Friday, January 3, 2014

Wider die Kriegspropaganda des Jahres 2013 gab es auch Einspruch: "Die Kriegsallianz gegen Syrien versucht, einen erneuten «Golf-von-Tonkin-Zwischenfall» zu kreieren" ZEITFRAGEN vom 11. Juni 2013

Uno-Menschenrechtsrat verabschiedet einseitige Resolution gegen Syrien


Grossmächte haben sich schon immer auf verdeckte Operationen, sogenannte «covered operations», verstanden, wenn es darum ging, die eigenen Interessen durchzusetzen. Der «Zwischenfall im Golf von Tonkin» (vgl. Kasten), der zur Eskalation im Vietnam-Krieg führte, ist ein Beispiel von vielen: So auch der Boxer-Aufstand in China Anfang des 20. Jahrhunderts, der den willkommenen Anlass bot, um das deutsche Expeditionscorps in das Reich der Mitte zu schicken. – Angefeuert von der Hunnenrede Kaiser Wilhelms richteten die Deutschen ein Blutbad unter der chinesischen Bevölkerung an, damit dem letzten Chinesen klar werde, dass die Europäer Herr im Hause sind. – Oder der Mord von Sarajevo, der ganz Europa und letztlich die ganze Welt in einen Krieg hineingerissen hat, der als eines der fürchterlichsten und blutigsten Stahlgewitter der Menschheit in die Geschichte Eingang gefunden hat.
thk. Immer wurden verhältnismässig nichtige Anlässe genommen, um mit grösster Brutalität Menschleben zu vernichten und Machtinteressen durchzusetzen. Doch wer meint, dass solche plumpen Propagandatricks aus dem Repertoire der imperialen Staaten heute im modernen Informationszeitalter nicht mehr möglich seien, sieht sich einer äusserst unangenehmen und abscheulichen Realität gegenübergestellt.
Erst kürzlich war in den Nachrichten zu vernehmen, dass Spuren von Giftgas in Syrien gefunden worden seien und dass man nun den Beweis habe, dass der syrische Präsident Assad dies eingesetzt habe. Damit sei die «rote Linie» – die der Präsident der USA eigenmächtig festgelegt hat – überschritten und die Weltgemeinschaft müsse jetzt handeln. Der Einsatz von Giftgas wäre ein Kriegsverbrechen, das ist ohne Zweifel so, aber auch ein Angriffskrieg oder das Töten von Zivilisten durch Drohnen, worauf sich Präsident Obama, Friedensnobelpreisträger von 2009, bestens versteht.
Der französische Aussenminister Laurent Fabius, der für die Nachricht über den angeblichen Giftgaseinsatz durch syrische Truppen verantwortlich ist, bemühte sich sehr um Glaubhaftigkeit, und was um 5 Uhr morgens noch eine Vermutung war, galt für die französische Regierung am Abend schon als bewiesen. So schnell kann es gehen.

Wird Laurent Fabius zum zweiten Colin Powell?


Man fühlte sich mit unguten Gefühlen und Empörung an die Situation vor 10 Jahren erinnert, als der damalige Secretary of State Colin Powell dem Uno-Sicherheitsrat weismachen wollte, dass Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besitze. Damals waren es die Franzosen unter der Regierung Jacques Chiracs, die sich gegen eine Intervention im Irak aussprachen und somit eine Sicherheitsratsresolution chancenlos geblieben wäre. Unterstützt wurde Frankreich auch vom damaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Heute drängen Frankreich und Grossbritannien auf eine militärische Intervention, um Baschar al-Assad zu stürzen. Auch von Deutschland gibt es keine klare Haltung gegen einen Krieg. Nur zu gerne würde Frankreich die im Zuge des Ersten Weltkrieges okkupierten (Sykes-Picot-Abkommen) und im Rahmen der Entkolonialisierung wieder verlorenen Länder wie Syrien und Libanon unter seine Kontrolle bringen. Dieses Ziel bestimmt Frankreichs Handeln. Das ist völkerrechtswidrig, und es lässt sich kaum verbergen, dass hier mit den alten Manipulationsmethoden gearbeitet wird und die verantwortlichen Länder von den Interessen dieser Grossmächte und ihrer Wirtschafts- oder Finanzlobby in den Krieg gehetzt werden sollen.
Seit einigen Wochen gelingt es der syrischen Armee zunehmend, die im Land operierenden feindlichen Söldner, für die Demokratie, Pluralismus und Menschenrechte Fremdwörter sind, zurückzudrängen. Das Land will seine Souveränität behalten und nicht im Chaos wie Afghanistan, der Irak oder Libyen versinken. Das macht die westlichen Strategen zunehmend nervös, weil ihr Plan zu scheitern droht. Was 2003 im Irak noch möglich war und sich 2011 in Libyen wiederholte, scheint an den Kräften zu scheitern, die einer Ausweitung des Krieges entgegenstehen.

Warum ist der Menschenrechtsrat so einseitig?


Auch der Uno-Menschenrechtsrat in Genf beschäftigt sich in der laufenden Session mit dem «Fall Syrien», und man kann sich als stiller Beobachter des Eindrucks nicht erwehren, dass die Mehrheit der Länder im Menschenrechtsrat völlig einseitig argumentiert. Am 29. Mai verabschiedete derselbe eine «dringliche Resolution», die das Vorgehen der syrischen Armee in Al-Qusayr einseitig verurteilt. Der Wortlaut der Resolution ist so parteiisch verfasst, dass ganz offensichtlich wird, dass verschiedene westliche und arabische Staaten sowie die Türkei alles unternehmen wollen, um die Weltöffentlichkeit von der Notwendigkeit einer militärischen Intervention zu überzeugen. Wir sollen wieder einmal getäuscht werden.
Das Muster ist immer das gleiche und war in der Vergangenheit «erfolgreich»: Im Februar 2003 hatte der damalige Aussenminister der USA, Colin Powell – nachdem klar war, dass er vor dem Sicherheitsrat damit keine Chance hat –, vor der Generalversammlung der Uno in New York seine «Beweise» für Saddam Husseins Besitz von chemischen, biologischen und atomaren Waffen präsentiert. Er stütze sich bei seinen Aussagen auf die Informationen der Geheimdienste und auf eine Seminararbeit eines Studenten, die 10 Jahre vorher geschrieben worden war («I have a fine paper»). Nichts, aber auch rein gar nichts hat davon gestimmt. Alles war erlogen. Die Folge davon: Hunderttausende von unschuldigen Toten, ein zerstörtes Land, das bis heute keine Ruhe gefunden hat – im letzten Monat starben im Irak bei Bombenanschlägen mehr als 1000 Menschen –, und ein tiefer Graben zwischen den islamischen Staaten und dem Westen, der Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte brauchen wird, bis er wieder geschlossen ist. Ist das die Zukunft, die den Syrern auch blühen soll? In der Abstimmung im Menschenrechtsrat über diese Resolution gab es neben 8 Enthaltungen nur 1 Gegenstimme. Venezuela war das einzige Land, das sich mutig entgegengestellt hat. (vgl. Kasten)
Das Uno-Gremium hat die Aufgabe, Menschenrechtsverletzungen aufzudecken, zu thematisieren und die betroffenen Staaten darauf zu verpflichten, diese Menschenrechte einzuhalten. Der Rat besitzt völkerrechtlich abgestützte Instrumente, die den Staaten bei der Beachtung und Implementierung der Menschenrechte helfen sollen. Das heisst, sicher keine Waffen an Rebellen und Terroristen zu liefern, die seit über 2 Jahren ihr Unwesen in Syrien treiben. Was aber an den Sitzungen an der Uno in Genf passiert, sind einseitige Verurteilungen einzelner Staaten, und zwar vornehmlich solcher, die sich nicht vom Westen für seine Ziele einspannen lassen.

Carla del Ponte hat die Kriegspläne der Nato durchkreuzt


Kürzlich präsentierte die «Commission of Inquiry on the Syrian Arab Republic» (auf deutsch: Untersuchungskommission), die im August 2011 ins Leben gerufen wurde, ihren Bericht, den der Vorsitzende dieser Kommission, der Brasilianer Paulo Sérgio Pinheiro vorstellte. Auch dieser Bericht ist einseitig und trägt kaum zur Lösung des Konflikts bei. Carla del Ponte, die resolute ehemalige Schweizer Bundesanwältin und ehemalige Chefanklägerin des Jugoslawien-Tribunals ist ebenfalls Mitglied dieser Kommission. Sie hat bereits vor etwa einem Monat dem Plan der Kriegsallianz, den Giftgaseinsatz Assad in die Schuhe zu schieben, einen Strich durch die Rechnung gemacht, als sie auf Grund der Faktenlage die Rebellen und nicht die Regierung von Baschar al-Assad dafür verantwortlich machte. Wenn heute Frankreichs Präsident Hollande mit seinem Verteidigungsminister Fabius einen Monat später versucht, erneut den Einsatz von Giftgas Assad anzulasten, ist das mehr als nur fragwürdig. Es scheint ein erneuter Versuch zu sein, um endlich einen Vorwand für ein militärisches Eingreifen in Syrien zu kreieren.
Dialog als einzige Lösung favorisieren
In seinem Bericht warnt Pinheiro bei aller Einseitigkeit dennoch davor, den Konflikt mit einer Intervention von aussen lösen zu wollen. «Syrien braucht verstärkte diplomatische Anstrengungen.» Auch kritisiert er Waffenlieferungen an die Rebellen. «Weitere Waffen führen nur zu mehr toten oder verletzten Zivilisten […]. Der Dialog ist der einzige Weg, um zu einer Lösung zu gelangen.» Ein kleiner Lichtblick in dem sonst eher düsteren Kapitel internationaler Bemühungen zur Lösung des Syrien-Konfliktes. Die Initiativen der russischen Regierung, den Konflikt friedlich zu lösen, sind in dieser angespannten Lage sehr verdienstvoll. Während der Westen, allen voran Frankreich und die USA, immer noch mit dem Feuer spielt und am Schluss für einen Flächenbrand die Verantwortung übernehmen müssen, den sie initiiert haben, schickt Russ­land einen Teil seiner Flotte ins Mittelmeer, um Präsenz zu markieren (vgl. Kasten S. 3).
Ein Ende des Blutvergiessens wird nur durch einen konstruktiven Dialog möglich sein, wie er von vielen Seiten gefordert wird. Darauf muss die internationale Gemeinschaft hinarbeiten.    •

Was ist der «Golf-von-Tonkin-Zwischenfall»?

thk. Im August 1964 meldete Präsident ­Lyndon B. Johnson, dass nordvietnamesische Schnellbote den US-Zerstörer Maddox im Golf von Tonkin angegriffen hätten, obwohl er sich «in internationalem Gewässer» befunden hätte und die Nordvietnamesen «nicht provoziert» worden seien. Präsident Johnson verkündete damals, dass die USA nicht anders könnten, sie müssten jetzt den Krieg ausweiten. Jahre später hat sich herausgestellt, dass es diesen Angriff auf das US-Kriegsschiff nie gegeben hat.

Putin: Russland hat strategische Interessen im Mittelmeer

Mit dem geplanten Einsatz eines ständigen Marineverbandes im Mittelmeer will Russland laut Präsident Vladimir Putin nicht mit dem Säbel rasseln, sondern seinen eigenen Sicherheitsinteressen nachgehen.
«Die Wiederherstellung der ständigen Präsenz der russischen Kriegsmarine im Mittelmeer ist kein Merkmal eines Säbelrasselns», sagte Putin beim Besuch in der Kommandozentrale der russischen Streitkräfte in Moskau. «Das ist eine strategisch wichtige Region. Wir haben dort eigene Interessen, die mit der Gewährleistung der nationalen Sicherheit Russ­lands verbunden sind.»
Der Verband werde mit modernen Schiffen und Rüstungen ausgestattet, teilte Putin mit. Er würdigte die Kooperation mit der Nato im Kampf gegen Verbrechertum und Seepiraterie und drückte die Hoffnung aus, dass der russische Schiffsverband im Mittelmeer gute Beziehungen zu Kollegen aus den Anrainerstaaten und anderen in der Region präsenten Partnerländern aufbauen werde. […]
Russland stellt jetzt einen neuen Marineverband auf, der ständig im Mittelmeer präsent sein soll.

Stellungnahme der Delegation der Bolivarischen Republik Venezuela

Vielen Dank Herr Präsident
Venezuela teilt die Besorgnis wegen des Verlusts an unschuldigen Menschenleben, an welchem Ort der Erde auch immer. Wir teilen aber nicht die Ansicht, dass der Schutz von Menschenleben zum Vorwand für eine ausländische Intervention genommen werden darf.
Es ist unerhört, dass in diesem Rat weiterhin daran gearbeitet wird, einseitige Einmischungsmechanismen einzurichten. Diese dringliche Sitzung ist Teil jener Agenda des Drucks, der von Washington ausgeübt wird. Dabei werden die verschiedenen formalen Instanzen ausser acht gelassen, die es innerhalb der Ratssitzungen gibt, um Situationen anzugehen wie die, in der sich Syrien heute befindet. Es ist klar zu sehen, dass sie nicht an einem friedlichen Ausgang des Konfliktes interessiert sind; und sie ignorieren jeden Lösungsvorschlag, der über den Weg des Dialogs und der demokratischen Beteiligung zur Versöhnung führen kann, so wie ihn die syrische Regierung verantwortlich vorantreibt.
Herr Präsident,
Unsere Delegation ist besorgt über die ­Politik der doppelten Standards von einigen Staaten, die der syrischen Regierung Verbote und Sanktionen auferlegen, aber zur gleichen Zeit terroristische Gruppen, die direkt in die gewalttätigen Aktionen gegen die syrische Bevölkerung verwickelt sind, ermuntern und fördern, und die kürzlich sogar unverhüllt und illegal der Lieferung von Mitteln und Waffen an diese Gruppen zugestimmt haben. Und dies alles im Namen des Friedens.
Wir lehnen die Intervention ausländischer Mächte in der arabischen Republik Syrien ab und verurteilen sie. Diese haben sich einmal mehr darauf versteift, das hinlänglich bekannte Drehbuch von Klagen über angebliche Menschenrechtsverletzungen und solche des Humanitären Völkerrechts voranzutreiben, um so ihre bewaffnete Intervention zu rechtfertigen, wobei sie ihre Politik des Regimewechsels anwenden wollen unter dem Deckmantel der sogenannten Responsibility to Protect, die sie aufzwingen wollen zu welchem Preis auch immer. So wie sie es in Libyen getan haben, in klarer Verletzung der Prinzipien und Ziele der Charta der Vereinten Nationen.
Zuletzt bekräftigt Venezuela seine Unterstützung der Regierung von Präsident al-Assad als legitimem Vertreter seines Volkes und wiederholt den Aufruf, die Souveränität, die Integrität und die territoriale Einheit Syriens zu achten. Wir möchten ein Loblied singen auf die Bemühungen der syrischen Behörden zugunsten des Dialogs und politischer Verhandlungen, auf der Suche nach einem Stopp der Gewalt und nach einer friedlichen Lösung des Konfliktes. Wir vertrauen auf die Fähigkeit des syrischen Volkes und der syrischen Regierung, ihre heikle innenpolitische Situation zu lösen ohne ausländische Intervention und respektieren die vollständige Ausübung ihres Rechts auf Selbstbestimmung.
Vielen Dank.
Genf, 29. Mai 2013
Übersetzung Zeit-Fragen 

(ZEITFRAGEN vom 1. Juni 2013)

Stimmen wider die größte Propagandalüge des Jahres 2013

"Die Rebellen und nicht die Regierung Assad  haben Giftgas verwendet" Prof. Günter Meyer 

Wer setzt Giftgas in Syrien ein?

Interview von Peter Voegeli, Redaktor SRF, mit Prof. Günter Meyer
Peter Voegeli: Der Wind hat gedreht. Immer mehr kommen die syrischen Rebellen ins Visier. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie Giftgaswaffen eingesetzt hätten und nicht das Regime Assad. Professor Günter Meyer leitet an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz das «Zentrum für Forschung zur Arabischen Welt». Er vertritt ganz pointiert die These, dass die Rebellen und nicht die Regierung Assad Giftgas verwendet haben. Ich habe ihn gefragt: «Wie können Sie sich von Mainz aus dessen so sicher sein?»
Günter Meyer: Es ist völliger Unsinn anzunehmen, dass die Regierungstruppen in der gegenwärtigen Situation Giftgas einsetzen. Das Regime ist auf dem Vormarsch. Die Streitkräfte von Assad haben eine überragende Feuerkraft. Mit konventionellen Waffen, mit ihrer Artillerie, mit ihrer Luftwaffe, mit ihren Kampfflugzeugen können sie die Aufständischen gezielt bekämpfen. Deshalb ist in dieser Situation davon auszugehen, dass das Regime auf keinen Fall das Risiko eingehen wird, Giftgas einzusetzen, was nicht zuletzt durch eine Änderung der Windrichtung gegen die eigenen Reihen gelenkt werden könnte.
Das macht Sinn, wenn die Regierung rational handelt, wenn Assad ein rational handelnder Diktator ist.
Zu unterstellen, dass Assad irrational handelt, dafür gibt es nicht den geringsten Anlass. Er selber hat kürzlich in einem Interview erklärt: «Wir lassen uns doch nicht von unseren Gegnern über die rote Linie hinwegziehen.» Gemeint ist die rote Linie, die von Obama aufgestellt worden ist: Wenn das syrische Regime Giftgas gegen die eigene Bevölkerung einsetzt, dann wird es Konsequenzen haben von seiten der USA, die damit den entscheidenden Grund hätten, um militärisch in Syrien einzugreifen. Und daran haben nur die Gegner von Baschar al-Assad ein Interesse.
Könnte Assad nicht hoffen, dass er seine Unterstützer mobilisiert, falls die Amerikaner in Syrien intervenieren?
Hier müssen wir uns in die Perspektive der Obama-Regierung hineinversetzen und die Folgen bedenken, was passiert, wenn eine Flugverbotszone eingerichtet wird, wenn in grossem Umfang Waffen an die Aufständischen geliefert werden und das Regime tatsächlich stürzt. Dann entsteht ein Machtvakuum, und das wird gefüllt von den Aufständischen, insbesondere der al-Nusra-Front, den Dschihadisten, den ­al-Kaida-Anhängern, die nur darauf warten, in das Machtvakuum hineinzustossen. Die Befürchtung, dass diese Terrorgruppen schliess­lich die Macht übernehmen würden, ist einer der Hauptgründe, weshalb Obama auf keinen Fall militärisch in Syrien eingreifen will.
Aber warum ist dann selbst die unabhängige Uno-Kommission zu Syrien sehr skeptisch, nicht nur die Amerikaner?
Nach Aussage des prominenten Kommissionsmitgliedes Carla del Ponte sprechen alle vorliegenden Indizien dafür, dass die Rebellen die Verantwortlichen sind für den Chemiewaffeneinsatz. Das wird auch deutlich, wenn wir uns die konkrete Situation beim Giftgaseinsatz in Khan el-Assal nördlich von Aleppo anschauen, bei dem 27 Menschen getötet worden sind. Mit chemischen Kampfstoffen wurde ein Dorf angegriffen, das auf seiten des Regimes steht. Die meisten Einwohner des Ortes sind Schiiten, die von den sunnitischen Rebellen bekämpft werden. Auch Soldaten des Regimes waren unter den Toten. Dass Regierungstruppen eine von ihnen selbst kontrollierte Siedlung mit chemischen Kampfstoffen angreifen, das widerspricht jeglicher Logik. Für diesen Angriff können nur die Aufständischen verantwortlich sein.
Woher haben die Rebellen denn das Giftgas Ihrer Meinung nach?
Der «Guardian» hat sehr detailliert recherchiert und kommt zu dem Schluss, dass eine kleine, mit einer Giftgasgranate bestückte Rakete von der Siedlung Bab abgeschossen worden ist, die unmittelbar vor der türkischen Grenze liegt. Dieser Ort ist die Hochburg der dschihadistischen al-Nusra-Front, die sich al-Kaida angeschlossen hat. Immer wieder haben westliche Geheimdienste betont, dass die syrischen Chemiewaffenlager sicher sind, solange das Regime an der Macht bleibt. Es ist deshalb auszuschliessen, dass die Chemiewaffen von hier ihren Weg zu den Rebellen gefunden haben. Viel naheliegender ist es dagegen, dass über die benachbarte offene Grenze von türkischem Gebiet her die Chemiewaffen in die Hände der al-Nusra-Front gelangt sind.
Das heisst also, Sie glauben, dass die Türkei die Rebellen mit Giftgas beliefert, und das, obwohl sie Verbündete sind der USA, die das überhaupt nicht wollen?
Der Verdacht liegt zumindest nahe, und er wird auch dadurch bestärkt, dass Ministerpräsident Erdogan jetzt behauptet hat, dass der türkische Geheimdienst über die Reste von mindestens 200 Geschossen mit Giftgasspuren verfüge, die vom Regime in Syrien eingesetzt worden sein sollen. Wenn tatsächlich 200 Geschosse mit Giftgas abgefeuert worden wären, hätte das Hunderte, gar Tausende Tote gegeben und wäre überhaupt nicht vergleichbar mit den relativ geringen Folgen, die bei den bisherigen angeblichen Angriffen mit Sarin-Gas beobachtet wurden. Deshalb deutet alles auf eine grossangelegte Propaganda-Aktion hin, um jetzt den Druck auf Obama vor den anstehenden Verhandlungen Erdogans in Washington zu erhöhen.
Nun gibt es ja eine unübersichtliche Vielfalt von Rebellen. Welche setzen denn das Giftgas ein?
Am besten organisiert sind die Mitglieder der al-Nusra-Front, die nach unterschiedlichen Schätzungen unterstützt wird von mindestens 600 Dschihadisten allein aus europäischen Ländern sowie zahlreichen al-Kaida-Kämpfern, die aus dem Irak und vielen anderen islamischen Ländern eingesickert sind. Diese Gruppen sind auch in medialer Hinsicht hervorragend organisiert. Sie haben ein eindeutiges Interesse daran, das Assad-Regime als Verantwortlichen für den Chemiewaffeneinsatz darzustellen. Sie sind sich sehr wohl bewusst, dass das Regime wieder an Boden gewinnt, während die Aufständischen verlieren. Um das Blatt noch einmal zu wenden, ist es entscheidend, dieses Argument – Überschreiten der roten Linie durch den Einsatz von Giftgas – in die Diskussion hineinzubringen; und es ist für die Rebellen ein Leichtes, sich chemische Kampfstoffe zu beschaffen.    •
Quelle: SRF, Echo der Zeit vom 16.5.2013 aus  den Schweizer ZEITFRAGEN Nr. 20/21 vom 11. Juni 2013

Der Kriegspropaganda Paroli bieten - zentrale Aufgabe für Friedensarbeiter im Jahr 2014


Gedanken von Irene Eckert am 31. 12. 2013

"Danke " für deine Texte und Analysen zur Weltsituation.
 Ich bin zum größten Teil mit ihnen einverstanden, aber nach wie vor teile ich Deine Beurteilung solcher Staatsmänner wie Putin oder Assad nicht. Ich sehe nicht ein, wieso diplomatische Arbeit nicht einhergehen kann mit schärfster Kritik an der Unterdrückung und, im Falle Assad, Ermordung des eigenen Volkes. Man kann sehr wohl gegen Krieg und für diplomatische Lösungen sein, und doch Einspruch erheben gegen ein Regime des Terrors oder der Autokratie, inklusive Druckausüben  mit dem Ziel, dem Alptraum ein Ende zu setzen."

Obige  Zeilen aus einer akademisch geschulten Feder, versandt als Neujahrsbotschaft, enthalten fatale Irrtümer. Sie sind das Ergebnis kriegsdienlicher Propaganda. Dem Frieden  förderlich sind derlei Betrachtungen gewiss nicht.



Ohne zähes, kraftvolles Anschwimmen gegen einen reißenden Strom von Unwahrheiten ist der Terror des Krieges  nicht überwindbar. Wer seine Energien in den Dienst dieser schwierigen Sache   stellt,   tritt  mit dem Ringen um Frieden  konsequenter und notwendiger Weise auch auf gegen Unterdrückung und Gewalt. Das Wesen des Krieges besteht ja in terroristischem Druck  gegen ganze Völker. Seine Methode ist  heute der feige  Mord mittels modernster Tötungsmaschinerie. Ohne eine ausgeklügelte Propagandaindustrie aber, wäre dem kriegerischen Unwesen längst ein Ende gesetzt worden, denn im Grunde wollen alle Menschen in Frieden leben. Frieden ist unsere Daseinsvoraussetzung. 

Eine  Minderheit allerdings verdient gut am Tötungshandwerk und an der Entwicklung der dafür erforderlichen Tötungsmaschinerie. Diese bedarf des propagandistischen Schmieröls. Auch daran essen sich  welche satt.

Als Einzelmeinung wären die einleitenden, fehlerhaften, lapidar dahin geworfenen Gedanken vielleicht noch  zu übergehen. Da aber die hier vorgetragene, nur  scheinbar harmlose  "Meinungsäußerung"  das  Ergebnis von massenmedialer Schmieren-Propaganda ist und diese  schlimme Folgen zeitigt, muss  man ihr um des Friedens und der  Gerechtigkeit Willen  entgegentreten.

Schauen wir uns  also die locker dahin geschriebenen Sätze genauer an. Schon mit dem Adversativ "aber" wird ja das ohnehin nur  rhetorisch floskelhaft vorgetragene Einverständnis wieder zurückgenommen. Der Einspruch wäre bei entsprechender Bereitschaft des Gegenübers diskursiv sachlich zu erörtern. Allerdings sind  die in den Eingangssätzen artikulierten Grundannahmen schlicht falsch. Die formulierten Voraussetzungen  beruhen auf den üblichen,  unsinnigen, klischeehaften Zuschreibungen,  die da lauten "Assad mordet sein eigenes Volk" oder  "Putin ist ein Autokrat,  der das Volk unterdrückt".  Klischees haften leider wie klebrige Kaugummi-Masse. Der  durch sie bewirkten  Verunreinigung des Denkens ist  entsprechend schwer beizukommen.

Tatsachen lassen sich zwar  überprüfen, aber  das kostet Mühe und ist ohne Recherchearbeit nicht zu haben. Wer  sich aber in der Kaugummi-Masse eines  Klischees   einmal verfangen hat, denkt selten daran daran, zu überprüfen, was er wiedergibt. Das,  was  täglich und stündlich aus allen medialen Kanälen als Wahrheit verkündet wird, gilt den Menschen gemeinhin einfach als zutreffend und Punkt.  Leider finden  sich auch unter  den "Aktivisten der Friedensbewegung"  zahlreiche Medienkonsumenten,  die dem folgenreichen   falschen Blick auf die Wirklichkeit  fataler Weise erliegen. Womit schon erklärt ist, warum es eine wirkliche  Bewegung für den Frieden  derzeit nicht gibt.  

Ein objektiver, die nackten  Tatsachen aufgreifender Blick auf die  mit schweren Vorwürfen bedachten Staatsmänner kann  allerdings rasch Klarheit schaffen. Es ist nachprüfbar dem  diplomatischen Wirken eben jener mies gemachten Politiker geschuldet,  dass der offene Krieg gegen Syrien, längst vom Pentagon beschlossen,  im zurück liegenden Jahr noch einmal abgewendet werden konnte.  Die Präsidenten Putin und Assad  verweigern sich beharrlich einer Politik des Krieges  und der Konfrontation. Beide Staatsmänner sind bemüht Schaden von ihrem Volk abzuwenden. Ihre Standhaftigkeit kommt der Welt zugute.

Vladimir  Putin ist daher  ein weithin  angesehener,  von seinem  Volk direkt  und  zum 3. Mal gewählter, Staatschef. Obwohl es im großen Russland seit langem wirtschaftsmächtige Gegenkräfte gibt, obwohl die Printmedien überwiegend gegen ihn Stimmung machen, so erzielt Präsident Putin dennoch  regelmäßig hohe Zustimmungsraten. Unter seiner  klugen Führung  wurde das von seinem Vorgänger  Jelzin bereits zum Ausverkauf feil gegebene Vermögen des Landes einem gewissen nationalen  Schutz unterstellt. Trotz neoliberaler kapitalistischer Weichen, denen auch Russland heute ausgesetzt ist, werden im Lande die Renten erhöht, Beamtengehälter überhaupt wieder regelmäßig ausgezahlt und dem kompletten Ausverkauf der nationalen Reichtümer des Landes wurden Grenzen auferlegt.  Außenpolitisch ist es vor allem Putins Initiativkraft geschuldet, dass es nicht zum offenen Krieg gegen Syrien kam. Dieser hätte einen Weltbrand nach sich ziehen können.

 Russland bietet derzeit Edward Snowden Schutz, ohne die Präsenz des Ex-Geheimdienstmannes propagandistisch auszuschlachten.  Russland agiert weltpolitisch klug und äußerst vorsichtig. Dazu kann man sämtliche Reden, Interviews und öffentlichen Verlautbarungen Putins lesen. Seine hervorragenden Deutschkenntnisse, sowie die Kenntnis unserer Literatur und Kultur könnten ihn uns zum Verbündeten machen.  
Souverän erwies sich  der Russe jüngst  gegenüber seinen innenpolitischen Gegnern.  Er  erließ eine umfassende  Amnestie. Der Staatschef  Putin nutzte seine verfassungsmäßigen Vollmachten  gegenüber rechtsstaatlich Verurteilten.  Auch hier liegt eine politische Chance.  Wann und und wo gab es je eine vergleichbare Geste des Westens? 

Nun zum stolzen multiethnischen und multireligiösen  Syrien, dem letzten, noch zumindest  bis 2011 wirklich souveränen, freien arabischen Land.  Es ist ein kleines  Land von kaum mehr als 20 Millionen Staatsbürgern, das dem Westen noch immer die Stirn bietet. Ein Land, das von einer Dynastie von Alawiten, also liberalen Muslimen, gelenkt wird. Sein derzeitiger Präsident, Dr. Assad, ein Augenarzt, musste nach dem Unfalltod seines Bruders 34jährig , nach dem Ablebens des Vaters der Staatsraison folgend, in die Politik eintreten. Natürlich wurde er von seinem  Volk gewählt. Der gebildete, sprachgewandte Mann ist bis heute populär. Trotz der terroristischen Umtriebe im Lande wurde  sogar  2012  unter seiner Führung eine neue Verfassung ausgearbeitet und mittels eines  Referendums angenommen.

Das kleine Land hatte übrigens bis 2011 keine nennenswerten  Auslandschulden. Der heutige Präsident Baschar al-Assad hat in Großbritannien studiert und ist modernen, kapitalistischen Einflüssen gegenüber (leider!) durchaus aufgeschlossen. Aber er ist ein stolzer Syrer, er vertritt die Interessen seiner Nation.  Die Schulbildung im Lande war kostenlos und  ebenso wie die Gesundheitsversorgung vorbildlich in der arabischen Welt, bis vor kurzem noch. Das  Land nahm überproportional  viele Flüchtlinge auf, aus dem kriegsverheerten Irak, aus dem  gebeutelten Libanon,  aus Palästina. Die Führung des  Landes  ließ sich  trotz schlimmer Provokationen von Seiten Israels, dessen völkerrechtswidriger Annexion der  syrischen Golanhöhen  und trotz wiederholter Bombenangriffen seitens des Nachbarlandes,  nicht zu unbedachten Schritten hinreißen.

Weil  also die oben genannten Staatsmänner ihre respektiven Länder, das eine klein, das andere riesig, nicht so führen, wie es  fragwürdige  westliche "Demokratie"-Vorstellungen einfordern, weil sie ihre Länder, dem  neoliberal geschminkten Kapitalismus nicht  gänzlich zum Fraße hinwerfen, weil sie standfest und nicht so korrupt sind wie so viele andere Politiker,  deswegen werden sie grotesker Weise  von westlichen Medien verteufelt. Weil sie sich dem Diktat des Westens nicht völlig unterwerfen, ist ihnen das gleiche Schicksal zugedacht wie  dem  libyschen Staatschef Ghaddafi, wie dem Iraker  Saddam Hussein oder  dem Jugoslawen Slobodan  Milosevic. Der Erste  stand einem (öl-)reichen, für afrikanische Verhältnisse wohlhabenden Land vor,  der Zweite  repräsentierte ein (öl-)reiches arabisches Land und der Dritte vertrat einen  noch halb-sozialistischen europäischen Staat, der  sich den  Plänen  des IWF in den Weg stellte. Nach der Zerschlagung der Sowjetunion ist der große Hegemon zur Duldung eigenwilliger Experimente nicht mehr bereit. Allerdings haben sich die Zeichen der Zeit geändert und seiner Macht sind neuerdings gewisse Schranken auferlegt.

Warum  erfahren wir  dergleichen nicht aus unseren Leitmedien, sondern werden  quasi bombardiert mit  Negativschlagzeilen über die jeweiligen  Staatsmänner der unbotmäßigen und daher zu bekriegenden Nationen?

 Das ist so, weil unsere Medien nicht den Auftrag haben aufzuklären, sondern im Sinne ihrer Auftraggeber Tatsachen verschleiern müssen.  Das Leitpersonal der Alpha-Medien ist  gekauft.  Eine von der Rüstungsindustrie unabhängige Presse  oder Medienwelt gibt es längst nicht mehr. Eine im Jahr 2013 in Köln erschienene Doktorarbeit von Uwe Krüger führt den exakten Nachweis darüber. Die Arbeit wurde unter dem Titel "Medienmacht - Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten- eine kritische Netzwerkanalyse", 2012 beim Institut für praktischen Journalismus- und Kommunikationsforschung/ IPJ in Leipzig vorgelegt  und für seine methodische Innovation und  Genauigkeit gepriesen.

Nur wenn wir mit Hilfe einer um Wissenschaftlichkeit bemühten Literatur begreifen, wie wir genasführt werden und wie man versucht, uns menschenrechtliche Bären aufzubinden, nur dann können wir der Kriegspropaganda erfolgreich widerstehen. Diese Arbeit ist aber notwendig, wenn wir den Frieden  wollen, wenn wir für Menschenrechte und diplomatische Lösungen votieren und dafür zu kämpfen bereit sind.

Das Eingangszitat bietet dafür ganz und gar keine Grundlage.  Für die Verteidigung von Menschenrecht, Frieden, Demokratie oder auch nur  Diplomatie ist es gänzlich ungeeignet.  Es dient objektiv den am Kriege verdienenden Kräften. 

Sich den am Kriege verdienenden Kräften entgegenzustellen erfordert begreiflicherweise Mut. Wer dazu bereit ist, braucht nicht nur die nötige Klarheit im Kopf, sondern er  braucht  dafür zuverlässige Verbündete. Friedensarbeit ist in erster Linie  Kopfarbeit, Recherche-Arbeit. Die  Lektüre schöngeistiger Literatur, selbst die der Klassiker, bietet  dafür keine ausreichende Grundlage.

Der  Willen und der nötige  Mut dafür, solch eine gegen den Strom zu leistende Arbeit zu erbringen, ist in allen Völkern gegenwärtig. Ich selbst konnte aufgeklärte und mutige Friedensarbeiter in diesem Frühjahr in Istanbul und Hatay erleben und zuletzt im Dezember in Haifa und Ramallah. Es sind überall  auf der  Erde mutige Menschen  am Werk. Sie kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten. Ihr Engagement ist geprägt von den unterschiedlichsten  weltanschaulichen Erwägungen. Obwohl sie aus ganz verschiedenen Kulturen kommen, teilen sie eine basiale Ethik. Es ist wohltuend, sich mit solchen Menschen über Kontinente hinweg verbunden zu wissen.

Ich freue mich daher über die Bekanntschaft mit  Menschen wie dem Mathematik-Professor Akido, dem Ex-Bürgermeister von Hiroshima, über die Begegnung  mit  Avraham Burg, dem Thora-Gelehrten und  ehemaligen Sprecher der israelischen Knesset, über das Zusammentreffen mit  türkischen Anwaltsvertretern der Istanbuler Anwaltskammer im Mai  des zurückliegenden Jahres  Ich fühle mich getragen  durch die Inspiration von türkischen Musikern und Popkünstlern, von den vielen Menschen, die anders als bei uns zu Lande keine Berührungsängste etwa gegenüber  der Kommunistischen Partei ihres Landes haben. Ich freue mich darüber, Frauen wie die Brasilianerin  Soccoro Gomez, Präsidentin des Weltfriedensrates kennengelernt zu haben. 

Der Mut und die Einsatzbereitschaft solcher Menschen gibt uns Kraft weiter zu kämpfen für ein besseres Morgen. Die Inspiration durch solche Menschen hilft uns, für die Wahrheit einzutreten. Denn es ist die Wahrheit, die uns frei machen wird, frei von Kriegen und frei von sozialem Elend.

Die Verlogenheit wird  keine Zukunft haben, solange wir uns  von aufrechten Menschen umgeben fühlen und   wir selbst  uns immer wieder persönlich darum bemühen, das Weltgeschehen zu verstehen.  Alternative, unabhängige Quellen gibt es. Die Frage nach den  macht -und wirtschaftspolitischen  Motiven der Textverfasser  ist dienlich.

Thursday, January 2, 2014

"Russia and US in Middle East: Summing Up 2013 Events" Nikolai Bobkin


Nikolai BOBKIN | 31.12.2013 | 00:00

Summing up the main political events which have taken place in 2013 it could be said that Russia expanded its agenda to the global level trying to stabilize the situation and get off the ground what has been stymied for many years. The Arab world has said the Russia’s regional clout is growing while the US reputation is falling down. Americans don’t argue. A recent Pew Research Center conducted in partnership with the Council on Foreign Relations showed that full 70% of Americans believe the United States is less respected than in the past. The public also disapproves of Obama’s handling of Syria, Iran, China and Afghanistan by wide margins...
The situation in Syria has drastically turned for the better. By the end of this summer it looked like a US strike against Syria was inevitable, now many politicians consent that Bashar Assad’s remaining in power is the best scenario for Washington. The Russian initiative on elimination of Syria’s chemical weapons was a starting point for changing the West’s attitude.Those days US State Secretary John Kerry sounded belligerent enough saying to the whole world that strikes on Syria could be avoided, if President Bashar al-Assad handed over his stockpile of chemical weapons, «Sure, he could turn over every single bit of his chemical weapons to the international community in the next week – turn it over, all of it without delay and allow the full and total accounting (of it). But he isn't about to do it and it can't be done».Back then Russia Foreign Chief Sergey Lavrov and his American counterpart discussed the issue in Geneva during almost two days. Finally the Russian side managed to convince Americans and defended its stance. It gave a reason to say that in Geneva Russian diplomacy carried the day preventing a new Middle East war with the US involvement and allowing President Obama to find a way out of a difficult situation he found himself in while calling on allies to join him in the operation against Syria. The accords with Russia saved the administration from defeat in Congress where it lacked support for the action. President Obama expressed gratitude saying he welcomed Putin's involvement as helpful and said any deal on Syria must include a verifiable way to ensure that it gives up all its chemical weapons capacity, «I think there's a way for Mr. Putin, despite me and him having a whole lot of differences, to play an important role in that», Obama said. «And so I welcome him being involved. I welcome him saying, «I will take responsibility for pushing my client, the Assad regime, to deal with these chemical weapons». «This is not the Cold War, this is not a contest between the United States and Russia», Obama told ABC's This Week in an interview broadcast in mid-September. 
Russia is intent to further resist the attempts of regime change in Syria; this mission is on the 2014 foreign policy priority list. There is no talking about confrontation, the situation is complicated enough for all parties involved. Nevertheless the differences between Moscow and Washington on a range of issues have got narrowed down. The success of joint efforts while tackling the issue of Iran’s nuclear program is a pertinent example. 
The Iranian issue, which to some extent paled amidst the heat of the Syrian crisis, came to the fore again in September when the US and Iran’s presidents exchanged letters as the first step to normalization. Sometime later the US and Iran’s foreign chiefs met eye to eye at the session of UN General Assembly, the results of the meeting were assessed as constructive by the both sides. Then presidents Obama and Rouhani tried to give the process a new lease on life in a 15-minute conversation on the phone after 34 years of silence. The event immediately became a sensation. It was approved by leaders of many states but became a bone of contention between the White House and his main Middle East allies – Israel and Saudi Arabia. Since a long time Russia warned the US not to drive Tehran into the corner by imposing new sanctions. No doubt Russian diplomats tried to influence Iran within the framework of the P5+1 and bilateral contacts to avoid further worsening of relations between Tehran and Washington. After all, there was a high probability of a war sparked between the US and Iran at the start of the year and many scared the world saying it was nearing the third world war. Few expected Iran and the «big six» find an arrangement concerning the nuclear issue, something the world had waited for during ten years. The proposals put forward by Putin two years ago became the basis for finding a common language. The process got a new impetus to make the US and Europeans join the dialogue as President Rouhani came to power. The importance of the reached consensus is hard to overestimate, the agreement is rightfully considered to be a historic event. Was it a long time ago the suppositions that the US and Iranian diplomats could work together on a draft agreement evoked nothing else but skepticism? Russia was pragmatic enough to lose no time coming in support of Iran. In the given case Washington was also set on reaching progress. The US plan includes two phases. US National Security Adviser Susan Rice said that the first phase of the deal being offered to Iran would involve six months of halting progress on Iran’s nuclear program and beginning to roll it back, while the U.S. would offer«limited, temporary and reversible economic relief» that leaves the «architecture of sanctions wholly in place». Americans believe the six months pause will let finish the preparatory work to reach a comprehensive long-term agreement and do away with the concern voiced by international community. In future many things will depend on Iran with the sanctions remaining the main argument in the hands of the White House. Washington insists the use of force is still on the table as the way to tackle the problem of Iran’s nuclear dossier (though the possibility of conflict has greatly diminished as a result ofGeneva talks). At that, the United States and Iran are still rivals. The Obama’s administration turned a deaf ear to the recommendations of Russia, the United Nations and the Arab League who say Iran should be a party to the Geneva-2 conference on Syria. In this case Washington sides with Israel and Saudi Arabia which oppose the full-fledged participation of Iran in the process of peaceful management. In its turn Tehran remains the only country openly opposing the agreement between the United States and Afghanistan. According to Iranian leadership, the long-term military presence of the US and NATO in the neighboring country may adversely affect the situation in the region as a whole. It should be noted that these apprehensions have certain substantiation to be taken into consideration. 
The Russia’s stance on Afghanistan. The Russian Ministry of Foreign Affairs rejected the reports that President Putin had called on Afghanistan to sign an agreement with the United States. Moscow insists the United Nations Security Council be submitted a report on the results of the mission before pulling the forces out, because it was the UN who sanctioned the military operation in Afghanistan. Now the United States decided to get around any international mandate in favor of a bilateral accord with Kabul. Iran wants the United States to fully withdraw from Afghanistan. We believe the Iran’s approach is worth of taking into account because there are many doubts the US will be able to guarantee security in Afghanistan after the agreement comes into force. According to Russia’s view, if Washington provides no guarantees, then the US presence loses any purpose. Especially once Kabul strives to move away from one-sided orientation on Washington and Brussels. At the end of outgoing year Afghanistan approached Russia with a request to make a contribution in providing security and take part in infrastructure projects. Afghanistan needs Russia’s assistance in formation of national police force and hopes to cooperate within the framework of Shanghai Cooperation Organization fighting terrorism and extremism, as well as illegal drugs trade. During the 12 years the US maintained its presence in the country the drugs production there grew by 44 times. The cooperation in question does not include Russia’s military presence. President Putin summed up the results of the year in a press-conference. As to him, Russia’s contribution into the management of acute log-lasting problems related to Syria and the Iranian nuclear program. But Russia does not strive for the role of the only leader. Putin believes sometimes Russia has come up with the proposals becoming the basis for the decisions, some things have been proposed by Americans, Chinese and Europeans. It is all the result of joint efforts and it cannot be viewed otherwise.

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ONLINE JOURNAL

Der Kriegspopaganda Paroli leisten - vornehmste Aufgabe für Friedensarbeiter im 100. "Kriegsjubiläumsjahr" 2014!



Gedanken von Irene Eckert am 31. 12. 2013

"Danke " für deine Texte und Analysen zur Weltsituation.
 Ich bin zum größten Teil mit ihnen einverstanden, aber nach wie vor teile ich Deine Beurteilung solcher Staatsmänner wie Putin oder Assad nicht. Ich sehe nicht ein, wieso diplomatische Arbeit nicht einhergehen kann mit schärfster Kritik an der Unterdrückung und, im Falle Assad, Ermordung des eigenen Volkes. Man kann sehr wohl gegen Krieg und für diplomatische Lösungen sein, und doch Einspruch erheben gegen ein Regime des Terrors oder der Autokratie, inklusive Druckausüben  mit dem Ziel, dem Alptraum ein Ende zu setzen."

Obige  Zeilen aus einer akademisch geschulten Feder, versandt als Neujahrsbotschaft, enthalten fatale Irrtümer. Sie sind das Ergebnis kriegsdienlicher Propaganda. Dem Frieden  förderlich sind derlei Betrachtungen gewiss nicht.



Ohne zähes, kraftvolles Anschwimmen gegen einen reißenden Strom von Unwahrheiten ist der Terror des Krieges  nicht überwindbar. Wer seine Energien in den Dienst dieser schwierigen Sache   stellt,   tritt  mit dem Ringen um Frieden  konsequenter und notwendiger Weise auch auf gegen Unterdrückung und Gewalt. Das Wesen des Krieges besteht ja in terroristischem Druck  gegen ganze Völker. Seine Methode ist  heute der feige  Mord mittels modernster Tötungsmaschinerie. Ohne eine ausgeklügelte Propagandaindustrie aber, wäre dem kriegerischen Unwesen längst ein Ende gesetzt worden, denn im Grunde wollen alle Menschen in Frieden leben. Frieden ist unsere Daseinsvoraussetzung. 

Eine  Minderheit allerdings verdient gut am Tötungshandwerk und an der Entwicklung der dafür erforderlichen Tötungsmaschinerie. Diese bedarf des propagandistischen Schmieröls. Auch daran essen sich  welche satt.

Als Einzelmeinung wären die einleitenden, fehlerhaften, lapidar dahin geworfenen Gedanken vielleicht noch  zu übergehen. Da aber die hier vorgetragene, nur  scheinbar harmlose  "Meinungsäußerung"  das  Ergebnis von massenmedialer Schmieren-Propaganda ist und diese  schlimme Folgen zeitigt, muss  man ihr um des Friedens und der  Gerechtigkeit Willen  entgegentreten.

Schauen wir uns  also die locker dahin geschriebenen Sätze genauer an. Schon mit dem Adversativ "aber" wird ja das ohnehin nur  rhetorisch floskelhaft vorgetragene Einverständnis wieder zurückgenommen. Der Einspruch wäre bei entsprechender Bereitschaft des Gegenübers diskursiv sachlich zu erörtern. Allerdings sind  die in den Eingangssätzen artikulierten Grundannahmen schlicht falsch. Die formulierten Voraussetzungen  beruhen auf den üblichen,  unsinnigen, klischeehaften Zuschreibungen,  die da lauten "Assad mordet sein eigenes Volk" oder  "Putin ist ein Autokrat,  der das Volk unterdrückt".  Klischees haften leider wie klebrige Kaugummi-Masse. Der  durch sie bewirkten  Verunreinigung des Denkens ist  entsprechend schwer beizukommen.

Tatsachen lassen sich zwar  überprüfen, aber  das kostet Mühe und ist ohne Recherchearbeit nicht zu haben. Wer  sich aber in der Kaugummi-Masse eines  Klischees   einmal verfangen hat, denkt selten daran daran, zu überprüfen, was er wiedergibt. Das,  was  täglich und stündlich aus allen medialen Kanälen als Wahrheit verkündet wird, gilt den Menschen gemeinhin einfach als zutreffend und Punkt.  Leider finden  sich auch unter  den "Aktivisten der Friedensbewegung"  zahlreiche Medienkonsumenten,  die dem folgenreichen   falschen Blick auf die Wirklichkeit  fataler Weise erliegen. Womit schon erklärt ist, warum es eine wirkliche  Bewegung für den Frieden  derzeit nicht gibt.  

Ein objektiver, die nackten  Tatsachen aufgreifender Blick auf die  mit schweren Vorwürfen bedachten Staatsmänner kann  allerdings rasch Klarheit schaffen. Es ist nachprüfbar dem  diplomatischen Wirken eben jener mies gemachten Politiker geschuldet,  dass der offene Krieg gegen Syrien, längst vom Pentagon beschlossen,  im zurück liegenden Jahr noch einmal abgewendet werden konnte.  Die Präsidenten Putin und Assad  verweigern sich beharrlich einer Politik des Krieges  und der Konfrontation. Beide Staatsmänner sind bemüht Schaden von ihrem Volk abzuwenden. Ihre Standhaftigkeit kommt der Welt zugute.

Vladimir  Putin ist daher  ein weithin  angesehener,  von seinem  Volk direkt  und  zum 3. Mal gewählter, Staatschef. Obwohl es im großen Russland seit langem wirtschaftsmächtige Gegenkräfte gibt, obwohl die Printmedien überwiegend gegen ihn Stimmung machen, so erzielt Präsident Putin dennoch  regelmäßig hohe Zustimmungsraten. Unter seiner  klugen Führung  wurde das von seinem Vorgänger  Jelzin bereits zum Ausverkauf feil gegebene Vermögen des Landes einem gewissen nationalen  Schutz unterstellt. Trotz neoliberaler kapitalistischer Weichen, denen auch Russland heute ausgesetzt ist, werden im Lande die Renten erhöht, Beamtengehälter überhaupt wieder regelmäßig ausgezahlt und dem kompletten Ausverkauf der nationalen Reichtümer des Landes wurden Grenzen auferlegt.  Außenpolitisch ist es vor allem Putins Initiativkraft geschuldet, dass es nicht zum offenen Krieg gegen Syrien kam. Dieser hätte einen Weltbrand nach sich ziehen können.

 Russland bietet derzeit Edward Snowden Schutz, ohne die Präsenz des Ex-Geheimdienstmannes propagandistisch auszuschlachten.  Russland agiert weltpolitisch klug und äußerst vorsichtig. Dazu kann man sämtliche Reden, Interviews und öffentlichen Verlautbarungen Putins lesen. Seine hervorragenden Deutschkenntnisse, sowie die Kenntnis unserer Literatur und Kultur könnten ihn uns zum Verbündeten machen.  
Souverän erwies sich  der Russe jüngst  gegenüber seinen innenpolitischen Gegnern.  Er  erließ eine umfassende  Amnestie. Der Staatschef  Putin nutzte seine verfassungsmäßigen Vollmachten  gegenüber rechtsstaatlich Verurteilten.  Auch hier liegt eine politische Chance.  Wann und und wo gab es je eine vergleichbare Geste des Westens? 

Nun zum stolzen multiethnischen und multireligiösen  Syrien, dem letzten, noch zumindest  bis 2011 wirklich souveränen, freien arabischen Land.  Es ist ein kleines  Land von kaum mehr als 20 Millionen Staatsbürgern, das dem Westen noch immer die Stirn bietet. Ein Land, das von einer Dynastie von Alawiten, also liberalen Muslimen, gelenkt wird. Sein derzeitiger Präsident, Dr. Assad, ein Augenarzt, musste nach dem Unfalltod seines Bruders 34jährig , nach dem Ablebens des Vaters der Staatsraison folgend, in die Politik eintreten. Natürlich wurde  er von seinem  Volk gewählt. Der gebildete, sprachgewandte Mann ist bis heute populär. Trotz der terroristischen Umtriebe im Lande wurde  sogar  2012  unter seiner Führung eine neue Verfassung ausgearbeitet und mittels eines  Referendums angenommen.

Das kleine Land hatte übrigens bis 2011 keine nennenswerten  Auslandschulden. Der heutige Präsident Baschar al-Assad hat in Großbritannien studiert und ist modernen, kapitalistischen Einflüssen gegenüber (leider!) durchaus aufgeschlossen. Aber er ist ein stolzer Syrer, er vertritt die Interessen seiner Nation.  Die Schulbildung im Lande war kostenlos und  ebenso wie die Gesundheitsversorgung vorbildlich in der arabischen Welt, bis vor kurzem noch. Das  Land nahm überproportional  viele Flüchtlinge auf, aus dem kriegsverheerten Irak, aus dem  gebeutelten Libanon,  aus Palästina. Die Führung des  Landes  ließ sich  trotz schlimmer Provokationen von Seiten Israels, dessen völkerrechtswidriger Annexion der  syrischen Golanhöhen  und trotz wiederholter Bombenangriffen seitens des Nachbarlandes,  nicht zu unbedachten Schritten hinreißen.

Weil  also die oben genannten Staatsmänner ihre respektiven Länder, das eine klein, das andere riesig, nicht so führen, wie es  fragwürdige  westliche "Demokratie"-Vorstellungen einfordern, weil sie ihre Länder, dem  neoliberal geschminkten Kapitalismus nicht  gänzlich zum Fraße hinwerfen, weil sie standfest und nicht so korrupt sind wie so viele andere Politiker,  deswegen werden sie grotesker Weise  von westlichen Medien verteufelt. Weil sie sich dem Diktat des Westens nicht völlig unterwerfen, ist ihnen das gleiche Schicksal zugedacht wie  dem  libyschen Staatschef Ghaddafi, wie dem Iraker  Saddam Hussein oder  dem Jugoslawen Slobodan  Milosevic. Der Erste  stand einem (öl-)reichen, für afrikanische Verhältnisse wohlhabenden Land vor,  der Zweite  repräsentierte ein (öl-)reiches arabisches Land und der Dritte vertrat einen  noch halb-sozialistischen europäischen Staat, der  sich den  Plänen  des IWF in den Weg stellte. Nach der Zerschlagung der Sowjetunion ist der große Hegemon zur Duldung eigenwilliger Experimente nicht mehr bereit. Allerdings haben sich die Zeichen der Zeit geändert und seiner Macht sind neuerdings gewisse Schranken auferlegt.

Warum  erfahren wir  dergleichen nicht aus unseren Leitmedien, sondern werden  quasi bombardiert mit  Negativschlagzeilen über die jeweiligen  Staatsmänner der unbotmäßigen und daher zu bekriegenden Nationen?

 Das ist so, weil unsere Medien nicht den Auftrag haben aufzuklären, sondern im Sinne ihrer Auftraggeber Tatsachen verschleiern müssen.  Das Leitpersonal der Alpha-Medien ist  gekauft.  Eine von der Rüstungsindustrie unabhängige Presse  oder Medienwelt gibt es längst nicht mehr. Eine im Jahr 2013 in Köln erschienene Doktorarbeit von Uwe Krüger führt den exakten Nachweis darüber. Die Arbeit wurde unter dem Titel "Medienmacht - Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten- eine kritische Netzwerkanalyse", 2012 beim Institut für praktischen Journalismus- und Kommunikationsforschung/ IPJ in Leipzig vorgelegt  und für seine methodische Innovation und  Genauigkeit gepriesen.

Nur wenn wir mit Hilfe einer um Wissenschaftlichkeit bemühten Literatur begreifen, wie wir genasführt werden und wie man versucht, uns menschenrechtliche Bären aufzubinden, nur dann können wir der Kriegspropaganda erfolgreich widerstehen. Diese Arbeit ist aber notwendig, wenn wir den Frieden  wollen, wenn wir für Menschenrechte und diplomatische Lösungen votieren und dafür zu kämpfen bereit sind.

Das Eingangszitat bietet dafür ganz und gar keine Grundlage.  Für die Verteidigung von Menschenrecht, Frieden, Demokratie oder auch nur  Diplomatie ist es gänzlich ungeeignet.  Es dient objektiv den am Kriege verdienenden Kräften. 

Sich den am Kriege verdienenden Kräften entgegenzustellen erfordert begreiflicherweise Mut. Wer dazu bereit ist, braucht nicht nur die nötige Klarheit im Kopf, sondern er  braucht  dafür zuverlässige Verbündete. Friedensarbeit ist in erster Linie  Kopfarbeit, Recherche-Arbeit. Die  Lektüre schöngeistiger Literatur, selbst die der Klassiker, bietet  dafür keine ausreichende Grundlage.

Der  Willen und der nötige  Mut dafür, solch eine gegen den Strom zu leistende Arbeit zu erbringen, ist in allen Völkern gegenwärtig. Ich selbst konnte aufgeklärte und mutige Friedensarbeiter in diesem Frühjahr in Istanbul und Hatay erleben und zuletzt im Dezember in Haifa und Ramallah. Es sind überall  auf der  Erde mutige Menschen  am Werk. Sie kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten. Ihr Engagement ist geprägt von den unterschiedlichsten  weltanschaulichen Erwägungen. Obwohl sie aus ganz verschiedenen Kulturen kommen, teilen sie eine basiale Ethik. Es ist wohltuend, sich mit solchen Menschen über Kontinente hinweg verbunden zu wissen.

Ich freue mich daher über die Bekanntschaft mit  Menschen wie dem Mathematik-Professor Akido, dem Ex-Bürgermeister von Hiroshima, über die Begegnung  mit  Avraham Burg, dem Thora-Gelehrten und  ehemaligen Sprecher der israelischen Knesset, über das Zusammentreffen mit  türkischen Anwaltsvertretern der Istanbuler Anwaltskammer im Mai  des zurückliegenden Jahres  Ich fühle mich getragen  durch die Inspiration von türkischen Musikern und Popkünstlern, von den vielen Menschen, die anders als bei uns zu Lande keine Berührungsängste etwa gegenüber  der Kommunistischen Partei ihres Landes haben. Ich freue mich darüber, Frauen wie die Brasilianerin  Soccoro Gomez, Präsidentin des Weltfriedensrates, kennengelernt zu haben. 

Der Mut und die Einsatzbereitschaft solcher Menschen gibt uns Kraft weiter zu kämpfen für ein besseres Morgen. Die Inspiration durch solche Menschen hilft uns, für die Wahrheit einzutreten. Denn es ist die Wahrheit, die uns frei machen wird, frei von Kriegen und frei von sozialem Elend.

Die Verlogenheit wird  keine Zukunft haben, solange wir uns  von aufrechten Menschen umgeben fühlen und   wir selbst  uns immer wieder persönlich darum bemühen, das Weltgeschehen zu verstehen.  Alternative, unabhängige Quellen gibt es. Die Frage nach den  macht - und wirtschaftspolitischen  Motiven der Textverfasser  ist  dienlich.

"Greatest Threat To World Peace: The United States of America" Global Research


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Over 12 years into the so-called “Global War on Terror,” the United States appears to be striking terror into the hearts of the rest of the world.
In their annual End of Year survey, Win/Gallup International found that the United States is considered the number one “greatest threat to peace in the world today” by people across the globe.
The poll of 67,806 respondents from 65 countries found that the U.S. won this dubious distinction by a landslide, as revealed in the chart below.
The BBC explains that the U.S. was deemed a threat by geopolitical allies as well as foes, including a significant portion of U.S. society.
Predictable in some areas (the Middle East and North Africa) but less so in others. Eastern Europe’s 32% figure may be heavily influenced by Russia and Ukraine, but across most of Western Europe there are also lots of figures in the high teens.
In the Americas themselves, decades of US meddling have left an awkward legacy. Its neighbours, Mexico (37%) and Canada (17%), clearly have issues. Even 13% of Americans see their own country as a danger.

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