Monday, April 14, 2014

"Krim-Abspaltung nicht völkerrechtswidrig" Reinhard Merkel im FAZ Feuilleton

F.A.Z.

Die Krim und das Völkerrecht
Kühle Ironie der Geschichte

  ·  Russland hat völkerrechtliche Ansprüche der Ukraine verletzt. Aber man sollte die Kirche im Dorf lassen. Wer am lautesten nach Sanktionen schreit, lenkt nur ab von der eigenen Blamage.
© DPAVergrößernBeitrittsjubel auf der Krim: War Russlands Vorgehen ein Völkerrechts- oder Verfassungsbruch?
Hat Russland die Krim annektiert? Nein. Waren das Referendum auf der Krim und deren Abspaltung von der Ukraine völkerrechtswidrig? Nein. Waren sie also rechtens? Nein; sie verstießen gegen die ukrainische Verfassung (aber das ist keine Frage des Völkerrechts). Hätte aber Russland wegen dieser Verfassungswidrigkeit den Beitritt der Krim nicht ablehnen müssen? Nein; die ukrainische Verfassung bindet Russland nicht. War dessen Handeln also völkerrechtsgemäß? Nein; jedenfalls seine militärische Präsenz auf der Krim außerhalb seiner Pachtgebiete dort war völkerrechtswidrig. Folgt daraus nicht, dass die von dieser Militärpräsenz erst möglich gemachte Abspaltung der Krim null und nichtig war und somit deren nachfolgender Beitritt zu Russland doch nichts anderes als eine maskierte Annexion? Nein.
Die offiziellen Bekundungen westlicher Regierungen lauten anders. Glaubt man ihnen, dann hat Russland auf der Krim völkerrechtlich das Gleiche getan wie Saddam Hussein 1991 in Kuweit: fremdes Staatsgebiet militärisch konfisziert und dem eigenen zugeschlagen. Die Annexion damals, man erinnert sich, hat ihrem Urheber einen massiven Militärschlag zugezogen. Wäre ein solcher Schlag, von seiner politischen Unmöglichkeit abgesehen, heute auch gegen Russland gerechtfertigt? Gewiss nicht. Aber das ist nicht der einzige Grund, den regierungsamtlichen Vokativen von Berlin bis Washington zu misstrauen.

Sezession, Referendum, Beitritt ist etwas anderes als Annexion

„Annexion“ heißt im Völkerrecht die gewaltsame Aneignung von Land gegen den Willen des Staates, dem es zugehört, durch einen anderen Staat. Annexionen verletzen das zwischenstaatliche Gewaltverbot, die Grundnorm der rechtlichen Weltordnung. Regelmäßig geschehen sie im Modus eines „bewaffneten Angriffs“, der schwersten Form zwischenstaatlicher Rechtsverletzungen. Dann lösen sie nach Artikel 51 der UN-Charta Befugnisse zur militärischen Notwehr des Angegriffenen und zur Nothilfe seitens dritter Staaten aus - Erlaubnisse zum Krieg auch ohne Billigung durch den Weltsicherheitsrat. Schon diese Überlegung sollte den freihändigen Umgang mit dem Prädikat „Annexion“ ein wenig disziplinieren. Freilich bietet dessen abstrakte Definition auch allerlei irreführenden Deutungen Raum. Aus einer von ihnen scheint sich das völkerrechtliche Stigma ableiten zu lassen, das der Westen derzeit dem russischen Vorgehen aufdrückt und an dem er die eigene Empörung beglaubigt.
Aber das ist Propaganda. Was auf der Krim stattgefunden hat, war etwas anderes: eine Sezession, die Erklärung der staatlichen Unabhängigkeit, bestätigt von einem Referendum, das die Abspaltung von der Ukraine billigte. Ihm folgte der Antrag auf Beitritt zur Russischen Föderation, den Moskau annahm. Sezession, Referendum und Beitritt schließen eine Annexion aus, und zwar selbst dann, wenn alle drei völkerrechtswidrig gewesen sein sollten. Der Unterschied zur Annexion, den sie markieren, ist ungefähr der zwischen Wegnehmen und Annehmen. Auch wenn ein Geber, hier die De-facto-Regierung der Krim, rechtswidrig handelt, macht er den Annehmenden nicht zum Wegnehmer. Man mag ja die ganze Transaktion aus Rechtsgründen für nichtig halten. Das macht sie dennoch nicht zur Annexion, zur räuberischen Landnahme mittels Gewalt, einem völkerrechtlichen Titel zum Krieg.


© AFP
VergrößernBewohner der Krim feiern am 16. März in Simferopol die Loslösung von der Ukraine.
Aber war sie nichtig? Waren ihre drei Elemente - Referendum, Sezession, Beitrittserklärung - völkerrechtswidrig? Nein. Schon auf den ersten Blick ungereimt ist die von der amerikanischen Regierung ausgegebene Behauptung, bereits das Referendum habe gegen das Völkerrecht verstoßen. Veranstaltet ein Teil der Bevölkerung eines Landes unter seinen Mitgliedern ein Plebiszit, so macht ihn das nicht zum Völkerrechtssubjekt. Normen des allgemeinen Völkerrechts, etwa das Verbot, die territoriale Integrität von Staaten anzutasten, betreffen ihn nicht und können von ihm nicht verletzt werden. Die Feststellung reicht über das Referendum auf der Krim hinaus. Auch die Sezessionserklärung selbst verletzt keine völkerrechtliche Norm und könnte dies gar nicht. Sezessionskonflikte sind eine Angelegenheit innerstaatlichen, nicht internationalen Rechts. Diesen Status quo des Völkerrechts hat der Internationale Gerichtshof vor vier Jahren in seinem Rechtsgutachten für die UN-Generalversammlung zur Sezession des Kosovo bestätigt.

Die Logik eines Entweder-oder gilt im Völkerrecht nicht

Nun öffnet sich hier die Möglichkeit für allerlei sinistre Schachzüge im Streit um die passenden Rechtsbegriffe. Sowenig das Völkerrecht ein Verbot der Sezession kennt, so wenig akzeptiert es umgekehrt ein Recht darauf. Es trifft dazu keine Regelung. Die Staaten haben ersichtlich kein Interesse an der positiven Setzung eines Rechtstitels, der die Beschädigung, ja Zerstörung ihrer eigenen Territorien durch sezessionsgeneigte Minderheiten erlauben würde. Und da sie nicht nur die vom Völkerrecht Verpflichteten, sondern auch dessen Urheber sind, gibt es einen solchen Anspruch eben nicht, von eng umschriebenen Ausnahmen abgesehen, die im Fall der Krim nicht einschlägig sind. Die Gemeinschaft der Staaten, so die saloppe Fußnote der Völkerrechtslehre, ist kein Club von Selbstmördern.
Daraus lässt sich im Propagandakrieg etwas machen. Die landläufige Feststellung, das Völkerrecht habe den Krim-Bewohnern kein Recht zur Sezession gewährt, ist ganz richtig. Aber der mitgelieferte Schluss, also sei die Sezession völkerrechtswidrig gewesen, ist falsch. Seine irreführende Wirkung, auf die sich seine Urheber freilich verlassen können, bezieht er aus einer verfehlten Parallele zum innerstaatlichen Recht. Dieses gewährleistet außerhalb seiner konkreten Verbote stets ein prinzipielles Freiheitsrecht. Es erlaubt, was es nicht ausdrücklich untersagt. Deshalb bedeutet in seiner Sphäre die Feststellung, jemand habe ohne Erlaubnis gehandelt, stets zugleich das Verdikt, dieses Handeln sei rechtswidrig gewesen.
Die Logik eines solchen Entweder-oder gilt im Völkerrecht nicht. Es kennt Formen kollektiven Handelns, zu denen es sich neutral verhält. Die Sezession ist ein exemplarischer Fall. Ein allgemeines Verbot ginge ins Leere, da dessen mögliche Adressaten dem Völkerrecht nicht unterworfen sind. Aber eine Erlaubnis dazu wird in etlichen internationalen Dokumenten seit Jahrzehnten verneint. Auch als allgemeines Freiheitsrecht wäre sie völkerrechtlich nicht zu begründen.

Der authentische Wille einer großen Mehrheit der Krim-Bevölkerung

Das dürfte sich der in Brüssel und in Washington verordneten Sprachregelung wie von selbst eingefügt haben. Kein Recht der Krim auf Sezession! Das Referendum ein Bruch des Völkerrechts und daher null und nichtig! Der „Beitritt“ zu Russland nichts anderes als eine Annexion! Eine schöne Ableitung. Nur leider falsch.
Aber die russische Militärpräsenz? Macht sie nicht die ganze Prozedur der Sezession zur Farce? Zum schieren Produkt einer Drohung mit Gewalt? Wäre es so, dann wären Ablauf und Ergebnis des Referendums genauso wie die Erklärung der Unabhängigkeit allein den Drohenden zuzurechnen, auch wenn die Einheimischen mit guter Miene bei der bösen Inszenierung mitspielten. Die Rede von der Annexion wäre dann richtig. So hat Stalin 1940 die baltischen Staaten annektiert. Nach ihrer Besetzung und der Zwangseinrichtung kommunistischer Marionettenparlamente ließ er deren Mitglieder in Moskau um den Anschluss an die Sowjetunion ersuchen, den er freundlich gewährte. Ebendeshalb war ein knappes halbes Jahrhundert später die Ablösung der baltischen Staaten von der späten UdSSR keine Sezession, sondern die Wiederherstellung einer Souveränität, die als Rechtstitel nie erloschen war. Wäre das nicht das passende Modell zur Deutung der Vorgänge auf der Krim?


© AP
VergrößernWladimir Putin verteidigt die Aufnahme der Krim in die russische Förderation.
Nein. Die Zwangswirkung der russischen Militärpräsenz bezog sich weder auf die Erklärung der Unabhängigkeit noch auf das nachfolgende Referendum. Sie sicherte die Möglichkeit des Stattfindens dieser Ereignisse; auf deren Ausgang nahm und hatte sie keinen Einfluss. Adressaten der Gewaltandrohung waren nicht die Bürger oder das Parlament der Krim, sondern die Soldaten der ukrainischen Armee. Was so verhindert wurde, war ein militärisches Eingreifen des Zentralstaats zur Unterbindung der Sezession. Das ist der Grund, warum die russischen Streitkräfte die ukrainischen Kasernen blockiert und nicht etwa die Abstimmungslokale überwacht haben. Natürlich wusste Putin, dass die von ihm gewünschten Resultate sicher waren und keiner erzwungenen Fälschung bedurften. Aber ob er andernfalls sogar dazu bereit gewesen wäre, steht nicht zur Debatte. Bei aller Empörung über das russische Vorgehen ist auch hierzulande nicht ernsthaft bezweifelt worden, dass im Ergebnis des Referendums der authentische Wille einer großen Mehrheit der Krim-Bevölkerung zum Ausdruck kam. Ob die amtlichen Ergebnisse im Einzelnen korrekt waren, ist dafür ohne Belang. Die wirklichen Zahlen lagen jedenfalls weit über der Marke von fünfzig Prozent.

Missachtung der territorialen Integrität

Gleichwohl war die russische Militärpräsenz völkerrechtswidrig. Auch wenn gerade sie einen blutigen Einsatz von Waffengewalt auf der Krim verhindert haben mag, verletzte sie das zwischenstaatliche Interventionsverbot. Das macht die davon ermöglichte Sezession keineswegs nichtig. Aber es berechtigt andere Staaten zu Gegenmaßnahmen, zum Beispiel zu Sanktionen. Deren Verhältnismäßigkeit hat sich allerdings an ihrem tatsächlichen Anlass zu bemessen und nicht an einem fingierten Schreckgespenst: an einer militärischen Nötigung auf fremdem Staatsgebiet also, nicht aber einer gewaltsamen Annexion. Bei aller Überinstrumentierung der eigenen Empörung scheint man das in den westlichen Regierungen immerhin zu fühlen. Man warte nur das künftige Sanktionsregime und vor allem dessen Dauer ab. Viel Geduld wird man dafür nicht brauchen. Und frage sich dann, ob eine solche Antwort auf einen echten gewaltsamen Landraub nicht federleicht erschiene.
Noch eine weitere Völkerrechtsverletzung ist Russland vorzuhalten. Sowenig das allgemeine Völkerrecht Sezessionen verbietet, weil es deren Urheber nicht verpflichten kann, so unzweideutig verlangt es von den anderen Staaten, die dadurch geschaffene Lage nicht oder jedenfalls nicht vor deren politischer Konsolidierung anzuerkennen. Zwei Tage nach dem Referendum, am 18. März, hat Russland das Abkommen zum Beitritt der Krim unterzeichnet. Das dürfte die stärkste Form der Anerkennung eines Sezessionsgebiets als eines unabhängig gewordenen Staates sein. Zwar geht die Frage, ob sich ein unabhängiger Staat einem anderen anschließt, den Rest der Welt so wenig an wie das Völkerrecht. Aber ob das Beitrittsgebiet nach einer vorherigen Sezession als ein solcher Staat anerkannt werden darf, sehr wohl.
Zahllose Probleme, die damit zusammenhängen, sind in der Völkerrechtsdoktrin seit langem umstritten. Über bestimmte Grundlagen besteht aber weitgehend Einigkeit. Danach war die russische Anerkennung der Krim als eines beitrittsfähigen unabhängigen Staates zwei Tage nach ihrer Abspaltung mehr als vorschnell. Sie verletzte, heißt das, den völkerrechtlichen Anspruch der Ukraine auf Achtung ihrer territorialen Integrität. Auch das rechtfertigt internationale Gegenmaßnahmen.

Verwirrung der völkerrechtlichen Grundbegriffe

Freilich müssen sich die empörten westlichen Staaten nun an ihre eigenen Nasen fassen. Vor sechs Jahren, am 17. Februar 2008, erklärte die provisorische Zivilverwaltung im Kosovo dessen Unabhängigkeit vom serbischen Zentralstaat. Das verstieß, wiewohl der Internationale Gerichtshof das zwei Jahre später verneint hat, gegen einschlägiges spezielles Völkerrecht, nämlich die Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrats vom Juni 1999, die den Kosovo nach der Nato-Intervention unter die Hoheitsgewalt der Vereinten Nationen gestellt und zugleich die Unverletzlichkeit der serbischen Grenzen garantiert hat. Einen Tag nach dieser Sezession haben England, Frankreich und die Vereinigten Staaten, drei Tage später hat Deutschland den Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt.


© AFP
VergrößernDie Ähnlichkeiten sind nicht vor der Hand zu weisen: Kosovo feiert seine Unabhängigkeit 2008
Auch das waren überhastete Akte der Anerkennung und damit völkerrechtswidrige Eingriffe in den Anspruch Serbiens auf Achtung seiner territorialen Integrität. Damals hat Russland den Westen scharf kritisiert, heute spielt es das gleiche Spiel. Dass dabei die Rollen vertauscht sind, mag man als kühle Ironie einer Weltgeschichte verbuchen, die noch immer den Maximen der politischen Macht weit eher folgt als den Normen des Völkerrechts.
Das ist bedauerlich, aber vorderhand nicht zu ändern. Und das wäre vielleicht ein Grund, die völkerrechtliche Kirche im politischen Dorf zu lassen und immerhin rhetorisch ein wenig abzurüsten. Russland hat völkerrechtswidrig gehandelt, in mäßig dramatischem Modus und politisch keineswegs wie ein hasardierender Gangster. Der nun entstandene Zustand war für die Krim langfristig wohl ohnehin unumgänglich. Und die Form, in der er nun herbeigeführt wurde, mag bei all ihrer Unerfreulichkeit gravierendere Konflikte vermieden haben. Annexionen zwischen Staaten sind dagegen typischerweise Kriegsgründe.Wer heute mit Blick auf die Krim so redet, verwirrt nicht nur die völkerrechtlichen Grundbegriffe, sondern mobilisiert deren Legitimationspotential auf eine gefährliche Weise. Wenn nicht alle Zeichen trügen, ist der Westen soeben dabei, sich für eine verfehlte Außenpolitik die Quittung einer welthistorischen Blamage zuzuziehen. Er sollte deren Kollateralschäden nicht allzu weit in die Sphäre des Völkerrechts ausdehnen.
Reinhard Merkel lehrt Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Hamburg.

L.udwig Watzal: "Jesuitenpater Frans Van der Lugt in Homs hingerichtet"

DIENSTAG, 8. APRIL 2014


Jesuitenpater Frans Van der Lugt in Homs hingerichtet



Am Montagmorgen ist der seit fast 50 Jahren in Syrien lebende Jesuitenpater Frans van der Lugt in Homs von Unbekannten erst misshandelt und dann durch zwei Kopfschüsse vor seinem Haus hingerichtet worden. Das Viertel Bustan al-Diwan wird von den Aufständischen kontrolliert. Bisher hat sich noch niemand zu der Tat bekannt. Zuletzt war Pater Van der Lugt als Vermittler zwischen den Aufständischen und Regierungsvertretern tätig, um die Not der Menschen zu lindern, wie Asianews berichtet. 

Trotz mehrfacher Aufforderung wollte Pater Frans die Stadt nicht verlassen. Er müsse sich um die Menschen kümmern, die noch im zerstörten Zentrum der Stadt verblieben seien. Neben einigen wenigen Christen sind dies mehrheitlich Muslime. Für Pater Frans spielte der Glaube der Menschen jedoch keine Rolle. Durch seinen  Aufruf vom Februar 2014, in dem er auf die dramatische Lage der Menschen in Homs aufmerksam machte, wurde Van der Lugt über Syrien hinaus bekannt. „Wir wollen nicht sterben in einem Meer von Elend und Leid“, so der Pater im Februar. In diesem Appell betonte Pater Frans auch, dass von den einst 60 000 Christen in Homs noch zirka 60 zurückgeblieben seien. Frans van der Lugt betrachtete Syrien als seine Heimat und wollte dort beerdigt werden. 

Der Jesuitenpater gehört zu den über 150 000, die bereits durch den Bürgerkrieg ihr Leben verloren haben. Für diese brutale Gewalt trägt sowohl das Assad-Regime als auch die vom Westen und seinen radikalislamischen Verbündeten Saudi-Arabien und Katar unterstützten und finanzierten Salafisten und Dschihadisten die Verantwortung. Wie diese Terroristen mit ihren muslimischen Mitbrüdern umgehen, kann man hier sehen. Die Hinrichtung von Pater Frans van der Lugt trägt deren Handschrift.

"Keine blinde Solidarität mit Israel" Tsafrir Cohen in der Frankfurter Rundschau

Keine blinde Solidarität mit Israel

Wenden wir unseren Blick für einen kleinen Realitätscheck hin zum Gazastreifen: Vier junge Frauen engagieren sich hier in zivilgesellschaftlichen Projekten zum Schutz von Frauenrechten und möchten am Studienprogramm Menschenrechte und Genderforschung teilnehmen, das nur an einer Universität auf der Westbank, dem anderen Teil der Palästinensergebiete, angeboten wird. Die israelischen Behörden verbieten ihnen die Ausreise ebenso wie einem Läufer aus Gaza die Teilnahme am Bethlehemer Marathon. Gefährden das Studium der Menschenrechte oder die Teilnahme an einem Marathon Israels Sicherheit?
Mitnichten. Vielmehr lässt sich hier eine jahrzehntelange israelische Politik der Isolierung Gazas konkret nachvollziehen. Schon vor zwei Jahrzehnten, also lange vor der Machtübernahme der Hamas, führte Israel eine Genehmigungspflicht für die Bewohner Gazas ein, wenn sie die Westbank, den größeren Teil der Palästinensergebiete, besuchen wollten. Folglich hat die Bevölkerungsmehrheit Gazas die dreißig Kilometer entfernte Westbank nie gesehen. Umgekehrt auch nicht.
Wenden wir unseren Blick weiter auf die palästinensische Gemeinde Dir el Eid hin. Hier im Süden der Westbank möchten die israelischen Behörden Solaranlagen abreißen. Die Systeme sind die einzige Energiequelle für die fünfzig Bewohner dieser Gemeinde und wurden von der israelischen Aktivistenorganisation Comet-ME installiert, da die israelischen Behörden den Anschluss der Gemeinde an die konventionelle Stromtrasse verbieten. Statt ihrer völkerrechtlichen Pflicht nachzukommen, die unter Besatzung lebende Bevölkerung zu versorgen, verknappt Israel systematisch den Zugang der ländlichen palästinensischen Gemeinden zu Wasser und Land, verbietet den Anschluss der Häuser ans Stromnetz oder den Bau von Kindergärten oder Gesundheitseinrichtungen. Gleichzeitig fördert Israels Regierung einen Steinwurf entfernt den Ausbau jüdischer Siedlungen mit großzügigen Subventionen. Damit werden die Palästinenser in gedrängte sowie voneinander getrennte Enklaven verdrängt werden, die von Israel permanent militärisch und wirtschaftlich kontrolliert und abhängig sein werden.
Eine Situation, die für beide Gesellschaften, die israelische wie auch die palästinensische, schlimme Rückwirkungen hat. Plurale Gesellschaftsentwürfe werden ethnisiert. In Gaza, aber auch im weltoffenen Tel Aviv wird der Handlungsspielraum kritischer Menschenrechtsgruppen zunehmend eingeschränkt, demokratische Freiräume werden zerstört. In den palästinensischen Enklaven findet reaktionäres Gedankengut immer mehr Widerhall; Präsident Abbas, seit Jahren nicht mehr durch Wahlen legitimiert, herrscht immer präsidialer, während das Parlament keine Rolle mehr spielt. Auf der anderen Seite stellt auch Israel kaum noch eine Minderheiten schützende Demokratie dar. Dutzende Gesetzesvorhaben zum Nachteil der indigenen arabischen Minderheit und regelrechte Jagdszenen im Süden Tel Avivs auf afrikanische Flüchtlinge zeugen hiervon.
Die Perfektionierung eines Systems der ethnisch-religiösen Segregation schreitet voran und ähnelt, so der ehemalige Premier Ehud Olmert, Südafrikas Apartheidsystem immer mehr. Israels Gesellschaft bringt aber nicht die Kraft auf, diese Prozesse rückgängig zu machen – zu mächtig sind die reaktionären Kräfte um die Siedlerbewegung. Und die USA, deren Außenminister John Kerry eine bemerkenswerte Pendeldiplomatie betrieben hat, konnten Israel nicht einmal dazu bewegen, den Siedlungsbau auf der Westbank nur für die Zeit der Friedensverhandlungen zu unterbrechen. Eine etwaige Übereinkunft als Folge dieser Gespräche, so die meisten Beobachter, wird nur dem Zweck dienen, das Gesicht der Beteiligten zu wahren, und den verheerenden Status quo kaum angehen.
Da ernsthafter Druck auch künftig aus innenpolitischen Erwägungen nicht Teil der US-Strategie zu sein scheint, kommt Europa eine Schlüsselfunktion zu angesichts einer Abwärtsspirale, die Israelis wie Palästinenser trifft. Eben unsere deutsche, ja europäische Geschichte verpflichtet uns, solidarisch einzugreifen – nicht in Form blinder Unterstützung für Israel, wie sie Herr Becker vorschlägt, sondern als normative Kraft, die den Konfliktparteien klare völkerrechtskonforme Vorgaben macht.
Tatsächlich formiert sich, vor allem jenseits der deutschen Grenzen, eine breite Koalition, die sich hierfür einsetzt. Dazu gehört das Einstehen der EU-Kommission dafür, bilaterale Abkommen mit Israel nicht auf die Siedlungen auszudehnen, ebenso wie die zunehmende Abneigung europäischer Unternehmen, in Unternehmen zu investieren, die in völkerrechtswidrige Handlungen verwickelt sind.
Und der Druck scheint zu wirken: Die Besatzung scheint auf einmal ein Preisschild zu haben. In Israels Medien wird über die Besatzung zum ersten Mal seit Jahren wieder diskutiert, und Israels Wirtschaftselite fürchtet um ihre Gewinne und beginnt umzudenken.

Ein Gastkommentar von Tsafrir Cohen in der Frankfurter Rundschau

Kategorie: MEINUNGEN & ARTIKEL
Veröffentlicht am Freitag, 11. April 2014 19:26
Geschrieben von Tsafrir Cohen

Israel zerstört EU-finanzierte Häuser in Palästina , Siedler überfluten Felder mit Abwässer … Protest an Ostern nicht vergessen!


  Palästina in Genfer Konvention Freitag, 11. April 2014

Die Schweiz habe den Antrag von Palästina-Präsident Mahmud Abbas am Donnerstag offiziell angenommen und die anderen Mitgliedstaaten darüber informiert, teilte der Sprecher des... 
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Israel beschloss am Donnerstag, Wirtschaftssanktionen gegen die Palästinenser zu verhängen. Konkret gehe es um Maßnahmen im Steuer- und Bankenwesen. Als Grund nannte ein... 
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Gedacht waren sie für obdachlose Palästinenser, jetzt hat die israelische Besatzungsarmee drei Notunterkünfte demoliert. Finanziert hatte sie unter anderem die Europäische... 
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Eine Reihe israelischer Siedler aus der Efrat-Siedlung, südlich Bethlehem, überfluten palästinensische Felder in Al-Khader mit Abwässer. Der Koordinator des Volkskomitees ... 
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Keine blinde Solidarität mit Israel  Freitag, 11. April 2014

Tel Avivs Politik gefährdet die israelische wie die palästinensische Gesellschaft. Europa ist verpflichtet einzugreifen. In der gestrigen Ausgabe der „Frankfurter Rundschau“ hat Frankfurts... Weiterlesen...   Von Tsafir Cohen, medico international.                             

Wer ist auf Expansion - Russland oder die NATO?

In der Rhein-Neckar-Zeitung erschien am 15. März 2014 ein Kommentar von Chefredakteur Klaus Welzel zur Aufnahme der Krim in die Russische Föderation mit dem Titel "Putin in Rage". Er bedient wie viele seiner Kollegen das Feindbild eines ruchlosen russischen Präsidenten der Land auf Expansionskurs trimmte.    Der folgende Leserbrief dazu wurde am 22.3. abgedruckt.

Russlands Außenpolitik sei auf Expansion ausgerichtet, schreibt nun auch Klaus Welzel. Die Fakten sehen anders aus: Rund die Hälfte der einst sowjetischen Bevölkerung hat den Einflussbereich des Kremls verlassen, darunter z.B. Georgier, Kasachen und Moldawier. Sieben Staaten des ehemaligen Ostblocks und drei Sowjetrepubliken wurden Nato-Mitglieder, sechs ehemalige Sowjetrepubliken ‒ darunter die Ukraine ‒ sind durch ein „Partnerschaft-Programm“ mit der Nato militärisch verbunden. Sieht man vom militärischen Eingreifen im Konflikt zwischen Georgien und Südossetien ab, ließen es die russischen Regierungen geschehen. Ich bezweifele, dass die USA im umgekehrten Fall ähnlich zurückhaltend geblieben wären.
Die einseitige Lostrennung von Teilen eines Staates ist zweifellos immer problematisch, da sie meist zu langwährenden, oft äußerst blutigen Konflikten führen. Wir haben dies in Jugoslawien gesehen, als Kroatien, Slowenien und Bosnien sich einseitig abspalteten, wir sehen dies nun im Südsudan. Die USA und die EU-Staaten haben diese Sezessionen dennoch, entgegen aller Warnungen, unterstützt und für die Abspaltung des Kosovos sogar Krieg geführt...

Voller Text von Joachim Guillard "Nachgetragen"
http://jghd.twoday.net/stories/wer-ist-auf-expansion-ausgerichtet/

Sunday, April 13, 2014

"Syrie : Une campagne de diffamation orchestrée au sein du Conseil de sécurité de l’ONU" Dr. Bachar al-Jaafari


Les gouvernements et la presse des faux « amis de la Syrie » sont certainement satisfaits des déclarations de Mme Navi Pillay devant le Conseil de sécurité de l’ONU, réuni à huis clos, le 8 avril 2014. Quoi de plus stimulant pour continuer à sereinement lobotomiser le plus grand nombre en accusant le Gouvernement syrien et l’Armée nationale syrienne de tuer le peuple syrien ?

En bref, Madame la haute commissaire de l’ONU aux droits de l’homme a estimé que « le régime syrien est le principal responsable des exactions commises dans le pays... le Conseil de sécurité de l’ONU doit saisir la Cour Pénale Internationale... les agissements des deux parties ne sont pas comparables… les violations perpétrées par les forces gouvernementales dépassent largement celles des insurgés ! » [1][2]. Autant d’accusations convenues et inchangées de son propre aveu depuis Août 2011, malgré la cruauté de la « partie prétendument insurrectionnelle » qui n’est même plus ignorée par les médias complices, effarés devant tant d’horreurs ! 
 Pour mémoire, voici la traduction de la réponse du Dr Bachar al-Jaafari (Dr. Bachar al-Jaafari)
 délégué permanent de la Syrie auprès des Nations Unies, aux déclarations de Mme Navi Pillay et aux omissions de Mme Valérie Amos, secrétaire générale adjointe des Nations unies chargée des affaires humanitaires, coordonnatrice des secours d’urgence, et chef du Bureau de la coordination des affaires humanitaires !

Mesdames et Messieurs,

Madame le Haut-Commissaire aux droits de l’homme vient de terminer son briefing auprès des membres du Conseil de sécurité sur de nombreux sujets, y inclus sur la situation de mon pays, la Syrie.
Vous avez tous entendu ce qu’elle vient de dire, avant de quitter ce podium, de son impression personnelle et de sa propre évaluation de la situation syrienne. Vous l’avez entendue se référer à sa position première adoptée dès Août 2011. C’est ce qu’elle a dit : Août 2011 ! Ce qui correspond à quelques mois après le début de la crise en Syrie [3] ; alors qu’après cela, elle a déclaré qu’il y avait eu violation des droits humains par les deux parties : les forces gouvernementales et les groupes armés terroristes [4]. En soi, cela confirme et corrobore sa lecture biaisée de la situation en Syrie depuis le début.
Il est malheureux que Madame le Haut-Commissaire, qui occupe une fonction aussi importante et sensible au Haut-Commissariat des droits de l’Homme [HCDH], se soit autorisée, d’emblée, à servir d’outil de pression contre le gouvernement syrien. Elle est devenue partie intégrante d’une campagne orchestrée par certains membres influents de ce Conseil pour venir s’exprimer à chaque fois qu’ils l’ont invitée à contribuer à leur politique de pression. Il n’est donc pas étonnant que la France, la Grande Bretagne et les délégations US l’aient conviée, aujourd’hui, pour jouer leur partition contre mon gouvernement.
Il est aussi vraiment déplorable que Madame Amos n’ait pas mentionné devant le Conseil ou devant vous, journalistes accrédités par l’ONU, le problème des terroristes takfiristes sévissant en Syrie. Elle n’a même pas évoqué le fait qu’ils étaient présents par dizaines de milliers, combattant le gouvernement, perpétrant des crimes, massacrant des civils, assassinant des citoyens innocents.
Elle a oublié de signaler quoi que ce soit sur ce qui se passe à Kessab et sur les groupes terroristes affiliés à Al-Nosra, au Front islamiste, et à d’autres groupes terroristes qui sont arrivés en provenance du territoire turc et qui se sont mis à massacrer des civils syriens dans cette région où la plupart des habitants sont d’origine arménienne et où, comme vous le savez, les combats se poursuivent encore.
Elle aurait dû vous éclairer un tant soit peu sur ce grave problème parce qu’il pourrait être la raison d’une violente conflagration régionale et d’une importante escalade militaire. Elle n’a rien dit, non plus, sur l’implication du gouvernement turc derrière les activités terroristes ni à Kessab, ni ailleurs.
L’un d’entre vous l’a interrogée sur la très importante information donnée par M. Seymour Hersh dans son dernier article [5][6] faisant état de « l’implication directe » du gouvernement turc d’Erdogan dans le massacre aux armes chimiques ayant eu lieu dans la Ghouta de Damas le 21 Août de l’année dernière... Mais c’est comme si, cette question ne faisait pas partie de son mandat, lequel consisterait  uniquement à coincer le gouvernement syrien et à jouer, elle aussi, sa partition dans cette campagne orchestrée au sein même du Conseil de sécurité, de telle sorte que les dirigeants syriens finissent par être déférés devant le Tribunal Pénal International [TPI], tel que souhaité.
Venant d’une haute responsable du HCDH, cette situation est vraiment terrifiante. Elle agit en irresponsable. Elle va au-delà de son mandat. De plus, elle ne protège pas les droits humains, mais permet à des terroristes takfiristes et à certains gouvernements... saoudien, qatari, turc ... de continuer à massacrer la population civile syrienne et de défier le gouvernement, n’importe quel gouvernement au monde, y compris ceux qui sont influents au sein de ce Conseil ou ceux qui se sont profondément impliqués dans les massacres en Syrie.
Tous les gouvernements ont le droit, selon leur Constitution, de défendre l’ordre à l’intérieur de leur frontière pour garantir la sécurité de leur population. Mais, une fois de plus, et en dépit de toutes les informations concernant l’implication du gouvernement turc – aussi bien celles rapportées par M. Seymour Hersh que celles éventées par des enregistrements audio entre le ministre des Affaires étrangères et le chef des services secrets turcs [7] complotant et bluffant l’opinion public par la fabrication d’une opération sous « faux drapeau » devant conduire à l’invasion militaire de la Syrie – Mme Amos a jugé qu’elle n’était pas concernée. Ce n’est pas dans son mandat !
Comme si, elle n’avait jamais entendu parler des milliers et des milliers de terroristes, de différentes nationalités, présents sur le territoire syrien... La majorité de ceux qui ont attaqué Kessab la semaine dernière venaient du Maroc et de la Tunisie. Mais ce n’est pas dans son mandat !
Ce n’est pas dans son mandat car, comme je l’ai dit, son mandat consiste uniquement à répondre positivement aux tentatives de manipulations des membres influents de ce Conseil, de sorte que leur délibération du jour sur la question syrienne aboutisse à préparer le terrain à des projets de résolution, ou autres, pouvant mener le gouvernement syrien devant le TPI. Ses actions sont désormais inféodées et son comportement est irresponsable !

Question : Vous dites que les preuves avancées par Simon Hersh, et celles apparues dans l’enregistrement audio entre responsables turcs, ont été ignorées. Avez-vous adressé des courriers, des explications, ou d’autres documents audio concernant des faits aussi graves, notamment l’utilisation des armes chimiques par l’opposition ?

Nous avons adressé des dizaines de courrier depuis le début des événements, et dernièrement nous en avons adressé une dizaine, au nom de notre gouvernement, concernant et l’enregistrement des conversations téléphoniques entre responsables turcs dont le ministre des Affaires étrangères, et l’agression militaire turque ouvertement menée contre la région de Kessab située près de la frontière syro-turque. Ceci, sans parler de mes réunions et rencontres avec de nombreux ambassadeurs et hauts fonctionnaires des Nations Unies.
Oui, nous avons informé le Secrétaire général par l’intermédiaire de la directrice de son cabinet, et j’ai moi-même informé M. Eliasson ainsi que d’autres hauts responsables aux Nations Unies de la dangereuse escalade et des manipulations du gouvernement turc.
L’article de M. Hersh est d’une grande importance puisque qu’il existe des recoupements avec les données de l’enregistrement issu du bureau du ministre turc des Affaires étrangères ; ce qui confirme absolument la participation du gouvernement turc, d’une part à l’attaque chimique de la population civile le 21 Août 2013, d’autre part à l’escalade militaire et à la fabrication d’une fausse agression syrienne cherchant à pousser le président Obama à intervenir militairement en Syrie, sous prétexte que le gouvernement syrien a dépassé « la ligne rouge ». Ce même article est aussi d’une grande importance parce qu’il indique que le président Obama était au courant des manoeuvres du gouvernement turc dont la conduite va à l’encontre de toutes les lois et chartes internationales.

Question : Quelle est la position de votre gouvernement à l’égard de Genève III ou de la pause de Genève II ? Vendredi dernier a lieu une rencontre entre les militaires américains, Chuck Hagel et Martin Dempsey, et le Secrétaire général de l’ONU... que pensez-vous du Conseil de sécurité et de l’ONU ?

Concernant les pourparlers de Genève, nous attendons les initiatives de M. Brahimi. Jusqu’ici, il n’est pas revenu vers Damas et n’a avancé aucune proposition.
Concernant le Conseil de sécurité, nous avons eu à formuler de sérieuses observations... Vous vous rappelez sans doute qu’en 2008 un accord ONU/OTAN [8] a été conclu sans en référer aux États membres et sans consulter l’Assemblée générale des Nations Unies. Nous espérons que le Secrétaire général fera entendre la voix de la sagesse aux responsables militaires à Washington pour refléter la nature même des Nations Unies, fondées pour le règlement pacifique des conflits.

Question : Pensez-vous, comme le Conseil de sécurité, que le règlement du conflit en Syrie ne passe pas par la solution militaire ?

Bien sûr que nous le pensons. Nous l’avons dit à maintes reprises. C’est sur la base de cette conviction que nous avons participé aux pourparlers de Genève. Bien sûr que nous cherchons une solution politique à la crise syrienne menée par les Syriens eux-mêmes, conformément au plan de Kofi Annan et aux résolutions consensuelles du Conseil de sécurité dont la résolution 2118 [9]. Mais il est évident que nous ne pouvons pas y arriver à nous seuls. Nous avons besoin que les parties qui ont autorité sur les groupes terroristes armés exercent sérieusement leur influence pour qu’ils cessent d’envahir notre territoire, de tuer nos civils, et de violer notre souveraineté.

Question : Lorsque vous parlez de combattants étrangers, incluez-vous les Iraniens et ceux du Hezbollah ? Mme Pillay a dit qu’il y avait violations des droits humains de toutes parts, mais que les bombardements aériens et les gazages terrestres entrainaient encore plus de dommages

En trois ans de crise, Mme Pillay ne s’est jamais rendue en Syrie et parle sans tenir compte de ce qui s’y passe réellement. Elle a négligé tous les rapports émanant des agents onusiens basés à Damas pour ne prêter son attention qu’aux rapports venant de ce qu’elle appelle « les camps de réfugiés syriens », où de nombreux opposants sont présents. Elle manipule et biaise la vérité, utilisant sa fonction pour exercer encore plus de pression sur le gouvernement syrien, ce qui constitue une violation de son mandat et de nos droits en tant qu’État membre. Nous l’avons élue pour nous représenter, non pour travailler sur d’autres agendas !

Question : Monsieur l’Ambassadeur, dois-je comprendre que vous niez toutes les allégations de violation des droits humains du côté gouvernemental ?

Absolument ! Nous l’avons dit et répété. Nous ne l’avons pas simplement nié, mais nous avons déclaré que toutes ces accusations sont fausses et non crédibles. Les membres de la dite « Commission d’enquête indépendante » ne se sont pas rendus sur place. Ils ne savent pas ce qui s’y passe. Ils n’ont pas tenu compte de nos rapports. J’ai adressé, au nom de mon gouvernement, plus de 500 lettres. Ils ne les ont pas lues ! Ils n’ont pas écouté nos déclarations. Ils le font volontairement pour que notre voix ne puissent pas être entendue par la dite « communauté internationale ». Encore une fois, tout cela fait partie d’une campagne orchestrée pour coincer et diaboliser le gouvernement syrien.
Je vous remercie !
Dr Bachar al-Jaafari
Délégué syrien permanent auprès des Nations Unies
08/04/2014

Source : Vidéo shaamnews 100
Conférence de presse du Dr Bachar al-Jaafari suite à la réunion, à huis clos, du Conseil de sécurité de l’ONU le 8 Avril 2014

Texte transcrit et traduit par Mouna Alno-Nakhal pour Mondialisation.ca
Mondialisation.ca, 10 avril 2014

Notes :
[1] Atrocités en Syrie: le régime El-Assad blâmé
[2] Vidéo : UN / SYRIA UPDATE
[3] Syrie : Navi Pillay prévient les autorités que le monde est témoin du carnage
[4] Syrie : “un cauchemar” pour Navi Pillay
[5] Obama, Erdogan, les rebelles syriens et la ligne rouge (London Review of Books)
[6] Nouvel exposé de Seymour Hersh: la Turquie a organisé des attaques au gaz pour provoquer une guerre des États-Unis contre la Syrie
[7] La Turquie préparait une opération ‘sous faux drapeau’ pour agresser la Syrie
[8] L’accord secret entre l’ONU et l’OTAN
[9] Syrie / ONU : La résolution 2118 passée au crible de la réalité...

Oppose U.S.- sponsored fascism, NATO expansion and war!

Chicago Teach-In: Stop U.S./NATO's New Cold War Over Ukraine

Saturday, April 12
2pm
U.E. Hall, 37 S. Ashland, Chicago


Oppose U.S.- sponsored fascism, NATO expansion and war! 

Speakers: 
- Holly Kent-Payne, Anti-War Committee - Chicago  
- Rick Rozoff, Stop NATO Network  
- Sara Flounders, International Action Center - New York City 
- Kait McIntyre, anti-war candidate for Boeing board of directors


U.S. Out! Stop $ to Fascists - iacenter.org


Fifteen years after the NATO bombing of Yugoslavia and occupation of Kosovo, there is growing anger that the U.S. government is giving $10 billion in loans to an unelected, right-wing regime in Kiev, while hungry children and families here are being told to get by with $8.9 billion in cuts to SNAP food assistance.

The provocative U.S. war moves against the people of Eastern Ukraine, Crimea and Russia include sanctions, sending warships with guided missiles to the Black Sea, and war games with F15 fighters on Russia's border. This, too, will cost billions of dollars that should be spent to bail out struggling cities like Detroit, create jobs and fund schools.

Corporate media outlets such as CNN, Fox News and the New York Times have colluded with leaders in Washington to whip up a new Cold War sentiment against Russia, while covering up the U.S. role in the recent violent events in Ukraine.

Unmentioned by corporate media are the enormous U.S. financial and military interests at stake – from control of Ukraine's oil and gas pipelines connecting Russia with Western Europe, to the prospect of NATO military bases on Russia's western border.

NATO expansion

The U.S. hand is clear in the opposition protests that unseated the elected government of Ukraine. Washington has trained, funded and given political support to an undemocratic movement rooted in the wealthy oligarchy, just as it is doing today in Venezuela. State Department officials were caught on tape plotting the February coup and bragging that the U.S. had already spent $5 billion to make it happen

Also censored from mainstream media coverage is the real character of the junta in Kiev, which is dominated by outright neo-Nazi movements such as the Svoboda party and Right Sector. Today these fascists are carrying out violent repression against leftists and other opponents of the coup. Their continued rule not only endangers Jewish, immigrant, LGBTQ and minority-language communities throughout Ukraine, but threatens to plunge the world into war.
On Facebook: 

Check iacenter.org for educational materials including a brochure, power point, and reports of solidarity demonstrations. Videos from this meeting will also be posted there.

web:  iacenter.org


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