründung der Asiatischen Infrastruktur Investitionsbank (AIIB), welche die künftigen Projekte von Eisenbahnen bis Atomkraftwerke finanzieren wird, bis zum offiziellen Antragsschluss am 31. März allen Staaten offen, die ein Mitspracherecht bei künftigen Finanzierungen durch die AIIB ausüben wollen.
Die Bank sei nicht als Konkurrenz für die unter US-Kontrolle stehende Weltbank oder die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) gedacht. Natürlich ist sie es doch. Daher wunderten sich Chinas Planer in welchem Tempo nun in letzter Minute immer mehr Länder der Bank beitreten wollen.
Bis Montag waren es 44 Staaten, zuletzt Ägypten als erstes afrikanisches Land. In den vergangenen Tagen meldeten sich hintereinander auch die neun größten europäischen Länder an. "Wir hatten das nicht erwartet", sagt Vizeaußenminister Liu Jianzhao der "Welt". Die endgültige Bestätigung aller Mitglieder wird am 15. April bekannt gemacht.
Vermutlich im Juni soll die konstituierende Sitzung für die AIIB stattfinden, deren Sitz in Peking sein wird, erfuhr die "Welt" aus Bankkreisen, bevor zum Jahresende die Gründung der Bank erfolgt. Das Stammkapital von 100 Milliarden US-Dollar wird wohl erhöht. Die Aufteilung des Stimmrechts soll 75 zu 25 Prozent betragen zugunsten der asiatischen Gründungsmitglieder, allen voran China. Pekings Finanzminister Lou Jiwei versicherte aber vergangene Woche, dass China kein Vetorecht haben wird.
Ungeachtet dessen wuchert Peking mit dem Pfund der AIIB. Staatschef Xi versprach selbstherrlich dem Präsidenten Sri Lankas für künftige Projekte "erleichterte Finanzierungen durch den chinesischen Seidenstraßenfonds wie auch über die Asiatische Infrastruktur- und Investitionsbank", meldete "China Daily".

Sri Lanka wurde ruhiggestellt

Dabei ist die Bank noch nicht gegründet. Doch Sri Lanka hatte nach dem Regierungswechsel gedroht, ein von Chinas Unternehmen gebautes und für die Seidenstraßen-Strategie besonders wichtiges 1,4 Milliarden Dollar teures Hafenprojekt in Colombo wieder rückgängig zu machen. Sri Lanka nahm die Drohung inzwischen wieder zurück.
Peking werde durch die Bankgründung zum institutionalisierten Mitspieler in der Weltpolitik hieß es in Boao, nach der Seidenstraßeninitiative ein zweiter Triumph für den Staatschef Xi. Weder Washington noch Tokio wollen bisher der AIIB beitreten. Die USA hatten die Europäer zudem abhalten wollen, Mitglied zu werden. Nun sind sie brüskiert.
Das macht China schon zum zweiten Mal. Denn die Seidenstraßenstrategie hatte Peking ausgerechnet von den USA übernommen. US-Außenministerin Hillary Clinton prägte am 20. Juni 2011 erstmals das Wort von der "neuen Seidenstraßen-Strategie". In einer Rede im indischen Chennai warb sie mit dem Begriff für eine US-indische Partnerschaft durch den Aufbau eines internationalen Wirtschaftskorridor zwischen Süd- und Zentralasien.
Damit könnte Stabilität, Entwicklung und Wohlstand in der Region geschaffen werden. Zwei Jahre rang Clinton um die Umsetzung. Dann übernahm Xi den Begriff, drehte seine Achse von Nord–Süd auf Ost–West und machte wieder eine chinesische Marke daraus.
QUelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article138941273/Mit-einer-neuen-Seidenstrasse-endgueltig-zur-Weltmacht.html

Tuesday, March 31, 2015

Der IWF bereitet sich auf das Ende der US-Dollar-Ära vor

 24.03.2015

Der Schritt des IWF signalisiert eine Zeitenwende

Am 12. März meldete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, China und der IWF verhandelten derzeit über die Möglichkeit einer Beteiligung der chinesischen Währung Yuan am Währungskorb der Sonderziehungsrechte des IWF. 
"Wir hoffen, dass der IWF die Fortschritte bei der Internationalisierung des Yuan berücksichtigt, um ihn in absehbarer Zukunft in den Korb aufzunehmen, der den Sonderziehungsrechten unterliegt", sagte Yi Gang, Vizegouverneur der Chinesischen Zentralbank auf einer Pressekonferenz am Rande der alljährlichen Tagung des Volkskongresses in Beijing und ergänzte, China werde sich in Geduld üben, bis die Zeit reif sei. 
Das scheint kaum nötig. Knapp eine Woche nach Yi Gangs Auftritt gab Christine Lagarde, geschäftsführende Direktorin des IWF, anlässlich eines Besuches der Fudan-Universität von Schanghai bekannt, die Frage sei nicht "ob", sondern "wann" der Yuan in den Währungskorb aufgenommen werde. 
Die Mainstream-Medien schenkten der Meldung kaum Aufmerksamkeit und taten, als ginge es hier um eine unbedeutende und eher technische Angelegenheit. Das Gegenteil ist der Fall: Der Schritt des IWF signalisiert eine Zeitenwende. Die mächtigste Finanzorganisation der Welt reagiert auf eine Kette katastrophaler politischer Veränderungen für die USA und unternimmt erste sichtbare Schritte, um sich auf das bevorstehende Ende der Weltherrschaft des US-Dollars vorzubereiten. 
Christine Lagardes großzügiges Entgegenkommen entspringt nicht etwa gutem Willen, sondern der dringenden Notwendigkeit, angesichts einer rasanten internationalen Entwicklung schnell zu handeln. Die vergangene Woche war für die USA nämlich ein außenpolitisches Desaster von historischem Ausmaß. Nur drei Tage vor Lagardes Auftritt in Schanghai kündigten Deutschland, Frankreich und Italien an, sich an der von China und Russland beschlossenen Gründung der Asiatischen Infrastruktur Investment Bank (AIIB) beteiligen zu wollen. Zuvor hatte bereits Großbritannien offizielles Interesse angemeldet, inzwischen sind die Schweiz, Australien und Japan ebenfalls nachgezogen. 
Die USA hatten im Vorfeld alles versucht, die eigenen Verbündeten von diesem Schritt abzuhalten, da die AIIB in direkter Konkurrenz zu den von ihnen dominierten Institutionen Weltbank und Asiatische Entwicklungsbank steht und ihre Gründung den Zerfall des US-Dollars als weltweite Leit- und Reservewährung beschleunigt. Doch alle Appelle nützten nichts, selbst die engsten Verbündeten verweigerten die Gefolgschaft. Ihnen ist inzwischen klar, dass sie sich auf neue globale Machtstrukturen einstellen müssen, weil die Weltherrschaft des US-Dollars unerbittlich zu Ende geht. 

Das Ende der Leitwährung

Begonnen hatte die Ära des US-Dollars mit der Konferenz von Bretton Woods, auf der die USA ihn als Leitwährung festlegten, weil sie nach dem Zweiten Weltkrieg für ihre Überproduktion neue Märkte brauchten. Nach der Aufhebung des Bretton-Woods-Systems und der Abkoppelung des US-Dollars vom Gold kam es Mitte der Siebziger Jahre zu einem historischen Deal zwischen der US-Regierung und Saudi-Arabien. Gegen das saudische Versprechen, innerhalb der OPEC dafür zu sorgen, Öl weltweit nur noch in US-Dollar zu handeln, garantierte Washington dem Herrscherhaus Waffenlieferungen und militärischen Schutz vor seinen Nachbarn – die Geburtsstunde des Petro-Dollars. 
Da Öl die weltweit meistgehandelte Ware ist, waren sämtliche Zentralbanken (mit Ausnahme der Sowjetunion und des Ostblocks) von da an gezwungen, Devisenreserven in Dollar zu halten. Gedruckt werden durften die US-Dollar allerdings nur von der US-Zentralbank Federal Reserve, die auch für die Zinspolitik zuständig war - womit die gesamte westliche Welt endgültig der Finanzpolitik der USA unterworfen war. 
Ab Mitte der Siebziger Jahre setzte eine Entwicklung ein, die das Gesicht der Welt nachhaltig verändert hat und es heute bestimmt: Die zunehmend am Neoliberalismus orientierte Strategie Washingtons führte zur Globalisierung, die dem internationalen Großkapital enorme Gewinne bescherte, die US-Wirtschaft aber gleichzeitig wegen der Auslagerung von Millionen von Arbeitsplätzen (vor allem nach Asien) innerlich aushöhlte. Gleichzeitig führte die Deregulierung der Finanzmärkte zur Beherrschung der globalen Wirtschaft durch die Finanzindustrie, eine Entwicklung, die mit immer größeren Schuldenbergen und der Bildung immer neuer Blasen an den Märkten einherging. 
Mit der Jahrtausendwende beschleunigte sich der wirtschaftliche Abstieg der USA, und die internationale Bedeutung des Dollars begann abzunehmen. Hielten die Zentralbanken der Welt im Jahr 2000 noch 70 Prozent ihrer Währungsreserven in US-Dollar, waren es 2010 nur noch 60 Prozent. Derzeit wird die Marke von 50 Prozent angepeilt und es ist nicht auszuschließen, dass bei einem Unterschreiten dieser Marke eine Massenflucht aus dem Dollar einsetzen wird. 

Hinauszögern der Katastrophe

Mit seiner Annäherung an China versucht der IWF nun, auf diese Entwicklung und auf die Abkehr der Verbündeten von Washington zu reagieren. Um die Bedeutung des Schritts zu verstehen, muss man einen kurzen Blick auf die Geschichte der Sonderziehungsrechte werfen. 
Sie wurden 1969 vom IWF als künstliche Währung eingeführt, nachdem die Goldvorräte der USA Ende der Sechziger Jahre immer weiter abgenommen hatten und das bis dahin fast unbegrenzte Vertrauen in den US-Dollar erste Risse zeigte. Zunächst waren sie wie der US-Dollar an Gold gebunden, doch diese Bindung wurde 1973 aufgehoben und durch einen Währungskorb ersetzt, der heute aus US-Dollar, Euro, Yen und britischem Pfund besteht. Bislang wurden die Sonderziehungsrechte nur in den Krisenjahren 1970-72, 1979-81 und im August und September 2009 eingesetzt, also immer in solchen Phasen, in denen das Vertrauen in den Dollar eine kritische Grenze unterschritt. 
Dass die Sonderziehungsrechte jetzt wieder auf die Tagesordnung gesetzt werden, zeigt, dass der IWF erkennt, wie kritisch die gegenwärtige Situation ist. Mit seinem Entgegenkommen gegenüber China versucht er, sich mit einem Gegner, den er zurzeit nicht besiegen kann, zu arrangieren - aus einer deutlichen Position der Schwäche heraus, denn sein Zugeständnis ist das eines Vertragspartners, dem die Verbündeten scharenweise davonlaufen und dessen ökonomische Macht beständig abnimmt. 
Warum aber ist China daran interessiert, mit dem IWF zu verhandeln? Der Grund liegt darin, dass beide Länder innerhalb der globalisierten Finanzwirtschaft eng miteinander vernetzt sind. China hält zwei Drittel seiner Devisenreserven in Dollar und ist nach Japan der zweitgrößte Inhaber von US-Staatsanleihen. Ende 2014 betrug ihr Wert immerhin 1,2 Billionen US-Dollar. Zwar versucht China seit einiger Zeit, diesen Berg immer zügiger abzubauen, aber die Führung in Peking weiß, dass das noch eine Weile dauern wird. Während der IWF durch seine Verhandlungsbereitschaft indirekt das kommende Ende des Dollars anerkennt, versucht die chinesische Führung ganz einfach, sich durch die Annäherung an den IWF Zeit zu erkaufen. 
Sowohl die Führung in Beijing, als auch die in Washington fürchten den drohenden Kollaps des US-Dollars und den damit einhergehenden Zusammenbruch des Weltfinanzsystems, haben aber keine Lösung für die anstehenden Probleme und schieben sie daher nur vor sich her. Diese Politik des Hinauszögerns der Katastrophe hat einige Kommentatoren dazu verleitet, eine Phase neu einsetzender Harmonie zwischen China und den USA zu erkennen. Nichts könnte falscher sein, denn es handelt sich nur um ein vorübergehendes Manöver zweier Länder, die beide mit gigantischen Problemen zu kämpfen haben – die USA mit der historischen Staatsverschuldung, dem Niedergang der Industrie und der Abkehr der Bündnispartner, China mit der Immobilienblase, den Schattenbanken, der Überproduktion und dem Fehlen eines Binnenmarktes. 
Um zu erfahren, auf welche weiteren Optionen die beiden Supermächte im Kampf gegeneinander setzen, sollte man einen Blick auf ein anderes Feld werfen: Die USA und China verfügen über die größten Militäretats der Welt, erhöhen sie von Jahr zu Jahr und befinden sich derzeit in einem Rüstungswettlauf, wie ihn die Welt seit Jahrzehnten nicht erlebt hat. 

Ernst Wolff ist freiberuflicher Journalist und Autor des Buches "Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs", erschienen im Tectum-Verlag, Marburg.
Quelle:http://www.heise.de/tp/artikel/44/44461/1.html

Neue Ära nimmt Gestalt an in Form einer neuen Infrastrukturbank unter Chinas Federführung

  • Asien: Konkurrenz zur Weltbank? | Telepolis - Heise Online

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    Oct 28, 2014 - Unter Federführung Chinas wurde am Freitag eine neue internationale Bank ... Die Asiatische Entwicklungsbank habe geschätzt, dass in den ...
  • China: Neue Infrastrukturbank in Asien steht allen ... - FAZ.net

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    Mar 6, 2015 - Die neue Entwicklungsbank wird gleichwohl argwöhnisch beäugt, weil sie unter Chinas Führung praktisch neben der Weltbank oder der ...
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  • China: Neue Infrastrukturbank in Asien steht allen ... - Focus

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    Mar 6, 2015 - Bis Ende März werde China, unter dessen Führung das ... Die neue Entwicklungsbank wird gleichwohl argwöhnisch beäugt, weil sie unter ...
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  • AIIB: Konkurrenz zur Weltbank? - Der Mensch in der digitalen ...

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    Oct 28, 2014 - Unter Federführung Chinas wurde am Freitag eine neue internationale Bank ... Die Asiatische Entwicklungsbank habe geschätzt, dass in den ...
  • RE: Der Koloß wankt... - 14 - Themen des Tages

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    Sep 24, 2014 - 3 posts - ‎2 authors
    Noch vor Kurzem wollten Russland, China & Co ein Gegengewicht zur Finanzmacht der USA bilden. ... Unter Federführung Chinas wurde am Freitag eine neue ... Die Asiatische Entwicklungsbank habe geschätzt, dass in den ...
  • Welthandel: China arbeitet an neuen Seidenstraßen - DIE ...

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    2 days ago - Chinas Staatschef Xi will die Länder entlang neuer Routen zu einer modernen ... Nun soll sie unter chinesischer Federführung umgesetzt werden. ... stehende Weltbank oder die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) gedacht.